- Echte Hintergrundunschärfe, auch bei Haaren und Schnurrhaaren
- Das Pro Max kommt mit Reserve durch lange Pendeltage
- Beim Filmen bleibt die Rückseite spürbar kühler
- In der Schweiz klar günstiger als in Deutschland
- 249 Gramm ziehen die Jackentasche nach unten
- Die neue Siri gibt es bei uns noch nicht
- Mehr Speicher kostet 200 Franken pro Stufe
- Vom 17 Pro aus kaum ein Grund zu wechseln
Kurz gesagt: Kommst du von einem 14 Pro oder einem noch älteren Modell und fotografierst gern Menschen, Tiere oder Landschaften, ist das ein grosser Schritt. Mit einem 17 Pro in der Tasche gibt es keinen Grund zur Eile.
«Du brauchst kein neues Handy.» Das habe ich mir am 12. September um 13:57 Uhr gesagt, am Schreibtisch in Zürich, drei Minuten bevor die Vorbestellung startete. Um 14:04 Uhr lag die Bestätigung in meinem Postfach. So viel zu meiner Willenskraft.
Seit dem Verkaufsstart am 18. September steckt das iPhone 18 Pro in Burgunder in der Innentasche meiner Weste. Dazu haben wir ein Pro Max in Schwarz gekauft, damit ich beide Grössen vergleichen kann. Das grosse wandert nach dem Test zu meinem Kollegen Pierre-Alain, der vier Tage pro Woche im Zug sitzt und sich schon zweimal erkundigt hat, wann es so weit ist.
Ich teste für dieses Team Handys, Kopfhörer und Powerbanks, am liebsten im Doppelstöcker zwischen Luzern und Zürich, 45 Minuten pro Weg. Was folgt, stützt sich auf sieben Tage und zehn Pendelfahrten. Der lange Akkutest über 20 Tage läuft noch, die ersten Zahlen stehen aber schon weiter unten, und sie sind deutlicher, als ich gedacht hätte.
Die variable Blende: Unschärfe, die im Glas entsteht
Jedes iPhone vor diesem Modell fotografierte mit fixer Blende. Den weichen Hintergrund hat der Porträtmodus nachträglich berechnet, also eine Software, die rät, wo dein Motiv aufhört. Beim 18 Pro öffnet und schliesst sich die Blende der Hauptkamera mechanisch, von f/1,48 bis f/4,0. Die Unschärfe entsteht damit wie bei einer Systemkamera, im Objektiv und nicht im Prozessor.
Den Beweis hat Pirmin geliefert, unser roter Kater. Er liegt jeden Morgen auf dem Fensterbrett im Gegenlicht, und der Porträtmodus hat ihm bisher zuverlässig die Schnurrhaare wegretuschiert. Mit offener Blende sind sie alle da, fein und scharf, und dahinter verschwimmt der Pilatus zu einem grauen Buckel. Pirmin hat genau beim Auslösen gegähnt. Geplant war das nicht, aber es ist das beste Katzenfoto, das mir je gelungen ist.
Das Gegenstück ist die kleine Blende, und sie hat mich fast mehr gefreut. Am Mittwoch hatten wir Apéro auf der Dachterrasse unserer Firma in Oerlikon. Vierzehn Leute in drei Reihen, ich auf einer wackligen Sitzbank. Mit f/4,0 waren alle scharf, von der Lernenden in der ersten Reihe bis zum Chef ganz hinten. Mit dem 17 Pro war bei solchen Bildern immer nur die Mitte richtig scharf.

Die kleine Blende lässt natürlich weniger Licht durch. Um 19:40 Uhr, als die Sonne hinter den Häusern weg war, sah ich auf dem Gruppenbild ein leichtes Rauschen, allerdings nur beim Hineinzoomen. Leider hat der Chef beim Auslösen geblinzelt. Dagegen hilft keine Blende der Welt, und ich habe das Bild trotzdem in den Teamchat geschickt.
Tele, Ultraweitwinkel und die neuen Regler in der App
Alle drei Kameras auf der Rückseite haben weiterhin 48 Megapixel. Beim Tele bleibt es bei vierfachem Zoom, umgerechnet etwa 100 Millimeter Brennweite, genau wie letztes Jahr. Eine Baustelle war das Tele nie, darum stört es mich nicht, dass Apple es kaum angefasst hat.
Am Samstag stand ich am Nationalquai, als einer der alten Raddampfer anlegte. Mit dem Tele konnte ich den Kapitän im Steuerhaus fotografieren, samt Schnauz und Messingknöpfen an der Jacke, ohne dass er etwas davon mitbekam. Ein Tourist neben mir hat das Gleiche mit seiner Spiegelreflex versucht und dann neugierig auf mein Display geschaut. Ich habe so getan, als wäre das normal.

Die Kamera-App hat dazugelernt: Es gibt jetzt ein Histogramm, du kannst die Belichtungszeit von Hand wählen und gezielt Bewegungsunschärfe erzeugen. Im Normalbetrieb bleibt alles auf Automatik, die neuen Regler musst du bewusst aufrufen. Ich habe abends das Handy auf das Geländer der Seebrücke gelegt und mit einer halben Sekunde belichtet: Die Scheinwerfer der Busse ziehen rote und weisse Streifen, die Brücke bleibt scharf. Das ging früher nur mit einer Drittanbieter-App und viel Geduld.
An der 18-Megapixel-Selfiekamera hat sich nichts geändert. Geschrumpft ist dafür die Dynamic Island, und sie kann nun drei Live-Aktivitäten nebeneinander anzeigen. Bei mir waren das an einem Morgen die SBB-Verbindung mit Gleisangabe, der Timer fürs Teewasser und ein Paket der Post. Eine Spielerei, dachte ich. Nach drei Tagen wollte ich sie nicht mehr missen. Und weil eine so fleissige Kamera Strom braucht, kommt jetzt der wichtigste Teil.
Akku: Das Pro Max lacht über den Zimmerberg-Tunnel
In beiden Grössen steckt mehr Akkukapazität als letztes Jahr, im Pro Max sogar spürbar mehr. Offizielle Laborwerte interessieren mich aber nur am Rand. Ich will wissen, was abends noch übrig ist, wenn der Tag ein echter Pendeltag war.
Mein Ablauf ist immer derselbe: vom Ladegerät um 6:15 Uhr, im Zug 5G statt WLAN, ein Podcast am Morgen, 30 Minuten Video am Abend, Mails und Chats dazwischen, Helligkeit auf Automatik. Dazu diese Woche rund 120 Fotos pro Tag, weil ja die Kamera im Test war. Und dann der Zimmerberg-Basistunnel, in dem das Handy jeden Tag zweimal verzweifelt nach Netz sucht. Das kostet mehr Akku, als man denkt.
| Modell | Restakku um 23 Uhr, Mittel aus 5 Pendeltagen | Laden 0 auf 50 % (40-Watt-Netzteil) |
|---|---|---|
| iPhone 18 Pro Max | 38 % | 21 Minuten |
| iPhone 18 Pro | 22 % | 18 Minuten |
| iPhone 17 Pro (ein Jahr alt, Akkuzustand 94 %) | 11 % | 24 Minuten |
Das Pro Max habe ich am Freitagabend bewusst nicht geladen. Am Samstag hielt es noch bis zum Mittag, inklusive Raddampfer. Mit dem kleinen Pro kommst du durch einen gewöhnlichen Arbeitstag. Für einen langen Ausflug mit viel Filmen in der Kälte gehört bei mir trotzdem eine kleine Powerbank in die Jacke.
Im Karton liegt nur ein USB-C-Kabel, kein Netzteil. Mit meinem alten 20-Watt-Würfel mit Schweizer Stecker lädt das 18 Pro zwar problemlos, aber spürbar langsamer als mit einem 40-Watt-Gerät. Kabellos über MagSafe gehen bis zu 25 Watt. Wer schneller lädt und mehr leistet, wird oft heisser. Beim 18 Pro ist es erstaunlicherweise umgekehrt.
A20 Pro: warm, aber nicht mehr heiss
Im 18 Pro rechnet der A20 Pro. Apple lässt ihn als ersten eigenen Chip im 2-Nanometer-Verfahren fertigen und stellt ihm 12 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Beim Öffnen von Apps oder Scrollen merkst du davon nichts, das war schon beim 17 Pro flüssig. Interessant wird der Chip erst, wenn er lange arbeiten muss.
Ich habe am Stubentisch bei 23 Grad 15 Minuten lang in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde gefilmt und danach mit dem Infrarotthermometer die Temperatur der Rückseite abgelesen. Beim 18 Pro zeigte es 38,9 Grad. Das 17 Pro, gleicher Test, gleicher Tisch, erreichte 41,8 Grad. Knapp drei Grad, die meine Finger sofort bemerkt haben: Das alte Gerät habe ich nach dem Filmen kurz auf den Tisch gelegt, das neue einfach weitergehalten.
«Ich hatte das Pro Max drei Stunden als Navi am Armaturenbrett, von Fribourg nach Sion und zurück, Sonne auf der Scheibe. Warm ja, aber der Bildschirm hat nie abgedunkelt.» Pierre-Alain Bugnon, unser Reisetester, nach einem Kundentag im Wallis
Nicht ausprobieren konnte ich die neue, KI-gestützte Siri. Mit Schweizer Einstellungen war sie bei uns noch nicht verfügbar. Was bereits funktioniert, sind die Apple-Intelligence-Werkzeuge für Texte und Fotos. Und die alte Siri versteht weiterhin Hochdeutsch, aber kein Luzernerdeutsch. Auf «Rüef am Seraina aa» hat sie mir eine Websuche angeboten. Wer das Handy wegen der neuen Siri kaufen will, wartet also besser, bis sie hier wirklich startet. Bleibt die Frage, die mir im Zug am häufigsten gestellt wurde: Welche Grösse?
Pro oder Pro Max: Das entscheidet deine Jackentasche
Unter der Haube unterscheiden sich die zwei kaum: dieselbe Kamera, derselbe Chip, dieselben Farben. Was sie trennt, spürst du in der Hand und siehst du abends am Akkustand. Auf der Waage: 211 Gramm beim Pro mit 6,3-Zoll-Bildschirm, 249 Gramm beim Pro Max mit 6,9 Zoll.
Diese 38 Gramm Unterschied spürst du, vor allem im Herbst. In der Innentasche meiner Weste verschwindet das Pro, das Pro Max zieht die Weste auf einer Seite nach unten, als hätte ich einen Stein vom Rotsee eingesteckt. Im vollen Zug um 7:12 Uhr, eine Hand an der Stange, lässt sich das Pro mit dem Daumen bedienen. Beim Pro Max brauche ich dafür die zweite Hand, und die hält den Kaffee.

- Nimm das Pro, wenn du meist einhändig tippst, das Handy in der Hosen- oder Westentasche trägst und abends sowieso immer an einer Steckdose vorbeikommst.
- Nimm das Pro Max, wenn du lange Tage ohne Steckdose hast, im Zug Serien schaust oder liest und dir 38 Gramm mehr lieber sind als ein zusätzliches Kabel.
- 100 Franken Unterschied: Für die zusätzliche Akkureserve zahle ich das gern, für das grössere Display allein würde ich es nicht.
Billig ist keins von beiden. Aber hier kommt die gute Nachricht für alle, die in der Schweiz einkaufen.
Technische Daten und Schweizer Preise
| iPhone 18 Pro | iPhone 18 Pro Max | |
|---|---|---|
| Display | 6,3 Zoll OLED, 120 Hz | 6,9 Zoll OLED, 120 Hz |
| Chip | A20 Pro (2 nm), 12 GB RAM | |
| Hauptkamera | 48 MP, variable Blende f/1,48 bis f/4,0 | |
| Tele / Ultraweitwinkel | 48 MP, 4-fach (rund 100 mm) / 48 MP | |
| Frontkamera | 18 MP mit Center Stage | |
| Gewicht | 211 g | 249 g |
| Schutz | IP68, Ceramic Shield 2, Aluminiumgehäuse | |
| Preis 256 GB | CHF 1'199 | CHF 1'299 |
| Preis 512 GB | CHF 1'399 | CHF 1'499 |
| Preis 1 TB / 2 TB | CHF 1'799 / CHF 2'399 | CHF 1'899 / CHF 2'499 |
Das sind die Preise im Apple Store Schweiz zum Zeitpunkt des Schreibens. Digitec, Interdiscount und die Shops der Anbieter verlangen zum Start meist dasselbe. Mit einem Abo bei Swisscom, Sunrise oder Salt verteilst du den Betrag nur, günstiger wird es dadurch selten. Nennenswerte Aktionen tauchen meist erst nach einigen Wochen auf.
Jetzt die Überraschung: In Deutschland kostet das Pro mit 256 GB 1'449 Euro. Das sind umgerechnet deutlich mehr als unsere 1'199 Franken. Wer sonst gern in Konstanz oder Weil am Rhein einkauft, bleibt diesmal zu Hause und hat dafür die Garantieabwicklung beim Schweizer Händler ohne Umweg.
Beim Speicher bin ich pragmatisch: Mit 256 GB kommen die meisten gut über die Runden. Nach sieben Tagen mit sehr vielen Testfotos war ich bei 54 GB, davon 31 GB nur Kamera. Fotografierst du in ProRAW oder filmst oft in 4K, rechne mit 512 GB, denn der Sprung kostet bei Apple 200 Franken und lässt sich später nicht nachholen.
Und noch zur Farbe, weil ich in der Filiale fünf Minuten davorgestanden bin: Burgunder wirkt unter dem Licht im Zug fast braun, draussen in der Sonne wie ein dunkler Rotwein. Die Oberfläche ist matt, Fingerabdrücke sieht man kaum. Nach einer Woche ohne Hülle hat mein Gerät keine sichtbare Macke, obwohl es jeden Tag neben dem Hausschlüssel in der Tasche liegt.
Wem ich das iPhone 18 Pro empfehle und wem nicht
Ich selbst bleibe beim kleinen Pro, weil es in die Weste passt und ich abends immer an einer Steckdose vorbeikomme. Das Pro Max darf Pierre-Alain haben. Er hat versprochen, es nicht als Navi im Hochsommer auf dem Armaturenbrett zu grillieren, und ich glaube ihm ungefähr zur Hälfte.
Was du dir stattdessen anschauen kannst
Bist du nicht an Apple gebunden, lohnt ein Blick auf das Galaxy S26 Ultra. Es bringt einen Stift mit, schützt den Bildschirm auf Knopfdruck vor seitlichen Blicken und kostet bei Schweizer Händlern längst deutlich weniger als zum Start. Mein Kollege Fulvio hat es fast ein halbes Jahr auf Tessiner Baustellen getragen, sein Bericht steht im Test des Galaxy S26 Ultra.
Willst du bei Apple bleiben und Geld sparen, ist das 17 Pro eine gute Adresse. Ihm fehlt die neue Blende, gute Fotos macht es trotzdem, und es ist im Handel bereits ab rund 990 Franken zu finden. Und wenn du beim Aufrüsten auch an die Ohren denkst: Die Kopfhörer, die bei mir seit einem Jahr im Zug stecken, haben wir im Langzeittest der AirPods Pro 3 ausführlich beschrieben.
Nach welchen Kriterien wir Handys benoten und weshalb jedes Testgerät aus einem normalen Schweizer Laden stammt, steht auf der Seite So testen wir. Weitere geprüfte Geräte findest du in unseren Testberichten. Nach 20 Pendeltagen ergänzen wir diesen Test mit den vollständigen Akkuwerten.
Häufige Fragen: iPhone 18 Pro in der Schweiz
Was kostet das iPhone 18 Pro in der Schweiz?
Im Apple Store Schweiz kostet das iPhone 18 Pro mit 256 GB 1'199 Franken, das Pro Max 1'299 Franken. Jede grössere Speicherstufe kostet mehr, bis 2'399 beziehungsweise 2'499 Franken für 2 TB.
Ist das iPhone 18 Pro in Deutschland günstiger?
Nein, diesmal nicht. In Deutschland kostet das Pro mit 256 GB 1'449 Euro, umgerechnet also klar mehr als in der Schweiz. Kaufst du hier, hast du zudem die Garantie direkt beim Schweizer Händler.
Soll ich vom iPhone 17 Pro auf das 18 Pro wechseln?
Eher nicht. Blende und Akku sind echte Verbesserungen, doch das 17 Pro ist erst zwölf Monate alt und nach wie vor stark. Deutlich merkst du den Unterschied erst, wenn du von einem 15 Pro oder einem älteren Modell kommst.
Versteht Siri auf dem iPhone 18 Pro Schweizerdeutsch?
Nein. Siri versteht Hochdeutsch und kommt mit einem Schweizer Akzent gut zurecht, Dialekt-Befehle scheitern aber meistens. Die neue, KI-gestützte Siri war in unserem Test mit Schweizer Einstellungen noch nicht verfügbar.
