Dyson Airwrap Co-anda2x im Test: Lohnt sich der Aufpreis auch bei feinem Haar?

Feines Haar hier, dicke Mähne dort: Birgit und ihre Schwester haben den Dyson Airwrap Co-anda2x fünf Wochen lang gegen das alte Modell antreten lassen. Das Ergebnis ist geteilt.

Frau mit feinem dunkelblondem Haar dreht vor dem Badezimmerspiegel eine Locke mit einem Multi-Haarstyler
Unser Testergebnis5 Wochen, 31 Stylings

Dyson Airwrap Co-anda2x

Multi-Haarstyler und Haartrockner mit neuem Motor und automatisch erkannten Aufsätzen

8,3
Sehr gut bei dickem Haar★★★★☆ Preis beim Schreiben: ab rund 540 €, UVP 649 €
Trocknen9,5
Locken8,6
Glätten7,2
Preis-Leistung6,2
Das gefällt uns
  • Trocknet dickes Haar rund ein Drittel schneller als das Vorgängermodell
  • Aufsätze werden erkannt, Einstellungen passen sich an
  • Locken halten bei dickem Haar bis zum nächsten Tag
  • Rundbürste mit Kunststoffborsten ziept nicht mehr
Das stört
  • Kleinste Stufe für feines Haar noch zu kräftig
  • Alte Aufsätze passen nicht
  • Kaltstufe musst du gedrückt halten
  • Glätter ersetzt kein Glätteisen
Unser Urteil: Für dickes, langes Haar ist der Co-anda2x der beste Airwrap bisher. Wer feines Haar hat oder schon ein älteres Airwrap besitzt, spart sich das Upgrade.

Mein altes Airwrap habe ich mir vor vier Jahren vom Weihnachtsgeld gekauft. Ich weiß noch, wie ich im Laden stand und dachte: „So viel Geld für einen Föhn? Bist du verrückt?“ Und dann habe ich es trotzdem gekauft und seitdem fast jeden Morgen benutzt.

Als Dyson den Airwrap Co-anda2x vorgestellt hat, mit doppelt so starkem Luftstrom und Aufsätzen, die sich selbst einstellen, war meine erste Frage deshalb nicht „Ist der gut?“. Sondern: „Ist der so viel besser, dass sich der Umstieg lohnt?“ Die zweite Frage kam von meiner Schwester Hanna: „Und funktioniert der endlich auch bei Haaren wie meinen?“

Wir haben da sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Ich habe feines, schulterlanges Haar, das Volumen nur vom Hörensagen kennt. Hanna hat eine dicke, wellige Mähne bis zur Mitte des Rückens, für die jeder Föhn eine Zumutung ist. Für einen ehrlichen Test ist das die perfekte Kombination.

Was am Co-anda2x wirklich neu ist

Das Herzstück ist der neue Hyperdymium-2-Motor. Dyson verspricht rund 30 Prozent mehr Leistung und einen doppelt so starken Luftstrom, ohne dass das Gerät lauter wird. Das Handteil ist dabei etwas schlanker geworden und liegt spürbar besser in der Hand.

Die zweite große Neuerung sitzt in den Aufsätzen. Jeder hat einen RFID-Chip, das Gerät erkennt also, ob du gerade den Lockenaufsatz oder die Rundbürste aufsteckst, und stellt Luftstrom und Temperatur passend ein. Die letzten Einstellungen pro Aufsatz merkt es sich. Über die MyDyson-App kannst du dazu Lockenprogramme für deinen Haartyp anlegen, bei denen das Gerät selbst zwischen heiß und kalt wechselt.

Und dann gibt es den neuen Glättaufsatz AirSmooth, der Haare nur mit Luft und ohne heiße Platten glätten soll. Je nach Set bekommst du fünf oder sechs Aufsätze. In unserem Paket waren zwei Lockenaufsätze in unterschiedlichen Größen, eine Rundbürste, die Anti-Snag Loop Brush zum Glätten und Entwirren, ein Trocknungsaufsatz und der AirSmooth.

Wichtig für alle mit einem älteren Airwrap: Deine alten Aufsätze passen nicht an das neue Gerät. Ich hatte gehofft, meine Rundbürste weiterzuverwenden. Keine Chance. Was die neuen Aufsätze im direkten Vergleich können, haben wir fünf Wochen lang gemessen.

So haben wir getestet

Den Co-anda2x haben wir wie alle Testgeräte ganz normal im Handel gekauft. Dann ging er fünf Wochen lang zwischen meinem Badezimmer und dem von Hanna hin und her. Insgesamt kamen wir auf 31 Stylings, 19 bei mir und 12 bei ihr. Mein altes Airwrap lief an denselben Tagen als Vergleich mit, immer auf derselben Kopfhälfte.

Die Trockenzeit haben wir mit der Stoppuhr gemessen, vom handtuchtrockenen Haar bis zu dem Punkt, an dem sich auch der Ansatz im Nacken trocken anfühlte. Die Haltbarkeit der Locken haben wir mit Fotos dokumentiert, morgens direkt nach dem Styling, mittags und abends. Wie wir Beauty-Geräte grundsätzlich bewerten, steht auf der Seite So testen wir.

Trocknen: hier ist der Unterschied am größten

Beim Trocknen ist der neue Motor sofort spürbar. Der Luftstrom ist deutlich kräftiger, und vor allem bei langem, dickem Haar zahlt sich das aus.

HaartypAltes AirwrapAirwrap Co-anda2xErsparnis
Birgit: fein, schulterlang7:40 Min.5:10 Min.2:30 Min.
Hanna: dick, wellig, rückenlang14:20 Min.9:30 Min.4:50 Min.

Knapp fünf Minuten weniger pro Haarwäsche, das sind bei Hanna mit vier Wäschen pro Woche über 16 Stunden im Jahr. Sie hat das sofort ausgerechnet und mir am Telefon verkündet, dass sie jetzt „zwei Staffeln einer Serie gratis“ bekommt.

Frau föhnt ihrer Schwester im kleinen Bad die langen dicken Wellen, auf dem Waschbecken läuft die Stoppuhr
Hanna auf dem Klodeckel, die Stoppuhr läuft. Bei ihrem Haar war der Unterschied riesig.

Bei meinem feinen Haar ist die Ersparnis kleiner, und da zeigt sich auch das erste Problem. Selbst die niedrigste Stufe ist bei mir kräftig. Die Haare fliegen beim Trocknen wild durcheinander, und ohne Rundbürste landen sie hinterher eher zerzaust als glatt. Ich hätte mir eine vierte, sanftere Stufe gewünscht. Beim Locken wird das noch deutlicher.

Locken und Volumen: zwei Haartypen, zwei Urteile

Das Locken funktioniert über den Coanda-Effekt: Die Luft strömt am Aufsatz entlang und zieht die Haarsträhne von selbst um den Zylinder. Beim Co-anda2x geht das dank des stärkeren Luftstroms schneller und zuverlässiger. Die Strähne wickelt sich auch dann auf, wenn du sie nicht ganz sauber ansetzt. Welche Drehrichtung die Luft hat, stellst du am Aufsatz selbst ein, das lästige Umstecken für die andere Kopfseite entfällt.

Bei Hanna war das Ergebnis beeindruckend. Große, weiche Wellen in 18 Minuten für den ganzen Kopf, und die hielten bis zum nächsten Morgen. Sie hat es an einem Freitagabend für eine Hochzeit ausprobiert und mir am Samstag ein Foto geschickt: Die Wellen waren immer noch da.

„Zum ersten Mal hat ein Gerät meine Haare in den Griff bekommen und nicht umgekehrt.“ Hanna, nach dem Hochzeitsstyling

Bei mir sah es anders aus. Die Locken entstanden genauso schnell, aber nach vier Stunden waren sie nur noch sanfte Wellen und am Abend fast weg. Das liegt nicht am Gerät allein, feines Haar hält Locken schlechter. Mit dem alten Airwrap war es aber nicht schlechter, und die neue Kraft bringt mir keinen Vorteil. Mit Hitzeschutzspray und etwas Schaumfestiger kam ich auf gut sechs Stunden.

Die neue Rundbürste hat mich dagegen wirklich überzeugt. Die alte hatte Borsten, die an meinen Haaren gezogen haben, und ich habe jedes Mal ein paar Haare darin gefunden. Die neue hat Kunststoffborsten, gleitet sauber durch und macht am Ansatz mehr Volumen als meine alte. Für mich war sie das beste Argument für den Co-anda2x.

Multi-Haarstyler mit zwei Lockenaufsätzen, Rundbürste, Glättbürste, Trocknungsaufsatz und Glättaufsatz auf einem Handtuch
Unser Set auf der Waschmaschine. Meine alten Aufsätze passen leider nicht.

Der neue Glättaufsatz: gute Idee mit Grenzen

Der AirSmooth sieht aus wie ein kleines Glätteisen, hat aber keine heißen Platten. Du ziehst die Strähne durch, und der Luftstrom drückt sie glatt und trocknet sie dabei. Das funktioniert auf feuchtem Haar, du kannst also direkt nach dem Handtuch loslegen.

Bei meinem Haar war das Ergebnis richtig gut. Glatt, geschmeidig, mit natürlicher Bewegung und ohne den platten Glätteisen-Look. Für den ganzen Kopf habe ich 11 Minuten gebraucht, inklusive Trocknen.

Bei Hanna hat der AirSmooth die Wellen deutlich beruhigt, aber nicht komplett geglättet. Nach 25 Minuten sah ihr Haar gepflegt aus, aber eben nicht spiegelglatt. Wer mit einem Glätteisen perfekt glatte Haare gewohnt ist, wird mit dem AirSmooth nicht glücklich. Wer vor allem Frizz bändigen und die Haare schonen will, schon.

Alltag, Lautstärke und die kleinen Ärgernisse

Das Handteil wiegt rund 400 Gramm und liegt gut in der Hand. Beim Locken am Hinterkopf merkst du nach einer Viertelstunde trotzdem den Arm. Das ist bei jedem Airwrap so, aber beim neuen etwas weniger.

Lauter ist er allerdings schon. Auf Armlänge haben wir auf höchster Stufe 82 dB gemessen, das alte kam auf 79. Drei Dezibel klingen nach wenig, sind aber spürbar mehr. Stefan, der morgens im Nebenzimmer noch schläft, hat den Unterschied sofort bemerkt, obwohl er vom Test nichts wusste. Seine Frage beim Frühstück: „Hast du einen neuen Föhn? Der klingt wie ein Flughafen.“

Ein Detail, das mich jeden Morgen genervt hat: Die Kaltstufe musst du gedrückt halten. Beim alten konnte ich sie einschalten und dann in Ruhe jede Locke abkühlen lassen. Jetzt stehe ich mit dem Daumen auf dem Knopf da. Klingt klein, summiert sich aber über 20 Locken.

Daumen drückt die Kaltstufe am Haarstyler, während eine frische Locke abkühlt
Daumen auf der Kaltstufe, 20 Locken lang.

Positiv: Die Aufsätze sitzen fester als früher und lassen sich trotzdem leicht wechseln. Der Filter an der Unterseite lässt sich zum Reinigen abnehmen. Ich habe ihn nach drei Wochen einmal ausgebürstet, danach lief er spürbar kräftiger.

MerkmalDyson Airwrap Co-anda2x
MotorHyperdymium 2, laut Dyson rund 30 % mehr Leistung, doppelter Luftstrom
Gewicht Handteilrund 400 g
Aufsätze5 oder 6 je nach Set, mit RFID-Erkennung
FunktionenTrocknen, Locken, Wellen, Glätten, Volumen, Frizz bändigen
Steuerung3 Luftstromstufen, mehrere Temperaturstufen, Kaltstufe, App MyDyson
Kompatibilitätkeine Aufsätze älterer Airwrap-Modelle
Preis beim Schreibenab rund 540 €, UVP 649 €

Drei Fehler, die wir in der ersten Woche gemacht haben

Ein Airwrap verzeiht vieles, aber nicht alles. Diese drei Dinge haben uns am Anfang die Ergebnisse verdorben, und du kannst sie dir sparen:

  • Zu nasse Haare: Wer direkt nach dem Handtuch lockt, bekommt schlaffe Locken. Erst mit dem Trocknungsaufsatz auf etwa 80 Prozent trocknen, dann locken. Das hat bei mir den Unterschied zwischen zwei und vier Stunden Halt gemacht.
  • Zu dicke Strähnen: Mehr als zwei, drei Zentimeter Breite schafft auch der stärkere Motor nicht gleichmäßig. Innen bleibt die Strähne glatt, außen lockt sie sich. Lieber mehr dünne Strähnen, auch wenn es länger dauert.
  • Zu kurz gekühlt: Die Locke formt sich in der Hitze, fest wird sie beim Abkühlen. Hanna hat anfangs nach zwei Sekunden Kaltstufe losgelassen. Mit fünf Sekunden hielten ihre Wellen doppelt so lange.

Mit diesen drei Korrekturen wurden unsere Ergebnisse ab der zweiten Woche deutlich besser. Bleibt die Frage, für wen sich das Ganze am Ende rechnet.

Für wen sich der Co-anda2x lohnt

Lohnt sich, wenndu dickes, langes Haar hast, beim Föhnen bisher 15 Minuten und mehr gebraucht hast und noch kein Airwrap besitzt.
Lohnt sich eher nicht, wenndu feines oder kurzes Haar hast, schon ein Airwrap der vorherigen Generation benutzt oder perfekt glattes Haar willst.

Die ehrliche Rechnung: Wer ein älteres Airwrap hat, das noch funktioniert, zahlt über 500 € für knapp drei Minuten weniger Föhnen und eine bessere Rundbürste. Das habe ich für mich verneint. Hanna dagegen, die bisher mit einem normalen Föhn und Rundbürste gekämpft hat, hat sich einen eigenen bestellt.

Die Alternativen

  • Dyson Airwrap i.d.: Der Vorgänger mit gleicher Drehrichtungs-Funktion, aber schwächerem Motor. Für feines und mittleres Haar reicht er völlig und kostet spürbar weniger.
  • Shark FlexStyle: Das Gerät, das Dyson am meisten Konkurrenz macht. Nicht ganz so hochwertig verarbeitet, aber oft für weniger als die Hälfte zu haben und bei mittlerem Haar erstaunlich nah dran.
  • Ein guter Föhn plus Glätteisen: Klingt altmodisch, ist aber für perfekt glattes Haar immer noch die beste Kombination und kostet einen Bruchteil.

Welche Haarstyler und Föhne in unseren Tests vorne liegen, findest du in den Testberichten.

Mein Fazit nach fünf Wochen

Der Dyson Airwrap Co-anda2x ist das beste Airwrap, das ich bisher in der Hand hatte. Für dickes, langes Haar ist er ein echter Zeitsparer, und die Locken halten dort länger als bei allem, was ich kenne. Die neue Rundbürste und die automatische Erkennung der Aufsätze sind Verbesserungen, die du jeden Tag merkst.

Für mein feines Haar ist er schlicht zu viel des Guten. Die schwächste Stufe ist zu stark, die Kaltstufe nervt und der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger lohnt sich für mich nicht. Die gesparten Minuten am Morgen investiere ich lieber in Schlaf. Wie viel der wert ist, habe ich in meinem Test des Oura Ring 4 ziemlich genau gemessen.

Häufige Fragen zum Dyson Airwrap Co-anda2x

Passen die Aufsätze vom alten Airwrap an den Co-anda2x?

Nein. Die Aufsätze des Co-anda2x haben einen RFID-Chip und eine neue Aufnahme. Ältere Aufsätze lassen sich nicht verwenden, und umgekehrt passen die neuen Aufsätze nicht an ältere Geräte.

Ist der Airwrap Co-anda2x für feines Haar geeignet?

Er funktioniert, aber selbst die niedrigste Stufe ist bei feinem Haar kräftig. Die Haare fliegen beim Trocknen, und Locken halten nicht länger als mit dem Vorgänger. Für feines Haar ist der Airwrap i.d. meist die bessere Wahl.

Schädigt der Airwrap die Haare weniger als ein Glätteisen?

Der Airwrap arbeitet mit warmer Luft statt mit heißen Platten und erreicht niedrigere Temperaturen. Das ist schonender, vor allem bei täglicher Nutzung. Hitzeschutz empfehlen wir trotzdem.

Wie lange dauert ein Styling mit dem Airwrap?

In unserem Test brauchte Birgit mit feinem, schulterlangem Haar rund 15 Minuten für Trocknen und Locken. Hanna mit dickem, langem Haar kam auf knapp 28 Minuten für den ganzen Kopf, rund fünf Minuten weniger als mit dem Vorgängermodell, fast alles davon beim Trocknen.