Im Flur meiner Mutter steht bis heute ein Kobold aus den Neunzigern. Er ist schwer, er ist laut, und er hat drei Umzüge, zwei Hunde und meine komplette Pubertät überlebt. Wenn in unserer Familie jemand „Vorwerk“ sagt, meint er: Das Ding geht nicht kaputt.
Genau mit diesem Vorurteil habe ich den Kobold VK7 ausgepackt. Ein kabelloser Stielsauger, der im Set mit Saugwischer mehr kostet als ein gebrauchter Kleinwagen aus den Neunzigern. Fünf Wochen lang lief er bei uns in Leipzig: 96 Quadratmeter Altbau mit alten Dielen, Fliesen in Küche und Bad, einem Hochflorteppich im Kinderzimmer und zwei Katzen. Frieda haart kaum. Kurt, unser Britisch-Kurzhaar-Kater, haart im Sommer so viel, dass man aus seinen Haaren eine dritte Katze bauen könnte.
Die Frage war einfach: Bekommt man hier für das Geld wirklich mehr als bei einem Dyson oder einem guten Akkusauger für 300 Euro?
Vorwerk Kobold VK7 mit EB7 und SP7
Saugt und wischt in einem System. Hygienisch dank Tüte, aber teuer im Kauf und im Unterhalt.
- Tütensystem: kein Staubwölkchen beim Leeren
- Saugwischer SP7 wischt besser als alle Kombigeräte im Test
- Akku in Sekunden gewechselt
- Automatische Bodenerkennung funktioniert zuverlässig
- Katzenhaare wickeln sich um die Bürstenwalze
- Offizielle Laufzeit nur bis zu 30 Minuten
- Tüten kosten bei Vorwerk 23 € pro Sechserpack
- Weißes Gehäuse zeigt schnell Kratzer
Unser Fazit: Der beste Akku-Saugwischer, den wir kennen, und ein Traum für Allergiker. Wer nur saugen will und Haustiere hat, bekommt bei der Konkurrenz mehr Gerät für weniger Geld.
Was im Karton steckt und was es kostet
Den VK7 gibt es seit Herbst 2022, und er ist bis heute das Akku-Flaggschiff von Vorwerk. Einen Nachfolger gibt es nicht, nur eine schwarze Sonderedition von 2025 und den kleinen Handsauger VM7 als Ergänzung. Das Gerät ist modular: Ein Grundgerät mit Motor, Akku und Tütenfach, dazu steckst du die passenden Aufsätze.
Die Preise im Vorwerk-Shop beim Schreiben:
- VK7 mit Elektrobürste EB7: 949 Euro
- VK7 mit Polsterbürste: 1.149 Euro
- VK7 mit EB7 und Saugwischer SP7: 1.349 Euro, regulär gut 1.600 Euro
Im Paket mit Saugwischer liegen ein Akku, das Ladegerät, drei Wischtücher, eine Flasche Reinigungsmittel und sechs FP7-Filtertüten. Das Grundgerät wiegt 2,3 Kilo. Mit Elektrobürste zeigte unsere Küchenwaage knapp 4 Kilo, mit vollem Saugwischer noch einmal deutlich mehr. Das ist mehr, als der schlanke Look vermuten lässt, und genau das hat mein Handgelenk in Woche eins gemerkt.
Woche 1: saugen im Altbau
Altbaudielen sind gemein. Sie haben Fugen, in denen seit 1908 Dinge verschwinden. Der VK7 hat eine automatische Bodenerkennung, die auf Teppich mehr Leistung gibt und auf Hartboden zurückschaltet. Das klappte in fünf Wochen ohne einen einzigen Aussetzer, auch beim Übergang von den Dielen auf den Hochflorteppich im Kinderzimmer.
Mein Standardtest: ein Esslöffel Haferflocken und ein Teelöffel Sand in die Dielenfugen, dann zwei Bahnen im Automodus. Nach der ersten Bahn waren die Flocken weg, nach der zweiten auch der Sand in den Fugen. Nur an den Scheuerleisten musste ich mit der Fugendüse nacharbeiten. Die Elektrobürste reicht seitlich nicht ganz bis zur Wand.
„Der klingt wie Omas Kobold, nur ohne Kabel.“ Mila, 6 Jahre, beim ersten Einschalten
Mila hat recht. Laut ist er nicht übermäßig, aber auch nicht leise. Auf dem Teppich zeigte mein Messgerät 78 dB, auf den Dielen im Boost-Modus 84 dB. Das ist in etwa das Niveau anderer Akkusauger dieser Klasse. Ein Unterschied bleibt aber, und der hat mit der Tüte zu tun.
Die Tüte: Hygiene gegen Folgekosten
Fast alle Akkusauger arbeiten heute mit Staubbehälter. Du drückst einen Knopf, und über dem Mülleimer rieselt der Dreck heraus, meist mit einer kleinen grauen Wolke. Der VK7 setzt auf Filtertüten. Die volle Tüte ziehst du an einer Lasche heraus, sie verschließt sich dabei selbst. Du siehst keinen Staub, du riechst keinen Staub.
Für mich mit leichter Hausstauballergie war das der größte Unterschied im ganzen Test. Nach dem Leeren eines Staubbehälters niese ich normalerweise zweimal. Beim VK7 kein einziges Mal. Vorwerk lässt die FP7-Tüten vom TÜV auf Allergene prüfen, und in der Praxis merkt man das.
Das Problem ist die Rechnung. Mit zwei Katzen und zwei Kindern war eine Tüte bei uns nach 16 Tagen voll. Macht rund 23 Tüten im Jahr. Beim Originalpreis von 23 Euro pro Sechserpack sind das etwa 88 Euro jährlich, nur für Tüten.
Eine Szene, die mir im Kopf geblieben ist: Henrik hat an einem Sonntagmorgen die Tüte gewechselt, im Schlafanzug, mit einem Kaffee in der anderen Hand, direkt neben dem Frühstückstisch. Mit unserem alten Beutellos-Sauger hätte ich ihn dafür auf den Balkon geschickt. Beim VK7 habe ich es erst gemerkt, als er schon fertig war. Die MyKobold-App meldet übrigens, wann die Tüte voll ist und wann die Bürste gereinigt werden sollte. Das klingt nach Spielerei, hat uns aber zweimal daran erinnert, die Walze von Katzenhaaren zu befreien, bevor die Saugleistung nachließ.

Über zehn Jahre gerechnet, und so lange soll so ein Gerät ja halten, kommen also fast 900 Euro an Tüten zusammen. Das ist der Teil, den dir im Laden niemand vorrechnet. Und damit zum zweiten Kostenfaktor: dem Akku.
Laufzeit: gemessen statt versprochen
Vorwerk gibt bis zu 30 Minuten Saugen und bis zu 23 Minuten Saugwischen an. Ich habe jeden Durchgang mit der Stoppuhr gemessen.
| Situation | Gemessene Zeit |
|---|---|
| Kleinste Stufe, nur Hartboden | 31 Minuten bis zur Abschaltung |
| Automodus, ganze Wohnung (96 m²) | 23 Minuten, danach 22 % Akku übrig |
| Boost durchgehend | 9 Minuten |
| Saugwischen, Küche und Bad (21 m²) | 11 Minuten, 58 % Akku übrig |
| Aufladen von 0 auf 100 % | etwa 2 Stunden |
Für unsere Wohnung reicht eine Ladung knapp. Wer 120 Quadratmeter oder mehr am Stück saugen will, braucht einen zweiten Akku. Der kostet 159 Euro, lässt sich aber in drei Sekunden tauschen. Kein Werkzeug, kein Fummeln. So stell ich mir das bei allen Geräten vor.
Die Laufzeit ist also kein Glanzstück, aber ehrlich angegeben. Glänzen kann der VK7 an einer ganz anderen Stelle.
Der Saugwischer SP7: hier spielt er seine Stärke aus
Der SP7 ist ein Aufsatz, der gleichzeitig saugt und feucht wischt. Er hat einen kleinen Frischwassertank, dosiert das Reinigungsmittel und bewegt das Mikrofasertuch in schnellen, kleinen Kreisen. Vorwerk spricht von etwa 60 Quadratmetern pro Tankfüllung. Bei uns waren es 54.
Mein Härtetest war ein eingetrockneter Kaffeefleck vor der Spülmaschine, drei Tage alt und von mir selbst mit Absicht hinterlassen. Henrik hat mich deswegen ernsthaft gefragt, ob alles in Ordnung ist. Der SP7 brauchte zwei Bahnen, dann war er weg. Die Wischroller-Geräte, die wir zum Vergleich hatten, haben vier gebraucht.

Die Fliesen waren nach vier Minuten wieder trocken. Das liegt daran, dass der SP7 sehr wenig Wasser auf den Boden bringt. Für Holzdielen ist das ideal. Wir haben unsere geölten Dielen damit feucht gewischt, ohne Wasserflecken in den Fugen.
Einen Haken gibt es: Der SP7 hat keinen Schmutzwassertank. Der Dreck landet im Tuch. Nach Küche und Bad war es grau und musste in die Wäsche bei 60 Grad. Du brauchst also mehrere Tücher im Wechsel. Die Stiftung Warentest hat den VK7 mit SP7 im Juni 2025 trotzdem zum Testsieger unter den Saugwischern gekürt, und nach fünf Wochen verstehe ich, warum.
So viel Lob für den Wischer. Jetzt der Teil, der mich im Alltag am meisten genervt hat.
Katzenhaare und andere Ärgernisse
Die Elektrobürste EB7 hat keine Anti-Verheddern-Technik. Nach zehn Tagen mit Kurt hatten sich die Haare so dicht um die Walze gewickelt, dass ich sie mit der Schere aufschneiden musste. Das wiederholte sich in Woche vier. Die Walze lässt sich zwar einfach herausnehmen, aber 2026 erwarte ich bei diesem Preis eine Lösung, die Dyson und Shark längst haben.

Zweiter Punkt: Das weiße Gehäuse. Nach fünf Wochen hatte es zwei deutliche Kratzer vom Anlehnen an den Türrahmen. Optisch stört das, technisch nicht.
Dritter Punkt: Die EB7 ist relativ hoch. Unter unser Sofa kommt sie, unter die Kommode im Schlafzimmer nicht. Wer viele niedrige Möbel hat, sollte vorher nachmessen. Wer genau das Problem mit einem Roboter lösen will, findet in unserem Test des Roborock Saros 20 ein Gerät mit unter 8 Zentimetern Bauhöhe.
Technische Daten
| Merkmal | Kobold VK7 |
|---|---|
| Marktstart | Herbst 2022 |
| Laufzeit laut Vorwerk | bis zu 30 Min. saugen, bis zu 23 Min. saugwischen |
| Akku | wechselbar, Ersatzakku 159 € |
| Gewicht Grundgerät | 2,3 kg |
| Saugstufen | 4 plus Boost, Automodus mit Bodenerkennung |
| Staubsystem | FP7-Filtertüte, 6 Stück für 23 € |
| Saugwischer SP7 | ca. 60 m² pro Tankfüllung, 3 Feuchtigkeitsstufen |
| App | MyKobold mit Wartungshinweisen |
Wie wir Laufzeit, Lautstärke und Saugleistung bei allen Geräten gleich messen, steht auf unserer Seite So testen wir. Die entscheidende Frage ist aber nicht technisch.
Für wen sich der VK7 lohnt
Mein ehrlicher Eindruck: Den VK7 kaufen Menschen wegen des Wischers. Als reiner Sauger für 949 Euro ist er gut, aber nicht besser als die Konkurrenz. Erst mit dem SP7 wird aus ihm etwas, das kein anderes Gerät so sauber hinbekommt.
Die Alternativen
- Dyson V16 Piston Animal: Mehr Saugkraft, deutlich längere Laufzeit und eine Bürste, bei der sich Haare nicht aufwickeln. Dafür kein echter Wischer und ein Staubbehälter statt Tüte. Unseren ausführlichen Test des Dyson V16 findest du hier.
- Vorwerk Kobold VB100: Der kleinere Bruder. Leichter, günstiger, ebenfalls mit Tüte. Für kleine Wohnungen ohne Wischbedarf die vernünftigere Wahl im Vorwerk-Kosmos.
- Wischsauger mit Walze (z. B. Tineco, Dreame): Saugen und wischen nass in einem Durchgang, mit Schmutzwassertank und Selbstreinigung. Günstiger, aber lauter und auf Holz weniger schonend.
Alle Geräte, die uns im Bereich Haushalt überzeugt haben, sammeln wir in unseren Testberichten.
Mein Fazit nach fünf Wochen
Das Vorurteil meiner Familie stimmt zur Hälfte. Der VK7 fühlt sich solide an, er ist modular aufgebaut, und Vorwerk verkauft jedes Einzelteil nach. Die Chance, dass er in zehn Jahren noch läuft, ist höher als bei den meisten Akkusaugern. Aber er ist kein unverwüstlicher Klotz mehr, sondern ein modernes Akkugerät mit allen Schwächen dieser Klasse.
Ein Detail, das in Tests oft fehlt: Wenn bei einem günstigen Akkusauger nach drei Jahren der Akku schwächelt, landet oft das ganze Gerät im Wertstoffhof, weil es keinen Ersatz mehr gibt. Bei Vorwerk findest du Akku, Walze, Ladegerät und Tücher einzeln im Shop, und in den Vorwerk-Stores kannst du Geräte zur Reparatur abgeben. Das rechtfertigt nicht jeden Euro vom Preis, aber einen Teil davon.
Sein Trumpf ist der Saugwischer. Wenn du Dielen oder Fliesen hast und sie gern wirklich sauber haben willst, ohne Eimer und ohne nasse Pfützen, gibt es nichts Besseres. Wenn du eine haarende Katze hast und nur saugst, nimm etwas anderes.
Kurt ist übrigens kein Fan geworden. Er verlässt immer noch jeden Raum, in dem der VK7 läuft. Vor unserem alten Kabelsauger ist er allerdings genauso geflohen, also nehme ich das nicht persönlich.
Häufige Fragen zum Kobold VK7
Wie lange hält der Akku vom Kobold VK7?
Vorwerk gibt bis zu 30 Minuten Saugen an. Wir haben auf kleinster Stufe 31 Minuten gemessen, im Automodus reichte eine Ladung für 96 Quadratmeter mit 22 Prozent Rest. Im Boost ist nach etwa 9 Minuten Schluss. Ein Ersatzakku kostet 159 Euro und lässt sich ohne Werkzeug tauschen.
Kann man beim VK7 fremde Filtertüten verwenden?
Ja, kompatible Tüten von Drittanbietern passen und sind günstiger. In unserem Test hielten sie dicht. Für Allergiker empfehlen wir die Originaltüten, weil deren Filterleistung vom TÜV geprüft ist.
Ist der Kobold VK7 Testsieger bei Stiftung Warentest?
Der VK7 mit Saugwischer SP7 wurde im Juni 2025 Testsieger im Saugwischer-Test der Stiftung Warentest. Die Bewertung gilt für die Kombination aus Saugen und Wischen, nicht für den reinen Akkusauger.
Lohnt sich der VK7 ohne Saugwischer?
Nur bedingt. Als reiner Akkusauger für 949 Euro ist er gut, aber Konkurrenzgeräte bieten für weniger Geld mehr Laufzeit und eine Bürste, die sich nicht mit Haaren zuwickelt. Seine besondere Stärke ist das Wischen.
