E-Reader-Vergleich: Welcher ist am See lesbar und hält 14 Tage ohne Kabel?

Fünf E-Reader, 41 Zugfahrten und zwei Wochen am Lago Maggiore ohne Ladekabel. Einer hatte danach noch 57 Prozent im Akku. Ein anderer hing an Tag 13 an der Powerbank.

Mann mit grau melierten Locken im verwaschenen terrakottafarbenen Leinenhemd und beigen Shorts sitzt barfuss auf einem blau-weiss gestreiften Badetuch am Kiesufer des Lago Maggiore, an eine Granitmauer gelehnt, und liest auf einem schwarzen Kindle Paperwhite, neben ihm liegen ein rotes PocketBook Verse Pro und ein schwarzer Kindle Colorsoft mit der Rückseite nach oben

Am dritten Ferientag, kurz nach Mittag, lagen fünf E-Reader nebeneinander auf meinem Badetuch am Ufer in Vira. Meine Frau kam vom Schwimmen zurück, tropfte auf den Kies und sagte: «Du siehst aus wie ein Händler am Mittwochsmarkt in Luino.» Luino liegt tatsächlich gleich gegenüber, auf der italienischen Seite des Lago Maggiore. Verkauft habe ich trotzdem keinen.

Die fünf hatten eine Aufgabe, die ich mir selbst gestellt hatte. Ich lese im Zug, vier Tage die Woche, zwischen Genf und St. Gallen. Und ich lese in den Ferien, am liebsten draussen und am liebsten am Wasser. Mein Handy gibt dort in der Mittagssonne nach zwei Minuten auf, ich sehe nur noch meine eigene Nase im Glas.

Also habe ich genau das getestet, was ich selbst wissen wollte: Welcher E-Reader liest sich im Zug und am Seeufer bei Sonne am angenehmsten, und welcher hält zwei Wochen Ferien ohne Laden durch? Vom Samstag, 5. September, bis Montag, 26. Oktober, 52 Tage lang, waren der Kindle Paperwhite, der Tolino Shine 5, der Kobo Libra Colour, das PocketBook Verse Pro und der Kindle Colorsoft mit mir unterwegs. Zwei davon haben mich überrascht, in entgegengesetzte Richtungen.

Testsieger52 Tage, 41 Zugfahrten, 14 Ferientage ohne Kabel, 5 E-Reader
9,1
Kindle Paperwhite: am See der klarste Bildschirm, und nach 14 Ferientagen noch 57 Prozent AkkuZum Zeitpunkt des Schreibens rund CHF 130 bis 155 (16 GB, mit Werbung) bei Galaxus, Digitec, Interdiscount oder über amazon.de.
Lesbarkeit in der Sonne9,5
Akku in 14 Ferientagen9,6
Bedienung im Zug8,1
Offenheit (Bibliothek, Shops)6,6
Das gefällt mir
  • Weissester Hintergrund und schwärzeste Schrift im Feld, auch bei 78'000 Lux am Ufer
  • 57 Prozent Akku nach 21 Stunden Lesen in 14 Tagen
  • Grösster Schwarzweiss-Bildschirm im Test, mit 7 Zoll
  • Flache Front ohne Kante, die in der tiefen Abendsonne Schatten wirft
Das stört mich
  • Keine Blättertasten, im vollen Zug neunmal ungewollt umgeblättert
  • Keine Onleihe, E-Books aus der Bibliothek gehen nicht
  • Kein Schweizer Kindle-Shop, die Bücher kosten meist Euro
  • Grundversion zeigt Werbung auf dem Sperrbildschirm

Kurz gesagt: Wer am liebsten draussen liest und in den Ferien kein Kabel suchen will, nimmt den Paperwhite. Er war am See der angenehmste und hatte am Ende am meisten Reserve. Wer vor allem im Zug steht, wird mit den Tasten des Kobo Libra Colour glücklicher. Und wer wenig ausgeben will, bekommt mit dem PocketBook Verse Pro ein kleines, sehr ehrliches Gerät.

So lief der Test: 41 Zugfahrten und zwei Wochen Tessin

Den Paperwhite kennst du vielleicht aus meinem Einzeltest vom Sommer. Mein eigenes Gerät habe ich für diesen Vergleich nicht genommen. Es gehört seit einem gewissen Pedalo-Ausflug ohnehin zur Hälfte meiner Frau, und sein Akku hat schon einen ganzen Sommer hinter sich. Alle fünf Geräte waren neu, jeweils das Grundmodell mit 16 GB, beim Kobo mit 32 GB, weil es ihn nur so gibt.

Der Test hatte drei Teile. Vom 7. bis 25. September und vom 12. bis 26. Oktober war ich ganz normal im Aussendienst unterwegs: IC nach Genf, IR über Lausanne nach Sion, IC über Bern nach St. Gallen. Auf jede der 41 Fahrten kamen zwei Geräte mit, nach Plan im Wechsel. So landete jedes bei 16 oder 17 Fahrten. Notiert habe ich, wie oft ich ungewollt umgeblättert habe, wie gut es sich stehend mit einer Hand bedienen lässt und wie es mit dem Licht vom Fenster klarkommt.

Der Hauptteil waren die Ferien. Vom 26. September bis 10. Oktober wohnten wir in einer Ferienwohnung in Vira, im Gambarogno, mit Balkon zum See. Am Freitagabend davor habe ich alle fünf auf 100 Prozent geladen, das WLAN ausgeschaltet und die Kabel ganz unten in den Koffer gelegt. Jedes Gerät bekam pro Tag anderthalb Stunden Lesezeit, aufgeteilt zwischen meiner Frau und mir, nach einem Plan am Kühlschrank. Das macht 21 Stunden pro Gerät in 14 Tagen.

Das ist deutlich mehr als die 30 Minuten pro Tag, mit denen die Hersteller ihre Wochenangaben rechnen. Aber so lesen wir in den Ferien wirklich. Mittags draussen ohne Licht, abends auf dem Balkon mit Licht. Die Lichtstufen haben wir am ersten Abend Gerät für Gerät auf dieselbe Helligkeit abgestimmt, mit einer weissen Buchseite daneben als Vergleich.

Für die Sonne gab es einen eigenen Ablauf, und der hat die Rangliste mehr durcheinandergebracht als alles andere.

52 Tage in einer Tabelle

Die Sonnennote ist der Schnitt aus sieben Mittagen am Ufer, bewertet von zwei Lesern. «Ungewollt geblättert» zählt alle Seiten, die im Zug ohne meine Absicht umgesprungen sind.

ModellPreis in der Schweiz ca.Note SonneUngewollt geblättertAkku nach 14 TagenGewicht (eigene Waage)Gesamt
Kindle PaperwhiteCHF 130 bis 1559,59-mal57 %211 g9,1
Kobo Libra ColourCHF 230 bis 2507,41-mal43 %199 g8,5
PocketBook Verse ProCHF 129 bis 1499,03-mal38 %183 g8,2
Kindle ColorsoftCHF 180 bis 2307,68-mal31 %219 g7,8
Tolino Shine 5CHF 99 bis 1198,612-malleer an Tag 13173 g7,3

Zwei Muster sieht man sofort. Die beiden Farbgeräte lagen in der Sonne hinten, und die beiden mit Tasten lagen im Zug vorne. Kein Gerät war überall das beste. Die Sonne zuerst.

Am Seeufer: Schwarzweiss schlägt Farbe

An sieben Mittagen habe ich am Ufer auf allen fünf dieselbe Seite geöffnet, Licht aus, und die Schrift so eingestellt, dass ein kleines «x» mit dem Lineal gemessen 1,6 Millimeter hoch war. Dann haben meine Frau und ich jedes Gerät zwei Minuten gelesen und eine Note von 1 bis 10 gegeben. Die Lux-App auf meinem Handy zeigte dabei zwischen 52'000 und 78'000 Lux. Zum Vergleich: Ein hell erleuchtetes Büro hat etwa 500.

Die gute Nachricht vorweg: Lesbar waren alle fünf, auch zur hellsten Stunde. E-Ink leuchtet nicht selbst, sondern wirft das Licht zurück wie Papier. Je mehr Sonne, desto klarer die Seite. Unterschiede gab es trotzdem, und nach einer Stunde spürst du sie in den Augen.

Der Paperwhite hatte den weissesten Hintergrund und die schwärzeste Schrift. Seine Front ist flach, ohne Stufe zwischen Bildschirm und Rahmen, und spiegelt kaum. Das PocketBook kam knapp dahinter, nur eben auf 6 Zoll. Beim Tolino sitzt der Bildschirm etwas tiefer im Rahmen. Mittags merkst du das nicht. Am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach über den See kommt, wirft die Kante einen schmalen Schatten über die erste Zeile.

Die beiden Farbgeräte haben über der Tinte eine zusätzliche Farbfilterschicht. Das macht den Hintergrund eine Spur grauer und die Schrift eine Spur weniger schwarz. Meine Frau fand dafür ein Bild, das ich nicht mehr loswerde: «Wie eine Zeitung, die eine Nacht auf dem Balkon lag.» Dafür sehen Buchcover und Karten gerade in der prallen Sonne erstaunlich kräftig aus, beim Colorsoft noch etwas satter als beim Kobo.

Tipp für die SonnenbrillePolarisierte Sonnenbrillen machen viele Handybildschirme je nach Winkel dunkel oder fleckig. Bei allen fünf E-Readern hatte ich mit meiner polarisierten Brille kein Problem, egal wie ich sie hielt. Lass das Gerät in der Mittagspause aber nicht in der prallen Sonne auf der Mauer liegen. Akkus mögen keine Hitze, und das Display auch nicht.

Am Ufer war Schwarzweiss also klar im Vorteil. Im Zug zählte etwas ganz anderes.

Im Zug: Tasten schlagen Touch

Im IR von Lausanne nach Fribourg gibt es nach fünf Uhr abends oft nur noch Stehplätze. Eine Hand hält die Stange, die andere das Buch. Genau dort zeigt sich, ob ein E-Reader für Pendler gemacht ist. Der Kobo Libra Colour hat an der breiten Seite zwei echte Blättertasten. Der Daumen liegt darauf, ohne den Bildschirm zu berühren. In 17 Fahrten ist mir genau einmal eine Seite ungewollt umgesprungen, als mir ein Rucksack gegen das Gerät drückte.

Über die Schulter fotografiert: Mann mit grauen Locken im braunen Cordjacket steht im Eingangsbereich eines Doppelstockzugs, hält sich an der gelben Haltestange fest und liest auf dem schwarzen Kobo Libra Colour, der Daumen liegt auf der Blättertaste, auf dem Bildschirm steht «Kapitel 9», draussen Weinberge und der Genfersee in der Abendsonne
Donnerstag, 17. September, kurz vor sechs, gleich hinter Lausanne. Stehplatz, Daumen auf der Taste, und die Seite bleibt, wo sie ist.

Das PocketBook hat vier Tasten unter dem Bildschirm, zwei davon zum Blättern. Du hältst es dafür am unteren Rand, was bei 183 Gramm gut geht. Dreimal hat es trotzdem ungewollt geblättert. Die Kindles und der Tolino haben nur Touch. Wenn der Zug in Romont ruckt, rutscht der Daumen aufs Display, und schon bist du eine Seite weiter. Beim Tolino passierte das zwölfmal, weil sein schmaler Rahmen den Daumen fast zwangsläufig an den Bildschirmrand schiebt.

Einmal habe ich in der ersten Woche aus Versehen das falsche Gerät aus dem Rucksack gezogen und zehn Minuten im falschen Krimi weitergelesen. Gemerkt habe ich es erst, als der Kommissar plötzlich eine Kommissarin war. Ein Zugbegleiter im IC nach St. Gallen hatte das Ganze offenbar beobachtet.

«Zwei Bücher gleichzeitig? Da wäre ich nach Winterthur schon durcheinander.» Zugbegleiter im IC nach St. Gallen, Dienstag, 15. September

Licht spielt im Zug auch eine Rolle. Im Gotthard-Basistunnel, auf der Fahrt in die Ferien, wurde es gut 17 Minuten lang dunkel. Bei allen fünf reichte ein Wisch oder ein Tipp, um das Licht hochzuziehen. Nur beim PocketBook habe ich in den ersten Tagen den Lichtregler gesucht, bis ich die Abkürzung oben im Menü gefunden hatte. Danach kamen die zwei Wochen ohne Kabel.

14 Tage ohne Kabel: wer wie weit kam

Jeden Abend um zehn habe ich die Akkustände in ein kleines Heft geschrieben, bevor alle fünf in einer Schublade verschwanden. In den ersten Tagen sah das langweilig aus, alle verloren ein paar Prozent. Ab der zweiten Woche zog sich das Feld auseinander.

ModellHerstellerangabeAkku nach Tag 7Akku nach Tag 14 (21 Std.)Hochgerechnet bei 1,5 Std. täglich
Kindle Paperwhitebis zu 12 Wochen79 %57 %gut 4 Wochen
Kobo Libra Colourmehrere Wochen72 %43 %gut 3 Wochen
PocketBook Verse Probis zu einem Monat69 %38 %gut 3 Wochen
Kindle Colorsoftbis zu 8 Wochen65 %31 %knapp 3 Wochen
Tolino Shine 5mehrere Wochen47 %leer an Tag 13knapp 2 Wochen

Der Tolino Shine 5 stand am Abend von Tag 12 bei 6 Prozent. An Tag 13, einem Donnerstag, ging er meiner Frau auf dem Balkon mitten im Kapitel aus. Sie hat den Rest des Kapitels mit dem Tolino an der Powerbank gelesen, die eigentlich für unsere Handys mitgekommen war. Mit seinem 1500-mAh-Akku schafft er normales Lesen locker zwei, drei Wochen. Für unser Ferientempo reichte es knapp nicht.

Frau mit kurzen silbergrauen Haaren, hellblauem Top und grauem Strickschal liest nachts auf einem Balkon in Vira auf dem Tolino Shine 5, der mit einem weissen Kabel an einer Powerbank auf dem Granittisch hängt, daneben zwei Gläser Rotwein und Geranien, dahinter die Lichter am anderen Ufer des Lago Maggiore
Tag 13, Donnerstag, 8. Oktober, auf dem Balkon in Vira. Der Tolino hängt an der Powerbank, das Kapitel wird trotzdem fertig.

Der Paperwhite lag am Ende bei 57 Prozent, also mit Reserve für zwei weitere Wochen. Das passt gut zu dem, was ich im Sommer gemessen hatte. Das PocketBook hat übrigens denselben 1500-mAh-Akku wie der Tolino und kam trotzdem deutlich weiter, hochgerechnet rund 34 statt 20 Stunden. Wie gut ein Gerät schläft, wenn du es weglegst, macht offenbar mehr aus als die Grösse des Akkus.

So kommst du mit jedem E-Reader durch die FerienSchalte WLAN oder den Flugmodus ein, sobald deine Bücher geladen sind. Stell das Licht abends nur so hell, dass die Seite gerade weiss wirkt, nicht heller. Und lade ihn am Abend vor der Abreise ganz auf, nicht schon eine Woche vorher. Bei uns hat allein das WLAN beim Colorsoft in einem Probelauf vor den Ferien rund 4 Prozent pro Tag gekostet.

Soweit die Zahlen. Jetzt zu den fünf Geräten, eins nach dem anderen, beginnend mit dem Sieger.

Kindle Paperwhite: der ruhigste Begleiter

Der Kindle Paperwhite der 12. Generation hat einen 7-Zoll-Bildschirm mit 300 Pixeln pro Zoll, ist nach IPX8 wasserdicht und wiegt 211 Gramm. Am See war er der Massstab, an dem ich die anderen gemessen habe. Seine Seite sah mittags aus wie gutes Papier, abends mit warmem Licht wie gutes Papier unter einer Lampe.

Im Zug fehlen ihm die Tasten, das ist sein grösster Nachteil. Neunmal ungewollt geblättert in 16 Fahrten ist nicht dramatisch, aber du merkst es. Der zweite Haken bleibt die Bibliothek. Die Onleihe funktioniert mit Kindles nicht, weil Amazon den Kopierschutz von Adobe nicht unterstützt. Und einen Schweizer Kindle-Shop gibt es nicht, du kaufst über amazon.de oder amazon.fr, meist in Euro.

Wenn du deine Bücher kaufst oder Kindle Unlimited nutzt, spielt das keine Rolle. Dann bekommst du hier den angenehmsten Bildschirm am Wasser und die längste Laufzeit im Test, zu einem der tieferen Preise im Feld. Der Kobo hat ihn an einem einzigen Ort klar geschlagen.

Kobo Libra Colour: der beste für den Stehplatz

Der Kobo Libra Colour ist ungleichmässig gebaut, mit einem breiten Griff auf einer Seite, und genau das ist seine Stärke. Die zwei Tasten sitzen dort, wo dein Daumen ohnehin liegt. Dreh das Gerät, und die Tasten tauschen die Richtung, praktisch für Linkshänder oder wenn die rechte Hand den Kaffee hält. Für mich war er im Zug der klare Favorit.

Sein Bildschirm misst 7 Zoll, Text zeigt er mit 300, Farbe mit 150 Pixeln pro Zoll. Mit dem Kobo Stylus 2, den es separat oder im Set gibt, kannst du sogar Notizen ins Buch schreiben. Am See verlor er wegen der Farbschicht Punkte, mit der Note 7,4 war er dort Letzter. Gelesen habe ich trotzdem gern darauf, nur eben im Schatten der Platane lieber als auf dem Steg.

Für Bibliotheksleser ist er offen: E-Books aus der Onleihe kommen über Adobe Digital Editions am Computer aufs Gerät. Kobo hat einen eigenen Shop für die Schweiz, und in der Romandie führt ihn die Fnac. Der Preis ist mit 230 bis 250 Franken der höchste im Test. Das kleine rote Gerät im nächsten Abschnitt kostet gut 100 Franken weniger.

PocketBook Verse Pro: klein, rot und aus Lugano

PocketBook hat seinen Sitz in Lugano, eine gute Stunde von unserer Ferienwohnung entfernt. Das Verse Pro war damit der einzige Teilnehmer, der in den Ferien quasi nach Hause kam. Unseres war in Passion Red, mit einer gerippten Rückseite, die nicht rutscht, auch nicht mit Sonnencreme an den Fingern.

Sein 6-Zoll-Bildschirm ist in der Sonne fast so klar wie der des Paperwhite, mit der Note 9,0 war er dort Zweiter. Er ist nach IPX8 wasserdicht, spielt Hörbücher über Bluetooth ab, hat eine Vorlesefunktion und öffnet so ziemlich jedes Format, auch E-Books mit Adobe-Kopierschutz aus Schweizer Shops. Am vierten Tag sass eine Mauereidechse zwei Minuten lang auf seiner roten Rückseite, offenbar die wärmste Stelle am Ufer. Meine Frau hat ein Foto gemacht, das Tier hat sich nicht beschwert.

Die Menüs wirken etwas altmodisch, und bis ich alles gefunden hatte, verging ein Abend. Dafür kostet er rund 129 bis 149 Franken. Der nächste Kandidat ist der schönste im Feld, nur nicht am See.

Kindle Colorsoft: Farbe für die Enkelin, Grau am See

Der Kindle Colorsoft sieht aus wie ein Paperwhite, nur mit Farbe. 7 Zoll, 300 Pixel pro Zoll bei Text, 150 bei Farbe, IPX8, 219 Gramm. Die Buchcover in der Bibliothek leuchten, Karten in Reiseführern werden endlich lesbar, und Markierungen kannst du in vier Farben setzen.

Am See hat ihn die Farbschicht Punkte gekostet, mit 7,6 lag er knapp vor dem Kobo. Beim Akku war er der schwächste Kindle, mit 31 Prozent nach 14 Tagen. Das reicht für die Ferien, aber nicht für eine dritte Woche im selben Tempo.

Altbau-Stube in Fribourg mit Fischgratparkett und grünem Kachelofen: ein Mädchen mit roter Brille und gelbem Pullover liegt bäuchlings auf dem roten Teppich und liest auf dem Kindle Colorsoft, dahinter sitzt ein Mann in grüner Strickjacke im Ledersessel mit dem roten PocketBook Verse Pro
Sonntag, 18. Oktober, in Fribourg. Maëlle hat den Colorsoft, ich durfte das rote PocketBook behalten.

Seinen besten Moment hatte er zu Hause in Fribourg. In den Herbstferien war unsere Enkelin Maëlle eine Woche bei uns, neun Jahre alt und eine Comic-Leserin, wie ich nie eine war. Sie hat sich den Colorsoft am ersten Abend genommen und ihn bis zur Abreise nicht mehr hergegeben. Für Comics, Kochbücher und Reiseführer ist er der beste im Test. Für Romane am Strand ist der Paperwhite klarer, länger ausdauernd und 50 bis 75 Franken günstiger. Bleibt der günstigste im Feld.

Tolino Shine 5: Bibliothek top, Akku knapp

Der Tolino Shine 5 ist mit 173 Gramm der leichteste und mit 99 bis 119 Franken der günstigste im Test. Sein 6-Zoll-Bildschirm ist in der Sonne gut, mit 8,6 auf Platz drei, nur die Kante am Rand stört bei tiefer Sonne. Wasserdicht nach IPX8 ist auch er, und sein Gehäuse besteht zu einem grossen Teil aus recyceltem Kunststoff.

Seine grosse Stärke ist die Offenheit. Die Onleihe ist direkt eingebaut, du suchst und leihst am Gerät, ohne Computer. Und der E-Book-Shop von Orell Füssli ist vorinstalliert, mit Preisen in Franken. Wer viel ausleiht oder bei einer Schweizer Buchhandlung kaufen will, findet nichts Einfacheres.

Für mein Ziel war der Akku das Problem. In normalem Alltag mit einer halben Stunde am Abend hält er Wochen. In zwei Wochen Ferien mit anderthalb Stunden täglich war an Tag 13 Schluss. Im Zug hat er mit zwölf ungewollten Seiten am häufigsten geblättert. Ein guter Leser für zu Hause und den Arbeitsweg, nur kein Ferienbegleiter für Vielleser.

Welcher passt zu dir?

Kindle Paperwhite (ca. CHF 130 bis 155)wenn du gern draussen liest, in den Ferien kein Kabel willst und deine Bücher kaufst oder Kindle Unlimited nutzt.
Kobo Libra Colour (ca. CHF 230 bis 250)wenn du oft im Zug stehst, Tasten willst und auch mal aus der Bibliothek leihst. Draussen lieber im Schatten.
PocketBook Verse Pro (ca. CHF 129 bis 149)wenn du ein kleines, robustes Gerät mit Tasten willst, das fast jedes Format liest, und dich ein etwas altmodisches Menü nicht stört.
Kindle Colorsoft (ca. CHF 180 bis 230)wenn Comics, Kochbücher oder Reiseführer einen grossen Teil deines Lesestoffs ausmachen.

Den Tolino Shine 5 empfehle ich allen, die vor allem über die Onleihe lesen und unterwegs eine Steckdose oder Powerbank in Reichweite haben. Wenn du für die nächste Reise noch einen Koffer suchst, steht im Test des Samsonite Essens, was ein Kabinenkoffer zwischen Perron und Hotelflur aushalten muss. Warum wir Geräte wochenlang mitnehmen statt einen Nachmittag lang, erklären wir auf der Seite So testen wir.

Preise in der Schweiz und wo du kaufst

Alle fünf haben wir selbst gekauft. So standen die Preise, als ich diesen Vergleich geschrieben habe:

  • Kindle Paperwhite, 16 GB, mit Werbung: rund CHF 130 bis 155 bei Galaxus, Digitec und Interdiscount. Auch amazon.de liefert in die Schweiz. Gut unter 130 Franken.
  • Kobo Libra Colour, 32 GB: rund CHF 230 bis 250 bei Digitec und Galaxus, in der Romandie auch bei der Fnac. Gut unter 210 Franken.
  • PocketBook Verse Pro, 16 GB: rund CHF 129 bis 149 bei Galaxus und Digitec. Gut unter 120 Franken.
  • Kindle Colorsoft, 16 GB: rund CHF 180 bis 230 bei Galaxus und Digitec oder über amazon.de. Gut unter 170 Franken.
  • Tolino Shine 5: rund CHF 99 bis 119 bei Orell Füssli und Galaxus. Gut unter 95 Franken.

Rund um den Black Friday am 27. November sinken die Preise erfahrungsgemäss deutlich, vor allem bei den Kindles. Wer nicht sofort einen braucht, wartet die drei Wochen. Mein Paperwhite fährt jetzt wieder jeden Tag mit mir Zug. Was unser Team gerade sonst noch testet, siehst du bei den laufenden Tests, und weiteres Reisezubehör findest du in der Kategorie Reisen.

Häufige Fragen zum E-Reader-Vergleich

Welcher E-Reader ist in der Sonne am besten lesbar?

In unserem Test der Kindle Paperwhite mit der Note 9,5, knapp vor dem PocketBook Verse Pro mit 9,0. Gemessen haben wir an sieben Mittagen am Lago Maggiore bei 52'000 bis 78'000 Lux. Schwarzweiss-Geräte haben in der Sonne einen weisseren Hintergrund und schwärzere Schrift als Farb-E-Reader wie der Kindle Colorsoft oder der Kobo Libra Colour.

Wie lange hält der Akku eines E-Readers wirklich?

Die Herstellerangaben rechnen meist mit 30 Minuten Lesen pro Tag. Bei anderthalb Stunden täglich hatte der Kindle Paperwhite nach 14 Tagen noch 57 Prozent, der Kobo Libra Colour 43, das PocketBook Verse Pro 38 und der Kindle Colorsoft 31 Prozent. Der Tolino Shine 5 war an Tag 13 leer.

Kindle oder Tolino in der Schweiz?

Wenn du E-Books kaufst oder Kindle Unlimited nutzt, ist der Kindle Paperwhite die bessere Wahl, mit dem klareren Bildschirm und dem längeren Akku. Wenn du vor allem über die Onleihe deiner Bibliothek liest oder bei Orell Füssli in Franken kaufen willst, ist der Tolino einfacher. Kindles können keine Onleihe-Bücher öffnen.

Welche E-Reader haben Tasten zum Umblättern?

Von unseren fünf Testgeräten der Kobo Libra Colour mit zwei Tasten am breiten Griff und das PocketBook Verse Pro mit Tasten unter dem Bildschirm. Der Kindle Paperwhite, der Kindle Colorsoft und der Tolino Shine 5 werden nur per Touch bedient. Im Zug haben die Geräte mit Tasten deutlich seltener ungewollt umgeblättert.