Kaffeevollautomaten bis 1000 Franken: Wer macht bei hartem Wasser den besten Cappuccino?

Sechs Maschinen, Wasser mit 34 °fH und acht Donnerstage Blinddegustation. Welche den besten Cappuccino macht, welche am wenigsten verkalkt und welche dich am wenigsten putzen lässt.

Sechs Kaffeevollautomaten stehen nebeneinander auf einer langen Holzabdeckung in einer alten Bauernküche, vor jeder Maschine eine Cappuccino-Tasse mit Nummernzettel, eine Frau mit kurzen grauen Locken und kariertem Schurz schreibt seitlich daneben in ein kariertes Heft

Am ersten Morgen ist im Stöckli die Sicherung geflogen. Sechs Kaffeevollautomaten, frisch ausgepackt, alle an derselben Steckdosenleiste, und ich habe sie der Reihe nach eingeschaltet. Bei der fünften war es dunkel. Ernst kam mit der Stalllampe herüber, hat die Maschinen gezählt und gesagt: «Sächs Stück. U mir hei nid emal sächs Tasse, wo zämepasse.»

Seither hat das Stöckli, die kleine Küche neben unserem Bauernhaus, einen zweiten Stromkreis. Vom 20. August bis zum 15. Oktober, 57 Tage lang, standen dort auf der alten Holzabdeckung nebeneinander: die Jura E4, die Jura ENA 4, die De'Longhi Magnifica Evo, die Philips 5500 LatteGo, die Siemens EQ.500 integral und die Melitta Barista TS Smart. Alle sechs kosten im Schweizer Handel weniger als 1000 Franken.

Die Frage dazu kommt in fast jedem zweiten Brief, den ihr mir schreibt, nur jedes Mal etwas anders formuliert: Welche Maschine macht den besten Cappuccino, verkalkt bei hartem Wasser am wenigsten und lässt dich pro Woche am wenigsten putzen? Die Magnifica Evo kennst du vielleicht aus meinem Einzeltest nach 386 Tassen. Was eine Maschine über 1000 Franken anders macht, steht im Bericht zur Jura E8. Diesmal ging es um die Klasse dazwischen, und um das Wasser, das bei uns aus der Leitung kommt.

TestsiegerSiemens EQ.500 integral (TQ507D03)
8,6
In keiner der drei Disziplinen schwach, beim Cappuccino weit vorne57 Tage, 399 Bezüge, beim Schreiben ab rund CHF 849
Cappuccino8,8
Kalk bei hartem Wasser8,3
Putzaufwand pro Woche8,6
Espresso8,2
Preis-Leistung7,7
Was für sie spricht
  • Zweitbester Cappuccino im Feld, der Schaum hielt 8 Minuten
  • autoMilk Clean dampft die Milchleitung nach jedem Getränk von selber durch
  • calc'nClean entkalkt und reinigt in einem Durchgang
  • Brühgruppe herausnehmbar, am Samstag in drei Minuten unter dem Hahn
Wo sie nachgibt
  • Cappuccino mit 60 °C eher lauwarm, die Tassen solltest du vorwärmen
  • Die Philips verkalkt mit ihrem Filter weniger und will weniger Putzzeit
  • Den feinsten und heissesten Schaum macht die Melitta
  • Kostet fast das Doppelte der Philips

Mein Fazit: Die EQ.500 integral ist die einzige Maschine im Feld, die beim Cappuccino, beim Kalk und beim Putzen gleichzeitig vorne mitspielt. Wer weniger ausgeben und noch weniger putzen will, nimmt die Philips 5500 LatteGo und lebt mit etwas gröberem Schaum.

PlatzModellNoteStärkste SeitePreis (Okt. 2026)
1Siemens EQ.500 integral8,6gut in allen drei Disziplinenrund CHF 849 bis 999
2Philips 5500 LatteGo8,5am wenigsten Kalk und Putzen mit Milchrund CHF 465 bis 649
3Melitta Barista TS Smart8,1bester Cappuccino im Testrund CHF 799 bis 999
4De'Longhi Magnifica Evo7,7kräftiger Espresso, tiefster Preisrund CHF 320 bis 450
5Jura E47,5bester Espresso, kein Entkalken mit Filterrund CHF 699 bis 800
6Jura ENA 47,1klein und schön, wenig Pflegerund CHF 599 bis 749

So lief der Test im Stöckli

Unser Wasser kommt aus der Quelle oberhalb vom Hof. Der Teststreifen, der jeder Maschine beiliegt, färbt sich bei uns bis zum letzten Feld, und mehr sagt er nicht. Für einen Vergleich, bei dem es um Kalk geht, war mir das zu grob. Also habe ich in der Drogerie in Langnau einen Tropftest gekauft. Du gibst Tropfen um Tropfen in ein Röhrchen mit Wasser, bis es von Rot auf Grün umschlägt, und jeder Tropfen zählt ein Grad.

Bei uns schlug es beim 34. Tropfen um. Das sind 34 °fH, rund 19 deutsche Grad. In der Schweiz gilt Wasser ab 25 °fH als ziemlich hart und ab 32 als hart. Wir liegen also in der oberen Liga, wie viele Höfe mit eigener Quelle im Emmental. Diesen Wert habe ich in allen sechs Maschinen eingestellt, bei den vier ohne Gradangabe auf der höchsten Stufe.

Kräftige ältere Frauenhände halten ein kleines Glasröhrchen mit grün verfärbtem Wasser über eine Holzabdeckung, daneben ein Tropffläschchen, ein kariertes Heft mit Bleistiftnotizen und der herausgezogene Wassertank einer schwarzen Jura E4
20. August, erster Morgen: Beim 34. Tropfen schlägt der Test auf Grün um. Unser Quellwasser hat 34 °fH.

Für alle sechs galt vom ersten Tag an dasselbe:

  • Bohnen und Milch: überall dieselbe mittlere Röstung vom Röster in Burgdorf und dieselbe Vollmilch aus unserer Dorfkäserei, frisch aus dem Kühlschrank.
  • Rhythmus: jede Maschine sieben Bezüge am Tag, davon vier Cappuccino und drei schwarze. Das ergibt 399 Bezüge pro Maschine und 2'394 im ganzen Test.
  • Zwei Phasen: vom 20. August bis zum 16. September ohne Wasserfilter, damit sich der Kalk zeigt. Vom 17. September bis zum Schluss mit dem Filter, den der Hersteller für die Maschine verkauft.
  • Messen: Küchenthermometer in der vorgewärmten Tasse, Stoppuhr für jede Handbewegung beim Putzen, und daneben wie immer mein kariertes Heft.

Der Cappuccino macht 40 Prozent der Note aus, Kalk und Putzaufwand je 30 Prozent. Der Preis zählt nicht in die Note, aber er zählt bei der Frage, wem ich welche Maschine empfehle. Wie wir sonst messen, steht unter So testen wir.

Getrunken haben die Emd-Helfer, die Landfrauen, unser Besuch, Ernst und ich. Ehrlich gesagt ist auch einiges in den Ausguss gegangen, und Ernst nennt das bis heute eine Sünde. Eine Sache muss ich vor allen Tabellen loswerden. Sie betrifft zwei der sechs Maschinen, und im Laden erwähnt sie selten jemand.

Der Haken bei den zwei Juras: kein Milchsystem

Die Jura E4 und die Jura ENA 4 machen Espresso, Ristretto und Kafi. Die E4 gibt dazu heisses Wasser aus, die ENA 4 nicht einmal das. Einen Milchschlauch, eine Karaffe oder eine Dampfdüse haben beide nicht. Wer bei ihnen auf «Cappuccino» drückt, sucht vergeblich nach der Taste.

Ich erwähne das so deutlich, weil mir drei Leserinnen in diesem Jahr genau das geschrieben haben. Sie haben eine Jura gekauft, weil der Name einen guten Ruf hat und der Preis passte, und zu Hause gemerkt, dass der Cappuccino fehlt. Jura verkauft dafür einen eigenen Milchschäumer, der beim Schreiben rund 200 Franken kostet. Mit der E4 bist du dann schon an der Grenze von 1000 Franken.

Für den Test habe ich neben die beiden Juras einen einfachen Induktions-Milchschäumer für rund 70 Franken gestellt. So konnte ich prüfen, wie ihr Espresso unter einem Milchschaum schmeckt. Das Ergebnis vorweg: als Grundlage ausgezeichnet, als Ablauf umständlich. Zwei Geräte, zwei Knöpfe, zweieinhalb Minuten pro Tasse, und ein Kännchen mehr zum Abwaschen.

Warum sie trotzdem im Vergleich stehen? Weil die E4 den besten Espresso im Feld macht und mit ihrem Filter überhaupt nicht entkalkt werden will. Für viele Leute, die nur schwarz trinken, ist das die eigentliche Antwort. Bei der Hauptfrage, dem Cappuccino, hatten aber die anderen vier einen klaren Vorsprung.

Der Cappuccino im Blindtest: acht Donnerstage mit den Landfrauen

Mein eigener Gaumen hat 25 Jahre Kafi in der Beiz hinter sich. Gerade deshalb wollte ich ihm nicht allein trauen. Also kamen an acht Donnerstagen um drei Uhr fünf Frauen vom Landfrauenverein ins Stöckli, dazu Ernst. Jede bekam sechs Cappuccini, die Nummer klebte unter der Untertasse, und ich stand mit dem Rücken zu ihnen an den Maschinen.

Benotet wurde von 1 bis 5. Dazu habe ich in jeder Tasse die Temperatur gemessen und mit der Stoppuhr festgehalten, wann der Schaum auf die Hälfte seiner Höhe zusammengefallen war.

ModellTemperatur in der TasseSchaum hältBlindnote (1 bis 5)Zeit pro Tasse
Melitta Barista TS Smart65 °C9 Min.4,358 s
Siemens EQ.500 integral60 °C8 Min.4,252 s
Jura E4 mit Milchschäumer64 °C6 Min.4,02 Min. 30 s
De'Longhi Magnifica Evo61 °C5 Min.3,761 s
Philips 5500 LatteGo63 °C4 Min.3,655 s
Jura ENA 4 mit Milchschäumer64 °C6 Min.3,62 Min. 40 s

Die Melitta hat den Blindtest knapp gewonnen. Ihr Schaum ist fein wie Rahm, sie macht ihn am heissesten, und sie hat zwei Bohnenkammern. So lag in der einen meine Burgdorfer Röstung und in der anderen eine dunkle für Ernst, ohne dass ich je umfüllen musste. Die Siemens lag in fünf von acht Runden nur ein Zehntel dahinter. Ihr Schaum ist ebenso fein, aber mit 60 Grad kommt der Cappuccino für meinen Geschmack zu kühl in die Tasse. Mit Tassen, die ich vorher mit heissem Wasser ausgespült hatte, ging es besser.

Mehrere ältere Frauen sitzen an einem Holztisch in einer Bauernküche vor sechs Cappuccino-Tassen auf Untertassen mit Nummernzetteln, eine hält ihre Tasse prüfend schräg, im Vordergrund steckt eine Frauenhand ein Küchenthermometer in einen Milchschaum
Donnerstag, 24. September: Blinddegustation im Stöckli. Die Nummern kleben unter den Untertassen, das Thermometer misst mit.

Bei der Philips sieht man den Unterschied mit blossem Auge. Das LatteGo-System schäumt ohne Schlauch direkt im Kännchen, und der Schaum hat grössere Blasen. Nach vier Minuten war er halb weg. Geschmeckt hat er trotzdem ordentlich, und er war mit 63 Grad schön warm. Die De'Longhi kenne ich vom Sommer: weicher Schaum, kräftiger Espresso darunter, solide.

Das Spannendste kam von der E4. Mit dem separaten Schäumer gab es die drittbeste Note, und zwar wegen des Kaffees, nicht wegen der Milch. Eine der Landfrauen hat es in einem Satz gesagt, den ich ins Heft geschrieben habe:

«Nummer vier isch dr bescht Kafi. Aber dr Schuum vo Nummer zwöi isch schöner.» Rosmarie, Bäuerin vom Nachbarhof, Donnerstag Nummer sechs

Nummer vier war an diesem Tag die E4, Nummer zwei die Siemens. Ein schöner Cappuccino nützt aber wenig, wenn die Maschine nach einem Winter mit unserem Wasser nur noch lauwarm tröpfelt.

Was 34 Grad Härte mit einer Maschine anrichten

Zuerst etwas, das ich in der Beiz mit dem Geschirrspüler gelernt habe und das kaum einer weiss: Keine dieser Maschinen misst den Kalk. Sie zählen das Wasser, das durchläuft, und rechnen mit der Härte, die du eingegeben hast. Meldet sich eine früher als die andere, heisst das nicht, dass sie schneller verkalkt. Es heisst nur, dass ihr Hersteller vorsichtiger rechnet.

Darum habe ich auf drei Dinge geschaut. Wie viel Handarbeit kostet ein Entkalken? Wie gut ist der Filter eingebunden, sodass du ihn nicht vergessen kannst? Und sieht man nach vier Wochen Kalk, wo man nicht hinkommt? Die erste Phase ohne Filter lief bis zum 16. September.

ModellOhne Filter: Entkalken verlangtProgramm, davon HandarbeitMit Filter (ab 17. Sept.)
Jura E4Tag 22, nach 152 Bezügen44 Min., 5 Min.CLARIS Smart+ per Chip erkannt, danach kein Entkalken mehr
Philips 5500 LatteGoTag 23, nach 158 Bezügen30 Min., 7 Min.AquaClean, laut Philips bis 5000 Tassen ohne Entkalken
Jura ENA 4Tag 19, nach 131 Bezügen41 Min., 9 Min.CLARIS Smart mini per Chip erkannt, kein Entkalken mehr
Siemens EQ.500 integralTag 25, nach 171 Bezügencalc'nClean 47 Min., 6 Min.Brita Intenza, Intervall deutlich länger
De'Longhi Magnifica EvoTag 27, nach 189 Bezügen25 Min., 8 Min.Filter im Menü aktivieren, Intervall länger
Melitta Barista TS SmartTag 20, nach 139 Bezügen30 Min., 10 Min.Pro Aqua im Menü aktivieren, Intervall länger

Die beiden Juras und die Philips liegen beim Kalk vorne, weil ihr Filter das Entkalken ganz ersetzt, solange du ihn wechselst, wenn die Maschine es sagt. Bei den Juras erkennt die Maschine die Patrone über einen Chip und zählt selber mit. Bei der ENA 4 musste ich wegen des kleinen Tanks mit 1,1 Litern während des Programms zweimal nachfüllen. Das erklärt ihre neun Minuten Handarbeit.

Die Siemens hat etwas, das ich mir bei allen gewünscht hätte. Ihr Programm calc'nClean entkalkt und reinigt in einem einzigen Durchgang. Es dauert zwar 47 Minuten, aber ich musste nur zweimal hin: Tablette und Pulver hinein, am Schluss Tank füllen. Mit dem Brita-Filter verlangte sie in der zweiten Phase kein weiteres Mal danach.

Bei der Melitta habe ich den Kalk tatsächlich gespürt, bevor sie sich gemeldet hat. Am Tag 18 lag der Cappuccino zwei Grad unter dem Wert vom Anfang, und am Kaffeeauslauf sass ein weisser Rand. Nach dem Entkalken waren die zwei Grad wieder da. Auch an der De'Longhi sah ich nach vier Wochen einen feinen Rand am Auslauf. Ihr Zähler hatte sich als letzter gemeldet, und das zeigt genau, was ich oben gemeint habe.

Drei Regeln für Emmentaler WasserMiss die Härte einmal richtig, mit einem Tropftest aus der Drogerie oder mit dem Wert deiner Gemeinde, und gib sie gleich beim Einrichten ein. Setz den Filter vom Hersteller ein und wechsle ihn, wenn die Maschine es verlangt, nicht zwei Wochen später. Und nimm nie Essig zum Entkalken: Er greift die Dichtungen an, und die Maschine riecht danach tagelang sauer.

Kalk ist allerdings nur der Teil der Pflege, der alle paar Wochen kommt. Der andere Teil kommt jeden Tag, und den habe ich mit der Stoppuhr gemessen.

Putzen mit der Stoppuhr: Wie viele Minuten pro Woche bleiben

Gezählt habe ich nur die Zeit, in der meine Hände etwas tun mussten. Tropfschale leeren, Trester leeren, Milchteile spülen, Brühgruppe herausnehmen, Programme starten. Die Zeit, in der eine Maschine allein vor sich hin spült, zählt nicht. Die Werte sind der Schnitt aus acht Wochen, gerechnet auf eine Woche mit 49 Bezügen.

ModellHandarbeit pro WocheWas am meisten Zeit kostet
Jura E46 Min.Trester und Tropfschale, Milchschäumer nicht mitgezählt
Jura ENA 48 Min.kleiner Tank, kleiner Tresterbehälter
Philips 5500 LatteGo11 Min.Brühgruppe am Samstag, LatteGo nur kurz unter den Hahn
Siemens EQ.500 integral13 Min.Milchbehälter täglich ausspülen
De'Longhi Magnifica Evo17 Min.Tropfschale jeden zweiten Tag, Ecken mit der Bürste
Melitta Barista TS Smart19 Min.Milchschlauch, Behälter und wöchentliches Programm

Unter den vier Maschinen mit Milch ist die Philips die bequemste, und das hat einen einfachen Grund. Das LatteGo-Kännchen besteht aus zwei Teilen ohne einen einzigen Schlauch. Ich habe es nach dem letzten Cappuccino am Abend 20 Sekunden unter den Hahn gehalten, fertig. Wer will, stellt es in den Geschirrspüler.

Die Siemens kommt nah heran, weil sie die Milchleitung nach jedem Getränk von selber mit Dampf durchbläst. Du hörst ein kurzes Zischen, und die Leitung ist frei. Übrig bleibt der Milchbehälter, den ich jeden Abend ausgespült habe, und die Brühgruppe am Samstag. Die zieht sich bei Siemens, Philips, De'Longhi und Melitta mit einem Griff heraus, bei den Juras nicht. Dort reinigt ein Tablettenprogramm von innen.

Eine Frau mit kurzen grauen Locken, blauer Bluse und hochgekrempelten Ärmeln spült an einem alten Steinspülbecken die herausgenommene Brühgruppe einer Siemens-Kaffeemaschine ab, daneben trocknen die zwei Teile eines Philips-LatteGo-Milchkännchens auf einem karierten Geschirrtuch, auf der Abdeckung liegt eine Stoppuhr
Samstag, 3. Oktober, Putzmorgen: Die Siemens-Brühgruppe unter dem Hahn, das LatteGo-Kännchen trocknet daneben, die Stoppuhr läuft.

Die Melitta hat für ihren schönen Schaum am meisten verlangt. Der Milchschlauch will täglich gespült werden, der Behälter auch, und einmal pro Woche läuft ein Reinigungsprogramm für das Milchsystem, bei dem du danebenstehen musst. 19 Minuten pro Woche sind keine Ewigkeit, aber über ein Jahr sind es gut 16 Stunden, fast sieben Stunden mehr als bei der Philips.

Und dann war da noch der Kaffeesatz. In 57 Tagen kamen gut 40 Kilo nasser Trester zusammen. Alles ging auf Ernsts Kompost, und der hat noch nie so gut gerochen. Ernst behauptet, die Rosen am Gartenzaun hätten im September nochmals angefangen zu blühen. Ob das am Kaffee lag, kann ich nicht messen. Messen konnte ich aber, welche Maschine zu welchem Haushalt passt.

Für wen sich welche Maschine lohnt

Siemens EQ.500 integral: für Familien, die täglich Cappuccino trinken

Feiner, stabiler Schaum, ein Milchsystem, das sich nach jedem Getränk selber durchbläst, und ein Programm, das Entkalken und Reinigen in einem Schritt erledigt. Das Keramikmahlwerk ist leise, und der Milchbehälter gehört fest zum System, du hängst keinen Schlauch in eine Packung. Zwei Tassen gleichzeitig kann sie auch. Ihr einziger echter Mangel ist die Temperatur: Wer seinen Cappuccino heiss mag, wärmt die Tasse vor. Beim Espresso liegt sie hinter der E4 und der De'Longhi, aber ohne zu enttäuschen.

Philips 5500 LatteGo: für alle, die am wenigsten putzen wollen

Seit der AquaClean-Filter drin war, musste ich nie mehr an Kalk denken, und das Milchkännchen ist in 20 Sekunden sauber. Sie ist dazu angenehm leise beim Brühen und kostet fast die Hälfte der Siemens. Dafür ist der Schaum gröber und fällt schneller zusammen. Für einen Haushalt, der Cappuccino trinkt, aber keine Latte-Art macht, ist sie das vernünftigste Gerät im Feld.

Melitta Barista TS Smart: für Milchliebhaber mit Geduld

Den besten Cappuccino im Blindtest, den heissesten dazu, zwei Bohnenkammern, Profile für mehrere Personen und eine App, wenn du eine willst. Bei hartem Wasser hat sie als einzige spürbar an Temperatur verloren, bevor sie sich meldete, und beim Putzen braucht sie am meisten Zeit. Wer gern an seiner Maschine herumstellt und dafür den schönsten Schaum bekommt, wird mit ihr glücklich.

De'Longhi Magnifica Evo: für ein kleines Budget

Sie kostet weniger als die Hälfte der Siemens, macht einen kräftigen Espresso und einen ordentlichen Cappuccino aus der Karaffe. Die Tropfschale ist schnell voll, und der Filter will im Menü aktiviert sein, sonst rechnet die Maschine ohne ihn. Meinen ganzen Bericht nach sieben Wochen findest du im Test der Magnifica Evo.

Jura E4: für Leute, die schwarz trinken

Der beste Espresso und der beste Kafi Crème im Feld, mit dem Filter kein Entkalken und die wenigste Putzzeit. Dazu ein Kundendienst in der Schweiz. Wer nie Milch will, sollte sich hier nicht von Platz fünf abschrecken lassen. Der kommt nur vom fehlenden Cappuccino, und der zählte in diesem Test nun einmal am meisten.

Jura ENA 4: für kleine Küchen und Einzelpersonen

Sie ist die schönste und schmalste Maschine im Test und braucht kaum Pflege. Aber der Tank mit 1,1 Litern und der Bohnenbehälter mit 125 Gramm sind für einen Haushalt mit mehreren Kaffeetrinkern zu klein. Heisses Wasser für einen Tee gibt sie nicht aus. Für eine Person in einer Stadtwohnung, die zwei Espressi am Tag trinkt, ist sie genau richtig.

Was die Maschinen kosten und wann du zuschlägst

Kaffeevollautomaten gehören zu den Geräten, die rund um den Black Friday am 27. November am häufigsten reduziert werden. Galaxus, Digitec, Fust, Interdiscount und MediaMarkt ziehen meist gleichzeitig mit, und auch die Coop City hat Kaffeevollautomaten im Sortiment. Die rechte Spalte ist meine persönliche Schwelle. Darunter würde ich nicht länger warten.

ModellBeim SchreibenZuschlagen ab
Siemens EQ.500 integral (TQ507D03)rund CHF 849 bis 999unter CHF 800
Philips 5500 LatteGo (EP5546/70)rund CHF 465 bis 649unter CHF 450
Melitta Barista TS Smartrund CHF 799 bis 999unter CHF 750
De'Longhi Magnifica Evo (ECAM290.61.B)rund CHF 320 bis 450unter CHF 330
Jura E4rund CHF 699 bis 800unter CHF 650
Jura ENA 4rund CHF 599 bis 749unter CHF 580

Schau bei der Siemens auf die genaue Modellnummer. Unter dem Namen EQ.500 integral laufen mehrere Varianten mit mehr Getränken und Farben, manche davon deutlich über 1000 Franken. Für den Cappuccino und das Milchsystem ist das egal. Rechne beim Kaufpreis zudem die Filter für das erste Jahr mit ein: Bei 34 °fH und unserem Rhythmus sind das je nach Marke 80 bis 120 Franken. Das ist mehr als bei weichem Wasser, aber deutlich weniger als ein Brühsystem, das der Kalk zugesetzt hat.

Wer im Stöckli gewonnen hat, und warum

Die Siemens EQ.500 integral gewinnt, weil sie alle drei Teile der Frage beantwortet. Sie macht einen Cappuccino, der im Blindtest fast so gut war wie der beste, sie hält unser hartes Wasser mit Filter und calc'nClean gut aus, und sie lässt dich pro Woche kaum mehr putzen als die bequemste Maschine. Die Philips liegt nur einen Zehntel dahinter, für knapp die Hälfte des Geldes. Die Melitta macht den schönsten Schaum und will dafür am meisten Pflege.

Nimm die Siemens EQ.500 integral, wennbei euch jeden Tag mehrere Cappuccini rauslaufen, dein Wasser hart ist, du nach dem Kaffee nicht noch Schläuche spülen magst und das Budget bis knapp 1000 Franken reicht.
Greif zu einer anderen, wenndu am wenigsten putzen und ausgeben willst (Philips), den feinsten und heissesten Schaum suchst (Melitta), mit 400 Franken auskommen musst (De'Longhi) oder fast nur Espresso und Kafi Crème trinkst (Jura E4).

Seit dem 16. Oktober ist das Stöckli wieder still, und Ernst hat seine Steckdosen zurück. Zwei der Landfrauen haben sich in der Zwischenzeit eine Maschine aus dem Test gekauft. Rosmarie die Philips, weil sie nach eigenen Worten «im Läbe gnue putzt het», und die Präsidentin die Siemens. Beide haben mich gefragt, ob sie am Donnerstag trotzdem weiter ins Stöckli kommen dürfen.

Was ich als Nächstes in die Küche stelle, siehst du unter laufende Tests. Und wer seinen Cappuccino lieber gleich ohne Kompromisse will, findet in meinem Test der Jura E8, was die Klasse darüber kann.

Häufige Fragen zu Kaffeevollautomaten bei hartem Wasser

Welcher Kaffeevollautomat eignet sich am besten für hartes Wasser?

In unserem Vergleich mit Wasser von 34 °fH kamen die Jura E4, die Jura ENA 4 und die Philips 5500 LatteGo am besten mit Kalk zurecht. Ihr Filter ersetzt das Entkalken ganz, solange du ihn rechtzeitig wechselst. Unter den Maschinen mit gutem Cappuccino war die Siemens EQ.500 integral dank calc'nClean und Brita-Filter am pflegeleichtesten beim Kalk.

Muss ich mit Wasserfilter noch entkalken?

Das hängt von der Marke ab. Jura verlangt mit der CLARIS-Patrone kein Entkalken, Philips verspricht mit AquaClean bis zu 5000 Tassen ohne Entkalken, wenn du den Filter bei jeder Meldung wechselst. Bei Siemens, De'Longhi und Melitta verlängert der Filter den Abstand bis zum Entkalken deutlich, ersetzt es aber nicht ganz.

Haben die Jura E4 und die Jura ENA 4 einen Milchaufschäumer?

Nein. Beide machen nur Espresso, Ristretto und Kafi, die E4 dazu heisses Wasser. Für Cappuccino brauchst du einen separaten Milchschäumer, etwa den von Jura für rund 200 Franken oder ein einfaches Gerät ab etwa 70 Franken.

Siemens EQ.500 oder Philips 5500: Welche lohnt sich mehr?

Wenn der Cappuccino für dich das Wichtigste ist, die Siemens. Ihr Schaum ist feiner und hält doppelt so lange. Wenn du möglichst wenig putzen und ausgeben willst, die Philips: Sie kostet fast die Hälfte, ihr Milchkännchen ist in 20 Sekunden sauber, und mit dem AquaClean-Filter musst du bei hartem Wasser nicht entkalken.