Braun Series 9 Pro+ 9660cc mit SmartCare Center
Folienrasierer für Nass- und Trockenrasur mit vier Schneideelementen plus ProLift-Trimmer, 6-in-1-Reinigungsstation und Reiseetui
- Fast so glatt wie eine Klinge, in rund drei Minuten
- Deutlich weniger Rötungen am Hals als mit der Klinge
- Schafft auch Drei-Tage-Stoppeln ohne Ziepen
- Station reinigt, trocknet und lädt ohne Zutun
- Laut, gemessen 71 dB in 30 cm Abstand
- Reinigungskartuschen kosten rund 5 € im Monat
- Langhaartrimmer nur mittelmäßig
- Laden über Spezialstecker statt USB-C
Bei der Berufsfeuerwehr gibt es eine Regel, die in keiner Rasiererwerbung steht: Wo die Atemschutzmaske anliegt, darf kein Bart wachsen. Nicht einmal ein Schatten, weil schon kurze Stoppeln die Dichtung der Maske stören können. Für Daniel heißt das seit 16 Jahren: jeden Diensttag glatt rasiert, um 5:40 Uhr, egal wie die Haut aussieht.
Daniel ist der Bruder meines Freundes Stefan und arbeitet auf einer Feuerwache im Kölner Osten. Seine Haut sah zu Beginn dieses Tests nicht gut aus: rote Stellen am Hals, zwei eingewachsene Haare unter dem Kinn, dazu ein Rasierhobel, den er „die Reibe“ nennt. Er hat mich gefragt, ob ich als Physiotherapeutin „was für die Haut“ wüsste. Ich wusste etwas Besseres, einen Test.
Fünf Wochen lang haben Daniel und Stefan den Braun Series 9 Pro+ benutzt, den aktuellen 9660cc mit Reinigungsstation. Daniel für die tägliche Glattrasur, Stefan für Wangen und Hals rund um seinen kurzen Vollbart. Ich habe gestoppt, gezählt und notiert: 61 Rasuren und eine Strichliste, die für sich spricht.
Was den Series 9 Pro+ ausmacht
Der Series 9 ist seit Jahren Brauns Spitzenlinie für Folienrasierer, die Pro+-Version gibt es seit 2023. Das Modell, das du heute kaufst, trägt Nummern mit 96 am Anfang und hat einen überarbeiteten Scherkopf. Darin arbeiten vier Schneideelemente und ein goldfarbener ProLift-Trimmer, der flach liegende Haare aufrichtet, bevor die Folien sie abschneiden. Braun nennt das „5+1“, wobei die eins der ausziehbare Langhaartrimmer am Griff ist.
Neu an der aktuellen Version sind ultradünne Klingen in den äußeren Folien und ein Sensor, der die Bartdichte laut Braun 300-mal pro Sekunde misst und die Leistung anpasst. Der Kopf neigt sich bis zu 40 Grad, um unter dem Kinn und am Hals Kontakt zu halten. Der Rasierer ist wasserdicht, der Akku soll bis zu 60 Minuten halten, und gebaut wird er in Deutschland.
Im Karton des 9660cc liegen der Rasierer, das 6-in-1-SmartCare-Center, eine Reinigungskartusche, ein Ladegerät, eine kleine Bürste und ein Stoffetui. Wie sich das im echten Badezimmer schlägt, haben wir so geprüft.
So haben wir getestet
Wir haben den 9660cc Anfang August im Handel gekauft, für 279 €. Daniel hat ihn an 24 Diensttagen morgens benutzt, meistens trocken, an vier Tagen nass mit Schaum. Stefan hat ihn an 37 Tagen für Wangen und Hals genutzt, die Bartpflege selbst übernimmt bei ihm weiter sein OneBlade. Wie es dazu kam, steht in meinem Test des Philips OneBlade Pro 360.
Gemessen haben wir:
- Zeit: Stoppuhr von Einschalten bis Ausschalten, bei Daniel mit etwa 24 Stunden Bart.
- Gründlichkeit: Handrücken-Test direkt nach der Rasur und nach zehn Stunden, jeweils gegen den Strich, von mir bewertet von 1 bis 5.
- Haut: eine Strichliste für sichtbare Rötungen und Pickelchen am Hals, eine Stunde nach der Rasur.
- Lautstärke, Akku, Laden und die Kosten für Kartuschen und Ersatzscherkopf.
Wie wir generell vorgehen, erklären wir auf So testen wir. Die erste Frage war die, die Daniel am meisten interessierte.

Wie glatt, und wie lange hält es?
Daniel kam vom Rasierhobel, also von der glattesten Methode, die es gibt. Seine Erwartung an einen Elektrorasierer war entsprechend niedrig. Nach der ersten Woche hat er sie korrigiert.
| Messung (Daniel, 24 Std. Bart) | Series 9 Pro+, trocken | Rasierhobel mit Schaum |
|---|---|---|
| Zeit pro Rasur, Schnitt | 3 Min. 5 Sek. | 6 Min. 40 Sek. inkl. Schaum und Abspülen |
| Handrücken-Test direkt danach (1 bis 5) | 4,5 | 5,0 |
| Handrücken-Test nach 10 Stunden | 3,5 | 4,0 |
| Tage mit Rötung am Hals | 2 von 24 | 6 von 10 (vor dem Test) |
Direkt nach der Rasur war der Unterschied zur Klinge nur mit der Hand gegen den Strich zu spüren, sehen konnte man ihn nicht. Nach einer Schicht war der Schatten beim Rasierer etwa eine Stunde früher da als nach dem Hobel. Für Daniels Maske hat das keine Rolle gespielt: Beim Dichtsitztest in der zweiten Woche war alles in Ordnung.
„Ich brauch jetzt morgens drei Minuten statt sieben und seh danach nicht aus, als hätte ich mit einer Katze gerungen.“ Daniel, nach Woche zwei
Die Zeitersparnis war größer als erwartet, weil Schaum, Abspülen und Nachbehandlung wegfallen. Der Rasierer arbeitet schnell, auch am Hals, wo Daniels Haare in drei Richtungen wachsen. Die spannendere Zahl in der Tabelle ist aber die letzte.
Die Hautfrage: weniger Rötungen, messbar
Mit dem Rasierhobel hatte Daniel in den zehn Tagen vor dem Test an sechs Tagen sichtbare Rötungen am Hals. Mit dem Series 9 Pro+ waren es an 24 Tagen zwei, beide Male nach einer Nachtschicht, als er in Eile mit viel Druck rasiert hat. Die zwei eingewachsenen Haare unter dem Kinn waren nach drei Wochen verschwunden.
Bei Stefan, dessen Hals auf jede Klinge mit roten Pünktchen reagiert, waren es in 37 Tagen drei leichte Rötungen. Das ist etwas mehr als mit dem OneBlade, der noch weniger nah an der Haut schneidet, aber deutlich glatter. Stefan hat für sich eine Aufteilung gefunden: OneBlade für die Bartlinie, Braun für die Wangen und für Tage, an denen er „ordentlich“ aussehen muss.
Aus physiotherapeutischer Sicht ist das keine Überraschung. Eine Folie legt sich zwischen Klinge und Haut, die oberste Hautschicht wird kaum abgetragen. Wer mit der Klinge rasiert, trägt bei jedem Zug ein wenig davon ab, und bei täglicher Rasur hat die Haut keine Zeit, sich zu erholen.
Glatt rasieren kann er also. Aber was passiert, wenn der Bart ein paar Tage Vorsprung hat?
Drei-Tage-Bart und Konturen: stark bei Stoppeln, schwach beim Trimmen
Nach Daniels Urlaub haben wir den Härtetest gemacht: vier Tage Bart. Viele Folienrasierer ziehen dann an den Haaren oder schieben sie nur platt. Der Series 9 Pro+ brauchte gut sechs Minuten und einige Züge mehr, hat aber nicht geziept. Der ProLift-Trimmer fängt die längeren, flach liegenden Haare zuverlässig ein.
Schwächer ist der ausziehbare Langhaartrimmer am Griff. Für Koteletten reicht er, für eine saubere Bartkontur wie bei Stefan nicht, weil du schlecht siehst, wo genau er schneidet. Stefan hat es einmal versucht und danach eine Woche mit einer etwas kreativen linken Wange verbracht. Für Bartträger bleibt ein Trimmer also Pflicht.
Die Handhabung ist dafür sehr angenehm. Mit 208 Gramm auf unserer Küchenwaage liegt der Rasierer schwer und ruhig in der Hand. Ab und zu will er aber sauber gemacht werden, und dafür gibt es die Station.

Die Reinigungsstation: bequem, aber mit Folgekosten
Das SmartCare Center reinigt, schmiert, trocknet und lädt den Rasierer. Du steckst ihn nach der Rasur kopfüber hinein, drückst einen Knopf, und die Station wählt ein Programm je nach Verschmutzung: kurz etwa eine Minute, normal gut eineinhalb, intensiv gut zwei. Danach trocknet ein kleiner Lüfter den Kopf. Morgens liegt ein sauberer, voll geladener Rasierer bereit.
Das Problem ist die Kartusche mit alkoholhaltiger Reinigungsflüssigkeit, die regelmäßig ersetzt werden muss. Bei täglicher Reinigung im Normalprogramm war unsere erste Kartusche nach 27 Reinigungen erschöpft, im Mehrfachpack kostet eine rund 5 €. Weil die Flüssigkeit brennbar ist, gehört die Station nicht neben die Kerze auf dem Badewannenrand.
| Kosten pro Jahr | Mit Station, täglich | Station alle 3 Tage, sonst abspülen |
|---|---|---|
| Reinigungskartuschen (rund 5 € je Stück) | rund 68 € | rund 23 € |
| Ersatzscherkopf 96M (ab rund 45 €, alle 18 Monate) | rund 30 € | rund 30 € |
| Summe pro Jahr | rund 98 € | rund 53 € |
Daniel nutzt die Station inzwischen nur noch jeden dritten Tag und spült den Kopf sonst unter dem Wasserhahn aus. Das Ergebnis war in unserem Test gleich gut, und die Kosten halbieren sich. Wer ganz sparen will, kauft eine Version ohne Station, die gibt es günstiger. Wie lange der Akku zwischen zwei Stationsbesuchen hält, haben wir auch gemessen.
Akku, Laden und Lautstärke
Braun gibt bis zu 60 Minuten an. Wir haben den vollen Akku über 19 Rasuren von Daniel laufen lassen, bis sich der Rasierer abschaltete: 58 Minuten, also knapp drei Wochen ohne Laden. Voll geladen war er danach in 52 Minuten. Und die Schnellladung hält, was sie verspricht, fünf Minuten am Kabel reichten für eine komplette Rasur.
Weniger schön ist der Anschluss. Der Series 9 Pro+ lädt über ein Braun-Ladegerät mit eigenem Stecker, nicht über USB-C. Wenn du unterwegs das Kabel vergisst, hilft dir kein Handyladegerät. Für die Reise liegt ein Stoffetui bei, das den Rasierer gut schützt, aber kein Ladecase ist.
Und er ist laut. In 30 Zentimetern Abstand haben wir 71 dB gemessen, spürbar mehr als die 66 dB des OneBlade. Um 5:40 Uhr hört man ihn bis ins Schlafzimmer, sagt Daniels Frau Julia, die an den ersten drei Morgen dachte, im Bad laufe ein Föhn. Bleibt die Frage, ob es nicht längst ein besseres Modell gibt.
Series 9 Pro+ oder der neue Braun Nevo?
Im Sommer 2026 hat Braun mit dem Nevo ein neues Spitzenmodell auf den Markt gebracht. Er hat ein Edelstahlgehäuse, eine neu beschichtete Folie, eine bessere Anzeige und eine kompaktere Station. Die UVP zum Start lag bei 869,99 €, im Handel findest du ihn beim Schreiben ab rund 400 bis 450 €, je nach Version.
In der Gründlichkeit liegt der Nevo nach übereinstimmenden Tests sehr nah am Series 9 Pro+, er gleitet etwas weicher über die Haut. Das Metallgehäuse fühlt sich hochwertiger an. Aber für den gut anderthalbfachen Preis rasiert er nicht spürbar glatter. Für die meisten ist der Series 9 Pro+ deshalb das vernünftigere Gerät.
Ein Tipp für alle, die schon einen Series 9 besitzen: Der Scherkopf des Nevo passt auf alle Series-9-Modelle. Wenn dein Kopf ohnehin getauscht werden muss, kannst du für rund 68 € statt eines neuen Rasierers den Nevo-Kopf ausprobieren. Und wenn du neu kaufst, entscheidet ohnehin eher der Zeitpunkt über den Preis.
Rasierer unterm Baum: Black Friday, Preise, Rückgabe
Elektrorasierer gehören zu den Klassikern unter dem Weihnachtsbaum, und Braun-Modelle sind zum Black Friday regelmäßig im Angebot. Beim Schreiben kostet der 9660cc im Handel rund 260 bis 300 €, im Braun-Shop 299,99 €. Den Vorgänger 9560cc gab es in einzelnen Aktionen schon für 229 €. Verlässliche Black-Friday-Daten für den 9660cc aus dem vergangenen Jahr haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir keine Zahl, die wir nicht belegen können.
Seit der Nevo auf dem Markt ist, steht der Series 9 Pro+ nicht mehr ganz oben im Sortiment. Das spricht eher für fallende Preise im Herbst als für steigende.
Als Geschenk passt der Series 9 Pro+ für Männer, die sich täglich glatt rasieren, empfindliche Haut haben oder vom Nassrasierer genervt sind. Für Bartträger ist er nur die halbe Lösung. Frag vorher, ob die Station erwünscht ist: Manche mögen sie, andere wollen kein weiteres Gerät im Bad.
Was du zusammen kaufen solltest:
- Einen Mehrfachpack Reinigungskartuschen, wenn eine Station dabei ist. In der Packung liegt nur eine.
- Einen Trimmer oder OneBlade, falls der Beschenkte einen Bart trägt.
- Nichts weiter: Rasierschaum oder Pre-Shave brauchst du für die Trockenrasur nicht.
Zur Rückgabe: Für Onlinekäufe hast du zwei Wochen Widerrufsrecht, im Weihnachtsgeschäft oft länger. Bei Rasierern schließen manche Händler benutzte Geräte aus Hygienegründen aus, prüf die Bedingungen also vorher und lass die Verpackung zu, bis klar ist, dass das Geschenk passt. Braun gibt zu den zwei Jahren gesetzlicher Gewährleistung drei Jahre Garantie dazu, wenn du das Gerät registrierst, die Bedingungen stehen auf der Braun-Seite.

Alternativen zum Braun Series 9 Pro+
- Braun Nevo (ab rund 400 bis 450 €): Das neue Spitzenmodell mit Metallgehäuse. Rasiert minimal sanfter, kostet aber deutlich mehr. Für alle, denen Material und Gefühl wichtig sind.
- Braun Series 8 mit Station (rund 230 bis 240 €): Ein Schneideelement weniger, etwas weniger gründlich am Hals. Für gelegentliches Rasieren eine gute, günstigere Wahl.
- Philips OneBlade Pro 360 (rund 75 bis 110 €): Kein Glattrasierer, sondern ein Hybrid für Bart und empfindliche Haut. Unsere Erfahrungen stehen im OneBlade-Test.
Weitere Tests aus Gesundheit und Beauty findest du in unseren Testberichten, zum Beispiel den Test des Dyson Airwrap Co-anda2x, der bei uns im selben Badezimmer lief.
Wessen Haut sich über ihn freut
Nach fünf Wochen: Was im Bad bleibt
Der Rasierhobel liegt jetzt in Daniels Schublade, zusammen mit der Reibe, wie er ihn weiter nennt. Der Series 9 Pro+ steht auf der Ablage, die Station läuft jeden dritten Abend. Stefan hat für seine Wangen einen eigenen gekauft, ohne Station. Das sagt wahrscheinlich mehr als jede Note.
Der Braun Series 9 Pro+ ist ein sehr gründlicher, schneller und hautfreundlicher Rasierer. Er ist laut, lädt nicht über USB-C, und die Station kostet Geld, wenn du sie jeden Tag nutzt. Wer das weiß und zum richtigen Zeitpunkt kauft, bekommt ein Gerät, das die tägliche Rasur einfach macht, auch bei Haut, die bisher jede Klinge übel genommen hat.
Häufige Fragen zum Braun Series 9 Pro+
Wie oft muss man den Scherkopf beim Series 9 Pro+ wechseln?
Braun empfiehlt einen Wechsel etwa alle 18 Monate. Der passende Ersatzscherkopf 96M kostet beim Schreiben ab rund 45 €. Wenn der Rasierer zu ziepen beginnt oder mehr Züge braucht, ist es Zeit, auch früher.
Braucht man die Reinigungsstation wirklich?
Nein. Die Station ist bequem, weil sie reinigt, schmiert, trocknet und lädt. Du kannst den Scherkopf aber auch unter fließendem Wasser ausspülen, der Rasierer ist wasserdicht. In unserem Test reichte die Station alle drei Tage, das halbiert die Kosten für Kartuschen.
Kann man mit dem Series 9 Pro+ nass rasieren?
Ja, er ist für Nass- und Trockenrasur gemacht und auch unter der Dusche nutzbar. Mit Schaum gleitet er sanfter, braucht aber etwas länger. Unsere Tester fanden das Ergebnis trocken genauso gut und schneller.
Was ist der Unterschied zwischen Series 9 Pro und Series 9 Pro+?
Der aktuelle Pro+ hat einen überarbeiteten Scherkopf mit dünneren Klingen, einen schnelleren Sensor für die Bartdichte und in vielen Sets die 6-in-1-Station. Die Rasur ist sehr ähnlich, der Pro+ schneidet minimal näher. Der ältere Pro ist oft deutlich günstiger und für viele völlig ausreichend.
Passt der Scherkopf des Braun Nevo auf den Series 9?
Ja. Der Nevo-Scherkopf ist mit allen Series-9-Modellen kompatibel. Wer schon einen Series 9 besitzt, kann beim nächsten Kopfwechsel für rund 68 € den Nevo-Kopf ausprobieren, statt einen neuen Rasierer zu kaufen.
