Start / So testen wir

So testen wir

Ein Testbericht ist nur so gut wie die Arbeit dahinter. Hier siehst du genau, was zwischen „klingt spannend“ und unserer Empfehlung passiert, mit allen Bewertungsbögen und Gewichtungen.

Auf Heike Pfannkuchs Küchentisch in Leipzig liegt während eines Saugertests eine Tupperdose mit Haferflocken, Reis und feinem Sand. Daneben eine Küchenwaage, eine Stoppuhr und ein Tütchen mit zwei Gramm Katzenhaar von Kurt. Besuch fragt manchmal, was das soll. Die ehrliche Antwort: Das ist unser Labor.

Wir testen nicht in weißen Räumen, sondern in echten Wohnungen, Küchen und Gärten. Aber wir testen nach festen Regeln, die wir vor jedem Test aufschreiben. Diese Regeln findest du hier, vollständig und ohne Geheimnisse.

Measuring air fryer food temperature with a probe thermometer
Fühler rein, Stoppuhr an. Jeder Garvorgang wird notiert, auch die missratenen.

1. Alles beginnt mit dem Hauptziel

Bevor wir auch nur ein Gerät bestellen, beantworten wir eine Frage: Was heißt „am besten“ bei diesem Produkt eigentlich? Die Antwort nennen wir das Hauptziel. Es ist ein Satz, den du so auch selbst sagen würdest, und es steht auf jeder Karte unter Laufende Tests.

Ein paar Beispiele aus unseren aktuellen Tests:

  • Akkusauger: Welcher saugt eine ganze 4-Zimmer-Wohnung mit Teppich und Tierhaaren mit einer Akkuladung?
  • Kaffeevollautomaten: Welcher macht einen Cappuccino wie im Café, mit dem wenigsten Reinigungsaufwand pro Woche?
  • Kissen für Seitenschläfer: Welches hält den Nacken die ganze Nacht gerade und ist nach 30 Nächten noch in Form?
  • Mähroboter ohne Draht: Welcher mäht einen verwinkelten Garten mit Hang am saubersten, ohne stecken zu bleiben?

Das Hauptziel entscheidet im Vergleich über den Testsieger. Alles andere zählt nur bei Gleichstand. Warum so streng? Weil ein Kaffeevollautomat mit toller App, aber mittelmäßigem Cappuccino für dich nichts taugt, wenn du ihn wegen des Cappuccinos kaufst. Das Hauptziel schützt uns davor, uns von Nebensachen blenden zu lassen.

Wichtig ist die Reihenfolge. Das Hauptziel steht fest, bevor das erste Paket ankommt. Wir ändern es während des Tests nicht, auch wenn uns ein Gerät auf einem ganz anderen Gebiet begeistert. Das wäre so, als würde man die Regeln eines Spiels ändern, nachdem man die Karten gesehen hat.

2. Die Auswahl der Kandidaten

Wir fangen breit an: Bestseller bei MediaMarkt, Saturn, Otto und Amazon.de, Modelle, die in Foren immer wieder auftauchen, neue Geräte, über die gerade viel gesprochen wird, und die Produkte, nach denen du uns per E-Mail fragst. So kommen meist 12 bis 20 Namen zusammen.

Dann sortieren wir aus. Wer auffällig viele Sicherheitsbeschwerden hat, verdächtige Bewertungen sammelt, keine Ersatzteile anbietet oder keinen erreichbaren Kundendienst in deutscher Sprache hat, fliegt raus, bevor wir einen Cent ausgeben. Übrig bleiben vier bis acht Modelle, die wir wirklich kaufen.

3. Gekauft wie von dir

Jedes Testgerät bezahlen wir selbst, in deutschen Shops wie MediaMarkt, Saturn, Otto, Amazon.de, dm oder Rossmann, zu normalen Preisen. Der Hersteller weiß nicht, dass gerade ein Test läuft. So erleben wir dasselbe wie du: die Lieferzeit, die Verpackung, die Anleitung, die hilft oder eben nicht, und den ersten Anruf beim Kundendienst, wenn etwas klemmt.

Presseexemplare und Leihgeräte nehmen wir nicht an. Ein Gerät, das extra für Tester ausgesucht wurde, sagt wenig über das Gerät, das bei dir ankommt.

Alle unsere Tester leben in Deutschland. Deshalb kaufen wir genau die Version, die hier im Handel ist, mit deutschem Stecker, deutscher Anleitung und Preis in Euro.

Reading customer reviews on a laptop next to test notes
Hunderte Kundenbewertungen lesen, vor allem die wütenden nach sechs Monaten.

4. Wie lange wir testen

Die meisten Schwächen zeigen sich nicht am ersten Tag. Akkus lassen nach, Filter setzen sich zu, Schaum wird platt, Apps bekommen Updates. Deshalb richtet sich die Testdauer nach dem Produkt und nicht nach unserem Redaktionsplan.

ProduktgruppeTypische TestdauerWarum so lange
Powerbanks, digitale Bilderrahmen3 WochenGenug Ladezyklen und Alltagssituationen für ein klares Bild
Akkusauger, Heißluftfritteusen, Kopfhörer4 bis 5 WochenHaare an der Walze und Akkuverhalten zeigen sich nach Woche zwei
Saugroboter, Katzentoiletten, Mixer5 bis 6 WochenWartung, Verschleiß und Fehlermeldungen brauchen Zeit
Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen6 bis 7 WochenEntkalken, Reinigungsprogramme und Geschmack über hunderte Tassen
Matratzen, Smart Rings, Mähroboter, Koffer8 bis 9 WochenLiegegefühl, Schlafdaten, Rasenbild und Rollen ändern sich langsam

Nach dem offiziellen Testende bleibt ein Teil der Geräte im Dauertest. Dazu weiter unten mehr.

5. Womit wir messen

Wir schätzen nicht, wir messen. Unsere Ausrüstung ist nicht exotisch, aber sie ist bei allen Testern gleich, damit Werte aus Leipzig, Dresden und Gießen vergleichbar bleiben.

  • Schallpegelmesser: Lautstärke in dB, immer in einem Meter Abstand, bei Mährobotern in drei Metern
  • Energiekostenmessgerät: Stromverbrauch pro Tasse, pro Waschgang, pro Stunde Standby
  • Digitale Küchenwaage: Testschmutz vor und nach dem Saugen, Streuverbrauch, Gewicht der Geräte
  • Stoppuhr und Tabelle: Akkulaufzeiten, Aufheizzeiten, Zeit für Reinigung und Wartung
  • Infrarot- und Einstechthermometer: Oberflächen von Kissen, Milchschaum, Grillrost
  • Brustgurt als Referenz: gegen ihn prüfen wir jede Pulsmessung am Handgelenk, im Ohr oder am Finger
  • Notizbuch oder Heft: Ankes kariertes Heft neben der Kaffeemaschine ist inzwischen legendär

Dazu kommen Standards, die wir selbst festgelegt haben. Beim Saugen verteilen wir je 50 Gramm einer Mischung aus Haferflocken, Reis und feinem Sand auf drei Böden. Bei Tierhaaren sind es 2 Gramm echte Katzenhaare auf einem dunklen Wollteppich. Bei Matratzen stellt Gudrun ein volles Wasserglas ans Fußende, während sich ihr Mann Klaus umdreht.

6. Die Bewertungsbögen

Jede Kategorie hat einen eigenen Bogen mit Kriterien und Gewichtung. Die Gewichte ergeben zusammen immer 100. Den Bogen legen wir vor dem Test fest und passen ihn nur an, wenn eine ganze Produktgruppe neu ist. Das sind die sechs Bögen, die wir am häufigsten benutzen.

Haushalt & Reinigung

Akkusauger, Saugroboter, Fenstersauger und Katzentoiletten. Getestet vor allem von Heike in Leipzig, die Fenstersauger von Detlef in Bochum und die Katzentoiletten von Ilona in Münster.

KriteriumGewichtSo messen wir
Reinigungsleistung30Aufgenommene Testmischung in Gramm auf Dielen, Kurzflor und Hochflor
Tierhaare und Wartung20Haarwicklungen an der Walze, Zeit fürs Entleeren und Reinigen
Akku und Laufzeit15Minuten bis zum Abschalten in jedem Modus, Fläche pro Ladung
Handling und Lautstärke15Gewicht, Schwellen, Ecken, dB in einem Meter
Folgekosten10Beutel, Filter, Ersatzakku und Pads pro Jahr in Euro
Preis-Leistung10Gesamtnote im Verhältnis zum aktuellen Marktpreis

Kaffee & Küchengeräte

Vollautomaten, Küchenmaschinen, Heißluftfritteusen und Mixer. Getestet vor allem von Anke in Hamburg.

KriteriumGewichtSo messen wir
Ergebnis auf dem Teller oder in der Tasse30Blindverkostung mit mindestens zwei Personen, Note von 1 bis 5 pro Durchgang
Reinigungsaufwand20Minuten pro Woche, Teile für die Spülmaschine, Reste in Rillen und Dichtungen
Bedienung15Ab welchem Tag die Anleitung überflüssig ist, auch für Mitbewohner
Tempo10Aufheizzeit, Zeit bis zum fertigen Gericht oder Getränk
Lautstärke10dB von Mahlwerk, Motor und Signaltönen
Preis-Leistung und Folgekosten15Kosten pro Tasse oder Portion, Entkalker, Filter, Zubehör

Technik & Smartphones

Smartphones, Kopfhörer, E-Reader, Powerbanks und Türklingeln. Getestet vor allem von Torsten in Berlin. E-Reader und Koffer nimmt Jens-Uwe aus Bielefeld mit auf seine Dienstreisen.

KriteriumGewichtSo messen wir
Kernfunktion30Kamera, Geräuschunterdrückung, Display oder Ladeleistung im Alltag
Akku im Alltag25Restladung um 23 Uhr über mindestens 20 Pendeltage, Dauertest am Stück
Bedienung und Software15Einrichtung, App, Fehler, Updates während des Tests
Verarbeitung10Kratzer, Scharniere, Tasten nach Wochen in der Hosentasche
Reparatur und Updates10Zugesagte Update-Jahre, Akkutausch, Ersatzteilpreise
Preis-Leistung10Gesamtnote im Verhältnis zum aktuellen Marktpreis

Gesundheit & Schlaf

Matratzen, Kissen, Smart Rings, Massagegeräte und Lichtwecker. Matratzen und Kissen testet vor allem Gudrun in Dresden, Smart Rings und Massagegeräte Birgit in Köln.

KriteriumGewichtSo messen wir
Wirkung im Alltag30Tagebuch jeden Morgen, Schmerzskala, Aufwachgefühl von 1 bis 10
Komfort über die Zeit25Tragekomfort nach Stunden, Liegegefühl nach Wochen, zwei Körpertypen
Messgenauigkeit15Vergleich mit Brustgurt und Schlafprotokoll, wo das Gerät misst
Temperatur und Hygiene10Oberflächentemperatur nach einer Stunde, Waschbarkeit der Bezüge
Haltbarkeit10Form und Höhe nach 30 Nächten, Kuhlen, Nähte
Preis-Leistung10Gesamtnote im Verhältnis zum aktuellen Marktpreis

Beauty & Pflege

Multistyler, Rasierer und Haarentfernung. Getestet von Birgit und Holger, oft mit Unterstützung aus dem Familienkreis.

KriteriumGewichtSo messen wir
Ergebnis30Glätte, Halt der Frisur am Abend, Gründlichkeit der Rasur
Hautverträglichkeit und Hitze20Rötungen per Strichliste, Temperatur an der Haaroberfläche
Zeitaufwand15Minuten für den ganzen Kopf oder die ganze Rasur, verschiedene Haartypen
Handling und Lautstärke10Gewicht, Aufsätze, dB auf Armlänge
Akku und Reinigung10Laufzeit bis zum Abschalten, Aufwand nach jedem Einsatz
Preis-Leistung15Gesamtnote, Kosten für Ersatzklingen und Aufsätze

Garten & Outdoor

Mähroboter, Grills, beheizbare Jacken und Sportuhren. Getestet vor allem von Holger in Gießen, die Grills von Rüdiger in Kassel.

KriteriumGewichtSo messen wir
Arbeitsergebnis30Schnittbild, Temperaturverteilung auf dem Rost, GPS-Abweichung
Zuverlässigkeit bei jedem Wetter20Regen, Kälte, Wind, Hitze, Ausfälle pro Woche
Einrichtung und Bedienung15Minuten bis zum ersten Einsatz, App, Kartierung
Sicherheit und Lautstärke10Hinderniserkennung mit Spielzeug, dB in drei Metern
Verbrauch und Folgekosten10Gas pro Abend, Strom pro Mähstunde, Ersatzklingen
Preis-Leistung15Gesamtnote im Verhältnis zum aktuellen Marktpreis

7. Wie die Note entsteht

Jedes Kriterium bekommt einen Wert von 0 bis 10. Diese Werte multiplizieren wir mit ihrem Gewicht und teilen durch 100. Das Ergebnis ist die Note, die du oben in jedem Testbericht im Kreis siehst. Die vier wichtigsten Einzelwerte zeigen wir darunter als Balken, damit du auf einen Blick siehst, wo ein Gerät glänzt und wo es schwächelt.

Ein Rechenbeispiel aus dem Bogen Haushalt: Reinigung 9,4, Tierhaare 9,6, Akku 9,0, Handling 7,6, Folgekosten 7,0 und Preis-Leistung 7,8 ergeben zusammen eine 8,7. Ein Gerät kann also mit einer schwachen Stelle trotzdem sehr gut abschneiden, aber nur, wenn es beim Wichtigen überzeugt.

Note und Hauptziel sind zwei verschiedene DingeDie Note beschreibt, wie gut ein Produkt insgesamt ist. Das Hauptziel entscheidet, wer einen Vergleich gewinnt. Ein Saugroboter mit Note 8,4 kann Testsieger werden, wenn er als einziger 14 Tage ohne Rettung durchhält, während einer mit 8,6 zweimal unter dem Sofa stecken blieb.

Es gibt zwei Ausnahmen von der Rechnung. Ein echter Sicherheitsmangel, etwa ein Akku, der sich spürbar aufbläht, führt zum Ausschluss, egal wie gut der Rest ist. Und ein Gerät, das während des Tests kaputtgeht, bekommt keine Empfehlung, bis wir wissen, ob es ein Einzelfall war.

8. Wie wir Kundenbewertungen lesen

Neun Wochen sind lang, aber nicht so lang wie zwei Jahre. Deshalb lesen wir zu jedem Modell verifizierte Kundenbewertungen aus mehreren Shops, meist zwischen 200 und 500 Stück. Nicht die Sterne interessieren uns, sondern die Muster.

  • Späte Bewertungen zuerst: Texte, die nach drei Monaten oder später geschrieben wurden, zählen mehr als Begeisterung am Auspacktag.
  • Ein und zwei Sterne genau: Wir sortieren nach Ursache. Melden viele Leute denselben Defekt, etwa ein Scharnier oder einen Akku, kostet das Punkte, auch wenn unser Gerät durchgehalten hat.
  • Lieferprobleme raus: Ein beschädigter Karton sagt etwas über den Paketdienst, nicht über das Produkt.
  • Verdächtiges markieren: Viele Fünf-Sterne-Bewertungen in derselben Woche, auffällig ähnliche Formulierungen oder Bewertungen, die offensichtlich zu einem anderen Modell gehören, lassen wir außen vor.

Dazu lesen wir Fachforen und Community-Diskussionen. Dort findest du oft die Leute, die ein Gerät schon zweimal aufgeschraubt haben.

9. Wann wir nachtesten

Jeder Testbericht trägt ein Datum. Spätestens alle sechs Monate schauen wir, ob er noch stimmt. Früher geht es in diesen Fällen:

  • Ein Nachfolgemodell kommt auf den Markt oder das getestete wird nicht mehr verkauft.
  • Der Preis ändert sich so stark, dass sich die Preis-Leistung verschiebt.
  • Ein Software-Update verändert eine wichtige Funktion.
  • Mehrere Leser melden dasselbe Problem.

Hinweise von Lesern haben schon mehr als ein Produkt zurück auf den Prüfstand geschickt. Wenn dir etwas auffällt, schreib uns.

10. Was nach dem Test mit den Geräten passiert

Viele Geräte bleiben einfach da, wo sie getestet wurden, und laufen als Dauertest weiter. Die Kopfhörer, die Torsten nach neun Monaten noch einmal durch denselben Akkutest geschickt hat, sind so ein Fall. Ankes Kaffeeheft auch: Jürgen schreibt weiter hinein, obwohl der Test längst vorbei ist. Nach drei, sechs und zwölf Monaten ergänzen wir den Testbericht, wenn sich etwas verändert hat.

Was wir nicht behalten, geben wir weiter. Funktionierende Geräte gehen an Sozialkaufhäuser oder werden als gebrauchte Testgeräte verkauft, immer mit dem Hinweis, wie lange sie im Einsatz waren. Das Geld fließt in den nächsten Test. Defekte Geräte bringen wir zum Wertstoffhof.

Eine Sache machen wir nie: Testgeräte über das Widerrufsrecht zurückschicken. Das Rückgaberecht ist für Käufer gedacht, die ein Produkt ausprobieren, nicht für Testredaktionen, die sich die Kosten sparen wollen.

Häufige Fragen zu unserer Methode

Bekommt ihr Geräte von Herstellern geschenkt?

Nein. Wir kaufen jedes Testgerät selbst im Handel. Angebote für Gratismuster oder Leihgeräte lehnen wir ab, auch wenn sie ohne Bedingungen kommen.

Testet ihr wirklich in Deutschland?

Ja. Alle zehn Tester leben in Deutschland, von Hamburg bis Dresden und von Bochum bis Leipzig, und testen bei sich zu Hause. Wir kaufen in deutschen Shops und nennen Preise in Euro.

Warum testet ihr nicht im Labor?

Weil du ein Gerät auch nicht im Labor benutzt. Labore messen sehr genau, aber sie kennen keine Katzenhaare auf Wollteppichen, keine 3,1 Zentimeter hohen Altbauschwellen und keinen Partner, der um 6:10 Uhr aufsteht. Wir messen mit einfachen, gleichen Geräten und dafür im echten Leben.

Beeinflussen Provisionen die Note?

Nein. Die Note entsteht aus dem Bewertungsbogen, bevor irgendjemand über Links nachdenkt. Die Provision ist bei unseren Partnern unabhängig vom Testergebnis.

Kann ich einen Test vorschlagen?

Unbedingt. Schreib uns das genaue Modell und was dich daran interessiert. Wenn mehrere Leser nach derselben Produktgruppe fragen, landet sie oft als Nächstes bei den laufenden Tests.