Jura E8 im Test: Was kann sie, das eine Maschine für 350 Franken nicht kann?

Die neue Jura E8 kostet dreimal so viel wie die De'Longhi, die vorher bei uns stand. Nach 412 Tassen weiss ich, wofür du den Aufpreis zahlst und wofür nicht.

Käthi trägt am Bettag ein Tablett mit Cappuccino-Tassen von der schwarzen Jura E8 weg, hinten sitzen Verwandte am langen Stubentisch mit Zwetschgenwähe

Am Bettag sassen dreizehn Leute an unserem Tisch. Ernsts Geschwister mit Anhang, die Nachbarn vom oberen Hof und Seline, die aus Bern heraufgekommen war, weil es Zwetschgenwähe gab.

Um halb drei kam die Frage, die in jeder Emmentaler Stube um diese Zeit kommt: «Wer nimmt no e Kafi?» Dreizehn Hände gingen hoch. Gewünscht wurden elf verschiedene Getränke.

In der Beiz hatte ich für so etwas eine Siebträgermaschine und zwei flinke Hände. An diesem Sonntag hatte ich die neue Jura E8, seit sieben Wochen in unserer Küche, und mein kariertes Heft.

Am Ende standen 17 Getränke in 38 Minuten drin, darunter sechs Cappuccino, drei Latte macchiato und ein Glas heisse Milch für den Jüngsten am Tisch. Die Maschine hat keinen Moment geschwächelt. Ich schon, beim Tragen.

Skeptisch war ich trotzdem, als der Karton kam. Im Sommer davor stand bei uns die De'Longhi Magnifica Evo, gekauft für rund 330 Franken, und ihr Espresso war sehr gut. Die E8 kostet 1'150 Franken. Ernst hat die Frage so gestellt, wie nur er sie stellen kann: «Was macht die für 800 Franken meh? Melkt si ou?»

Unser Urteil8 Wochen, 412 Tassen

Jura E8 Piano Black (SD), Modelljahr 2025

Die fünfte Generation des erfolgreichsten Jura-Modells. Hervorragender Milchschaum, 27 Getränke, leises Mahlwerk. Die neuen Extras Light Brew und Sweet Foam sind nett, aber kein Kaufgrund.

8,6
Teuer, aber bei Milchgetränken jeden Franken spürbarPreis beim Schreiben: rund CHF 1'139 bis 1'250, je nach Farbe und Händler
Espresso8,6
Milchschaum9,4
Bedienung8,8
Pflegeaufwand8,7
Preis/Leistung6,9
Das hat uns gefallen
  • Feinporiger, heisser Milchschaum direkt aus der Packung
  • Mahlwerk leise genug für einen Hof um fünf Uhr früh
  • 27 Getränke, klar sortiert auf dem Farbdisplay
  • Milchsystem reinigt sich auf Knopfdruck, der Filter wird automatisch erkannt
  • Hersteller und Kundendienst in der Schweiz
Das könnte besser sein
  • Kostet dreimal so viel wie ein guter Einsteiger
  • Im Karton liegt kein Milchbehälter, nur ein Schlauch
  • Coffee Timer und App nur mit dem Wi-Fi-Modul, das extra kostet
  • Light Brew kommt lauwarm aus dem Auslauf
  • Zwei Milchgetränke gleichzeitig gehen nicht

Unser Fazit: Wo jeden Tag mehrere Leute verschiedene Milchgetränke wollen, ist die E8 eine Maschine für viele Jahre. Wer fast nur Espresso trinkt, spart sich den Aufpreis und nimmt eine günstigere.

Welche E8 wir getestet haben, und warum das wichtig ist

Die E8 gibt es seit Jahren, und genau das macht den Kauf heikel. Im Handel stehen mehrere Generationen nebeneinander, und sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Unsere ist die aktuelle, das Modelljahr 2025, auf der Schweizer Jura-Seite als «E8 Piano Black (SD)» mit der Artikelnummer 15746 geführt. Daneben gibt es sie in Midnight Silver, Cosmic Black und Piano White, alle mit dem Kürzel SD.

Die Vorgängerin mit dem Kürzel EC wird noch abverkauft, in Piano Black beim Schreiben ab etwa 920 Franken. Sie hat dasselbe Grundgerüst und ebenfalls das Mahlwerk P.A.G.2, macht aber 17 statt 27 Getränke und kennt weder Light Brew noch Sweet Foam. Schau beim Kauf jedenfalls auf das Kürzel in Klammern, nicht nur auf die Farbe.

Gekauft haben wir die Piano Black im Juli im Onlineshop von Jura, zum Listenpreis von 1'150 Franken. Die anderen drei Farben kosten dort 1'250 Franken, bei Schweizer Onlinehändlern findest du sie teils etwas günstiger. Und falls du wie ich gedacht hast, sie komme aus dem Solothurnischen: Entwickelt und betreut wird sie in Niederbuchsiten, gebaut laut Datenblatt in Portugal.

Einrichten: Filter rein, Schlauch in die Milch

Die Maschine wiegt zehn Kilo. Sie ist 27 Zentimeter breit, knapp 35 hoch und 45 tief. Zwischen unserer Arbeitsplatte und dem Oberschrank bleiben 45 Zentimeter. Das reicht, nur zum Auffüllen der Bohnen ziehe ich sie ein Stück nach vorne, weil der Deckel oben aufklappt.

Unser Quellwasser ist hart, der Teststreifen verfärbte sich wie schon beim letzten Test bis zum obersten Feld. Bei der E8 spielt das weniger Rolle, als ich dachte. Die Filterpatrone CLARIS Smart+ steckt im Tank, die Maschine erkennt sie über einen Chip und spült sie selber ein. Solange du mit Filter arbeitest und ihn rechtzeitig wechselst, verlangt sie laut Jura kein Entkalken.

Die grösste Überraschung beim Auspacken: Im Karton liegt ein Milchschlauch mit Anschlussteil, ein Becher für die Reinigung des Milchsystems, ein Sirupaufsatz, Reinigungstabletten und ein Filter. Einen Milchbehälter findest du nicht.

Der Schlauch kommt direkt in die Packung oder in einen Krug. Wir nehmen die Milch aus der Dorfkäserei, also habe ich ein altes Glaskrüglein mit fünf Deziliter aus dem Schrank geholt. Es steht über Nacht im Kühlschrank und morgens neben der Maschine.

Ein Milchschlauch führt aus einem kleinen Glaskrug mit Käsereimilch zum verchromten Milchauslauf der schwarzen Jura E8 auf einer Holzarbeitsplatte, eine wettergegerbte Männerhand stellt den Krug hin
Kein Behälter im Karton: Bei uns hängt der Schlauch im alten Glaskrüglein.

Das Mahlwerk P.A.G.2 hat sieben Stufen. Ich habe es ab Werk genau eine Stufe feiner gestellt, während es lief. Nach zwei Tagen und 24 Tassen stand die Einstellung. Dann konnte das eigentliche Heft beginnen.

Espresso und Kafi Crème: gut, aber nicht der Grund

Ich sage es gleich, damit niemand enttäuscht ist: Beim reinen Espresso ist die E8 nicht dreimal besser als die De'Longhi. Sie ist einen Hauch runder, die Crema ist feiner und hält etwas länger.

In einem kleinen Blindtest haben Ernst und Seline zwölf Espressi aus beiden Maschinen probiert. Sieben davon haben sie richtig zugeordnet. Das ist knapp über Raten.

Mit unserer Bohne vom Röster in Burgdorf lag der Espresso bei Stärke 7 von 10 und 40 Milliliter im Schnitt bei 4,3 Punkten. In einer vorgewärmten Tasse zeigte das Thermometer 64 °C, mit der höchsten der drei Temperaturstufen.

Beim Kafi Crème gefällt mir die Jura besser. Die Taste «Kaffee» habe ich auf 125 Milliliter und Stärke 8 eingestellt, der Durchschnitt über 58 Tassen lag bei 4,1. Für Ernsts grosses Chacheli nehme ich den Americano: Da läuft ein Teil des Wassers am Kaffeepulver vorbei direkt in die Tasse, so wird der Kaffee gross, ohne bitter zu werden.

«Dä isch rächt. Aber für das Gäld sött si mer no d Stallstifle putze.» Ernst, Eintrag 96, 5.14 Uhr

Wenn es also nicht der Espresso ist, wofür zahlst du dann? Die Antwort stand nach zwei Wochen dick unterstrichen im Heft.

Milchschaum: Hier stecken die 800 Franken

Der Cappuccino dauert von Knopfdruck bis Tasse 68 Sekunden. Zuerst kommt der Milchschaum, dann der Espresso, alles aus demselben Auslauf, der sich in der Höhe verstellen lässt. Der Schaum ist so feinporig, dass ich mit einem Löffel kaum Blasen finde.

Das Thermometer zeigte im Schnitt 67 °C, sechs Grad mehr als bei der günstigen Maschine. Seline findet das zu heiss, ich finde es genau richtig. Ernst findet, das sei Frauensache.

Was mich wirklich überzeugt hat, ist die Ausdauer. Der Schaum stand im Latte-macchiato-Glas neun Minuten, bevor er merklich zusammenfiel. Und die Qualität blieb von der ersten bis zur letzten Tasse gleich, auch am Bettag nach Getränk Nummer 17.

Es gibt Cappuccino, Latte macchiato, Flat White, Cortado und Espresso macchiato, dazu eine Portion Milchschaum und heisse Milch. Jede Taste lässt sich anpassen, Milchmenge, Kaffeemenge und Stärke. Zwei Milchgetränke auf einmal kann die E8 nicht, zwei Espressi oder zwei Kaffees schon.

Bei dreizehn Gästen heisst das: Tasse unterstellen, Knopf drücken, nächste Tasse bereithalten. Für 17 Getränke brauchte ich 38 Minuten, einmal Wasser nachfüllen und einmal den Trester leeren inklusive.

Käthi hält ein Küchenthermometer in einen frischen Cappuccino unter dem Auslauf der schwarzen Jura E8, ihre Tochter lehnt mit verschränkten Armen an der Arbeitsplatte und schaut zu
67 °C im Cappuccino. Seline hätte gern fünf Grad weniger.
Mein Rat für MilchtrinkerNimm Milch mit mindestens 3,5 Prozent Fett und stell sie erst hin, wenn du den Knopf drückst. Der Schlauch soll bis auf den Boden des Krugs reichen, sonst zieht er am Schluss Luft und der letzte Schaum wird dünn. Und spül das Milchsystem, sobald die Maschine danach fragt, nicht erst am Abend.

Light Brew und Sweet Foam: das Neue an der Generation 2025

Die neue E8 ordnet ihre Getränke in drei Gruppen. «Hot Brew» ist alles Klassische. Light Brew braut mit weniger Kaffeepulver und tieferer Temperatur. Das Ergebnis ist mild und sofort trinkbar, bei uns kamen 57 °C in der Tasse an. Ernst hat einen Schluck genommen, das Gesicht verzogen und gefragt, ob die Heizung kaputt sei.

Seline hat den Sinn der Sache an einem heissen Nachmittag im August gefunden. Sie liess einen Light Brew Flat White direkt über Eiswürfel laufen, und weil er nicht kochend heiss ist, schmelzen die Würfel langsamer. Seither nennt sie ihn ihren «Eiskafi für Faule».

Sweet Foam heisst: Ein Sirupaufsatz sitzt am Milchschlauch, und die Maschine mischt Sirup direkt in den Schaum. Mit Karamellsirup war das gleichmässiger gesüsst als mit dem Löffel hinterher. Der gesüsste Schaum hielt allerdings nur gut fünf statt neun Minuten, und den Aufsatz spülst du jeden Abend von Hand. Kein Grund, die neue statt der alten E8 zu kaufen.

Leise genug für den Hof um fünf Uhr

Das Mahlwerk war mir fast wichtiger als der Schaum. Auf einem Meter Abstand zeigte unser Schallpegelmesser 65 dB, vier weniger als bei der De'Longhi, und nach neun Sekunden ist Ruhe. Seline verbringt die Semesterferien bei uns, ihr Zimmer liegt direkt über der Küche. Sie hat in all den Wochen nicht einmal gemerkt, dass unten um zehn nach fünf jemand Kaffee macht.

Aus dem ausgeschalteten Zustand bis zur ersten Tasse vergingen 52 Sekunden, samt Spülung. Unser Messgerät zeigte an normalen Tagen mit zwölf bis fünfzehn Getränken 0,17 kWh. Aufs Jahr gerechnet sind das bei unserem Tarif knapp 20 Franken Strom.

Den Coffee Timer haben wir nicht getestet, dafür brauchst du das separat verkaufte Wi-Fi-Modul Connect V2 und die App J.O.E. Ernst hat die Idee mit einem Satz beerdigt: «I bi scho wach, bevor dä Timer wach isch.» Alles andere stellst du direkt an der Maschine ein.

Pflege: Was die Maschine macht und was an dir hängen bleibt

Hier muss man die Jura anders denken als die meisten Automaten unter 500 Franken. Die Brühgruppe kannst du nicht herausnehmen und unter dem Hahn abspülen.

Jura setzt auf ein Reinigungsprogramm mit Tabletten. Ich war skeptisch, weil ich gerne sehe, was ich putze. Nach acht Wochen roch innen nichts, und der Kaffee schmeckte am letzten Tag so wie am zweiten.

Was an dir hängen bleibt: Jeden Abend das Milchsystem reinigen. Du steckst den Schlauch in den mitgelieferten Becher mit Wasser und einer Mini-Tablette, drückst eine Taste und wartest zwei Minuten. Der Tresterbehälter fasst 16 Portionen, am Bettag meldete er sich bei Getränk 16 auf den Punkt. Das volle Reinigungsprogramm verlangte die Maschine bei uns nach 212 Bezügen, es dauerte rund 20 Minuten.

Ein herausgezogener Tresterbehälter voller Kaffeesatz-Puks steht auf der Holzarbeitsplatte vor der schwarzen Jura E8, daneben ein Stapel benutzter Tassen und Teller mit Wähenresten
Bettag, Getränk 16: Der Tresterbehälter ist voll, die Wähe fast weg.

Die Filterpatrone meldete sich nach sechseinhalb Wochen. Das ist bei hartem Wasser und vielen Getränken eher früh. Ich habe ausgerechnet, was bei uns pro Woche zusammenkommt, bei rund 90 Getränken.

PostenWie oft bei unsKosten pro Woche
Filter CLARIS Smart+ (3er-Pack ab ca. 38 Franken)alle 6 bis 7 Wochenca. 1.95 Franken
Reinigungstabletten (25 Stück ab ca. 33 Franken)alle 2 bis 3 Wochenca. 0.55 Franken
Milchsystem-Reiniger Mini-Tabs (90 g ab ca. 15 Franken)jeden Abendca. 0.90 Franken
Stromtäglichca. 0.37 Franken
Total Pflege und Stromrund 90 Getränkeca. 3.75 Franken, also gut 4 Rappen pro Tasse

Dazu kommen Bohnen und Milch. Ein Cappuccino mit 9,5 Gramm Bohnen zu 34 Franken das Kilo und gut einem Deziliter Käsereimilch kostet uns rund 55 Rappen. Im Restaurant in Langnau zahlst du für denselben Cappuccino 5.20 Franken.

Wer zu zweit täglich je zwei Milchgetränke trinkt und sonst ins Café ginge, hat die ganze Maschine nach gut zwei Monaten wieder drin. Den Aufpreis gegenüber der günstigen De'Longhi holst du über den Preis pro Tasse nie herein, nur über den Schaum.

Technische Daten

WasJura E8 (SD), Modelljahr 2025
Masse (Breite, Höhe, Tiefe)27 × 34,8 × 44,6 cm, 10 kg
Getränke27, davon 7 als Light Brew und 6 als Sweet Foam
MahlwerkP.A.G.2, 7 Mahlgradstufen
Kaffeestärke und Temperatur10 Stufen, Brühtemperatur 3 Stufen
Wassertank, Bohnen, Trester1,9 Liter, 280 g, 16 Portionen
MilchMilchsystem HP3 mit Schlauch, kein Behälter im Lieferumfang
Display3,5-Zoll-Farbdisplay mit Tasten links und rechts
Leistung, Stand-by1450 W, 0 W
Lautstärke Mahlwerk, eigene Messung auf einem Meter65 dB
Erste Tasse ab ausgeschaltet, eigene Messung52 Sekunden

Wie wir Dezibel, Grad und Kilowattstunden messen, steht unter So testen wir.

Lohnt sich das Warten auf den Black Friday?

Jura hält seine Preise in der Schweiz stabil, im eigenen Shop gibt es selten grosse Rabatte. Die Händler machen trotzdem Aktionen. Letzten November hat Fust die ältere E8 in einem Black-Friday-Vorverkauf für 999.95 statt 1'399.90 Franken angeboten, das hat die Schnäppchenseite Preispirat festgehalten. Die neue Generation war damals gerade erst im Handel, echte Erfahrungswerte zu ihrem Black-Friday-Preis gibt es also noch keine.

Beim Schreiben liegt die neue E8 im Preisvergleich zwischen 1'139 Franken für Piano White und rund 1'250 Franken für Midnight Silver, die Piano Black kostet bei Jura 1'150 Franken. Meine Schwellen, abgeleitet aus den Zahlen, die ich gesehen habe:

  • Neue E8 (SD) unter 1'050 Franken: ein guter Preis, da würde ich nicht mehr warten.
  • Neue E8 (SD) unter 1'000 Franken: sofort zugreifen, das haben wir für diese Generation noch nicht gesehen.
  • Ältere E8 (EC) um 900 Franken: die vernünftigere Wahl, wenn dir Light Brew und Sweet Foam egal sind. Nur solange Lager da ist.

Als Geschenk eignet sie sich für Eltern, die morgens zu zweit verschiedene Milchgetränke wollen, oder für eine Familie, die zusammenlegt. Für jemanden, der nur Espresso trinkt, ist sie zu viel Geld.

Wer sie schenkt, legt am besten etwas dazu: einen Milchbehälter, zum Beispiel den gekühlten Cool Control mit 0,6 Liter ab etwa 150 Franken, oder ein schlichtes Glaskrüglein. Dazu einen Dreierpack Filter und ein Kilo Bohnen vom Röster aus der Region. Dann steht am 25. Dezember niemand vor der Maschine und sucht, wohin der Schlauch gehört.

Bevor du den Karton wegwirfstEin Widerrufsrecht wie in Deutschland kennt das Schweizer Recht für Onlinebestellungen nicht. Massgebend sind die Bedingungen des Shops. Galaxus etwa nimmt die meisten Produkte 30 Tage zurück, verlangt aber die Originalverpackung und zieht bei geöffneter oder benutzter Ware mindestens zehn Prozent ab. Behalte also den Karton samt Styropor, bis klar ist, dass die Maschine bleibt. Die zwei Jahre Gewährleistung zählen ab dem Kaufdatum, nicht ab Heiligabend. Leg die Quittung zur Bedienungsanleitung.

Für wen ich sie empfehle und für wen nicht

Sie gehört zu dir, wennbei euch täglich Cappuccino, Latte macchiato und Kafi Crème für mehrere Leute rauslaufen, du Wert auf leisen Betrieb und wenig Handarbeit legst und die Maschine zehn Jahre stehen soll.
Spar dir das Geld, wenndu fast nur Espresso trinkst, die Brühgruppe selber unter dem Hahn spülen willst, das Budget bei 500 Franken endet oder du den Kaffee per App vom Bett aus starten möchtest, ohne noch ein Modul zu kaufen.

Die Alternativen

  • De'Longhi Magnifica Evo mit Karaffe (ab ca. 320 Franken): Sehr guter Espresso, Milchschaum ordentlich, aber kühler und weniger fein. Mein ausführlicher Bericht steht hier: die Magnifica Evo nach 386 Tassen.
  • Jura E8 (EC), Vorgängerin (ab ca. 920 Franken): Gleiches Grundgerüst, 17 Getränke, ohne Light Brew und Sweet Foam. Solange sie im Handel ist, das beste Verhältnis von Preis und Milchschaum bei Jura.
  • Philips 5500 LatteGo (ab ca. 465 Franken): Milchsystem ohne Schläuche, in Sekunden sauber. Der Schaum ist gröber, der Espresso etwas flacher.

Weitere Küchengeräte, die bei uns auf dem Hof durch den Alltag mussten, findest du im Ratgeber, darunter auch den Thermomix TM7, den ich im Frühling getestet habe.

Mein Urteil nach 412 Tassen

Ernsts Frage war berechtigt, und die Antwort ist einfacher, als ich dachte. Die 800 Franken Aufpreis stecken nicht im Espresso. Sie stecken im Milchschaum, der heiss, fein und stabil aus jeder Tasse kommt, im Mahlwerk, das niemanden weckt, und in einer Maschine, die einen Sonntag mit dreizehn Gästen ohne Murren durchhält.

Wer das jeden Tag braucht, bekommt mit der E8 ein Gerät, das seinen Preis über die Jahre abarbeitet. Wer morgens allein einen Espresso trinkt, zahlt für Dinge, die er nie drückt. Ernst hat übrigens am Bettag, als der letzte Gast gegangen war, heimlich einen Cappuccino gemacht. Eingetragen hat er ihn auch: «5 Punkte. Aber nume wäg em Schuum.»

Häufige Fragen zur Jura E8

Was ist der Unterschied zwischen der neuen Jura E8 (2025) und der alten E8 (EC)?

Die neue Generation mit dem Kürzel SD oder ED macht 27 statt 17 Getränke und bringt die Funktionen Light Brew, Sweet Foam und den Coffee Timer mit. Grundgerüst, Tank, Bohnenbehälter und Mahlwerk P.A.G.2 sind gleich. Wer auf die Extras verzichten kann, fährt mit der älteren EC günstiger, solange sie noch verkauft wird.

Ist bei der Jura E8 ein Milchbehälter dabei?

Nein. Im Lieferumfang ist nur ein Milchschlauch mit Anschlussteil. Du steckst ihn direkt in die Milchpackung oder in einen Krug. Jura verkauft einen Glas-Milchbehälter und den gekühlten Cool Control separat.

Kann man die Jura E8 mit dem Handy steuern?

Ja, aber nur mit dem Wi-Fi-Modul Connect V2, das separat verkauft wird. Dann funktionieren die App J.O.E. und der Coffee Timer. Ohne Modul stellst du alles direkt am Display ein.

Muss man die Jura E8 entkalken?

Solange du mit der Filterpatrone CLARIS Smart+ arbeitest und sie wechselst, wenn die Maschine es meldet, verlangt die E8 laut Jura kein Entkalken. Ohne Filter meldet sie sich je nach Wasserhärte. Das Reinigungsprogramm mit Tabletten brauchst du so oder so, bei uns nach 212 Bezügen.

Wann ist die Jura E8 am günstigsten?

Grössere Rabatte gab es bisher vor allem bei Händleraktionen rund um den Black Friday, letztes Jahr allerdings für die ältere Generation. Für die neue E8 halten wir alles unter 1'050 Franken für gut.