Die Beraterin hatte ihren Laptop noch nicht zugeklappt, da stand Ernst schon in den Stallstiefeln unter der Küchentür. Er schaute auf das schwarze Gerät, dann auf mich und fragte nur: «Und wer macht jetzt am Sonntag die Rösti?»
Eine berechtigte Frage. Ich stand 25 Jahre am Herd einer Emmentaler Landbeiz, und in all den Jahren ist kein einziges Gericht aus einer Maschine gekommen, die mit mir redet. Genau deshalb wollte das Team, dass ich den Thermomix TM7 teste. Nicht in einer Vorführküche, sondern auf unserem Hof oberhalb von Langnau, wo um halb sieben gegessen wird, egal ob das Heu drin ist oder nicht.
Sechs Wochen, 53 Gerichte, ein Heuet mit sieben hungrigen Leuten am Tisch. Hier steht, was ich gelernt habe, und die Rechnung, die du vor dem Kauf machen solltest.
Vorwerk Thermomix TM7
Ein zweiter Koch für Saucen, Suppen und Teige. Ruhiger und einfacher als der TM6, aber in der Schweiz nochmals teurer.
- Sauce hollandaise, die nie gerinnt
- Grosses Display, das auch mit Mehlfingern reagiert
- Auf kleiner Stufe leise genug fürs Telefon nebenher
- Freies Anbraten bis 160 °C ohne Rezept
- 2,2 Liter reichen nicht für eine Heuet-Mannschaft
- Schwerer Mixtopf, zum Ausgiessen braucht es zwei Hände
- Wandert beim Kneten von festem Zopfteig
- Viel vom Charme hängt am Cookidoo-Abo
Unser Fazit: Für einen Haushalt mit zwei bis vier Personen, der fast jeden Abend kocht und dabei Zeit am Herd sparen will, gibt es für diesen Zweck derzeit nichts Besseres als den TM7. Wer für grosse Runden kocht oder schon einen funktionierenden TM6 hat, lässt die 1699 Franken besser auf dem Konto.
Kaufen geht in der Schweiz nur über eine Beraterin
Das Erste, was mich überrascht hat: Den TM7 findest du bei uns nicht bei Fust, nicht bei Galaxus und nicht bei MediaMarkt. Vorwerk verkauft ihn in der Schweiz über zertifizierte Thermomix-Beraterinnen. Die kommen zu dir nach Hause, kochen etwas vor und nehmen die Bestellung auf. Wer auf Ricardo oder Tutti einen «neuwertigen» TM7 sieht, kauft ohne Beratung und oft ohne saubere Garantie.
Wir haben ihn so gekauft wie jede Kundin, zum vollen Preis und ohne zu sagen, wofür. Die Beraterin aus der Region war freundlich, kompetent und hat in unserer Küche ein Risotto gemacht, während Ernst skeptisch am Türrahmen lehnte. Der Preis lag beim Schreiben bei 1699 Franken für das Grundpaket. Mit dem Temperatursensor für Fleisch und Braten sind es 1798 Franken. Den Sensor haben wir weggelassen, weil ich meinen Braten seit 30 Jahren mit dem Daumen prüfe.
Im Paket stecken der Mixtopf mit Messer, Deckel, Messbecher, Spatel, Garkorb und der Varoma zum Dampfgaren. Das erste Jahr Cookidoo ist dabei. Was danach kommt, rechne ich weiter unten vor. Zuerst aber zur Frage, was der TM7 überhaupt anders macht.
Was am TM7 neu ist
Wer einen älteren Thermomix kennt, sucht zuerst den Drehknopf. Es gibt ihn nicht mehr. Alles läuft über ein 10-Zoll-Display, das sogar reagierte, als ich mit Mehl an den Fingern den Zopfteig starten wollte. Das Gerät ist kantiger geworden, in den Mixtopf passen nach wie vor 2,2 Liter, in den Varoma laut Vorwerk 6,8 Liter. Zusammen mit dem Mixtopf wiegt der TM7 8,6 Kilo. Der zieht nicht jeden Abend in den Schrank um.
Für mich als Köchin sind zwei Neuerungen wichtig. Erstens kannst du jetzt frei bis 160 °C anbraten, ohne dass ein Rezept dir das erlaubt. Zweitens gibt es einen Modus mit offenem Deckel, damit Flüssigkeit verdampfen kann. Für eine Bratensauce, die einkochen soll, ist das Gold wert.
Die dritte Neuerung hörst du. Auf den kleinen Stufen ist der TM7 hörbar ruhiger als die älteren Modelle. Wie viel ruhiger, haben wir gemessen, aber das kommt später. In der ersten Woche wollte ich etwas anderes wissen: Kocht die Maschine so gut wie ich?
Woche 1: Spargeln, Hollandaise und ein Blindtest
Anfang Mai gibt es bei uns die ersten Spargeln aus dem Seeland. Also stand ich vor der Aufgabe, die ich in der Beiz jede Saison hundertfach erledigt habe: Sauce hollandaise. Einmal von Hand über dem Wasserbad, einmal im TM7 nach Rezept. Dann haben Ernst und unsere Tochter Seline, die übers Wochenende aus Bern heimkam, blind probiert.
Seline hat auf die Maschine getippt, Ernst konnte keinen Unterschied feststellen und wollte einfach nachschöpfen. Die TM7-Hollandaise war etwas luftiger, meine hatte mehr Zitrone, weil ich nach Gefühl abschmecke. Was mich ehrlich beeindruckt hat: Sie ist nicht geronnen, obwohl ich sie zehn Minuten stehen liess. Bei einem jungen Koch in der Beiz war das früher der Moment, in dem ich laut wurde.
«Du hast doch immer gesagt, Hollandaise sei eine Frage des Charakters. Dann hat die Maschine offenbar mehr Charakter als ich.» Seline, am ersten Sonntag
Eine Chässuppe mit altem Brot und Emmentaler ging ebenfalls gut, ein Apfelmus aus den letzten Lageräpfeln sogar besser als von Hand, weil nichts am Pfannenboden ansetzte. Die Rösti habe ich übrigens nie im Thermomix versucht. Er raffelt die Kartoffeln in Sekunden, aber braten tut sie weiterhin Ernst, in der schweren Eisenpfanne seiner Mutter.

Die geführten Rezepte und was Cookidoo in der Schweiz kostet
Das Herzstück ist das geführte Kochen. Du tippst ein Rezept an, das Gerät zeigt Schritt für Schritt, was in den Topf gehört, wiegt nebenbei ab und regelt Hitze, Dauer und Drehzahl von sich aus. Auf dem grossen Bildschirm siehst du dabei den nächsten Schritt schon, bevor der aktuelle fertig ist. Das nimmt viel Hektik raus.
Der Haken ist das Abo. Ohne Cookidoo bleiben dir rund 200 Rezepte direkt auf dem Gerät. Mit Abo sind es Zehntausende, darunter auch Schweizer Klassiker wie Älplermagronen, Birchermüesli und Zopf. Das Jahresabo kostete beim Schreiben 66 Franken. Auf zehn Jahre gerechnet sind das 660 Franken, also fast die Hälfte des Gerätepreises nochmals.
Was mir als Köchin gefällt: Eigene Rezepte lassen sich jetzt direkt anlegen. Meine Bratensauce aus der Beiz, mit Röstgemüse und einem Schuss Rotwein, liegt inzwischen als Schrittfolge im Gerät. Seline hat sie letzte Woche in ihrer WG in Bern ohne mich nachgekocht, auf dem TM6 ihrer Mitbewohnerin. Solange alles nach Rezept läuft, ist der TM7 kaum zu schlagen. Aber auf einem Hof läuft im Juni wenig nach Rezept.
Der Heuet: wenn 2,2 Liter nicht reichen
In der vierten Testwoche war das Wetter endlich stabil, und bei uns heisst das: Heuet. Zwei Nachbarn helfen, ein Lehrling vom Nachbarhof, Ernst, Seline, ich. Sieben Leute, die nach einem Tag auf dem Feld nicht ein Tellerchen wollen, sondern zwei grosse Portionen.
Für sieben reicht der Mixtopf nicht. Die Älplermagronen habe ich in zwei Durchgängen gemacht, und beim zweiten sassen die Ersten schon ungeduldig am Tisch. Gut funktioniert hat dagegen der Varoma. Darin garten gleichzeitig 1,4 Kilo Rüebli und Kohlrabi, während unten im Topf die Sauce lief. Das Poulet kam trotzdem aus dem Ofen, weil es für sieben Personen schlicht nicht in den Aufsatz passt.
Mein ehrliches Fazit nach dieser Woche: Der TM7 ist ein Gerät für eine Familie, nicht für eine Mannschaft. Für den Alltag zu zweit oder zu viert ist er fast immer gross genug. Für den Sonntag mit der ganzen Verwandtschaft holst du wieder den grossen Topf aus dem Keller. Und dann war da noch der Zopf.

Zopfteig, Meringues und die kleinen Macken
Samstags gibt es bei uns Zopf, seit ich denken kann. Mit 500 Gramm Mehl schafft der TM7 den Teig in drei Minuten, und er wird schön glatt. Bei einem festen Teig mit 750 Gramm Mehl ist das Gerät auf unserer alten Chromstahlabdeckung aber gute drei Zentimeter nach vorne gewandert. Ich habe danach ein feuchtes Küchentuch darunter gelegt, wie wir das in der Beiz mit den Schneidbrettern machen. Seither bleibt er stehen.
Die zweite Macke ist der Mixtopf. Er ist gut isoliert und wiegt leer 2,1 Kilo. Mit einem Liter heisser Suppe drin brauche ich zum Ausgiessen beide Hände. Das ist bei 59 Jahren und kräftigen Händen kein Drama, aber wer Mühe mit den Handgelenken hat, sollte das bei der Vorführung selber ausprobieren.
Die dritte ist der Rahm. Für die Emmentaler Meringues mit Rahm, die bei uns an keinem Geburtstag fehlen dürfen, habe ich den Rühraufsatz genommen. Das Eiweiss wurde wunderbar steif. Beim Rahm habe ich einmal zwei Minuten weggeschaut, weil das Telefon ging, und schon war er auf dem Weg zu Butter. Auf gut Berndeutsch: fast Anke. Rahm schlagen geht also, aber nur mit einem Auge daneben. Beim Putzen danach zeigte sich der nächste Punkt.
Reinigung: ehrlich gezählt
Nach Suppen und Saucen reicht die Vorspülfunktion. Wasser rein, kurz laufen lassen, ausleeren. Mixtopf, Deckel und Varoma dürfen in die Spülmaschine, und bei uns war das an vier von fünf Abenden alles.
Zopfteig, Käse und angebratene Zwiebeln sind eine andere Geschichte. Rund um das Messer und am Boden des Topfes klebt es hartnäckig. Ich habe das Messer jedes Mal ausgebaut und von Hand geputzt, das dauert gut eine Minute. Wer glaubt, der Thermomix putze sich selbst, wird enttäuscht.
Ich habe an einem gewöhnlichen Dienstag gezählt. Gemüsecurry mit Reis, früher: zwei Pfannen, ein Sieb, ein Brett, eine Kelle. Mit dem TM7 standen Mixtopf, Garkorb und Spatel im Becken. Knapp halb so viel Geschirr. Was die Maschine dafür an Strom braucht und wie laut sie wird, steht in der Tabelle.

Die Zahlen aus sechs Wochen
Wir messen im ganzen Team mit denselben Geräten: Schallpegelmesser in einem Meter Abstand, Strommessgerät an der Steckdose, Stoppuhr. So lassen sich die Werte aus Langnau mit denen aus Bern oder Lugano vergleichen.
| Was wir gemessen haben | Wert |
|---|---|
| Gerichte in sechs Wochen | 53, davon 37 aus Cookidoo |
| Schallpegel auf Stufe 1, 1 m Abstand | 50 dB |
| Schallpegel auf Stufe 10 beim Haselnüsse mahlen | 81 dB |
| Risotto für 4 Personen | 22 Minuten, ohne Rühren |
| Stromverbrauch Risotto | 0,16 kWh, rund 5 Rappen |
| Zopfteig mit 500 g Mehl | 3 Minuten Kneten |
| Wanderung bei 750 g Mehl | ca. 3 cm ohne Tuch, 0 cm mit Tuch |
| Cookidoo-Abo | 66 Franken im Jahr |
50 Dezibel auf der kleinsten Stufe heisst: Ich konnte daneben mit meiner Schwester telefonieren, ohne dass sie fragte, ob bei uns eine Baustelle sei. Die 81 dB beim Mahlen sind laut, dauern aber selten länger als 20 Sekunden. Plane auf der Abdeckung einen festen Platz von etwa 35 mal 45 Zentimetern ein, mit etwas Luft nach oben für den Dampf. Ob sich dieser Platz bei dir lohnt, hängt vor allem davon ab, wie du kochst.
Wem ich den TM7 empfehle
Etwas, das in vielen Tests untergeht: Wer gerne und gut kocht, profitiert weniger als gedacht. Mein Fleisch brate ich weiterhin in der Eisenpfanne, weil der Mixtopf nie diese kräftigen Röstaromen hinbekommt. Bei mir ist der TM7 der Commis, der Saucen, Suppen, Teige und Gemüse übernimmt, während ich mich um den Rest kümmere. In dieser Rolle ist er hervorragend.
Wer von einem TM31 oder TM5 kommt, macht einen grossen Sprung. Vom TM6 aus ist der Unterschied kleiner: schöneres Display, ruhigeres Rührwerk, freies Anbraten. Dafür 1699 Franken auszugeben, würde ich niemandem raten.
Alternativen, die wir angeschaut haben
- Thermomix TM6 aus zweiter Hand: Seit dem TM7 tauchen auf Ricardo und Tutti viele gepflegte TM6 auf. Du bekommst fast alles, was der TM7 kann, zu einem viel tieferen Preis. Verlang die Quittung und schau dir den Dichtungsring am Messer genau an.
- Monsieur Cuisine Smart von Lidl: Viel günstiger, und die Rezeptführung läuft ohne Abozwang. Dafür wirkt das Gehäuse leichter, der Bildschirm reagiert langsamer, und Lidl Schweiz hat ihn meist nur in Aktionswochen im Regal.
- Kenwood Cooking Chef XL: Für alle, die viel backen und grössere Mengen brauchen. Die Schüssel fasst deutlich mehr, das Konzept ist eher Küchenmaschine mit Induktion als Kochroboter. Du findest ihn bei den grossen Schweizer Elektrohändlern.
Welche Küchengeräte bei uns sonst auf dem Prüfstand standen, findest du im Ratgeber. Und wie wir Lautstärke, Strom und Geschmack erfassen, erklären wir auf der Seite So testen wir. Den Kaffee nach dem Znacht teste ich übrigens gerade parallel: Der De'Longhi Magnifica Evo steht schon neben dem Thermomix.
Mein Fazit nach 53 Gerichten
Eine erfahrene Köchin schlägt der TM7 nicht. Eine erschöpfte Köchin an einem Donnerstagabend um sieben schlägt er aber locker, und erschöpft sind wir alle öfter, als wir zugeben.
Gegenüber dem TM6 ist er ruhiger, einfacher zu bedienen und lässt dir beim Anbraten mehr Freiheit. Auf der anderen Seite stehen der hohe Preis, ein schwerer Topf und ein Gerät, das ohne Cookidoo einen guten Teil seines Reizes einbüsst. Rechne die 1699 Franken auf fünf Jahre um, dann bist du bei gut 28 Franken im Monat, plus 5.50 Franken für Cookidoo. Für eine Familie, die dafür zweimal im Monat weniger Pizza bestellt, geht die Rechnung auf. Für jemanden, der zweimal pro Woche Hörnli kocht, eher nicht.
Und die Rösti? Die macht weiterhin Ernst, jeden Sonntag. Aber die Kartoffeln raffelt er seit drei Wochen im Thermomix. Er sagt, das sei keine Kapitulation, sondern Arbeitsteilung.
Häufige Fragen zum Thermomix TM7
Gibt es den Thermomix TM7 in der Schweiz im Laden?
Vorwerk verkauft den TM7 in der Schweiz über zertifizierte Thermomix-Beraterinnen und Berater, meist verbunden mit einer Kochvorführung bei dir zu Hause. Im gewöhnlichen Elektrohandel findest du ihn nicht. Angebote auf Ricardo oder Tutti sind Privatverkäufe, dort solltest du auf Quittung und Garantie achten.
Was kostet der Thermomix TM7 in der Schweiz?
Beim Schreiben kostete das Grundpaket 1699 Franken, die Variante mit Temperatursensor 1798 Franken. Das erste Jahr Cookidoo ist dabei, danach kostet das Abo 66 Franken im Jahr.
Funktioniert der TM7 auch ohne Cookidoo?
Ja. Abwägen, zerkleinern, erhitzen, dämpfen und anbraten klappt ohne Abo, dazu kommen rund 200 Rezepte im Gerät und alles, was du selber anlegst. Die riesige Rezeptsammlung mit Führung Schritt für Schritt bekommst du aber nur mit Abo.
Soll ich meinen TM6 gegen den TM7 tauschen?
Nur wenn dich am TM6 etwas wirklich stört. Der Neue arbeitet ruhiger, zeigt mehr auf einem grösseren Bildschirm und brät frei bis 160 °C an. Auf dem Teller haben wir kaum einen Unterschied geschmeckt. Mixtopf, Deckel und Varoma vom TM6 kannst du nicht weiterverwenden.
