AirPods Pro 3 nach neun Monaten: Lohnt sich der Wechsel von den Pro 2?

Neun Monate, drei Flüge, gut 400 S-Bahn-Fahrten. Die Stille ist beeindruckend, der Pulssensor überraschend genau. Nur eine Sache haben die Pro 2 besser gemacht.

Mann mit weißen In-Ear-Kopfhörern hält sich in der vollen S-Bahn an der Stange fest und grinst mit halb geschlossenen Augen
Unser TesturteilApple AirPods Pro 3
9,0
Sehr gut für iPhone-NutzerNeun Monate Alltagstest, gekauft im Handel
Geräuschunterdrückung9,5
Klang8,8
Tragekomfort8,7
Akku8,4
Das gefällt uns
  • Die stärkste Geräuschunterdrückung, die wir bei In-Ears gehört haben
  • Pulsmessung beim Sport ohne Uhr
  • 8 Stunden am Stück mit aktivem ANC
  • Fünf Aufsatzgrößen, auch für kleine Ohren
Das stört uns
  • Das Case speichert weniger Strom als beim Vorgänger
  • Kein eigener Equalizer
  • Am Android-Handy nur Grundfunktionen
  • Sitzen nicht bei jedem Ohr so gut wie die Pro 2

Kurz gesagt: Wer ein iPhone hat und viel pendelt oder fliegt, bekommt hier die ruhigsten In-Ears, die es gerade gibt. Wer mit seinen Pro 2 zufrieden ist, muss nicht wechseln, außer er will beim Laufen den Puls messen.

Die S-Bahn zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße ist laut. Nicht nur das Quietschen in der Kurve, auch die Durchsagen, die Kinderwagen, der Mann, der jeden Morgen am Telefon seine Verkaufszahlen vorliest. Ich fahre diese Strecke zweimal am Tag, seit sechs Jahren.

Im Oktober habe ich die AirPods Pro 3 eingesetzt, auf Geräuschunterdrückung gestellt, und zum ersten Mal war da nur noch ein leises Rauschen. Den Mann mit den Verkaufszahlen habe ich gesehen, aber nicht gehört. Ich habe in diesem Moment ehrlich gegrinst.

Seitdem trage ich sie jeden Tag, neun Monate lang. Ich teste Technik für dieses Team und hatte davor drei Jahre die Pro 2 im Ohr. Dieser Test beantwortet deshalb vor allem eine Frage: Was ist nach Monaten wirklich besser, und wo haben die Neuen einen Schritt zurück gemacht?

Geräuschunterdrückung: So still war es im Ohr noch nie

Apple verspricht bis zu doppelt so starke Geräuschunterdrückung wie bei den Pro 2. Solche Versprechen nehme ich normalerweise mit Vorsicht. Hier stimmt es, zumindest bei tiefen Tönen. Motorenbrummen, Bahnrollen und Klimaanlagen verschwinden fast vollständig.

Wir haben das auch gemessen. Mit einem Kunstkopf-Mikrofon im Messohr und einem Lautsprecher, der S-Bahn-Geräusche mit 78 Dezibel abspielt, kamen hinter den Pro 2 noch 51 Dezibel an. Hinter den Pro 3 waren es 44 Dezibel. Sieben Dezibel klingen nach wenig, für dein Ohr ist das aber ungefähr eine Halbierung der gefühlten Lautstärke.

Bei Stimmen ist der Unterschied kleiner. Das Großraumbüro wird leiser, aber ganz verschwindet das Gespräch am Nebentisch nicht. Das liegt an der Physik, hohe Töne lassen sich schlechter wegrechnen, und das gilt für alle In-Ears. Bei einem Flug nach Lissabon im März war das Triebwerk nach zehn Minuten vergessen, das Baby drei Reihen hinter mir leider nicht ganz.

Auf den beiden kürzeren Flügen nach Wien und Kopenhagen habe ich einen einfachen Test gemacht: Hörbuch auf der Lautstärke, die ich am Boden im Wohnzimmer nutze. Mit den Pro 2 musste ich im Flieger jedes Mal zwei, drei Stufen lauter stellen, um die Sprecherin zu verstehen. Mit den Pro 3 nur eine. Das schont auf langen Strecken spürbar die Ohren, und abends nach der Landung fühlt sich der Kopf weniger voll an.

Ein Wort der Warnung, das mir wichtig ist: Die Abschottung ist so gut, dass ich beim Radfahren sofort auf Transparenzmodus schalte. Und zu Hause hat sie mich drei Pakete gekostet. Dreimal hat der Bote geklingelt, dreimal habe ich es nicht gehört, dreimal lag das Paket bei Frau Yilmaz im dritten Stock. Sie nennt mich inzwischen „den mit den Stöpseln“. Die Stille funktioniert aber nur, wenn die Stöpsel richtig sitzen, und da wird es interessant.

Mann mit weißen Ohrhörern nimmt im Altbau-Treppenhaus ein Paket von seiner älteren Nachbarin entgegen
Paket Nummer drei. Frau Yilmaz hat wieder aufgemacht, ich hatte die Klingel nicht gehört.

Sitz und Aufsätze: besser für die meisten, schlechter für manche

Die Pro 3 sind etwas kleiner und anders geformt als die Pro 2. Dazu kommen neue Aufsätze mit einem Schaumkern, die sich dem Gehörgang besser anpassen. Es gibt jetzt fünf Größen, von XXS bis L. Die neue XXS-Größe ist eine gute Nachricht für alle, bei denen bisher selbst XS gedrückt hat.

Bei mir sitzen sie mit Größe M bombenfest, auch beim Laufen und beim Kopfschütteln vor dem Spiegel, das ich aus wissenschaftlichen Gründen ausführlich getestet habe. Bei Mara war es anders. Mit den Pro 2 hatte sie nie Probleme, bei den Pro 3 fiel ihr der linke Stöpsel zweimal beim Joggen heraus. Mit Größe XS statt S hielt er dann.

Unser Tipp zum SitzMach nach dem Wechsel der Aufsätze den Sitztest in den Bluetooth-Einstellungen unter den AirPods. Er misst per Mikrofon, ob der Gehörgang dicht ist. Und probier ruhig links und rechts unterschiedliche Größen, bei vielen Menschen sind die Ohren nicht gleich.

In Foren liest man immer wieder, dass die Pro 3 bei manchen schlechter halten als ihr Vorgänger. Das deckt sich mit Maras Erfahrung. Bei den meisten klappt es mit der richtigen Größe, und wenn nicht, hilft das Rückgaberecht. Wer sie beim Sport tragen will, sollte das also in den ersten 14 Tagen ausgiebig ausprobieren. Beim Sport wartet nämlich auch die größte Neuerung.

Hände nehmen einen Ohrhörer aus dem weißen Ladecase, daneben fünf Ersatzaufsätze auf einer Serviette
Fünf Aufsatzgrößen auf dem Küchentisch. Bei mir blieb es bei M.

Pulsmessung: genauer als gedacht

In jedem Stöpsel sitzt jetzt ein optischer Pulssensor. Er leuchtet mit unsichtbarem Infrarotlicht in die Haut und misst, wie sich die Durchblutung mit jedem Herzschlag verändert. Das ist dasselbe Prinzip wie bei Sportuhren, nur im Ohr. Du kannst damit in der Fitness-App auf dem iPhone ein Training starten, ohne eine Uhr zu tragen.

Ich war skeptisch und habe es verglichen. Zehn Läufe zwischen 5 und 12 Kilometern, gleichzeitig mit einem Brustgurt, der als genauester Maßstab gilt. Im Schnitt lagen die AirPods 2 Schläge pro Minute neben dem Gurt. Bei Intervallen mit schnellen Wechseln hinkten sie ein paar Sekunden hinterher, bei gleichmäßigem Tempo waren sie praktisch deckungsgleich.

Lauf (10 Läufe gesamt)Abweichung zum Brustgurt
Ruhiger Dauerlauf1 bis 2 Schläge pro Minute
Tempodauerlauf2 bis 3 Schläge pro Minute
Intervalle 400 mbis 9 Schläge, kurz nach jedem Tempowechsel

Für Hobbyläufer, die grob im richtigen Pulsbereich bleiben wollen, reicht das völlig. Wer ernsthaft nach Pulszonen trainiert, bleibt bei Uhr oder Gurt. Mein Kollege Holger hat die Pro 3 mit seiner Laufuhr kombiniert, seine Erfahrungen stehen im Test der Garmin Forerunner 170. Messen kostet übrigens Strom, und damit kommen wir zu der Stelle, an der die Pro 3 einen Schritt zurück machen.

Akku und Case: länger im Ohr, weniger im Case

Die Stöpsel selbst halten länger. Apple gibt bis zu 8 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung an, bei den Pro 2 waren es 6. In unserem Test mit Musik auf halber Lautstärke kamen wir am Stück auf 7 Stunden und 41 Minuten. Das reicht für einen Flug nach New York, und für eine ganze Arbeitswoche Pendeln ohne Nachladen der Stöpsel sowieso.

Das Case speichert dafür weniger Energie. Zusammen kommst du auf rund 24 Stunden mit ANC, bei den Pro 2 waren es 30. Im Alltag heißt das: Ich lege das Case jetzt einmal pro Woche aufs Ladepad, früher war es alle zehn Tage. Kein Drama, aber ein echter Rückschritt, und auf langen Reisen ohne Steckdose merkst du ihn.

Nach neun Monaten täglicher Nutzung schaffen meine Pro 3 im gleichen Test noch 7 Stunden und 9 Minuten. Das ist ein Verlust von knapp sieben Prozent, völlig normal für kleine Lithium-Akkus. Geladen wird per USB-C, kabellos per MagSafe oder mit dem Ladegerät der Apple Watch, was auf Reisen ein Kabel spart. Das Case hat einen Lautsprecher und lässt sich über die Wo-ist-App orten. Und damit habe ich den linken Stöpsel im Januar in der Tasche meiner Winterjacke wiedergefunden, die an der Garderobe hing, während ich die Wohnung umgegraben hatte.

Mann zieht an der Garderobe einen einzelnen weißen Ohrhörer aus der Tasche seiner Winterjacke
Die halbe Wohnung umgegraben, und dann steckte er in der Winterjacke.

Klang, Übersetzung und die kleinen Extras

Der Klang ist wärmer als bei den Pro 2, mit mehr Druck im Bass, aber ohne dass Stimmen darunter verschwinden. Bei Podcasts und Hörbüchern ist das angenehm. Bei klassischer Musik fehlt mir ein kleines bisschen Luft in den Höhen. Einen richtigen Equalizer gibt es nicht, nur Anpassungen in den Bedienungshilfen. Verlustfreies Hi-Res-Streaming unterstützen die Pro 3 über Bluetooth nicht.

Die Live-Übersetzung ist seit Dezember auch in der EU verfügbar, mit Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und einigen weiteren Sprachen. Du brauchst dafür ein iPhone 15 Pro oder neuer mit Apple Intelligence. In Lissabon habe ich sie im Restaurant ausprobiert. Der Kellner sprach Portugiesisch, ich hörte mit etwa zwei Sekunden Verzögerung die deutsche Version. Es hat funktioniert, und er fand es so lustig, dass er absichtlich schneller sprach, um die Technik zu testen. Die Technik hat verloren, das Dessert war trotzdem gut.

Bedienung und Telefonieren: nicken statt tippen

Die Steuerung sitzt wie gewohnt am Stiel. Einmal drücken für Pause, zweimal für den nächsten Titel, lange drücken wechselt zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenz. Mit einem Wisch über den Stiel regelst du die Lautstärke. Das klappt nach zwei Tagen blind. Mit dicken Handschuhen klappt das Wischen allerdings nicht, das habe ich im Januar auf dem Bahnsteig gelernt.

Meine Lieblingsfunktion ist unscheinbar: Wenn ein Anruf kommt, nickst du, um ihn anzunehmen, oder schüttelst den Kopf, um ihn abzulehnen. In der vollen S-Bahn mit beiden Händen an der Stange ist das Gold wert. Mara findet, ich sehe dabei aus wie ein Wackeldackel auf der Hutablage. Sie hat nicht unrecht.

Die Gesprächserkennung senkt automatisch die Lautstärke, sobald du selbst anfängst zu sprechen. An der Bäckertheke heißt das: Ich sage „Zwei Schrippen, bitte“, die Musik wird leise, die Verkäuferin wird hörbar, und nach dem Bezahlen geht es weiter. Beim Telefonieren filtern die Mikrofone Wind und Verkehr gut heraus. Auf der Warschauer Brücke bei Wind hat mich meine Mutter verstanden, nur das Klappern der Straßenbahn kam als leises Rattern bei ihr an.

Am Android-Handy funktionieren die AirPods als normale Bluetooth-Kopfhörer mit ANC. Pulsmessung, Übersetzung, automatischer Gerätewechsel und Sitztest fehlen dort. Wer kein iPhone hat, zahlt also für vieles, was er nicht nutzen kann.

Technische Daten und Preis

MerkmalAirPods Pro 3
Akku mit ANC (Stöpsel)bis 8 Stunden
Akku gesamt mit Casebis 24 Stunden mit ANC
Schnellladen5 Minuten für rund 1 Stunde
Aufsätze5 Größen, XXS bis L, mit Schaumkern
SchutzIP57 (Stöpsel und Case)
SensorenPulssensor, Bewegungssensoren, Mikrofone für ANC
Case ladenUSB-C, MagSafe, Qi, Apple-Watch-Ladegerät
Gewichtca. 5,6 g pro Stöpsel
UVP / Straßenpreis249 € / meist um 199 €

Die UVP liegt bei 249 Euro, genauso viel wie beim Vorgänger zum Start. Zum Zeitpunkt unserer Aktualisierung im September bekommst du die Pro 3 bei großen Händlern meist für etwa 199 Euro, der bisher niedrigste Preis lag bei knapp 187 Euro. Mehr als 210 Euro würde ich dafür nicht mehr zahlen.

Die Pro 2 gibt es inzwischen deutlich günstiger. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt an drei Dingen: wie viel du pendelst oder fliegst, ob du beim Sport den Puls messen willst, und wie gut die neue Form in deinen Ohren sitzt.

Für wen sich die AirPods Pro 3 lohnen

Kauf sie, wenndu ein iPhone hast, täglich in Bahn, Bus oder Flieger sitzt und Ruhe willst. Oder wenn du Kopfhörer und Pulsmesser in einem suchst, weil du beim Laufen keine Uhr tragen magst. Und wenn deine alten AirPods beim Akku schon schlappmachen.
Lass sie, wenndu ein Android-Handy hast. Oder wenn deine Pro 2 noch gut laufen und dich die Geräuschunterdrückung nie gestört hat. Und wenn du empfindliche Ohren hast, bei denen In-Ears schnell drücken: Dann probier sie unbedingt vor dem Kauf.

Ich selbst gebe sie nicht mehr her. Die S-Bahn ist genauso voll und genauso laut wie vor neun Monaten. Sie kommt nur nicht mehr bei mir an.

Wie wir Kopfhörer testen, mit Messkopf, Laufrunden und monatelangem Alltag, erklären wir auf der Seite So testen wir. Weitere Geräte, die unsere Tests bestanden haben, stehen in unseren Testberichten.

Häufige Fragen zu den AirPods Pro 3

Was ist der Unterschied zwischen AirPods Pro 2 und Pro 3?

Die Pro 3 haben eine stärkere Geräuschunterdrückung, einen Pulssensor, eine neue Form mit fünf Aufsatzgrößen und halten mit ANC 8 statt 6 Stunden am Stück. Das Case speichert dafür weniger Strom, insgesamt 24 statt 30 Stunden.

Fallen die AirPods Pro 3 beim Sport raus?

Bei den meisten nicht, wenn die Aufsatzgröße stimmt. Manche Menschen berichten aber, dass die neue Form bei ihnen schlechter hält als die Pro 2. Nutze den Sitztest in den Einstellungen und probier verschiedene Größen, auch links und rechts unterschiedlich.

Funktioniert die Live-Übersetzung in Deutschland?

Ja, seit iOS 26.2 im Dezember 2025. Du brauchst ein iPhone 15 Pro oder neuer mit Apple Intelligence und die Übersetzen-App. Die Verzögerung liegt bei etwa zwei Sekunden.

Kann man die AirPods Pro 3 mit Android nutzen?

Ja, als Bluetooth-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus. Pulsmessung, Übersetzung, Sitztest und viele Einstellungen fehlen dort aber.