- Der Blickschutz funktioniert, ohne Folie und nur dort, wo du ihn willst
- S Pen für Skizzen und Unterschriften direkt beim Kunden
- In 17 Minuten wieder halb voll
- Sieben Jahre Updates, im Handel schon um 815 Franken
- Mit Blickschutz in praller Sonne zu dunkel
- Bei der Kamera fast Stillstand gegenüber dem S25 Ultra
- Magnetzubehör nur mit spezieller Hülle
- Beim Spielen wird es heiss und langsamer
Kurz gesagt: Mein Android-Favorit für alle, die viel ausserhalb des Büros arbeiten, von Hand skizzieren und Zahlen tippen, die niemanden etwas angehen. Seit der Preis um über 400 Franken gefallen ist, eine klare Empfehlung.
Collina d'Oro, eine Villa mit Blick auf den Luganersee, Ende März. Ich stand im Technikraum und tippte die Offerte für eine neue Unterverteilung ins Handy, Materialpreise, Stundenansatz, Rabatt. Der Bauherr, ein pensionierter Bankier, stand direkt hinter mir und schaute mir über die Schulter. Ganz offen, ganz interessiert.
Er hat nichts gesehen. Für ihn war mein Bildschirm schwarz. Für mich war er hell und klar, mit allen Zahlen. Ich habe die Offerte in Ruhe fertig gerechnet und sie ihm am Abend per Mail geschickt, so wie es sich gehört.
Möglich macht das der eingebaute Blickschutz des Galaxy S26 Ultra, Samsung nennt ihn Privacy Display. Seinetwegen trage ich das Handy seit Anfang März in der Arbeitshose. Ich bin Elektroinstallateur im Tessin und teste für dieses Team Smart-Home-Geräte und Handys, meistens dort, wo es staubt. Nach fast sechs Monaten, gut 110 Arbeitstagen, einem Sturz von der Leiter und einem verlorenen Stift weiss ich ziemlich genau, was dieses Handy kann und was nicht.
Blickschutz ohne Folie: So arbeitet das Display
Eine aufgeklebte Blickschutzfolie verdunkelt das Bild zur Seite hin, trübt es dir selbst aber auch ein, und zwar rund um die Uhr. Samsung geht einen anderen Weg. Das Panel hat zwei Sorten Bildpunkte. Die einen strahlen ihr Licht in einem weiten Fächer ab, die anderen schicken es in einem schmalen Kegel geradeaus. Mit aktiviertem Schutz arbeiten nur noch die mit dem schmalen Kegel.
In der Praxis heisst das: Wer schräger als etwa 45 Grad auf dein Handy schaut, sieht ein dunkles Rechteck. Ich habe das im Zug nach Zürich ausprobiert, als ich im Mai an eine Weiterbildung fuhr. Im Gotthard-Basistunnel habe ich meine Bankapp geöffnet, neben mir sass eine junge Frau mit Laptop. Sie hat nicht einmal bemerkt, dass da etwas zu sehen gewesen wäre.
Der härteste Test kam von zu Hause. Giulia, meine Tochter, ist 15 und findet jede App schneller als ich. Sie wollte wissen, mit wem ich am Sonntagabend schreibe. Es war ihre Grossmutter, wegen Giulias Geburtstagsgeschenk, und das sollte eine Überraschung bleiben.
«Papà, ich sehe nur Schwarz. Das ist unfair.» Giulia, 15, nach drei Versuchen vom Sofa aus, über die Lehne gebeugt
Praktisch ist, dass sich der Schutz pro App festlegen lässt. Er schaltet sich bei mir von selbst ein, wenn ich Bankapp, Passwortmanager, WhatsApp oder mein Offertenprogramm öffne. Bei Fotos, Navigation und Videos bleibt das Display normal. Ohne diese Automatik würde ich den Schutz vermutlich gar nicht nutzen, denn dauerhaft eingeschaltet stört er. Warum, zeigt ein Dach im Maggiatal.
Der Preis des Blickschutzes: weniger Licht, mehr Grau
Weil mit Blickschutz nur ein Teil der Bildpunkte arbeitet, verliert das Display sichtbar an Leuchtkraft. Labormessungen zeigen, dass die maximale Helligkeit etwa auf die Hälfte fällt, von gut 1'400 auf rund 700 Candela. Auf der höchsten Schutzstufe sieht Schwarz aus wie ein dunkles Grau.
Im Juli stand ich auf dem Dach eines Rustico im Maggiatal und wollte einem Kunden die Position der neuen Aussenleuchte per Nachricht bestätigen. Mittagssonne, 31 Grad, heller Granit rundherum. Mit Blickschutz habe ich meinen eigenen Text kaum gelesen. Ich habe ihn für zwei Minuten ausgeschaltet, auf dem Dach schaut ja niemand zu, ausser einer Eidechse.
Ist der Blickschutz aus, zeigt das Panel, was es eigentlich kann. Es leuchtet kräftig, die Antireflexschicht schluckt Spiegelungen fast ganz, und die Farben stimmen. Drinnen, im Lieferwagen oder abends auf dem Sofa fällt der Blickschutz kaum auf. In praller Tessiner Sonne schon.
Helligkeit kostet der Schutz also. Und Strom? Genau das habe ich fast ein halbes Jahr lang mitgeschrieben.
Akku: solide, aber nicht rekordverdächtig
Die Akkugrösse bleibt bei 5'000 mAh, wie schon bei den letzten Ultra-Generationen. Einige Konkurrenten setzen inzwischen auf Silizium-Kohlenstoff-Zellen mit mehr Kapazität. Die Ausdauer muss also aus dem sparsameren Chip kommen.
Mein Arbeitstag ist kein Bürotag. Um 6:20 Uhr vom Ladegerät, ab sieben auf der Baustelle, Fotos von Verteilern und Leitungen, viele Anrufe, Navigation zwischen Mendrisio und Bellinzona. Und oft ein bis zwei Stunden Hotspot für den Laptop, wenn ich eine Smart-Home-Anlage programmiere und es im Rohbau noch kein WLAN gibt. Abends dann die Zusammenfassung vom Fussball.
| Messung | Ergebnis |
|---|---|
| Restladung um 23 Uhr, Mittel über 25 Arbeitstage | 29 % |
| Schlechtester Tag (3 Stunden Hotspot im Rustico) | 6 % |
| Von 0 auf 50 % am 60-Watt-Netzteil | 17 Minuten |
| Laden 0 auf 100 % | 57 Minuten |
| Akkuzustand nach knapp 6 Monaten | 96 % |
Ganz leer lief es in diesen Monaten nie. Zweimal zeigte es abends aber nur noch einstellige Werte. Dann hilft das Tempo beim Laden: Am 60-Watt-Netzteil ist der Akku wieder halb voll, bis ich an der Tankstelle Kaffee und Brioche erledigt habe. Ein Netzteil fehlt in der Schachtel. Hast du keines mit Schweizer Stecker, kommen 30 bis 45 Franken dazu.
Auf dem Ladepad zieht es bis zu 25 Watt, nur Magnete hat es keine. Meine magnetische Halterung im Lieferwagen funktioniert nur mit einer Hülle mit Magnetring. Und der Blickschutz? Er hat in meinen Aufzeichnungen keinen zusätzlichen Verbrauch hinterlassen, was logisch ist, wenn weniger Bildpunkte leuchten. Mehr zu schaffen machen dem Handy andere Dinge, zum Beispiel ich.
Staub, ein Sturz und die Frage mit den Handschuhen
Auf einer Baustelle lebt ein Handy gefährlich. Gipsstaub, Betonstaub, nasse Hände, und die Hosentasche teilt es sich gern mit einem Phasenprüfer. Das Ultra ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Nach fast sechs Monaten sitzt in den Lautsprecheröffnungen etwas grauer Staub, der Klang ist trotzdem unverändert.
Im April ist es mir von der Leiter gefallen, aus gut zwei Metern auf einen Terrazzoboden in Paradiso. Ich habe den Sturz gehört, bevor ich ihn gesehen habe, und kurz an meinen Kontostand gedacht. In der Hülle hat das Handy nichts abbekommen, die Hülle selbst hat eine Kerbe an der Ecke. Den Titanrahmen des Vorgängers hat Samsung übrigens gegen Aluminium getauscht. Nach dem Sturz auf Terrazzo trauere ich dem Titan nicht nach.

Mit Arbeitshandschuhen wird es schwieriger. Mit dicken Lederhandschuhen reagiert das Display gar nicht. Mit dünnen Montagehandschuhen klappt es, wenn du in den Einstellungen die höhere Touch-Empfindlichkeit einschaltest, die eigentlich für Schutzfolien gedacht ist. Nicht jeder Tipp trifft, aber für einen Anruf reicht es. Zum Fotografieren kommen die Handschuhe ohnehin runter. Also zur Kamera.
Kamera: stark, nur fast wie beim Vorgänger
Ich will nichts schönreden: Bei den Sensoren hat sich gegenüber dem S25 Ultra kaum etwas getan. Die Hauptkamera lässt mit f/1,4 mehr Licht herein, und das Fünffach-Tele hat neue Linsen bekommen. In der Dämmerung sind die Bilder dadurch einen Hauch heller und ruhiger. Im direkten Vergleich siehst du es, im Alltag kaum.
Vielseitiger als hier wird es bei Handykameras trotzdem kaum. Du hast vier Brennweiten zur Wahl, vom Ultraweitwinkel bis zum 50-Megapixel-Tele mit fünffachem Zoom. Für meine Arbeit ist das Tele Gold wert. Ich habe eine defekte Dachleuchte an einem Mehrfamilienhaus in Viganello mit zehnfacher Vergrösserung von der Strasse aus angeschaut und gesehen, dass die Dichtung gerissen war. Die Leiter blieb im Lieferwagen.

Die Hauptkamera mit 200 Megapixeln nutze ich für Typenschilder in dunklen Verteilerkästen. Beim Hineinzoomen am Abend im Büro kann ich die kleinste Schrift noch lesen, das spart mir manche zweite Fahrt. Schwächer ist das Ultra, wenn sich jemand schnell bewegt. Matteo, mein Sohn, spielt Fussball bei den Junioren, und beim Kopfball erwischt das iPhone meiner Frau den Moment öfter als ich.
Wie gewohnt macht Samsung Gesichter und Himmel etwas strahlender, als sie waren. Unser Luganersee wirkt auf den Fotos manchmal karibisch. In den Kameraeinstellungen gibt es ein zurückhaltenderes Farbprofil, das ich seit April nutze. Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Ultra steckt aber unten im Gehäuse.
S Pen: das Werkzeug, das ich nicht mehr hergebe
Den S Pen habe ich anfangs belächelt. Heute ist er für mich ein Werkzeug wie der Phasenprüfer. Ich fotografiere eine Wand, zeichne mit dem Stift ein, wo die Dosen hinkommen und wo die Leitung läuft, und schicke das Bild dem Maurer. Das ist schneller als jede Sprachnachricht und endet in weniger Missverständnissen.
Meine Rapporte unterschreiben die Kunden inzwischen direkt auf dem Handy, mit dem Stift. Die ältere Dame in Castagnola, bei der ich im Mai den Herd angeschlossen habe, hat dreimal geübt, bevor sie zufrieden war. Die Handschrifterkennung versteht meine Notizen, die halb auf Italienisch und halb auf Deutsch sind, erstaunlich gut. Nur bei meinen Abkürzungen gibt sie auf, und das verstehe ich.

Samsung hat dem Stift ein schräg angeschnittenes Ende gegeben, damit du ihn leichter aus dem Gehäuse bekommst. Das ist die einzige Änderung, an Funktionen ist nichts dazugekommen. Und verlegen lässt er sich leider auch mühelos. Ich habe ihn im Juni einen ganzen Tag gesucht und am nächsten Morgen gefunden, in einer Schachtel mit 200 Dübeln auf der Baustelle in Mendrisio. Seitdem nennt mein Lehrling ihn «den teuersten Dübel im Tessin».
Als Software kommt One UI 8.5 zum Einsatz, aufgesetzt auf Android 16, und Samsung verspricht sieben Jahre Updates. Dazu gibt es einen ganzen Werkzeugkasten mit KI: Übersetzung beim Telefonieren, Kurzfassungen von Texten, Bearbeitung von Bildinhalten. Ich nutze vor allem die Zusammenfassung langer Sprachnachrichten. Die Familiengruppe meiner Mutter schickt gern vier Minuten am Stück, und das Handy macht daraus drei Zeilen.
Leistung und Wärme: im Alltag schnell, beim Gamen nicht ausdauernd
Angetrieben wird das Ultra von einem Snapdragon 8 Elite Gen 5, den Qualcomm speziell für Samsung abgestimmt hat. Im Arbeitsalltag habe ich nie auf das Handy gewartet. Selbst mit rund 160 Apps und fast sechs Monaten Datenmüll springt es ohne Zögern zwischen Plänen, Fotos und Mails hin und her.
Anders ist es beim Spielen. Für diesen Test durfte Matteo, 17, eine halbe Stunde ein grafisch schweres Rennspiel mit maximalen Details spielen. Er hat das mit grösster Begeisterung und ohne eine einzige Pause erledigt. Ab etwa Minute elf wurde das Bild merklich weniger flüssig, und am Schluss lieferte das Handy rund ein Drittel weniger Bilder pro Sekunde als zu Beginn. Das Infrarotthermometer zeigte auf der Rückseite 44,0 Grad. Wer ab und zu eine Runde spielt, merkt davon nichts. Wer ganze Abende zockt, ist mit einem Gaming-Handy mit besserer Kühlung glücklicher.
Beim Telefonieren hat mich das Ultra positiv überrascht. Im Keller eines Rustico mit 60 Zentimeter dicken Granitmauern hatte es noch einen Balken, während das ältere Handy meines Lehrlings schon aufgegeben hatte. So viel zur Technik im Gehäuse. Jetzt zum Geld.
Technische Daten und Schweizer Preise
| Merkmal | Galaxy S26 Ultra |
|---|---|
| Display | 6,9 Zoll AMOLED, 3120 x 1440, 120 Hz, Privacy Display |
| Chip | Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy |
| Arbeitsspeicher | 12 GB (1-TB-Version 16 GB) |
| Kameras | 200 MP (f/1,4), 50 MP Ultraweitwinkel, 10 MP 3-fach, 50 MP 5-fach |
| Akku | 5'000 mAh, 60 W mit Kabel, 25 W kabellos |
| Gewicht / Dicke | 214 g / 7,9 mm |
| Rahmen und Schutz | Aluminium, IP68 |
| Updates | 7 Jahre |
| Startpreis Schweiz 256 GB / 512 GB / 1 TB | CHF 1'249 / CHF 1'399 / CHF 1'649 |
| Strassenpreis 256 GB | ca. CHF 815 bis 850 |
Zum Zeitpunkt des Schreibens bekommst du das Ultra mit 256 GB bei Schweizer Händlern wie MediaMarkt, Digitec oder Interdiscount für rund 815 bis 850 Franken, also gut 400 Franken unter dem Startpreis. Samsung selbst lockt immer wieder mit Aktionscodes und Eintauschprämien. Damit sieht die Sache ganz anders aus. Zu 1'249 Franken hätte ich es nur Leuten ans Herz gelegt, die ohne Stift nicht arbeiten können. Für gut 800 Franken bekommst du dagegen ein Gesamtpaket, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt.
Die 512-GB-Version liegt im Handel aktuell um 930 Franken. Wer viele Videos von der Baustelle oder vom Nachwuchs dreht, fährt mit ihr entspannter, denn eine Speicherkarte lässt sich nicht einsetzen.
Wem das Galaxy S26 Ultra passt und wem nicht
Würde ich es noch einmal kaufen? Ja, aber nie mehr zum Einführungspreis. Unter dem Strich bleibt ein ausgereiftes Gerät mit einer Idee, die im Alltag wirklich etwas bringt, und das seit dem Preiszerfall ein richtig gutes Angebot ist. Und das einen Sturz auf Terrazzo besser weggesteckt hat als ich den Schreck.
Die Alternativen
Liebäugelst du mit Apple, ist das iPhone 17 Pro Max die naheliegende Alternative. Es erwischt Kinder und Sportler zuverlässiger und hat abends meist mehr Reserve. Stift, Blickschutz und das zweite Tele gibt es dort allerdings nicht. Im September kommt die nächste iPhone-Generation, Reto nimmt sie dann im Pendlerzug zwischen Luzern und Zürich unter die Lupe.
Reicht dir Android ohne Stift, sparen das Galaxy S26 und das S26+ einiges an Geld. Den Blickschutz, der das Ultra ausmacht, haben beide aber nicht. Falls du zum Galaxy Kopfhörer suchst: Die AirPods laufen am Android-Handy nur mit Grundfunktionen, was dir fehlt, steht im Langzeittest der AirPods Pro 3. Und wer abends lieber liest als scrollt, schont die Augen mit einem E-Reader, wie der Test des Kindle Paperwhite zeigt.
Unsere Messmethoden für Akku, Bildschirm und Kamera findest du auf der Seite So testen wir. Weitere geprüfte Geräte stehen in unseren Testberichten.
Häufige Fragen zum Galaxy S26 Ultra
Wie schützt das Privacy Display vor fremden Blicken?
Im Bildschirm sitzen zwei Sorten Bildpunkte, breit und eng abstrahlende. Mit Blickschutz leuchten nur die eng abstrahlenden. Du siehst von vorn das volle Bild, wer von der Seite schräger als etwa 45 Grad schaut, sieht nur Schwarz.
Was kostet das Galaxy S26 Ultra in der Schweiz?
Der Startpreis lag bei 1'249 Franken für 256 GB. Zum Zeitpunkt des Schreibens bekommst du diese Version im Schweizer Handel für rund 815 bis 850 Franken, die 512-GB-Version für etwa 930 Franken.
Soll ich vom S25 Ultra umsteigen?
Meistens nicht. Kamera und Akkugrösse haben sich kaum verändert. Sinn ergibt der Wechsel vor allem, wenn du den Blickschutz unbedingt willst und für dein altes Gerät noch einen guten Preis bekommst.
Hat das S26 Ultra Magnete für kabelloses Laden?
Nein. Kabelloses Laden nach Qi2 klappt mit bis zu 25 Watt, nur die Magnete hat Samsung weggelassen. Magnetisches Zubehör hält darum nur mit einer Hülle, die einen Magnetring hat.
