- Variable Blende macht echte Unschärfe ohne Porträtmodus
- Pro Max hält locker einen langen Tag plus Abend
- Wird unter Last spürbar weniger heiß
- Hüllen vom 17 Pro passen weiter
- 150 Euro teurer als der Vorgänger
- Pro Max wiegt 249 Gramm
- Neue Siri bei uns noch nicht nutzbar
- Für Besitzer eines 17 Pro kaum ein Grund zum Wechsel
Kurz gesagt: Das beste iPhone für alle, die gern und viel fotografieren und von einem 14 Pro oder älter kommen. Wer ein 17 Pro hat, spart sich das Geld und wartet.
„Sieht aus wie dein altes.“ Das war alles, was meine Freundin Mara am Freitagabend zu meinem neuen Handy gesagt hat. Ich hatte es sieben Stunden vorher im Laden gekauft, in Burgunderrot, und war ehrlich gesagt ein bisschen gekränkt.
Sie hat nicht ganz unrecht. Von außen ist das iPhone 18 Pro ein vorsichtiges Update: gleiches Aluminiumgehäuse, gleiche Form, sogar die Hüllen vom 17 Pro passen noch. Die Unterschiede stecken innen und hinter der Linse. Und genau die haben mich in den ersten Tagen öfter überrascht, als ich erwartet hatte.

Ich teste seit elf Jahren Smartphones für dieses Team. Vor dem 18 Pro hatte ich ein 17 Pro als Alltagsgerät, parallel dazu seit März ein Galaxy S26 Ultra. Diesmal habe ich beide neuen Größen gekauft und abwechselnd genutzt. Das hier ist mein Bericht nach der ersten Woche, mit allem, was ich gemessen habe, und einer ehrlichen Antwort auf die Frage, die mir gerade alle stellen: Lohnt sich das?
Die Kamera: Endlich Unschärfe, die nicht gerechnet ist
Die große Neuerung ist die variable Blende der Hauptkamera. Bisher hatte jedes iPhone eine feste Öffnung, und die schöne Hintergrundunschärfe kam aus dem Porträtmodus, also aus Software. Jetzt öffnet und schließt sich die Blende mechanisch, von f/1,48 bis f/4,0. Das klingt nach Datenblatt, fühlt sich in der Hand aber an wie eine kleine Kamera.
Der Unterschied zeigt sich bei Motiven, an denen der Porträtmodus immer gescheitert ist. Haare im Gegenlicht, ein Weinglas, die Speichen eines Fahrrads. Die Software hat da gern Kanten abgeschnitten oder Strähnen verschluckt. Mit offener Blende ist die Unschärfe echt, sie verläuft weich nach hinten, und nichts sieht ausgeschnitten aus.
Mein peinlichster Moment der Woche: Samstagmorgen, Bäckerei um die Ecke, ich wollte ein Franzbrötchen auf dem Tresen mit f/1,48 fotografieren. Nach dem vierten Versuch stand hinter mir eine Schlange von fünf Leuten. Das Foto ist großartig geworden. Die Verkäuferin fand mich weniger großartig.
Andersherum hilft die kleine Blende auch. Bei f/4,0 wird bei Gruppenfotos die ganze Tischrunde scharf, nicht nur die Person in der Mitte. Beim 90. Geburtstag von Maras Oma im schummrigen Gasthaus habe ich das ausprobiert: vier Reihen Verwandte, alle scharf, und das Rauschen blieb im Rahmen, obwohl die kleine Blende deutlich weniger Licht durchlässt. Nur wer sich bewegt hat, wurde leicht unscharf. Onkel Herbert, der beim Auslösen nach dem Kuchen gegriffen hat, ist auf dem Foto eine freundliche Wolke.

Tele, Ultraweitwinkel und die kleinen Dinge in der App
Alle drei Kameras haben weiterhin 48 Megapixel, das Tele sitzt wie beim Vorgänger bei rund 100 Millimetern, also vierfacher Vergrößerung. Hier hat sich wenig geändert, und das ist in Ordnung. Das Tele war schon beim 17 Pro sehr gut. Auf einem Flohmarkt in Friedrichshain konnte ich Details an Porzellantellern auf der anderen Straßenseite fotografieren, ohne dass jemand gemerkt hat, dass ich neugierig war.
Neu in der Kamera-App sind ein Histogramm, manuelle Verschlusszeiten und eine Einstellung für Bewegungsunschärfe. Für die meisten ist das zu viel, die Automatik bleibt der Standard. Wer aber schon mal eine Kamera mit Wahlrad hatte, wird sich freuen. Ich habe an einer Kreuzung Straßenbahnen mit einer Viertelsekunde fotografiert, die Lichter ziehen Streifen und die Haltestelle bleibt scharf.
Die Frontkamera mit 18 Megapixeln und Center Stage kennen wir schon. Die Dynamic Island ist dafür sichtbar kleiner geworden, gut ein Drittel, und zeigt jetzt drei Live-Aktivitäten gleichzeitig. Das klingt nach einer Randnotiz, bis du einen Timer, eine Paketverfolgung und die Bahn-App gleichzeitig laufen hast. Und so eine Kamera frisst natürlich Strom, womit wir beim Akku wären.
Akku: Das Pro Max ist der neue Dauerläufer
Apple hat beiden Modellen größere Akkus gegeben, beim Pro Max fällt das Plus deutlich aus. Offiziell spricht Apple von bis zu 34 Stunden Videowiedergabe beim Pro und bis zu 43 Stunden beim Pro Max. Laborwerte sind das eine. Mich interessiert, was abends um elf noch übrig ist.
Unser Akkutest läuft immer gleich: Aufstehen um 7 Uhr vom Ladegerät, 5G statt WLAN auf dem Arbeitsweg, eine Stunde Navigation, 40 Minuten Video in der Bahn, rund 150 Fotos, Musik über Kopfhörer, Displayhelligkeit auf Automatik. Ich habe das an drei Tagen pro Modell gemacht.
| Modell | Akku um 23 Uhr (Schnitt aus 3 Tagen) | Laden 0 auf 50 % |
|---|---|---|
| iPhone 18 Pro Max | 34 % | 19 Minuten |
| iPhone 18 Pro | 17 % | 16 Minuten |
| iPhone 17 Pro (zum Vergleich, ein Jahr alt) | 9 % | 21 Minuten |
Das Pro Max hat mich zweimal in den nächsten Tag hineingetragen, ohne dass ich nachts laden musste. Das kleine Pro schafft einen vollen Tag sicher, an einem Tag mit viel Video in der Kälte würde ich trotzdem eine Powerbank einpacken. Zum Laden habe ich ein 40-Watt-Netzteil verwendet, mit einem alten 20-Watt-Würfel dauert es spürbar länger.
Das Laden selbst ist schneller geworden, rund die Hälfte ist in einer Viertelstunde drin. Kabellos per MagSafe geht es mit bis zu 25 Watt. Mehr Tempo und mehr Kapazität klingen nach mehr Wärme, aber ausgerechnet hier hat Apple am meisten aufgeräumt.
Chip und Hitze: Die Hand bleibt kühl
Im 18 Pro steckt der A20 Pro, der erste Apple-Chip aus der 2-Nanometer-Fertigung, dazu 12 GB Arbeitsspeicher. In Benchmarks liegt er klar vorn, im Alltag merkst du das kaum. Apps öffnen sich schnell, das taten sie aber auch auf dem Vorgänger. Spürbar wird der Chip erst unter Dauerlast.
Wir haben 20 Minuten lang 4K-Video mit 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen, bei 24 Grad Raumtemperatur. Danach haben wir die Rückseite mit einem Infrarotthermometer gemessen. Das 18 Pro kam auf 39,6 Grad, das 17 Pro unter denselben Bedingungen auf 42,3 Grad. Knapp drei Grad klingen wenig, in der Hand ist es der Unterschied zwischen warm und unangenehm.
„Ich hab beim Zocken nicht einmal das Handy weggelegt. Beim alten hab ich immer Pausen gemacht, weil die Finger geschwitzt haben.“ Jonas, 16, Maras Neffe, nach einer Stunde Rennspiel auf dem Pro Max
Was im Test nicht funktioniert hat: die neue, KI-gestützte Siri. Sie ist zum Start in Deutschland noch nicht verfügbar. Die bekannten Apple-Intelligence-Funktionen wie Textwerkzeuge oder Foto-Bereinigung laufen, aber wer sich für die große Siri-Neuheit ein neues iPhone kaufen will, sollte das im Hinterkopf behalten. Bleibt die Frage, die jeder im Laden hat: Welche Größe?
Pro oder Pro Max: Die Frage entscheidet dein Daumen
Technisch sind die beiden fast gleich. Kamera, Chip, Display-Technik, Farben, alles identisch. Der Unterschied ist Größe, Gewicht und Akku. Das Pro hat 6,3 Zoll und wiegt 211 Gramm. Das Pro Max hat 6,9 Zoll und wiegt 249 Gramm, 18 Gramm mehr als sein Vorgänger.
Diese 249 Gramm merkst du. Nach einer Stunde Lesen im Bett habe ich das Pro Max zweimal auf die Brust sinken lassen, einmal ist es mir auf die Nase gefallen. Du weißt, wovon ich rede. Das Pro dagegen passt in die Jeanstasche, ohne dass es beim Hinsetzen drückt, und lässt sich mit einer Hand bedienen, wenn die andere die Einkaufstüte hält.

- Nimm das Pro, wenn du dein Handy viel mit einer Hand benutzt, es in der Hosentasche trägst und abends meist an einem Ladegerät vorbeikommst.
- Nimm das Pro Max, wenn du viel unterwegs bist, viel filmst oder liest und lieber ein schwereres Handy hast als eine Powerbank in der Tasche.
- Der Aufpreis liegt bei 150 Euro. Für den Akku allein finde ich das fair, für alles andere eher nicht.
Egal welche Größe: Günstig wird es nicht. Hier sind die Zahlen im Überblick.
Technische Daten und Preise im Überblick
| iPhone 18 Pro | iPhone 18 Pro Max | |
|---|---|---|
| Display | 6,3 Zoll OLED, 120 Hz | 6,9 Zoll OLED, 120 Hz |
| Chip | A20 Pro (2 nm), 12 GB RAM | |
| Hauptkamera | 48 MP, variable Blende f/1,48 bis f/4,0 | |
| Tele / Ultraweitwinkel | 48 MP, 4-fach (100 mm) / 48 MP | |
| Videowiedergabe laut Apple | bis 34 Stunden | bis 43 Stunden |
| Gewicht | 211 g | 249 g |
| Schutz | IP68, Ceramic Shield 2, Aluminiumgehäuse | |
| Farben | Schwarz, Silber, Hellblau, Burgunderrot | |
| Preis 256 GB | 1.449 € | 1.599 € |
| Preis 512 GB | 1.699 € | 1.849 € |
| Preis 1 TB / 2 TB | 2.199 € / 2.949 € | 2.349 € / 3.099 € |
Die Preise gelten zum Zeitpunkt des Schreibens in Deutschland. Beide Einstiegsmodelle sind 150 Euro teurer als letztes Jahr, laut Branchenberichten wegen gestiegener Speicherpreise. Rabatte gibt es in den ersten Wochen erfahrungsgemäß kaum. Wer also nicht sofort muss, fährt mit etwas Geduld meist besser.
Mein ehrlicher Rat zum Speicher: 256 GB reichen für die meisten. Wer aber mit offener Blende im ProRAW-Format fotografiert oder viel in 4K filmt, füllt das schneller, als man denkt. Nach einer Woche Test war ich bei 61 GB, davon 38 GB nur Kamera.
Noch ein Wort zur Farbe, weil mich das im Laden drei Minuten gekostet hat. Das Burgunderrot ist dunkler, als es auf den Werbebildern wirkt, fast wie Rotwein im Glas, und matt. Fingerabdrücke sieht man darauf kaum. Das Silber ist dagegen so hell, dass kleine Kratzer am Aluminiumrand schneller auffallen. Mein Silber-Testgerät hatte nach sechs Tagen ohne Hülle eine feine Macke an der Kante, vermutlich vom Schlüsselbund. Mit Hülle ist das egal, ohne Hülle würde ich zur dunklen Farbe greifen.
Für wen sich das iPhone 18 Pro lohnt und für wen nicht
Ich selbst bleibe beim Pro Max, trotz der Nase. Nicht wegen des Chips, sondern weil ich in dieser Woche mehr Fotos behalten habe als sonst in einem Monat. Das ist für mich das beste Zeichen, dass eine Kamera etwas taugt.
Die Alternativen, die du dir anschauen solltest
Wer kein iPhone braucht, sollte sich das Galaxy S26 Ultra ansehen. Es hat einen Stift, ein Display, das neugierige Blicke von der Seite blockiert, und ist inzwischen im Handel deutlich unter dem Startpreis zu haben. Meine Erfahrungen nach fünf Monaten stehen in unserem Test des Galaxy S26 Ultra.
Wer im Apple-Kosmos bleibt und sparen will, schaut nach einem 17 Pro. Die Kamera hat keine variable Blende, ist aber immer noch hervorragend, und der Preis fällt gerade. Gebraucht in gutem Zustand ist das oft die klügste Wahl. Und wenn du schon beim Aufrüsten bist: Die passenden Kopfhörer haben wir ebenfalls ausführlich getestet, im Test der AirPods Pro 3.
Wie wir Smartphones bewerten und warum wir jedes Gerät selbst im Laden kaufen, erklären wir auf der Seite So testen wir. Weitere Geräte, die unsere Tests bestanden haben, findest du in unseren Testberichten. Diesen Test aktualisieren wir nach dem ersten Monat, dann auch mit Werten zur Akkugesundheit.
Häufige Fragen zum iPhone 18 Pro
Lohnt sich der Umstieg vom iPhone 17 Pro?
Für die meisten nicht. Die variable Blende und der bessere Akku sind echte Fortschritte, aber das 17 Pro ist ein Jahr alt und sehr gut. Der Wechsel lohnt sich vor allem ab einem 15 Pro oder älter.
Passen die Hüllen vom iPhone 17 Pro?
Ja. Die Maße sind nahezu gleich, und in unserem Test saßen drei verschiedene Hüllen vom 17 Pro einwandfrei, auch die Aussparung für die Kamera. Bei sehr eng geschnittenen Hüllen kann es am Kamerabuckel knapp werden.
Wird das iPhone 18 Pro noch heiß?
Warm ja, heiß kaum. Nach 20 Minuten 4K-Aufnahme haben wir an der Rückseite 39,6 Grad gemessen, fast drei Grad weniger als beim Vorgänger unter gleichen Bedingungen.
Gibt es die neue Siri in Deutschland?
Zum Zeitpunkt unseres Tests noch nicht. Apple hat keinen genauen Termin für Deutschland genannt. Die übrigen Apple-Intelligence-Funktionen sind auf Deutsch nutzbar.
