Philips OneBlade Pro 360 Face + Body (QP6652/30)
Hybrid aus Trimmer und Rasierer mit beweglicher Klinge, Längenkamm und Body-Zubehör
- Kaum Rasurbrand, auch am empfindlichen Hals
- Längenkamm mit 20 Stufen per Drehrad
- Konturen am Bart sauber, weil du die Klinge siehst
- Knapp zwei Stunden Laufzeit, voll wasserdicht
- Nie so glatt wie eine Klinge oder ein Folienrasierer
- Klingen kosten rund 2 € im Monat
- Hörbar lauter als ein normaler Trimmer
- Für ganze Beine langsam
Das Waschbecken sah jeden dritten Morgen aus wie nach einem kleinen Schneesturm in Schwarz. Stefan trimmt seinen Bart alle drei Tage, und sein alter Bartschneider verteilte die Stoppeln verlässlich bis in die Zahnputzbecher.
Das war aber nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem war sein Hals. Stefan rasiert die Linie unter dem Kinn mit einer Klinge, und seine Haut antwortet darauf mit roten Pünktchen, die zwei Tage bleiben. Er nennt das „meine Erdbeerzeit“. Ich nenne es: Da muss es etwas Besseres geben.
Ich bin Birgit, bei uns zuständig für Gesundheit und Beauty. Rasierer für Männer gehören normalerweise nicht in mein Testgebiet, aber der Philips OneBlade Pro 360 in der Version Face + Body ist ausdrücklich für Gesicht und Körper gedacht. Also haben wir ihn sechs Wochen lang zu zweit getestet: Stefan am Bart, ich an Beinen und Achseln. Ja, wirklich.

Wie der OneBlade funktioniert und was das Pro-Modell anders macht
Der OneBlade ist weder klassischer Rasierer noch klassischer Trimmer. Vorne sitzt eine schmale, doppelseitige Klinge, die sich 12.000 Mal pro Minute hin und her bewegt. Abgerundete Spitzen und eine Schutzschicht sorgen dafür, dass die Klinge die Haut kaum direkt berührt. Das ist der Trick: Sie schneidet sehr kurz, aber nicht ganz an der Haut ab.
Die 360-Klinge ist beweglich gelagert und folgt den Rundungen von Kinn und Kiefer. Das Pro-Modell bringt dazu einen Präzisionskamm mit, dessen Länge du über ein Drehrad am Griff in 20 Stufen zwischen 0,4 und 10 mm einstellst, dazu eine Akkuanzeige, eine Ladestation und ein Reiseetui. In der Version Face + Body liegen zusätzlich ein Body-Kamm, ein Hautschutz-Aufsatz und eine zweite Klinge in der Packung.
Auf dem Papier ist das ein Gerät für alles. Wir wollten wissen, bei welchen Aufgaben es wirklich gut ist und bei welchen nur ordentlich. Angefangen haben wir beim Bart.
Bart trimmen und Konturen: seine größte Stärke
Stefan trägt einen kurzen Vollbart von etwa 4 mm. Mit dem Präzisionskamm auf Stufe 4 war das Trimmen in unserem Test im Schnitt nach 3 Minuten und 40 Sekunden erledigt, mit dem alten Bartschneider brauchte er gut 5 Minuten. Der Kamm sitzt fest, das Drehrad rastet spürbar ein, und du verstellst die Länge nicht versehentlich mitten im Trimmen.
Wirklich gut wird es bei den Konturen. Weil die Klinge so schmal ist und du beim Rasieren genau siehst, wo sie ansetzt, bekommt Stefan die Linie an der Wange und am Hals jetzt sauber hin. Vorher war die Wangenlinie an der linken Seite immer etwas höher als rechts. Er behauptet, das sei Absicht gewesen.
„Zum ersten Mal sieht mein Bart auf beiden Seiten gleich aus, ohne dass ich zum Barbier muss.“ Stefan, nach Woche zwei
Und das Waschbecken? Die Stoppeln fallen immer noch, aber weil der OneBlade weniger Haare auf einmal abnimmt, fliegen sie nicht so weit. Seit Woche drei trimmt Stefan unter der Dusche, weil das Gerät voll wasserdicht ist. Das Problem ist damit buchstäblich den Abfluss hinunter. Beim Rasieren wird die Sache allerdings komplizierter.

Rasieren: wie glatt wird es wirklich?
Hier muss man ehrlich sein: Der OneBlade rasiert nicht so glatt wie eine Klinge oder ein guter Folienrasierer. Das ist Absicht, denn genau der Abstand zur Haut macht ihn so schonend. Aber du solltest es wissen, bevor du ihn als einzigen Rasierer kaufst.
Stefan hat an zehn Tagen eine komplette Glattrasur gemacht, in der ersten Woche nach Anleitung gegen den Strich und mit kleinen Kreisen an schwierigen Stellen. Das Ergebnis direkt danach: Glatt für das Auge, aber mit der Hand spürst du eine feine Stoppel. Am Abend war ein leichter Schatten zu sehen, nach einer Klingenrasur kommt der erst am nächsten Morgen.
Für den Alltag im Büro reicht das völlig. Für die Hochzeit seines Bruders hat Stefan trotzdem wieder zur Klinge gegriffen und die Erdbeerzeit bewusst in Kauf genommen. Und damit sind wir beim Punkt, der für ihn am Ende den Ausschlag gegeben hat.
Die Hautfrage: weniger Rasurbrand, messbar
Wir haben es mit Strichliste gemacht. In den zwei Wochen vor dem Test hatte Stefan nach 5 von 7 Klingenrasuren am Hals sichtbare rote Pünktchen. In den sechs Wochen mit dem OneBlade kam er auf 27 Einsätze am Hals und hatte zweimal leichte Rötungen. Beide Male hatte er ohne Wasser und in Eile rasiert.
Eingewachsene Haare, ein Dauerthema bei lockigem Barthaar, wurden ebenfalls weniger. Die Hautärztin, bei der Stefan ohnehin wegen eines Muttermals einen Termin hatte, fand den Hals „deutlich ruhiger als letztes Jahr“. Sie hat dazu gesagt, dass Rasurbrand fast immer von zu nah an der Haut geschnittenen Haaren kommt. Der OneBlade lässt die Haare einen Hauch länger, und genau das hilft.
Das war für mich der Moment, den Body-Aufsatz selbst auszuprobieren.
Am Körper: Beine, Achseln und die Grenzen
Für den Körper setzt du den Hautschutz-Aufsatz auf die Klinge. Er macht das Ganze langsamer, aber sehr sicher. In sechs Wochen habe ich mich kein einziges Mal geschnitten, auch nicht an Knie und Knöchel, wo ich mit Klingen regelmäßig ein Pflaster brauche.
Bei den Achseln war ich richtig zufrieden. Schnell, keine Rötung, auch direkt vor dem Deo nicht. Bei den Beinen sah es anders aus. Für beide Beine habe ich im Schnitt 14 Minuten gebraucht, mit meinem Klingenrasierer unter der Dusche sind es 8. Und das Ergebnis ist wie im Gesicht: gepflegt, aber nicht glatt. Nach zwei Tagen waren die Stoppeln wieder deutlich spürbar.
Mein Fazit für den Körper: Für Achseln, Brust, Bikinizone und alles, was empfindlich ist, ein sehr angenehmes Werkzeug. Für ganze Beine eher eine Geduldsprobe. Wie lange der Akku das alles mitmacht, haben wir auch gemessen.
Akku, Klingen und was dich der OneBlade im Jahr kostet
Philips gibt bis zu 120 Minuten Laufzeit an. Wir haben den vollen Akku bis zum Abschalten durchlaufen lassen, verteilt auf alle Einsätze: Er hielt 112 Minuten. Für Stefan heißt das rund vier Wochen Bartpflege mit einer Ladung. Das Aufladen auf der Station dauerte bei uns 58 Minuten.
Die laufenden Kosten stecken in den Klingen. Philips empfiehlt einen Wechsel etwa alle vier Monate. In der Packung der Version Face + Body sind zwei Klingen, damit kommst du rund acht Monate aus. Danach kostet ein Dreierpack Originalklingen je nach Angebot 20 bis 25 €, also rund 7 bis 8 € pro Klinge und etwa 2 € pro Monat. Nachbauten gibt es günstiger, bei uns haben sie schneller gezogen.
Die Lautstärke ist der kleine Wermutstropfen. Wir haben in 30 cm Abstand 66 dB gemessen, das ist spürbar lauter als ein normaler Trimmer. Wenn du früh aufstehst und jemand im Nebenzimmer schläft, merkt der das. Ich habe es gemerkt, jeden Morgen um 6:15 Uhr.
| Merkmal | Philips OneBlade Pro 360 Face + Body (QP6652/30) |
|---|---|
| Klinge | 360-Klinge, beweglich, 12.000 Bewegungen pro Minute |
| Längen | 20 Stufen von 0,4 bis 10 mm per Drehrad |
| Zubehör | Präzisionskamm, Body-Kamm, Hautschutz-Aufsatz, 2. Klinge, Ladestation, Reiseetui |
| Akku | bis 120 Min. laut Philips, im Test 112 Min. |
| Ladezeit | rund 1 Stunde |
| Wasserdicht | ja, nass und trocken, unter der Dusche nutzbar |
| Klingenwechsel | etwa alle 4 Monate, rund 7 bis 8 € pro Klinge |
| Preis beim Schreiben | rund 75 bis 110 € |
Reinigung, Reise und die kleinen Dinge
Die Reinigung ist angenehm unkompliziert. Nach jedem Einsatz hält Stefan den Kopf kurz unter den laufenden Wasserhahn, einmal pro Woche zieht er die Klinge ab und spült auch die Aufnahme aus. Danach offen trocknen lassen, fertig. Öl oder Reinigungsspray braucht der OneBlade nicht.
Auf Reisen spielt er seine Laufzeit aus. Für zwei Wochen Urlaub in Portugal hat Stefan die Ladestation zu Hause gelassen und nur das Etui eingepackt, am Ende zeigte die Akkuanzeige noch gut die Hälfte. Das Etui ist schlicht, aber Kamm, Body-Aufsatz und Ersatzklinge finden darin Platz, ohne dass etwas klappert.
Eine Sache hat uns gewundert: Die Ladestation ist hübsch, aber leicht. Beim Herausnehmen des Geräts rutscht sie auf glatten Flächen gerne mit. Ein kleines Stück rutschfeste Folie darunter hat das Problem gelöst. Kein Drama, aber bei einem Gerät dieser Preisklasse hätten wir etwas mehr Gewicht erwartet.

Welcher OneBlade und welche Alternative für wen?
Philips verkauft den OneBlade in so vielen Varianten, dass die Wahl schwerfällt. So würden wir sortieren:
- OneBlade Pro 360 Face + Body: Für längere Bärte mit vielen Längenstufen und für alle, die auch am Körper trimmen. Unsere Empfehlung.
- OneBlade 360 Face + Body: Die einfachere Variante mit Aufsteckkamm statt Drehrad und kürzerem Akku. Für Dreitagebart und Konturen reicht sie völlig und kostet oft weniger als die Hälfte.
- Folienrasierer: Wenn du jeden Tag glatt rasiert sein willst, bringt dir ein guter Folienrasierer mehr. Den Bart kann er aber nicht trimmen.
- Braun Series X: Der direkte Konkurrent mit ähnlichem Prinzip, oft etwas günstiger. Welcher dir besser liegt, entscheidet vor allem der Griff und wie du Konturen ziehst.
Welche Rasierer und Trimmer in unseren Tests vorne liegen, findest du in den Testberichten. Und warum wir Geräte wie dieses mindestens vier Wochen im echten Badezimmer testen, erklären wir auf der Seite So testen wir.
Für wen er passt und für wen nicht
Nach sechs Wochen: was bleibt im Badezimmer
Der OneBlade Pro 360 bleibt, und zwar auf Stefans Seite des Waschbeckens. Er hat seinen alten Bartschneider und die Klinge für den Hals ersetzt, die Erdbeerzeit ist fast vorbei, und sein Bart sieht auf beiden Seiten gleich aus. Für ein Gerät um die 80 € ist das eine Menge.
Die Glattrasur bleibt seine Schwäche, und die Klingen kosten dauerhaft Geld. Wenn du damit leben kannst, bekommst du das angenehmste Gerät für Bart und empfindliche Haut, das wir bisher hatten. Und falls bei euch im Bad auch noch die Haarfrage offen ist: Mein Test des Dyson Airwrap Co-anda2x ist die andere Hälfte unserer Badezimmer-Saison.
Häufige Fragen zum Philips OneBlade Pro 360
Rasiert der OneBlade so glatt wie ein Nassrasierer?
Nein. Der OneBlade schneidet bewusst knapp über der Haut, damit sie weniger gereizt wird. Das Ergebnis sieht glatt aus, fühlt sich aber leicht stoppelig an, und am Abend ist ein Schatten sichtbar. Für eine perfekte Glattrasur sind Klinge oder Folienrasierer besser.
Wie oft muss ich die OneBlade-Klinge wechseln?
Philips empfiehlt etwa alle vier Monate. Wenn die Klinge zu ziehen beginnt oder mehr Durchgänge braucht, ist es Zeit. Ein Dreierpack Originalklingen kostet rund 20 bis 25 €, das sind etwa 2 € pro Monat.
Kann ich den OneBlade auch für den Intimbereich nutzen?
Ja, mit dem Hautschutz-Aufsatz ist das möglich und in der Version Face + Body ausdrücklich vorgesehen. Nutze für Körper und Gesicht aus hygienischen Gründen am besten getrennte Klingen, eine zweite liegt in der Packung.
Was ist der Unterschied zwischen OneBlade 360 und OneBlade Pro 360?
Der Pro hat einen Längenkamm mit Drehrad und 20 Stufen bis 10 mm, einen deutlich längeren Akku und eine Akkuanzeige. Der normale OneBlade 360 arbeitet mit einem Aufsteckkamm mit weniger Stufen und ist günstiger. Für Dreitagebart reicht der normale, für längere Bärte lohnt sich der Pro.
