bett1 Bodyguard im Test: eine Matratze für Seitenschläferin, Hund und zwei Katzen
Ein Border-Collie-Mischling am Fußende, ein Kater auf dem Polster, eine zweite Katze irgendwo dazwischen und eine Tierarztassistentin, die auf der Seite schläft. Was eine Matratze um 369 Euro da aushält.
Um 2:40 Uhr hat Fino geträumt. Das merke ich daran, dass seine Pfoten im Schlaf laufen und mich gegen die Waden treten. Um 4:15 Uhr hat Pfeffer beschlossen, dass mein Polster eigentlich seiner ist. Irgendwann gegen fünf ist Kasi, unsere zweite Katze, auf meine Hüfte gesprungen und hat dort zehn Minuten Milchtritt gemacht. So sieht eine durchschnittliche Nacht in meiner Dachwohnung in Dornbirn aus.
Eine Matratze muss bei mir also mehr aushalten als einen Menschen. Meine alte Federkernmatratze hatte nach neun Jahren eine Kuhle, in die Fino jede Nacht hineingerollt ist, und ich bin jeden Morgen mit einer tauben rechten Schulter aufgewacht. Mitte Juli habe ich mir die bett1 Bodyguard in 140 mal 200 Zentimeter bestellt, die meistverkaufte Matratze aus dem Karton im deutschsprachigen Raum.
Seitdem habe ich 90 Nächte darauf geschlafen, mit zwei Katzen, einem Hund und mehreren Unfällen, über die wir gleich reden. Hier ist alles, was ich dabei gelernt habe.
- Zwei Härtegrade, einfach durch Umdrehen
- Bezug teilbar und bei 60 Grad waschbar
- Schulter sinkt in Seitenlage ausreichend ein
- 100 Nächte Probeschlafen mit kostenloser Rücksendung
- Kante gibt beim Draufsitzen deutlich nach
- Netzbezug zieht Fäden bei Katzenkrallen
- Im Hochsommer etwas warm
- Geruch nach dem Auspacken zwei Tage lang
Kurz gesagt: Für Seitenschläfer bis etwa 80 Kilo, die eine solide Matratze ohne Spielereien suchen, ist die Bodyguard ein ehrlicher Kauf. Wer Katzen im Bett hat, braucht einen Schoner darüber. Wer viel auf der Bettkante sitzt, wird die weiche Kante merken.
Was die Bodyguard überhaupt ist
Die Bodyguard ist eine Kaltschaummatratze ohne Federn, ohne Gel und ohne Taschenfederkern. Der Kern ist rund 18 Zentimeter hoch und besteht aus zwei verschiedenen Schaumschichten. Die dunklere Seite ist mittelfest, die hellere fester. Du entscheidest dich, indem du die Matratze umdrehst. Laut bett1 hat der dunkle Schaum ein Raumgewicht von 35 Kilo pro Kubikmeter, der helle von 40, beides brutto gemessen.
Darüber liegt ein Bezug aus Polyester-Netzgewebe, den bett1 HyBreeze nennt, mit einem Reißverschluss rundherum. Der Bezug lässt sich in zwei Hälften teilen und bei 60 Grad waschen. Die Matratze ist nach OEKO-TEX Standard 100 in Klasse 1 geprüft, das ist die Klasse für Babyartikel. Auf den Kern gibt bett1 zehn Jahre Garantie.
Die Bodyguard hat vor Jahren als „Anti-Kartell-Matratze“ Schlagzeilen gemacht und Testsiege gesammelt. Laut bett1 hat sie bei der Stiftung Warentest im Heft 10/2026 die Note 2,0 bekommen, das österreichische Testmagazin Konsument hat sie 2019 mit „gut“ bewertet. Ein Testergebnis ist aber kein Rücken. Deshalb habe ich selbst geschlafen, und es fing mit einem Karton an.
Lieferung, Stiege und der Geruch der ersten Tage
Bestellt habe ich an einem Sonntag auf bett1.at, geliefert wurde am Freitag darauf, also nach fünf Werktagen. Die Matratze kommt gerollt und vakuumverpackt in einem Karton von rund 110 mal 40 mal 40 Zentimetern. Das 140er-Modell wiegt über 20 Kilo. Ich wohne im dritten Stock eines Hauses ohne Lift, und die Stiege ist eng und hat eine Kurve. Allein habe ich den Karton geschafft, aber nur, weil ich ihn Stufe für Stufe hochgekippt habe.
- Auspacken: Folie vorsichtig aufschneiden, am besten mit dem beiliegenden Schneider und nicht mit dem Küchenmesser. Ich habe zum Glück nur die Folie erwischt.
- Aufgehen: Nach einer Stunde hatte die Matratze ihre Form fast erreicht, nach 24 Stunden war sie an allen Ecken voll. Laut bett1 sollst du sie bis zu 72 Stunden ruhen lassen, bevor du sie bewertest.
- Geruch: Beim Öffnen roch es deutlich nach neuem Schaumstoff, ähnlich wie eine neue Turnmatte. Bei gekipptem Fenster war der Geruch nach zwei Tagen fast weg, nach vier Tagen habe ich ihn nicht mehr wahrgenommen.

Fino hat die Matratze in der ersten Stunde gründlich beschnuppert und dann beschlossen, dass die Plastikfolie interessanter ist. Die Katzen haben sich zwei Tage lang ferngehalten, wahrscheinlich wegen des Geruchs. Am dritten Abend lag Pfeffer wieder auf seinem Platz am Polster. Und dann kam die wichtigste Frage für mich als Seitenschläferin.
Auf der Seite: was Schulter und Hüfte sagen
Ich bin 1,68 Meter groß, wiege 62 Kilo und schlafe zu 90 Prozent auf der rechten Seite. Für Seitenschläfer ist eine Matratze dann gut, wenn die Schulter und die Hüfte so weit einsinken, dass die Wirbelsäule gerade bleibt. Ist sie zu hart, drückt die Schulter, ist sie zu weich, hängt die Hüfte durch.
Meine Kollegin Sandra aus der Praxis hat mich an einem Abend in Seitenlage von hinten fotografiert, mit einer gespannten Schnur entlang der Wirbelsäule. Das ist kein Labor, aber es zeigt viel. Ich habe beide Seiten der Matratze ausprobiert, jeweils eine Woche.
| Messung | Mittelfeste Seite (dunkel) | Festere Seite (hell) |
|---|---|---|
| Wirbelsäule in Seitenlage, Schnurtest | fast gerade | leicht nach oben gebogen |
| Einsinktiefe Schulter, gemessen mit Lineal | rund 6 cm | rund 4 cm |
| Taube Schulter am Morgen, 7 Nächte | an 1 Morgen | an 4 Morgen |
| Rückenlage beim Lesen | bequem | bequem, etwas stützender |
Für mich war die mittelfeste Seite klar die richtige. Die Schulter sinkt so weit ein, dass sie nicht mehr eingeklemmt wird, und meine Hüfte hängt trotzdem nicht durch. Seit August bin ich nur noch an einem einzigen Morgen mit tauber Schulter aufgewacht, und das war nach einer Nacht, in der Fino quer über meinen Beinen lag und ich mich nicht umdrehen konnte.
Meinem Freund Matthias, der am Wochenende bei mir schläft, 1,86 Meter groß und 94 Kilo schwer, war die mittelfeste Seite zu weich. Er lag auf dem Rücken mit dem Gefühl, im Becken einzusinken. Für Paare mit großem Gewichtsunterschied ist das ein echtes Thema, darauf komme ich bei den Größen noch zurück. Erst aber zu den Mitbewohnern, die jede Nacht bei mir liegen.
Hund und Katzen im Bett: was die Matratze aushält
Ich arbeite in einer Kleintierpraxis und weiß, dass viele Tierärzte Haustiere im Bett nicht empfehlen. Ich weiß auch, dass sie in sehr vielen Betten trotzdem liegen. Also sprechen wir lieber darüber, was dabei mit der Matratze passiert.
Haare: Fino haart im Herbst stark. Das Netzgewebe des Bezugs hält Hundehaare fest, wenn sie direkt darauf landen. Mit einem Spannleintuch darüber war das kein Problem. Ohne Leintuch hat die Fusselrolle nur die Hälfte erwischt, mit einem feuchten Gummihandschuh ging es besser.
Krallen: Kasi tritt beim Milchtritt mit ausgefahrenen Krallen. An zwei Stellen am Rand, wo das Leintuch verrutscht war, hat das Netzgewebe kleine Schlaufen gezogen. Das ist optisch ärgerlich, die Matratze darunter ist unversehrt. Seit Ende August liegt ein dünner Matratzenschoner zwischen Bezug und Leintuch, seitdem ist nichts mehr passiert.

Unfälle: Pfeffer hat in der fünften Woche ein Haarballen-Problem auf meiner Bettseite gelöst, du weißt, was ich meine. Der Schoner hat das meiste abgefangen, ein kleiner Fleck ist auf dem Bezug gelandet. Halben Bezug abgezogen, bei 60 Grad gewaschen, Fleck weg. Genau dafür ist der teilbare Bezug Gold wert.
Springen: Fino springt jeden Abend mit Anlauf aufs Bett, meistens an der Kante. Kaltschaum hat an den Rändern weniger Halt als eine Federkernmatratze mit verstärktem Rahmen. Wenn ich mich zum Socken-Anziehen auf die Bettkante setze, sinke ich rund acht Zentimeter ein. Für Fino ist das egal, für ältere Menschen, die sich beim Aufstehen an der Kante abstützen, kann das unangenehm sein. Was bei Tieren im Bett am Ende den Unterschied macht, ist aber die Wäsche.
Bezug waschen: so klappt es auch in einer kleinen Waschmaschine
Der Reißverschluss läuft einmal rundherum und teilt den Bezug in eine obere und eine untere Hälfte. Bei einer 140er-Matratze ist eine Hälfte so groß, dass sie in meine Waschmaschine mit sieben Kilo passt. Den ganzen Bezug auf einmal hätte ich nicht hineinbekommen.
- Matratze auf die Seite stellen, Reißverschluss öffnen, obere Hälfte abziehen. Das dauert rund fünf Minuten und geht zu zweit leichter.
- Bei 60 Grad im Schonwaschgang waschen, ohne Weichspüler, nicht in den Trockner.
- Feucht wieder aufziehen. Laut bett1 sollst du den Bezug danach in Form ziehen, sonst kann er etwas einlaufen. Feucht geht das leichter.

Ich habe den Bezug in 90 Nächten dreimal gewaschen. Nach der dritten Wäsche sitzt er etwas straffer, eingegangen ist er nicht spürbar. Eine Matratze ohne abnehmbaren Bezug wäre für meinen Haushalt nicht in Frage gekommen. Neben dem Bezug interessiert die meisten dann der Preis, und da hat die Bodyguard einen klaren Trumpf.
Warm im Sommer, und wie lange hält sie?
Im Juli und August hatte es im Rheintal mehrere Nächte über 22 Grad, und meine Dachwohnung heizt sich tagsüber auf. Kaltschaum speichert Wärme stärker als Federkern, und mit einem Hund am Fußende wird es noch wärmer. In den heißesten Nächten habe ich auf der Bodyguard mehr geschwitzt als früher. Ein dünnes Leintuch aus Leinen und ein Ventilator haben geholfen. Ab September war das Thema erledigt.
Zur Haltbarkeit kann ich nach 90 Nächten nur sagen, was ich sehe: keine Kuhle, keine weichere Stelle auf meiner Seite. In Foren berichten einzelne Käufer, dass die Matratze nach eineinhalb bis zwei Jahren nachgibt. Mein Rat: Dreh sie alle vier bis sechs Wochen um 180 Grad, Kopfende nach unten. So verteilt sich die Last, und Fino liegt nicht immer am gleichen Fleck.
Preise und Größen in Österreich
| Größe | Preis auf bett1.at beim Schreiben | Passt für |
|---|---|---|
| 90 x 200 cm | 219 € | Einzelbett, Jugendzimmer |
| 140 x 200 cm | 369 € | eine Person mit Tieren, Paare mit wenig Platz |
| 160 x 200 cm | 459 € | Paare |
In Österreich bestellst du direkt bei bett1.at, die Lieferung ist versandkostenfrei. Die Preise liegen leicht über denen in Deutschland, dort kostet die 90er-Matratze 199 Euro. Über Amazon.de gibt es die Bodyguard ebenfalls, achte dort auf den Verkäufer und darauf, dass die 100 Nächte Probeschlafen gelten.
Mein Rat für Paare mit unterschiedlichem Gewicht: Kauf zwei 80er- oder 90er-Matratzen statt einer großen. Dann kann jeder seine Seite selbst wählen, die eine Person schläft auf mittelfest, die andere auf fester. Das kostet etwas mehr, erspart aber Diskussionen am Frühstückstisch.
Die 100 Nächte Probeschlafen gelten ab Lieferung. Wenn die Matratze nicht passt, holt bett1 sie kostenlos ab, und du bekommst das Geld zurück. Ich habe das nicht gebraucht, eine Kollegin aus der Praxis schon, bei einer anderen Marke. Sie meinte, die Abholung sei unkompliziert gewesen, sie habe nur den Karton nicht mehr gehabt und die Matratze in einen großen Müllsack gewickelt.
Black Friday und Feiertage: gute Zeit zum Probeschlafen
bett1 hat in den vergangenen Jahren rund um den Black Friday regelmäßig Rabatte auf die Bodyguard gegeben. Heuer ist der Black Friday am 27. November. Matratzen sind kein Produkt, das du unter dem Christbaum auspackst, aber die Zeit zwischen den Feiertagen ist ideal zum Probeschlafen.
Wie du bei Aktionen erkennst, ob der Rabatt echt ist, und welche Rechte du beim Online-Kauf in Österreich hast, erklärt Christoph in seinem Ratgeber zum Black Friday. Ein Hinweis aus eigener Erfahrung: Bestell nicht genau vor Weihnachten, wenn du über die Feiertage verreist. Die 100 Nächte laufen ab Lieferung, und du willst die ersten Wochen zu Hause darauf schlafen.
Für wen sich die bett1 Bodyguard lohnt
Die Alternativen in unserem Vergleich
Die Bodyguard ist die Vergleichsbasis in unserem laufenden Test der Matratzen aus dem Karton, gemeinsam mit der Emma One, der Emma Premium und der IKEA Vågstranda. Die Emma One kostet ähnlich viel und hat einen weicheren Einstieg, die Emma Premium bietet Zonen und mehr Halt an der Kante, kostet aber deutlich mehr. Die IKEA Vågstranda ist eine Federkernmatratze mit stabilerem Rand. Wo wir gerade stehen, liest du bei den laufenden Tests.
Wer wie ich einen Hund hat, der gern ausbüxt, findet meine Erfahrungen mit dem Tractive GPS DOG 6 am Border-Collie im Blog. Mit welchen Gewichten und über wie viele Nächte wir Matratzen prüfen, erklärt die Seite So testen wir.
Mein Fazit nach 90 Nächten
Die bett1 Bodyguard ist keine Matratze, die dich am ersten Abend mit einem Wolkengefühl verzaubert. Sie ist solide, ehrlich und gut durchdacht, mit zwei Härtegraden, einem Bezug, den du wirklich waschen kannst, und einem Preis, der fair ist. Meine Schulter ist zufrieden, mein Rücken auch.
Die Schwächen sind real: Die Kante ist weich, das Netzgewebe mag keine Katzenkrallen, und im Hochsommer schläfst du darauf wärmer als auf Federkern. Mit einem Schoner und einem Leintuch sind die ersten zwei Punkte gelöst.
Fino hat übrigens die Kuhle, in die er früher hineingerollt ist, bis heute nicht gefunden. Er liegt jetzt genau in der Mitte. Ich gebe zu, ich habe nicht mehr Platz als vorher.
Häufige Fragen zur bett1 Bodyguard
Welche Seite der Bodyguard ist für Seitenschläfer besser?
Für die meisten Seitenschläfer unter 80 Kilo die dunkle, mittelfeste Seite. In unserem Test sank die Schulter dort rund 6 Zentimeter ein, die Wirbelsäule blieb fast gerade. Schwerere Menschen und Bauchschläfer probieren zuerst die hellere, festere Seite.
Wie lange riecht die bett1 Bodyguard nach dem Auspacken?
Bei uns war der typische Schaumstoffgeruch bei gekipptem Fenster nach zwei Tagen fast weg und nach vier Tagen nicht mehr wahrnehmbar. Lass die Matratze in einem gut gelüfteten Raum aufgehen, bevor du das erste Mal darauf schläfst.
Kann man den Bezug der Bodyguard waschen?
Ja. Der Reißverschluss teilt den Bezug in zwei Hälften, beide können bei 60 Grad im Schonwaschgang gewaschen werden. Nicht in den Trockner geben und feucht wieder aufziehen, damit er seine Form behält.
Was kostet die bett1 Bodyguard in Österreich?
Auf bett1.at beim Schreiben 219 Euro in 90 x 200, 369 Euro in 140 x 200 und 459 Euro in 160 x 200 Zentimeter, jeweils mit kostenloser Lieferung und 100 Nächten Probeschlafen.
