Galaxy S26 Ultra nach fünf Monaten: Was das Privacy Display im Alltag taugt

Seit März in der Hosentasche, jeden Tag in der Bahn. Das Blickschutz-Display ist besser als gedacht, die Kamera kaum neu. Und der Preis ist inzwischen deutlich freundlicher.

Mann schreibt im Regionalzug mit einem Stift auf einem großen Smartphone, daneben liest ein Fahrgast Zeitung
Unser TesturteilSamsung Galaxy S26 Ultra
8,7
Sehr gutFünf Monate Alltagstest, 12 GB RAM, 256 GB, gekauft im Handel
Display9,4
Kamera8,9
Akku8,6
Preis-Leistung7,9
Das gefällt uns
  • Privacy Display schützt wirklich vor Blicken von der Seite
  • Mit 214 Gramm leichter als man denkt
  • Laden von 0 auf 50 Prozent in rund einer Viertelstunde
  • Sieben Jahre Updates
Das stört uns
  • Mit Blickschutz wird das Bild dunkler und grauer
  • Kamera kaum besser als beim Vorgänger
  • Keine Magnete für kabelloses Laden
  • Startpreis von 1.449 Euro war zu hoch

Kurz gesagt: Das beste Android-Handy für Leute, die unterwegs arbeiten, gern mit Stift notieren und keine Lust auf neugierige Sitznachbarn haben. Zum heutigen Straßenpreis eine viel bessere Idee als zum Start.

Im Mai habe ich Maras Geburtstagsgeschenk auf dem Sofa geplant. Sie saß einen halben Meter neben mir, ich hatte den Shop mit der Konzertkarte offen, und sie hat nichts gesehen. Nicht, weil sie höflich weggeschaut hätte. Sondern weil mein Handy für sie in diesem Moment einfach schwarz war.

Das ist das Privacy Display des Galaxy S26 Ultra, und es ist der Hauptgrund, warum dieses Handy seit März in meiner Hosentasche wohnt. Ich teste Smartphones für dieses Team, und normalerweise wechsle ich nach vier Wochen. Beim S26 Ultra bin ich geblieben, parallel zum iPhone, fünf Monate lang.

Das hier ist also kein Ersteindruck. Es ist der Bericht nach rund 150 Tagen, nach Bahnfahrten, Dienstreisen, einem Urlaub an der Mosel und einer Nacht, in der ich den Stift im Sofa gesucht habe. Mit allem, was gut ist, und dem, was mich nach Wochen immer noch nervt.

Das Privacy Display: So gut ist der Blickschutz wirklich

Blickschutzfolien kennst du vielleicht. Sie machen das Display von der Seite dunkel, aber auch von vorn ein bisschen trüb, und das die ganze Zeit. Samsung löst das anders. Im Display stecken Pixel, die ihr Licht breit abstrahlen, und solche, die es eng nach vorn bündeln. Schaltest du den Schutz ein, arbeiten nur noch die engen.

Das Ergebnis im Test: Ab einem Winkel von etwa 45 Grad sieht dein Nachbar nur noch eine dunkle Fläche. Ich habe das mit meiner Kollegin Heike im ICE nach Frankfurt ausprobiert. Sie saß am Gang, ich am Fenster, auf dem Display lief mein Online-Banking. Sie konnte weder den Kontostand noch die Überweisungsnummer lesen. Nur als sie sich weit zu mir herübergebeugt hat, wurde es wieder erkennbar. Und das fällt dann eher auf.

Blick vom Nebensitz im Zug auf ein großes Smartphone, dessen Display von der Seite komplett schwarz wirkt
So sah Heike mein Online-Banking. Einfach schwarz.
„Ich hab ehrlich versucht zu spicken. Man sieht, dass da was leuchtet, mehr nicht.“ Heike Pfannkuch, unsere Haushaltstesterin, auf dem Platz neben mir

Das Gute ist: Du kannst den Schutz auf bestimmte Apps legen. Bei mir springt er automatisch an, wenn ich die Banking-App, die Passwort-App oder WhatsApp öffne. Für Fotos und Videos bleibt er aus. Genau diese Automatik macht den Unterschied, denn dauerhaft willst du ihn nicht an. Warum, zeigt der nächste Punkt.

Der Preis des Blickschutzes: dunkler und etwas grauer

Wenn der Schutz aktiv ist, leuchtet nur noch ein Teil der Pixel. Das Display wird sichtbar dunkler. Testlabore haben ungefähr eine Halbierung der Spitzenhelligkeit gemessen, von gut 1.400 auf rund 700 Candela. In der stärksten Stufe wirkt Schwarz eher wie Dunkelgrau, und Kontraste werden flacher.

Im Alltag heißt das: Im Zug, im Büro und abends auf dem Sofa merkst du es kaum. In der prallen Mittagssonne auf einer Terrasse an der Mosel war es mir aber zu dunkel, um eine lange Mail zu lesen. Da habe ich den Schutz kurz ausgeschaltet und mich einfach so gesetzt, dass niemand hinter mir saß. Ohne Schutz ist das Display übrigens hervorragend: sehr hell, spiegelt dank der entspiegelten Glasschicht kaum und zeigt Farben sauber.

Unser Tipp zur EinrichtungAktiviere den Schutz nicht für das ganze System, sondern unter den Einstellungen für einzelne Apps und für das Einblenden von Benachrichtigungen. So bleiben Nachrichten auf dem Sperrbildschirm privat, und der Rest des Handys bleibt hell.

Der Blickschutz kostet also Helligkeit. Kostet er auch Akku? Das war eine der Fragen, die ich über fünf Monate am genauesten beobachtet habe.

Akku: solide, aber kein Rekord

Samsung bleibt beim Ultra bei 5.000 mAh, seit Jahren dieselbe Zahl. Andere Hersteller verbauen längst größere Akkus mit neuer Silizium-Kohlenstoff-Technik. Das S26 Ultra holt die Laufzeit also über Effizienz, vor allem über den neuen Chip.

Mein Pendeltag sieht so aus: Ladegerät um 6:45 Uhr ab, zwei Stunden Bahn mit Mails und Nachrichten, mittags Navigation, abends eine Folge Serie, dazwischen Fotos und viel Messenger. Über 20 solcher Tage lag der Schnitt um 23 Uhr bei 26 Prozent. An Tagen mit viel Kamera und Hotspot fürs Notebook waren es einmal nur 8 Prozent. Leer war es in fünf Monaten nie, aber an zwei Abenden war es knapp.

MessungErgebnis
Rest um 23 Uhr, Schnitt aus 20 Pendeltagen26 %
Schlechtester Tag (Hotspot, viel Video)8 %
Laden 0 auf 50 % mit 60-Watt-Netzteil16 Minuten
Laden 0 auf 100 %54 Minuten
Akkugesundheit nach 5 Monaten97 %

Das schnelle Laden rettet vieles. Mit einem passenden 60-Watt-Netzteil ist in der Zeit, die du für Duschen und Frühstück brauchst, die Hälfte wieder drin. Das Netzteil liegt nicht im Karton, falls du keins hast, rechne 30 bis 40 Euro dazu. Kabellos lädt es mit bis zu 25 Watt, Magnete für aufsteckbare Ladepads fehlen aber. Wer bisher ein iPhone mit MagSafe-Halter im Auto hatte, braucht eine Hülle mit Magnetring.

Mit dem Privacy Display habe ich übrigens keinen messbaren Mehrverbrauch gefunden. Eher im Gegenteil, weil ja weniger Pixel leuchten. Mehr Strom zieht etwas anderes: die Kamera.

Kamera: sehr gut, aber kaum neu

Hier muss ich ehrlich sein. Die Sensoren sind im Wesentlichen dieselben wie beim S25 Ultra. Neu sind eine lichtstärkere Blende an der Hauptkamera, jetzt f/1,4, und eine überarbeitete Optik am Fünffach-Tele. Das bringt bei Dämmerung etwas mehr Licht und etwas weniger Rauschen. Den Unterschied siehst du am ehesten im direkten Vergleich, nicht im Alltag.

Trotzdem bleibt das Kamerapaket eines der vielseitigsten, die es gibt. Vier Brennweiten, vom Ultraweitwinkel bis zum Fünffach-Tele mit 50 Megapixeln. An der Mosel habe ich Winzer im Steilhang von der anderen Flussseite fotografiert, bei zehnfacher Vergrößerung, und die Gesichter waren noch erkennbar. Das kann das iPhone in dieser Form nicht.

Mann beschattet auf einer Terrasse an der Mosel sein Smartphone mit der Hand, daneben ein Glas Weißwein
Mittagssonne an der Mosel. Zum Lesen zu dunkel, zum Fotografieren perfekt.

Wo das Ultra verliert: bei Menschen in Bewegung. Kinder auf dem Spielplatz, der Hund meiner Nachbarn beim Ballspielen. Die Auslöseverzögerung ist kürzer geworden, aber das iPhone erwischt den Moment öfter. Und Samsung hellt Gesichter und Himmel weiterhin gern etwas stärker auf, als es in echt aussah. Wer natürlichere Fotos will, stellt in der Kamera auf das neutralere Farbprofil um.

Kamera ist das eine. Was das Ultra seit Jahren von allen anderen unterscheidet, steckt unten im Gehäuse.

S Pen und Software: der Stift, den man vermisst

Der S Pen ist einer dieser Gegenstände, die man für überflüssig hält, bis man sie hat. Ich schreibe damit Einkaufslisten, unterschreibe PDFs im Zug und markiere Stellen in Screenshots, bevor ich sie weiterschicke. Die Handschrifterkennung versteht meine Klaue erstaunlich gut, auch Umlaute und das ß.

Neu ist die Position: Der Stift steckt jetzt mit einer leicht abgeschrägten Ecke im Gehäuse, damit man ihn besser greift. Neue Funktionen hat er nicht bekommen. Und er ist leicht zu verlieren. Ich habe ihn im April um halb eins nachts im Sofa gesucht, weil ich ohne ihn nicht einschlafen konnte. Nicht wegen der Einkaufsliste, sondern weil mich die Frage nicht losließ, wo er ist. Er war zwischen den Kissen, direkt unter mir.

Mann kniet nachts auf dem Sofa und sucht mit dem Arm zwischen den Kissen nach dem Stift
Halb eins in der Nacht, Arm im Sofa. Der Stift lag direkt unter mir.

Softwareseitig läuft One UI 8.5 auf Basis von Android 16, mit sieben Jahren Updates. Die KI-Funktionen sind zahlreich: Anrufe übersetzen, Texte zusammenfassen, Fotos inhaltlich bearbeiten. Das meiste davon nutze ich selten. Was ich täglich nutze, ist die Zusammenfassung langer Sprachnachrichten. Die Familiengruppe meiner Mutter hat das Handy damit schon mehrfach bezahlt, zumindest gefühlt.

Leistung und Wärme: schnell, aber kein Dauerläufer beim Spielen

Im Ultra steckt der Snapdragon 8 Elite Gen 5 in einer eigens für Samsung angepassten Version. Im Alltag ist das Handy schlicht immer schnell. Kamera auf, Foto, Galerie, Mail, zurück zur Karte, nichts ruckelt, auch nicht nach fünf Monaten und rund 180 installierten Apps.

Anders sieht es beim Spielen aus. Ich habe 30 Minuten lang ein grafisch aufwendiges Rennspiel auf höchster Stufe laufen lassen. Nach etwa zwölf Minuten fiel die Bildrate spürbar ab, am Ende lag sie rund ein Drittel unter dem Startwert. Die Rückseite hatte da 43,1 Grad, gemessen mit dem Infrarotthermometer. Das Handy schützt sich also, indem es langsamer wird. Für Gelegenheitsspieler ist das egal, für Leute, die abends stundenlang zocken, gibt es besser gekühlte Gaming-Handys.

Beim Telefonieren und bei Videoanrufen ist mir nichts Negatives aufgefallen. Im ICE hielt die Verbindung zwischen Fulda und Frankfurt so gut, wie es die Strecke eben zulässt, also mit den üblichen zwei Funklöchern. Genug zum Innenleben, jetzt zu den Zahlen.

Technische Daten und Preise im Überblick

MerkmalGalaxy S26 Ultra
Display6,9 Zoll AMOLED, 3120 x 1440, 120 Hz, Privacy Display
ChipSnapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy
Arbeitsspeicher12 GB (1-TB-Version 16 GB)
Kameras200 MP (f/1,4), 50 MP Ultraweitwinkel, 10 MP 3-fach, 50 MP 5-fach
Akku5.000 mAh, 60 W Kabel, 25 W kabellos
Gewicht / Dicke214 g / 7,9 mm
RahmenAluminium, IP68
Updates7 Jahre
UVP 256 / 512 GB / 1 TB1.449 € / 1.649 € / 1.949 €
Straßenpreis 256 GBca. 910 bis 1.050 €

Zum Zeitpunkt des Schreibens ist das Ultra im Handel oft 400 bis 500 Euro günstiger als zum Start im März. Das ändert die Rechnung komplett. Für 1.449 Euro hätte ich es nur Leuten empfohlen, die den Stift wirklich brauchen. Für knapp unter 1.000 Euro ist es eines der rundesten Pakete, die du im Moment bekommst.

Samsung ist beim Rahmen übrigens von Titan zurück zu Aluminium gegangen. Klingt nach Sparmaßnahme, fühlt sich aber nicht billiger an. Mein Gerät ist einmal aus Hüfthöhe auf Pflaster gefallen, in Hülle, und hat keinen Kratzer.

Für wen sich das Galaxy S26 Ultra lohnt

Kauf es, wenndu viel pendelst oder im Großraumbüro arbeitest, sensible Dinge am Handy erledigst, gern handschriftlich notierst oder ein riesiges, sehr gutes Display zum Lesen und Arbeiten suchst. Und wenn du es zum heutigen Straßenpreis bekommst.
Lass es, wenndu ein S25 Ultra hast. Der Unterschied ist das Privacy Display und etwas schnelleres Laden. Wer vor allem die längste Akkulaufzeit will, findet Konkurrenten mit größerem Akku. Und wer kleine Hände hat, wird mit 6,9 Zoll nicht glücklich.

Ich selbst würde es heute wieder kaufen, aber nicht zum Startpreis. Genau das ist die ehrliche Zusammenfassung von fünf Monaten: ein ausgereiftes Handy mit einer wirklich neuen Idee, das nach dem ersten Preisrutsch richtig gut dasteht.

Die Alternativen

Wer ins Apple-Lager schaut, bekommt mit dem iPhone 17 Pro Max ein Handy, das Menschen in Bewegung zuverlässiger fotografiert und abends meist mehr Akku übrig hat. Dafür verzichtest du auf Stift, Blickschutz und das deutlich größere Tele-Arsenal. Die neue iPhone-Generation erscheint im September, dann vergleichen wir die beiden direkt.

Wer Android will, aber den Stift nicht braucht, spart mit dem normalen Galaxy S26 oder dem S26+ mehrere hundert Euro. Beide haben kein Privacy Display, also genau das, was das Ultra besonders macht. Wer viel liest, dem nimmt das große Display zwar einiges ab, für lange Abende ist ein E-Reader aber angenehmer für die Augen, wie unser Test des Kindle Paperwhite zeigt. Und wer viel draußen trainiert: Das Ultra arbeitet sehr gut mit Garmin-Uhren zusammen, unsere Erfahrungen stehen im Test der Garmin Forerunner 170.

Wie wir Akku, Display und Kamera messen, erklären wir auf der Seite So testen wir. Alle Geräte, die unsere Tests bestanden haben, stehen in unseren Testberichten.

Häufige Fragen zum Galaxy S26 Ultra

Wie funktioniert das Privacy Display beim S26 Ultra?

Das Display hat zwei Arten von Pixeln: solche mit breitem und solche mit engem Abstrahlwinkel. Ist der Schutz an, leuchten nur die engen. Von vorn siehst du alles, ab etwa 45 Grad seitlich sieht dein Nachbar nur eine dunkle Fläche.

Kann man das Privacy Display nur für bestimmte Apps einschalten?

Ja. In den Einstellungen legst du fest, bei welchen Apps es automatisch anspringt, zum Beispiel Banking oder Messenger. Für Benachrichtigungen gibt es eine eigene Option.

Lohnt sich der Umstieg vom S25 Ultra?

Für die meisten nicht. Kamera und Akkukapazität sind fast gleich. Wenn dir der Blickschutz sehr wichtig ist, kann sich der Wechsel lohnen, vor allem wenn du das alte Gerät gut verkaufen kannst.

Hat das S26 Ultra Qi2 mit Magneten?

Es lädt nach dem Qi2-Standard kabellos, hat aber keine eingebauten Magnete. Für magnetisches Zubehör brauchst du eine Hülle mit Magnetring.