Meine Schwägerin hat sich im Frühling eine Heißluftfritteuse mit 5,5 Litern gekauft, weil auf der Schachtel „für die ganze Familie“ stand. Sie hat vier Leute im Haushalt. Beim ersten Versuch mit Hendlschnitzeln hat sie drei Durchgänge gebraucht, und als die letzten fertig waren, waren die ersten kalt. Seither steht das Gerät im Keller, neben dem Raclette und dem Fondue.
Das passiert ganz vielen Leuten, und es liegt fast nie am Gerät, sondern an der Größe. Ich habe zwölf Jahre in einem Grazer Gasthaus gekocht und koche heute für meinen Mann Wolfgang, die Zwillinge Lukas und Lena, beide sechzehn, und am Sonntag für die Schwiegermutter Hermine, die einen Stock über uns wohnt. Seit August stehen bei uns für unseren großen Vergleich mehrere Heißluftfritteusen nebeneinander, von der kleinen mit einem Korb bis zur großen mit zwei Laden.
Ich habe darin für eine, zwei, vier und fünf Personen gekocht, Schnitzel, Erdäpfel und Gemüse, und dabei gemessen, wie viel wirklich hineinpasst. Hier ist die Anleitung, die meine Schwägerin gebraucht hätte.
Warum die Literangabe täuscht
Auf jeder Heißluftfritteuse steht eine Literzahl, und die meisten kaufen danach. Das Problem: Die Liter beschreiben das Volumen des Korbs, also auch die Höhe. Knusprig wird in einer Heißluftfritteuse aber nur, was in einer Schicht liegt oder höchstens locker übereinander. Ein Schnitzel stapelst du nicht. Entscheidend ist deshalb die Bodenfläche des Korbs.
Ich habe in unseren Testgeräten die Bodenfläche mit dem Lineal nachgemessen und mit Backpapier ausgelegt. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht.
| Gerät | Angabe | Bodenfläche gemessen | Panierte Schnitzel nebeneinander |
|---|---|---|---|
| Cosori TurboBlaze, 1 Korb | 6 l | rund 480 cm² | 2 große oder 3 kleine |
| Ninja Foodi MAX Dual Zone AF400EU, 2 Laden | 9,5 l, je 4,75 l | 2 x rund 340 cm² | 2 pro Lade, also 4 |
| Philips 3000 Dual Basket NA352/00, 2 Laden | große und kleine Lade | rund 400 + 230 cm² | 3 plus Beilage |
| Eine Pfanne mit 28 cm zum Vergleich | rund 615 cm² | 3 |
Die Cosori mit einem Korb und sechs Litern hat mehr Bodenfläche als eine einzelne Lade der Ninja. Die Ninja gewinnt, weil sie zwei Laden hat, die gleichzeitig arbeiten. Und eine Pfanne hat immer noch mehr Platz als jeder einzelne Korb. Das ist der Grund, warum große Familien mit nur einem Korb so oft enttäuscht sind. Wie viel genau in welchen Korb passt, habe ich danach mit echtem Essen ausprobiert.
Was wirklich hineinpasst: unsere Mengen
Ich habe für jede Mahlzeit die Mengen gewogen, die eine normale Portion für einen Erwachsenen ausmachen, so wie ich sie aus dem Gasthaus kenne: ein Schnitzel mit rund 150 Gramm Fleisch, 250 Gramm Erdäpfel als Beilage, 200 Gramm Gemüse. Die Teenager habe ich als Erwachsene gerechnet. Wer Teenager hat, weiß, warum.
- Erdäpfelspalten: In eine einzelne Lade der Ninja passen 600 Gramm, wenn sie knusprig werden sollen. Das reicht für zwei Personen, bei Lukas für eine. In den Korb der Cosori passen 800 Gramm, mit einmal Schütteln nach der Hälfte der Zeit.
- Panierte Schnitzel: Zwei große pro Lade der Ninja, nebeneinander und nicht überlappend. In der Cosori zwei große oder drei kleine.
- Ofengemüse: Kürbis, Zucchini und Paprika vertragen eine zweite Schicht, wenn du zweimal schüttelst. 500 Gramm pro Lade der Ninja waren kein Problem.
- Ein ganzes Hendl: Mit 1,4 Kilo passt es in die Cosori, in eine Lade der Ninja nicht. Dafür nimmst du bei der Ninja zwei Hälften, eine pro Lade.

Die Regel aus dem Gasthaus gilt hier genauso: Was zu eng liegt, dämpft statt zu braten. Bei Erdäpfeln heißt das, dass sie weich und blass bleiben. Bei Schnitzeln heißt das, dass die Panier an den Stellen pappig wird, wo sie das Nachbarschnitzel berührt. Lieber zwei Durchgänge als ein voller Korb. Mit diesen Mengen kannst du die richtige Größe einfach ausrechnen.
Die richtige Größe für deinen Haushalt
Aus unseren Mengen ergibt sich eine einfache Tabelle. Sie gilt für eine Hauptmahlzeit mit Beilage in einem Durchgang, so wie man sie unter der Woche kocht.
| Haushalt | Passende Größe | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 Person | 1 Korb, 3 bis 4,5 l | kleine Einkorbgeräte |
| 2 Personen | 1 Korb, 5 bis 6 l, oder 2 kleine Laden | Cosori TurboBlaze 6 l |
| 3 bis 4 Personen | 2 Laden, zusammen 8 bis 10 l | Ninja AF400EU, Philips NA352 |
| 5 und mehr | 2 große Laden über 10 l, oder Backrohr | Doppelgeräte mit je 5 l und mehr |
Für eine Person
Hermine isst unter der Woche allein, oben in ihrer Wohnung. Für sie habe ich eine kleine Fritteuse mit 4 Litern ausprobiert. Ein Schnitzel, eine Portion Erdäpfel, oder ein Stück Leberkäse zum Aufbacken, das passt alles. Was eine Person mehr braucht, ist ein Gerät, das sie gern bedient: große Knöpfe, ein klarer Drehregler, eine Lade, die leicht herausgeht. Hermine hat sich nach einer Woche geweigert, das Touch-Display einer anderen Fritteuse zu verwenden, und ich kann es ihr nicht verdenken.
Für zwei Personen
Für Wolfgang und mich unter der Woche reicht ein großer Korb mit sechs Litern völlig, wenn Fleisch und Beilage nacheinander laufen. Wer gleichzeitig Schnitzel und Erdäpfel will, braucht zwei Laden. Bei uns hat sich gezeigt: Zu zweit kochen wir in der Cosori meistens eine Sache und die Beilage am Herd. Das ist kein Nachteil.
Für eine Familie mit drei bis vier Personen
Hier lohnt sich ein Gerät mit zwei Laden, und zwar deutlich. Bei der Ninja kannst du beide Laden so einstellen, dass sie gleichzeitig fertig werden, auch wenn das Fleisch länger braucht als die Erdäpfel. Bei vier Personen heißt das: vier Schnitzel in zwei Laden, und die Erdäpfel vorher oder im Backrohr. Oder zwei Laden mit Erdäpfeln und Gemüse, und das Fleisch in der Pfanne. Das ist die Lösung, mit der wir am häufigsten gekocht haben.
Für fünf und mehr
Am Sonntag sind wir zu fünft. Ich sage es ehrlich: Für fünf Personen mit Fleisch und Beilage reicht auch die Ninja nicht in einem Durchgang. Für den Sonntagsbraten bleibt bei uns das Backrohr, die Heißluftfritteuse macht die Beilage oder das Gemüse. Wer regelmäßig für fünf oder mehr kocht, wird mit dem Backrohr und einem guten Blech glücklicher als mit dem größten Gerät am Markt.
Mit der richtigen Größe bleibt dann die Frage, was in so einem Gerät überhaupt gut wird. Als ehemalige Gasthausköchin war mir dabei eine Sache besonders wichtig.
Schnitzel und Erdäpfel: was gelingt und was nicht
Ein echtes Wiener Schnitzel gehört in die Pfanne, in viel heißes Schmalz oder Butterschmalz, damit die Panier sich wellt und vom Fleisch abhebt. Das schafft keine Heißluftfritteuse, und ich habe es mehrmals versucht. Die Panier wird knusprig, bleibt aber am Fleisch kleben, und sie bekommt nicht diese goldbraune Farbe mit den Blasen.
Für Hendlschnitzel und Surschnitzel, die bei uns unter der Woche auf den Tisch kommen, ist die Heißluftfritteuse aber eine gute Lösung. So machen wir sie:
- Fleisch dünn klopfen, salzen, ganz normal in Mehl, Ei und Bröseln panieren.
- Die Panier mit einem Pinsel dünn mit Öl betupfen oder mit einem Ölzerstäuber besprühen. Ohne Fett wird Panier trocken und hell.
- Bei 200 Grad rund acht Minuten, wenden, noch einmal vier bis sechs Minuten, je nach Dicke.
- Nicht überlappen lassen. Lieber eine Lade mehr.

Bei Erdäpfeln ist die Heißluftfritteuse richtig stark. Speckige Erdäpfel in Spalten schneiden, eine halbe Stunde in kaltes Wasser legen, gut abtrocknen, mit einem Esslöffel Öl, Salz und etwas Paprika vermischen, und dann bei 200 Grad rund 22 Minuten mit zweimal Schütteln. Das Ergebnis ist knuspriger als aus dem Backrohr und braucht einen Bruchteil des Fetts aus der Fritteuse. Tiefgekühlte Pommes gelingen in jedem Gerät, das ist die leichteste Übung.
Was nicht gut funktioniert hat: frischer Germteig, der aufgeht und am Heizelement klebt, flüssige Teige ohne Form und alles mit lockerem Käse obendrauf, der vom Ventilator verblasen wird. Für Kürbiscremesuppe nehme ich ohnehin den Topf, und wer viel Teig macht, liest meinen Test des Thermomix TM7 mit Germknödeln und Kekserln. Und dann gibt es noch zwei Dinge, die in keiner Werbung stehen.
Strom, Platz und Beschichtung
Eine Heißluftfritteuse braucht weniger Strom als das Backrohr, vor allem weil sie kaum vorheizen muss. Ich habe mit einem Strommessgerät gemessen, wie viel 600 Gramm Erdäpfelspalten kosten:
- Backrohr mit Umluft, vorgeheizt: 0,92 kWh, rund 26 Cent
- Ninja, eine Lade: 0,38 kWh, rund 11 Cent
- Cosori, ein Korb: 0,34 kWh, rund 10 Cent
Bei kleinen Mengen spart die Heißluftfritteuse also mehr als die Hälfte. Bei großen Mengen für fünf, wenn du drei Durchgänge brauchst, ist der Vorteil weg. Auch das spricht für die richtige Größe.
Dann der Platz. Die Ninja ist rund 40 Zentimeter breit und 39 tief, die Cosori kleiner. Beide blasen hinten heiße Luft heraus. Stell sie nicht direkt an die Wand und nicht unter einen Hängekasten, ich habe an unserem Kasten nach einer Stunde Betrieb einen warmen Fleck gemessen. Zehn bis fünfzehn Zentimeter Abstand nach hinten und oben reichen.

Und die Beschichtung: Die Körbe fast aller Geräte sind antihaftbeschichtet. Verwende nie Metallzangen oder Gabeln darin, sondern Holz oder Silikon, und schrubb nicht mit der grünen Seite des Schwamms. Eine zerkratzte Beschichtung gibt Partikel ab und gehört getauscht. Was du in der Küche gegen Mikroplastik tun kannst, hat meine Kollegin Elfriede in ihrem Ratgeber zu Mikroplastik in der Küche zusammengefasst. Gelochtes Backpapier für Heißluftfritteusen schont den Korb und erspart dir das Schrubben.
Putzen und die Fehler der ersten Woche
Nach sechs Wochen mit mehreren Geräten in einer Küche, in der jeden Tag gekocht wird, habe ich eine Liste von Dingen, die bei uns am Anfang schiefgegangen sind. Lena hat sie mit dem Kommentar „Mama, du warst doch Köchin“ an den Kühlschrank geklebt.
- Zu viel Öl: Ein Esslöffel reicht für 600 Gramm Erdäpfel. Mehr tropft durch das Gitter, raucht unten in der Lade und riecht dann tagelang nach.
- Nicht schütteln: Erdäpfel und Gemüse nach der Hälfte der Zeit einmal kräftig schütteln. Sonst sind sie oben knusprig und unten blass.
- Kalte Lade nach dem Essen stehen lassen: Fett und Panierreste werden über Nacht hart. Gleich nach dem Essen warmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel in die Lade, zehn Minuten einweichen, dann reicht ein weicher Schwamm.
- Alles in den Geschirrspüler: Viele Laden und Gitter dürfen laut Hersteller hinein. Die Beschichtung hält aber deutlich länger, wenn du sie von Hand wäschst. Wir machen das so, seit eine Lade nach zwei Monaten Geschirrspüler matte Stellen hatte.
- Gewürze zu früh: Frische Kräuter und Knoblauch verbrennen bei 200 Grad schnell. Gib sie in den letzten drei Minuten dazu.
Einmal im Monat schaue ich mir dann noch das Heizelement von oben an, mit der Lade draußen und dem Stecker gezogen. Dort sammeln sich Fettspritzer, die beim nächsten Mal qualmen. Ein feuchtes Tuch reicht, kein Scheuermittel.
Black Friday und Weihnachten: was die Geräte kosten sollten
Heißluftfritteusen sind am Black Friday, heuer am 27. November, eines der meistreduzierten Küchengeräte. Auf Geizhals.at liegt die Ninja AF400EU beim Schreiben ab rund 180 Euro, die Cosori TurboBlaze mit 6 Litern je nach Farbe ab rund 110 bis 140 Euro. Bei Interspar, MediaMarkt und Amazon.de gibt es sie regelmäßig in Aktion.
Pass bei Aktionen auf die genaue Modellnummer auf. Von der Ninja gibt es Varianten mit Zusatzbuchstaben, etwa mit anderem Zubehör oder in Weiß, die deutlich teurer angeboten werden. Woran du am Black Friday echte Rabatte erkennst, hat Christoph im Black-Friday-Ratgeber für Österreich aufgeschrieben.
Als Weihnachtsgeschenk ist eine Heißluftfritteuse beliebt, aber nur, wenn sie zur Größe des Haushalts passt. Frag vorher, wie viele Leute mitessen und wie viel Platz auf der Arbeitsplatte ist. Sonst schenkst du ein Gerät für den Keller, neben das Raclette meiner Schwägerin.
Meine Empfehlung in einem Satz pro Haushalt
Unser großer Test läuft noch
Die Geräte aus diesem Ratgeber sind Teil unseres laufenden Vergleichs der Heißluftfritteusen mit zwei Laden, mit der Tefal Easy Fry Dual XXL und weiteren Modellen von Philips. Welche Fritteuse dort vorne liegt, zeigen die laufenden Tests. Wie wir Küchengeräte wiegen, messen und vergleichen, steht unter So testen wir. Und wer beim Schnitzelklopfen merkt, dass das Messer nicht mehr durch die Panier geht, findet meine Anleitung zum Messerschleifen im Blog.
Was ich meiner Schwägerin geraten habe
Die richtige Heißluftfritteuse ist nicht die größte, sondern die, die zu deinem Haushalt passt. Schau auf die Bodenfläche statt auf die Liter, und rechne mit zwei großen Schnitzeln pro Lade und rund 600 Gramm Erdäpfeln, wenn sie knusprig werden sollen. Für zwei Personen reicht ein großer Korb, für vier brauchst du zwei Laden, für fünf das Backrohr dazu.
Meine Schwägerin hat ihre 5,5-Liter-Fritteuse übrigens wieder aus dem Keller geholt. Sie macht darin jetzt die Erdäpfel, die Schnitzel kommen in die Pfanne. Sie sagt, so schmecken sie ohnehin besser. Ich habe nicht widersprochen.
Häufige Fragen zur Größe von Heißluftfritteusen
Welche Heißluftfritteuse brauche ich für 4 Personen?
Ein Gerät mit zwei Laden und zusammen 8 bis 10 Litern. In unserem Test passten in die Ninja AF400EU vier panierte Schnitzel, zwei pro Lade. Ein einzelner Korb mit 5 bis 5,5 Litern reicht für vier Personen meistens nicht in einem Durchgang.
Wie viele Liter braucht eine Heißluftfritteuse für 2 Personen?
5 bis 6 Liter in einem Korb mit möglichst großer Bodenfläche. In die Cosori TurboBlaze mit 6 Litern passten bei uns 800 Gramm Erdäpfelspalten oder zwei große Schnitzel nebeneinander.
Kann man Wiener Schnitzel in der Heißluftfritteuse machen?
Panierte Schnitzel werden knusprig, wenn du die Panier dünn mit Öl betupfst und sie nicht überlappen. Die gewellte, abgehobene Panier eines echten Wiener Schnitzels gelingt aber nur in der Pfanne mit viel heißem Fett.
Spart eine Heißluftfritteuse Strom gegenüber dem Backrohr?
Bei kleinen Mengen deutlich. Für 600 Gramm Erdäpfelspalten haben wir im vorgeheizten Backrohr 0,92 kWh gemessen, in der Heißluftfritteuse 0,34 bis 0,38 kWh. Wenn du für viele Personen mehrere Durchgänge brauchst, ist der Vorteil weg.
