«Mami, dr Roboter isch scho wieder blybe hange.» Diesen Satz hat unser Sohn Luca im letzten Winter ungefähr zweimal pro Woche durch die Wohnung gerufen. Der Roboter lag dann mit den Vorderrädern auf der Eichenschwelle vor seinem Zimmer, wie eine Schildkröte auf einem Stein, und drehte hilflos die Bürsten.
Dieser Roboter steht heute im Estrich, neben seinem Vorgänger. Beide sind an derselben Schwelle gescheitert. Unser Haus in der Berner Länggasse ist von 1908, und die Schwellen sind so alt wie die Mauern: Eiche, von Hand gehobelt und zwischen 2,4 und 3,1 Zentimeter hoch. Saugroboter sehen darin ungefähr das, was Bergsteiger in der Eiger-Nordwand sehen.
Seit Anfang 2026 führt der Roborock Saros 20 die Modellpalette an, und er verspricht genau hier eine Lösung. 31 Tage lang ist er bei uns gefahren, 24 Reinigungen, jede mit Datum, Dauer und Resultat in meiner Tabelle. Ob Luca den Satz von oben noch einmal rufen musste, erfährst du gleich.
Roborock Saros 20
Ein sehr starker Sauger, extrem flach und der beste Kletterer, den wir hatten. Beim Wischen solide Mittelklasse.
- 24 von 24 Fahrten über die 3,1-cm-Schwelle, ohne Keil
- Mit 7,98 cm unter Buffet und TV-Möbel
- Hauptbürste ohne Haarwicklung trotz zwei Katzen
- Station wäscht die Pads heiss und trocknet sie warm
- Wischt eingetrocknete Flecken langsamer weg als Roboter mit Walze
- Fuhr mitten durch eine Pfütze Ovomaltine
- Sprachassistent versteht kein Schweizerdeutsch
- Hefte und Papier am Boden erkennt er schlecht
Unser Fazit: Wenn du Schwellen, niedrige Möbel, Teppiche und Tierhaare hast und vor allem gründlich saugen willst, gehört der Saros 20 zum Besten, was du in der Schweiz an Robotern kaufen kannst. Für Wohnungen mit viel Plattenboden, die vor allem nass geputzt werden sollen, gibt es bessere Wischer.
Kein Buckel auf dem Rücken
Schau dir einen beliebigen Saugroboter von der Seite an, und du siehst oben einen runden Buckel. Das ist das Lidar, ein drehender Laser, der die Wände abtastet. Er kostet Höhe: Mit ihm landen die meisten Modelle bei rund 10 Zentimetern. Der Saros 20 hat diesen Buckel nicht. Er findet sich mit StarSight 2.0 zurecht, einer Kombination aus Sensoren und Frontkamera, und kommt so auf 7,98 Zentimeter Bauhöhe.
Bei uns macht das einen echten Unterschied. Das alte Buffet von meiner Grossmutter im Gang hat 8,4 Zentimeter Bodenfreiheit, das TV-Möbel in der Stube 8,1. Darunter wohnte bisher eine Mischung aus Staub, Katzenhaar und verlorenen Legoteilen. Unser alter Roboter blieb davor stehen. Schon bei der ersten Reinigung verschwand der Saros unter beiden und kam mit einem prall gefüllten Staubbehälter und Aninas vermisstem Haargummi an der Seitenbürste zurück.
Nach der ersten Fahrt zeigte die App einen Grundriss, der unserem Mietvertrag erstaunlich ähnlich sah. Einzig das Bad hatte er dem Gang zugeschlagen. Eine Trennlinie gezogen, erledigt. Das eigentliche Kräftemessen wartete aber vor Lucas Zimmer.
Die Schwelle vor Lucas Zimmer
Die meisten Saugroboter schaffen laut Datenblatt 2 Zentimeter, manche 2,5. Unser alter Roboter kam über die 2,4 Zentimeter vor dem Bad meistens hinüber. An den 3,1 Zentimetern vor Lucas Zimmer scheiterte er auch mit einem Gummikeil jede dritte Fahrt.
Sein Trick heisst AdaptiLift: ein Fahrwerk, das Vorder- und Hinterteil getrennt anhebt und den Roboter so über Stufen stemmt. Auf dem Papier reicht das für Doppelschwellen von 8,8 Zentimetern. Den Keil habe ich vor der ersten Fahrt weggeräumt. In 24 Reinigungen hat er die 3,1 Zentimeter jedes Mal genommen, ohne Anlauf und ohne Hilfe. Das Manöver dauert jeweils etwa vier Sekunden und erinnert an einen Hund, der über ein Gartentor steigt: erst vorne hoch, dann hinten nach.

«Er macht das wie ich im Turnen am Barren!» Luca, 9, nach der dritten Überquerung
Luca hat sich die ersten drei Fahrten neben die Schwelle gesetzt, um live dabei zu sein, falls er doch hängen bleibt. Ab der vierten Fahrt war es ihm zu langweilig. Ein besseres Kompliment kann ein Roboter bei uns kaum bekommen. Über die Schwelle kommt er also. Die nächste Frage war, wie gründlich er dahinter arbeitet.
Saugen: 48,7 von 50 Gramm
Roborock gibt 36’000 Pascal Saugkraft an. Mit dieser Zahl kann ich auf dem Riemenboden wenig anfangen. Darum streuen wir bei jedem Sauger unsere Hausmischung aus: Haferflocken, Reis und feiner Sand, 50 Gramm pro Boden. Dann eine Fahrt im Standardmodus, und der Behälterinhalt kommt auf die Küchenwaage.
| Boden | Im Behälter (von 50 g) | So sah es aus |
|---|---|---|
| Eichenriemen mit Fugen | 48,7 g | sehr gut, Sand in den Fugen fast ganz weg |
| Kurzflorläufer im Gang | 46,2 g | sehr gut |
| Hochflorteppich in Aninas Zimmer | 40,8 g | Rekord bei uns |
| Ecke im Bad | kleine Reste in 3 von 6 Fahrten | ordentlich |
Die 40,8 Gramm aus dem Hochflor sind unser bisheriger Rekord für einen Roboter. Schwächer war er nur dort, wo alle runden Geräte schwächeln: In der Badecke lag nach jeder zweiten Fahrt ein kleines Häufchen Sand, an das die ausgeklappte Seitenbürste nicht ganz herankam.
Die härtere Prüfung waren die Haare. Kater Mäxu verliert im Sommer so viel Fell, dass ich es jeden Abend auf dem Läufer sehe. Rosa, unsere rote Katze, haart weniger, dafür sind ihre Haare feiner. Die Hauptbürste, DuoDivide genannt, besteht aus zwei Hälften, die sich in der Mitte treffen. Genau dort, in der Lücke, verschwinden die Haare im Saugkanal. Nach 31 Tagen: keine einzige Wicklung. Nur an der Seitenbürste hingen zweimal ein paar lange Haare von Anina, die ich mit den Fingern abgezogen habe.
Weil ich aus der Werkstatt komme, habe ich die Hauptbürste nach drei Wochen trotzdem herausgenommen und die Lager angeschaut. Dort sammeln sich bei vielen Robotern Haare, die man von aussen nicht sieht. Beim Saros waren die Lager fast sauber, ein paar Flusen an einem Ende, mehr nicht. Beim Saugen hat er mich also überzeugt. Beim Wischen wurde es gemischter.
Wischen: der Teil, bei dem er nur mitläuft
Unter dem Saros drehen sich zwei runde Wischpads mit 200 Umdrehungen pro Minute, angedrückt mit rund 8 Newton, bei hartnäckigen Stellen mit bis zu 13. An Kanten schwenkt eines seitlich aus. Die Konkurrenz setzt zunehmend auf lange Wischwalzen, die unterwegs laufend frisch gespült werden. Roborock bleibt bei diesem Modell bei den Pads.
Katzenpfoten-Abdrücke und der übliche Grauschleier vor dem Herd waren nach einer Fahrt weg, ohne Streifen. Nach zwölf Minuten konnte man barfuss über die Platten. Mein Härtetest war ein eingetrockneter Fleck Himbeersirup vor dem Kühlschrank, zwei Tage alt. Der Saros brauchte drei Durchgänge im intensiven Wischmodus. Zum Vergleich: Ein Walzenroboter aus unserem laufenden Wischtest schaffte das in einer einzigen Fahrt. Entlang der Sockelleiste sah ich nach dem Trocknen einen fingerbreiten Rand, den die Pads nicht erwischt hatten.
Eine Szene hat mich richtig geärgert. Laut Roborock erkennt er verschüttete Flüssigkeiten. An einem Mittwochmorgen hat Luca beim Zmorge eine halbe Tasse Ovomaltine auf den Boden gekippt. Der Saros war gerade im Saugmodus unterwegs und fuhr mitten hindurch. Danach zog sich eine hellbraune Spur von der Küche bis in den Gang. Seither wische ich Pfützen zuerst selbst auf, bevor ich ihn losschicke.
Die Station nimmt dir fast alles ab
Nach jeder Fahrt passiert in der Station dasselbe: Der Staub wird aus dem Roboter gezogen, die Pads werden mit bis zu 100 Grad heissem Wasser ausgewaschen und anschliessend mit 55 Grad warm geföhnt. In 31 Tagen hat nichts gemuffelt, auch nicht in der heissen Augustwoche mit 33 Grad in der Wohnung. Ich kenne rotierende Pads, die nach zwei Wochen riechen wie ein nasser Hund.

Frischwasser musste ich ungefähr jeden vierten Tag nachgiessen, weil ich täglich wischen liess. Unser Berner Leitungswasser ist nicht besonders hart, trotzdem hatte der Tank nach drei Wochen einen feinen weissen Rand. Ein Schluck Essigwasser, einmal schwenken, fertig. Der Staubbeutel in der Station soll laut Roborock bis zu 65 Tage reichen. Nach unseren 31 Tagen mit zwei Katzen war er ungefähr zu drei Vierteln voll.
Mein Messgerät zeigte beim Saugen 61 dB im Standardmodus und 70 dB auf der höchsten Stufe. Lauter wird es nur kurz: Das Absaugen dauert rund zehn Sekunden bei 77 dB. Rosa springt dabei jedes Mal in den Wäschekorb im Bad und kommt erst wieder heraus, wenn es still ist. Mäxu schaut nicht einmal auf.
App, Akku und Rocky, der kein Berndeutsch kann
In der Roborock-App habe ich mich vom ersten Tag an zurechtgefunden. Sperrzonen, Reihenfolge der Zimmer und Einstellungen pro Raum sind in wenigen Minuten gesetzt. Bei uns wird der Gang mit dem Katzenklo jeden Tag gesaugt, Aninas Hochflor zweimal hintereinander, und gewischt wird nur, wo Platten liegen. Um das Katzenklo selbst habe ich eine Sperrzone gelegt, damit er keine Streu durch die Wohnung verteilt.
Der Akku reichte immer. Für die ganze Wohnung, rund 74 Quadratmeter freie Bodenfläche, brauchte er mit Saugen und Wischen im Mittel 91 Minuten und kam mit 41 Prozent zurück. Eine reine Saugrunde war nach 49 Minuten erledigt. In grösseren Wohnungen tankt er zwischendurch an der Station nach und setzt die Reinigung danach an derselben Stelle fort.
Und dann ist da noch Rocky, der Sprachassistent, der im Roboter wohnt. Auf Hochdeutsch funktioniert er zuverlässig: «Hallo Rocky, Küche saugen», und schon rollt er los. Luca hat es auf Berndeutsch versucht, mit «Rocky, suug d Chuchi». Rocky hat höflich geantwortet, dass er das nicht verstanden habe. Luca hat es sechsmal probiert, immer lauter, und dann beleidigt auf Hochdeutsch gewechselt. Rocky hat sofort gehorcht. Luca findet das bis heute unfair.
Socken, Kabel und ein Arbeitsblatt
Für den Hindernistest haben Luca und Stefan einen Parcours im Gang aufgebaut. Darauf lagen eine Socke, ein Ladekabel, eine Legofigur, ein Velohandschuh, Mäxus Stoffmaus, ein Arbeitsblatt aus Lucas Schulmappe und das Kunststoff-Häufchen aus dem Scherzartikelladen, das Stefan für genau solche Momente aufbewahrt.
- Sauber umfahren: Socke, Kabel, Legofigur, Velohandschuh und das Kunststoff-Häufchen, in sechs von sechs Fahrten.
- Umfahren mit Glück: die Stoffmaus, viermal umfahren und zweimal leicht angestupst.
- Überfahren: das Arbeitsblatt. Einmal hat er es angesaugt und mit einem Fehlerton gestoppt. Luca hat gefragt, ob das als Entschuldigung für die Lehrerin gilt.

Mit Kabelsalat und Socken kommt er also klar. Papier, Zeichnungen und dünne Hefte sammle ich vor dem Start trotzdem vom Boden, das dauert eine halbe Minute. Für die Erkennung von über 300 Objekttypen braucht er die Kamera in der Front. Wem das unheimlich ist: Die Live-Video-Funktion lässt sich ausschalten, erkannt werden Socken und Kabel auch dann.
Technische Daten
| Merkmal | Roborock Saros 20 |
|---|---|
| Auf dem Markt seit | Anfang 2026 |
| Preis beim Schreiben | 999 Franken bei Roborock Schweiz, 949 Franken bei Galaxus und Digitec, um 939 Franken bei Jumbo und MediaMarkt |
| Saugkraft | 36’000 Pa laut Hersteller |
| Höhe | 7,98 cm, kein Laserturm |
| Schwellen | laut Roborock doppelt bis 8,8 cm, Fahrwerk AdaptiLift |
| Hauptbürste | DuoDivide in zwei Hälften |
| Wischen | zwei Drehpads mit 200 U/min, eines schwenkt an Kanten aus |
| Station | saugt den Staub ab, wäscht die Pads heiss (bis 100 °C), trocknet sie warm (55 °C), Beutel bis 65 Tage |
| Orientierung | StarSight 2.0, Kamera vorne, erkennt über 300 Objekttypen |
Nach welchen Regeln wir jeden Roboter auf dieselben Böden, Hindernisse und Dezibel prüfen, steht auf der Seite So testen wir. Ob er in deine Wohnung passt, entscheiden aber andere Dinge.
Wem ich ihn empfehle
Unser Rhythmus nach einem Monat: werktags saugen, am Samstag zusätzlich wischen. Damit bleibt der Boden trotz Katzen sauber, und die Station muss seltener heiss waschen.
Was sonst in Frage kommt
- Roborock Saros 20 Sonic: Gleiche Saugtechnik, aber statt der zwei Drehpads ein schwingendes Pad, das stärker drückt, und ein Laserturm, der sich absenkt. Beim Wischen die bessere Wahl, dafür teurer. Bei Galaxus erhältlich.
- Roborock Saros 20 RDS mit Festwasseranschluss: Dieselbe Technik, aber die Station hängt direkt an Frisch- und Abwasser. Spannend, wenn du im Haus einen passenden Anschluss hast, in einer Mietwohnung meistens keine Option.
- Walzenroboter von Dreame oder Mova: Wer vor allem Platten hat, wird mit einer Wischwalze glücklicher. Auf dickem Teppich holen sie aber weniger heraus als der Saros.
- Ein guter Akkusauger dazu: Sofa, Kratzbaum und Auto bleiben Handarbeit. Für diese Stellen lohnt sich ein Blick auf unsere Tests des Dyson V16 Piston Animal und des Kobold VK7.
Welche Roboter und Sauger bei uns insgesamt überzeugt haben, findest du in unserem Ratgeber.
Mein Fazit nach 24 Reinigungen
Der Saros 20 hat bei uns etwas geschafft, woran zwei Roboter vor ihm gescheitert sind. Er kommt über jede Schwelle und unter jedes Möbel. Den Akkusauger nehme ich seither fast nur noch für Sofa, Kratzbaum und Autositz aus dem Schrank. Dass ich in einem Monat mit zwei Katzen nie eine Bürste freischneiden musste, zählt für mich mehr als die 36’000 Pascal im Prospekt.
Mit dem Wischen bin ich im Alltag zufrieden, bei eingetrockneten Flecken aber nicht. Wem nasses Putzen wichtiger ist, der wird mit der Sonic-Version oder einem Walzenmodell glücklicher. Wer vor allem Brösel, Sand und Haare loswerden will, bekommt für rund 950 Franken einen Roboter, der saugt wie kaum ein anderer.
Und Luca? Der hat seinen Satz vom Anfang in 31 Tagen kein einziges Mal gerufen. Dafür hat er einen neuen: «Mami, dr Rocky tuet wieder so, als würd er mi nid verstah.»
Was uns zum Saros 20 oft gefragt wird
Was kostet der Roborock Saros 20 in der Schweiz?
Beim Schreiben verlangte Roborock Schweiz 999 Franken. Bei Galaxus und Digitec lag er bei 949 Franken, bei Jumbo und MediaMarkt um 939 Franken.
Kommt der Saros 20 über hohe Altbauschwellen?
Bei uns ja. Die Eichenschwelle mit 3,1 Zentimetern vor dem Kinderzimmer hat er in allen 24 Fahrten ohne Keil geschafft. Roborock nennt als Grenze Doppelschwellen bis 8,8 Zentimeter.
Versteht der Sprachassistent Rocky Schweizerdeutsch?
In unserem Test nicht. Befehle auf Berndeutsch hat Rocky nicht verstanden, auf Hochdeutsch hat er jeden Befehl zuverlässig ausgeführt. Über die App lässt sich der Roboter natürlich unabhängig davon steuern.
Lohnt sich der Aufpreis für den Saros 20 Sonic?
Nur wenn dir das Wischen wichtiger ist als das Saugen. Der Sonic drückt sein schwingendes Pad stärker an und entfernt eingetrocknete Flecken schneller. Beim Saugen und Klettern liegen die beiden nah beieinander.
