Unser Stubentisch ist 1,80 Meter lang. Am Heiligabend schieben wir den Gartentisch aus dem Keller daneben, und dann misst die Tafel 3,10 Meter. Elf Leute sitzen daran: wir vier, meine Mutter, Stefans Eltern, sein Bruder mit Frau und zwei Kindern.
Und seit Jahren gibt es dasselbe Problem. Das alte Raclettegerät steht in der Mitte, und wer an den Enden sitzt, reicht sein Pfännli über drei Teller und zwei Weingläser.
Letztes Jahr ist dabei ein Pfännli mit flüssigem Käse auf Stefans Vater gelandet. Nicht auf den Teller, auf den Pullover. Er hat es mit Humor genommen, der Pullover weniger. Danach war klar, dass wir diesen Winter etwas anderes brauchen.
Der Koenig Raclette Duo 4 and more besteht aus zwei schmalen Öfen mit je vier Pfännli, die du zusammenstellen oder der Länge nach hintereinander auf den Tisch legen kannst. Der Hersteller nennt ihn das beliebteste Raclettegerät der Schweiz, der K-Tipp hat ihn in einem Labortest zum Sieger erklärt. Wir wollten wissen, ob er das auch an einem langen, lauten Familientisch ist. Von Ende November bis Ende Februar lief er an elf Abenden, mit zwei bis elf Personen.
Koenig Raclette Duo 4 and more (B02243)
Zwei schmale Raclette-Öfen mit Grillplatte, Thermostat und Parkdeck für die Pfännli. Schmilzt den Käse schnell und gleichmässig und passt an jeden Tisch. Die Grillfläche ist knapp, und für mehr als acht Leute brauchst du Geduld oder ein drittes Gerät.
- Käse in gut vier Minuten geschmolzen und gebräunt, ohne schwarze Ränder
- Pfännli von beiden Längsseiten erreichbar, auch am langen Tisch
- Parkdeck bleibt kühl, niemand verbrennt sich beim Plaudern
- Thermostat, damit das Fleisch oben nicht verkohlt
- Mit einem dritten Gerät auf zwölf Personen erweiterbar
- Grillplatte pro Gerät nur rund 43 auf 10 Zentimeter
- An den Enden rund 25 Grad kühler als in der Mitte
- Kunststoffschaber verformen sich auf der heissen Platte
- Chromgehäuse wird heiss und zeigt jeden Fingerabdruck
Unser Fazit: Für Familien und alle, die an einem langen Tisch Raclette essen, ist der Duo das Gerät, das den Abend entspannter macht. Wer vor allem grillieren will oder den halben Laib am Ofen liebt, schaut sich woanders um.
Was in der Schachtel ist, und was nicht
In der Schachtel liegen zwei identische Öfen, acht Pfännli mit Antihaftbeschichtung und acht Schaber aus Kunststoff. Jeder Ofen ist 43 Zentimeter lang, gut 13 hoch und nur 10,4 Zentimeter tief. Das ist schmaler als ein Teller. Oben liegt je eine Grillplatte mit doppelter Antihaftbeschichtung, vorne sitzt ein Drehregler für die Temperatur.
Die beiden Hälften hängen an einem Verbindungskabel, am Netz ist nur eine davon. Du brauchst also eine einzige Steckdose, das Anschlusskabel ist zwei Meter lang. Die Pfännli kannst du auf beiden Längsseiten einschieben, und neben den Heizstäben gibt es ein sogenanntes Parkdeck. Dort bleiben die Pfännli stehen, ohne heiss zu werden, wenn jemand zwischendurch eine Geschichte erzählen will.
Hinter dem Namen Koenig steckt übrigens eine Schweizer Firma aus Oberarth im Kanton Schwyz. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 195 Franken. Bezahlt hat das niemand, den ich kenne. Wir haben ihn im November bei einem grossen Onlinehändler für 124 Franken gekauft, der günstigste Shop im Preisvergleich wollte beim Schreiben 111.20 Franken.
Der erste Abend: zehn Minuten Geduld
Die Anleitung sagt: Temperatur einstellen und zehn Minuten aufheizen. Ich habe mich daran gehalten, obwohl Luca nach drei Minuten schon mit dem ersten Pfännli in der Hand neben mir stand. Wer zu früh anfängt, bekommt einen Käse, der zwar schmilzt, aber nicht bräunt. Das macht Raclette nicht schlechter, aber auch nicht besser.
Für die Messungen habe ich ein Infrarot-Thermometer auf die Grillplatte gerichtet, denn die Platte zeigt gut, wie die Hitze darunter verteilt ist. Nach zehn Minuten auf höchster Stufe hatte die Mitte 231 °C, die beiden Enden 204 und 208 °C. Das merkst du beim Käse: In den mittleren Pfännli war er nach 3 Minuten 55 geschmolzen und schön gebräunt, ganz aussen dauerte es 4 Minuten 40.
Das deckt sich mit dem K-Tipp, der zehn Raclette-Öfen mit Grillfunktion im Labor prüfen liess und für den Duo rund vier Minuten notierte. Er bekam damals die Gesamtnote 5,2, das zweitplatzierte Gerät eine 4,8. Seit jenem Test hat Koenig den Thermostat und eine verbesserte Beschichtung der Grillplatte eingebaut.
An unserem Tisch hat niemand auf die Stoppuhr geschaut. Die Frage war nur, ob der Käse fertig ist, bevor das nächste Kind «Isch mis scho?» fragt. Meistens war er es.

Der lange Tisch: warum zwei schmale Öfen besser sind als ein breiter
Das ist der Grund, warum wir den Duo gekauft haben, und hier hat er uns wirklich überzeugt. Am Heiligabend haben wir die beiden Hälften der Länge nach hintereinander in die Mitte der Tafel gelegt. Das ergibt eine Linie von 86 Zentimetern, und weil die Pfännli auf beiden Seiten stecken, erreichten acht der elf Leute ihr Pfännli, ohne aufzustehen.
Die drei an den Enden, darunter meine Mutter, haben ihre Pfännli von der Nachbarin reichen lassen. Aber eben nur über ein Gedeck statt über drei. Stefans Vater hat den ganzen Abend keinen Käse abbekommen, jedenfalls nicht auf den Pullover.
Für elf Personen würde ich trotzdem ein drittes Gerät dazunehmen. Koenig verkauft die einzelne Hälfte als «Raclette 4 and more», bis zu drei Geräte lassen sich zusammenhängen.
Mit vier Personen an einem normalen Abend habe ich nur ein Gerät eingeschaltet. Das zweite blieb im Schrank. Das spart Platz auf dem Tisch und Strom, und die vier Pfännli reichten uns völlig. Für ein Paar allein ist das Set trotzdem zu gross, dafür hat Koenig kleinere Geräte.
Grillieren: der schwächere Teil
Oben auf jedem Ofen liegt eine Grillplatte. Das ist schön, aber knapp. Pro Gerät hast du eine Fläche von ungefähr 43 auf 10 Zentimeter.
Für vier Leute reicht das für ein paar Scheiben Speck, Zucchetti und Pilze. Für elf Leute mit Appetit auf Fleisch wird daraus eine Warteschlange.
Anina isst seit dem Frühling kein Fleisch mehr, und sie hatte an jedem Raclette-Abend ihren Halloumi auf der Platte. Die Würfel brauchten sechs bis sieben Minuten, bis sie Farbe hatten, am Rand länger.
Kleben geblieben ist nichts, die Beschichtung hat elf Abende ohne Kratzer überstanden. Den Pfeffer hat Stefan einmal direkt auf die Platte gestreut, statt aufs Fleisch. Ging auch weg.
Wer vor allem grillieren will, sollte ein Gerät mit einer grossen durchgehenden Platte oder einem heissen Stein nehmen. Beim Duo ist der Grill eine Zugabe zum Raclette, nicht umgekehrt.
Der Silvesterabend und die Sicherung
Um 20.42 Uhr war es in unserer Stube dunkel. Nicht wegen des Feuerwerks. Stefan hatte den Wasserkocher auf die Kommode in der Stube gestellt, damit der Tee für die Kinder näher war, und ihn eingeschaltet, während beide Öfen liefen.
In einem Haus von 1908 hängen oft mehr Steckdosen am selben Stromkreis, als man denkt. Die Sicherung hat entschieden, dass es genug war.
Als gelernte Elektronikerin ärgere ich mich über so etwas mehr als über kalten Käse, deshalb habe ich es danach gemessen. Mit beiden Öfen auf höchster Stufe zog der Duo beim Aufheizen gut 1'550 Watt. Ein normaler Stromkreis mit 10 Ampère verträgt etwa 2'300 Watt. Ein Wasserkocher mit 2'000 Watt dazu, und schon bist du weit darüber.

Die Anleitung von Koenig verbietet Verlängerungskabel, und das hat einen guten Grund: Eine billige Kabelrolle unter dem Tisch wird bei dieser Leistung warm. Mein Rat: Steck das Raclette direkt in eine Wandsteckdose und schalte am selben Stromkreis nichts Grosses dazu. Wer drei Geräte zusammenhängt, kommt an die Grenze eines 10-Ampère-Kreises. Dann lieber nichts anderes in der Nähe einschalten, auch keine zweite Herdplatte für die Kartoffeln.
Und der Strom selbst? Am Heiligabend lief der Duo drei Stunden und zehn Minuten und brauchte laut Messgerät 3,4 Kilowattstunden. Bei unserem Tarif sind das gut 1.05 Franken, also knapp zehn Rappen pro Gast. Der Käse kostet ein Vielfaches davon.
Was ein Raclette-Abend bei uns braucht
Weil mich das in jedem Dezember wieder jemand fragt, hier unsere Zahlen vom Heiligabend. Die Mengen sind gemessen, nicht geschätzt, weil ich am Ende alles, was übrig war, auf die Küchenwaage gelegt habe.
| Was | Für 11 Personen (7 Erwachsene, 4 Kinder) | Pro Kopf |
|---|---|---|
| Raclettekäse in Scheiben | 2,3 kg gekauft, 280 g übrig | ca. 225 g Erwachsene, 120 g Kinder |
| Kartoffeln, kleine festkochende | 3 kg gekocht, gut 400 g übrig | ca. 240 g |
| Cornichons und Silberzwiebeln | je 2 Gläser | Luca allein ein halbes Glas |
| Halloumi und Gemüse für die Grillplatte | 500 g und 4 Zucchetti | vor allem Anina |
| Strom für 3 h 10 min | 3,4 kWh, rund 1.05 Franken | knapp 10 Rappen |
Luca hat an diesem Abend sieben Pfännli gegessen und danach erklärt, die Pfännli seien «eifach z chli». Er hat nicht ganz unrecht. Die Pfännli sind klein und eckig, eine grosse Scheibe Käse musst du falten. Für Kinderhände ist das ideal, für Onkel mit Hunger weniger.

Putzen nach elf Gästen
Nach dem Heiligabend habe ich die Zeit gestoppt: 14 Minuten für acht Pfännli, zwei Grillplatten und die Gehäuse. Die Pfännli und die Platten weiche ich zuerst eine Viertelstunde in heissem Wasser mit etwas Abwaschmittel ein, dann geht der Käse mit einem weichen Schwamm weg. Wir waschen alles von Hand, weil Antihaftbeschichtungen im Geschirrspüler schneller leiden. Nach elf Abenden sehen die Pfännli noch aus wie neu.
Die Gehäuse aus Chrom wische ich nur feucht ab, wenn sie ganz ausgekühlt sind. Sie zeigen jeden Fingerabdruck und am Heiligabend auch Aninas Versuch, mit Käse ein Herz auf die Seite zu malen.
Die Schaber aus Kunststoff sind das schwächste Teil. Luca hat einen auf der heissen Grillplatte liegen lassen, danach hatte er eine Welle. Leg sie immer auf den Teller, nie auf den Ofen.
Wie wir Temperatur, Strom und Zeit messen, erklären wir ausführlich unter So testen wir.
Raclette zum Black Friday oder erst im Dezember?
Raclettegeräte sind Saisonware, und der Duo ist keine Ausnahme. Was er am letzten Black Friday gekostet hat, lässt sich nicht sauber nachweisen.
Was wir wissen: Die Preisempfehlung liegt bei 195 Franken, aktuell startet er bei gut 111 Franken, die meisten Händler verlangen 115 bis 130. Alles unter 115 Franken ist ein guter Preis. Unter 105 Franken würde ich ohne Nachdenken zugreifen.
Wichtiger als der letzte Franken ist der Zeitpunkt. Kauf ihn Ende November, nicht am 22. Dezember. Dann kannst du einen Probeabend machen und merkst noch vor dem Fest, ob die Steckdose am Tisch am richtigen Stromkreis hängt. Eine Silvesternacht im Dunkeln reicht pro Familie.
Als Geschenk ist der Duo ideal für eine erste gemeinsame Wohnung, eine WG oder Eltern, die jedes Jahr die ganze Familie am Tisch haben. Für jemanden, der allein in einer Einzimmerwohnung lebt, ist er zu gross. Dazulegen kannst du einen guten Raclettekäse, zum Beispiel Raclette du Valais AOP, und für grosse Familien das dritte Gerät.
Welche Tische und Familien zu ihm passen
Die Alternativen
- Koenig Raclette 4 and more (ab ca. 64 Franken): Die einzelne Hälfte. Für zwei bis vier Personen reicht sie, und später kannst du eine zweite dazukaufen.
- Trisa Raclette Pure Melt (ab ca. 140 Franken): Ein breites Gerät für acht Personen. Gut für runde Tische, am langen Tisch hast du wieder das alte Problem.
- Nouvel Raclette Docking 8 (ab ca. 70 Franken): Günstiger Achter mit eigener Idee für die Pfännli. Solide Wahl, wenn das Budget knapp ist.
- TTM Raclette Party (ab ca. 132 Franken): Für ein Stück vom Laib, das von oben geschmolzen wird. Wer Raclette so mag wie auf der Alp, ist hier richtig, auch wenn es ein anderes Essen ist.
Weitere Geräte, die bei uns mit zwei Kindern, zwei Katzen und einem Altbau zurechtkommen mussten, findest du im Ratgeber, zum Beispiel die Heissluftfritteuse mit zwei Körben. Und wer noch ein Geschenk für einen Werkstattmenschen sucht: Hansruedi hat den Victorinox Swiss Champ elf Wochen lang mitgetragen.
Unser Urteil nach elf Abenden
Der Duo hat an unserem Tisch das gemacht, was er soll. Der Käse ist schnell und gleichmässig geschmolzen, die Pfännli waren von fast überall erreichbar, und niemand musste über drei Teller greifen. Dass ihn der K-Tipp zum Sieger gemacht hat, wundert mich nach diesem Winter nicht.
Die Schwächen sind klar: eine kleine Grillplatte, kühlere Enden, Schaber, die man nicht auf den Ofen legen darf. Und eine Leistung, die in einem alten Haus Respekt vor dem Stromkreis verlangt. Stefans Vater hat übrigens für dieses Jahr einen neuen Pullover angekündigt. Er meint, er wolle ihn diesmal nach dem Raclette noch tragen können.
Häufige Fragen zum Koenig Raclette Duo 4 and more
Für wie viele Personen reicht der Koenig Duo 4 and more?
Mit beiden Geräten für acht Personen, jede hat ihr eigenes Pfännli. Für zwei bis vier Personen genügt eine Hälfte. Mit einem zusätzlichen Gerät, dem Koenig Raclette 4 and more, kommst du auf zwölf Pfännli.
Braucht der Duo zwei Steckdosen?
Nein. Die zweite Hälfte bekommt ihren Strom über ein Verbindungskabel von der ersten. Du brauchst eine Wandsteckdose, ein Verlängerungskabel ist laut Anleitung nicht erlaubt. Schalte am selben Stromkreis keinen Wasserkocher dazu.
Wie lange dauert es, bis der Käse geschmolzen ist?
Nach zehn Minuten Aufheizen auf höchster Stufe war der Käse bei uns in den mittleren Pfännli nach knapp vier Minuten geschmolzen und gebräunt, an den Enden nach gut viereinhalb Minuten.
Wie viel Raclettekäse braucht man pro Person?
Bei uns haben Erwachsene rund 220 bis 230 Gramm gegessen, Kinder etwa 120 Gramm. Wenn es nur Raclette gibt, rechne mit 200 bis 250 Gramm pro erwachsener Person.
Darf das Zubehör in den Geschirrspüler?
Wir waschen Pfännli und Grillplatten von Hand, weil die Antihaftbeschichtung so länger hält. Eine Viertelstunde in heissem Wasser mit Abwaschmittel einweichen, dann geht der Käse mit einem weichen Schwamm weg. Die Gehäuse nur feucht abwischen, wenn sie kalt sind.
