Drei Fragen hatte ich, bevor der Karton aufging. Schafft er die Türschwellen in unserem Altbau, an denen schon zwei Saugroboter gescheitert sind? Kommt er unter das Sofa, unter dem seit Jahren ein Paralleluniversum aus Staub, Haargummis und Legosteinen existiert? Und wischt er so gut, dass ich den Wischmopp im Keller vergessen kann?
Der Roborock Saros 20 ist seit Anfang 2026 das Flaggschiff von Roborock, vorgestellt auf der CES in Las Vegas. Vier Wochen lang lief er bei uns in Leipzig, 27 Reinigungen, jede in einer Tabelle notiert. Die Antworten auf meine drei Fragen lauten: ja, ja und leider nein. Warum das dritte Nein trotzdem kein Grund gegen ihn sein muss, erkläre ich dir hier.
Roborock Saros 20
Einer der besten Sauger unter den Robotern, extrem flach und kletterstark. Beim Wischen nur solide.
- Nur 7,95 cm hoch, kommt unter fast jedes Möbel
- Überwindet unsere 3,1-cm-Schwelle ohne Anlauf
- Keine einzige Haarwicklung an der Hauptbürste
- Station wäscht die Mopps mit fast kochendem Wasser
- Rotierende Mopps wischen schwächer als Walzensysteme
- Flache Hindernisse wie Papier werden überfahren
- Seitenbürste lässt sich nicht einfahren
- Frontkamera ist nicht jedermanns Sache
Unser Fazit: Wenn dir Saugen wichtiger ist als Wischen, du Teppiche, Tierhaare oder niedrige Möbel hast, ist der Saros 20 einer der besten Roboter des Jahres. Wer hauptsächlich Fliesen wischen will, fährt mit einem Walzen-Modell besser.
Erst mal: Warum ist er so flach?
Fast jeder Saugroboter trägt oben einen kleinen runden Turm. Darin sitzt der Laser, mit dem er die Wohnung vermisst. Dieser Turm macht die Geräte etwa 10 Zentimeter hoch. Der Saros 20 hat keinen. Er navigiert mit einem System namens StarSight 2.0, das mit Sensoren und einer Kamera in der Front arbeitet. Das Ergebnis: 7,95 Zentimeter Bauhöhe.
Bei uns hat das Folgen. Unser Sofa hat 8,5 Zentimeter Bodenfreiheit, die Kommode im Flur 8,2. Unser alter Roboter blieb vor beiden stehen. Der Saros 20 fuhr bei der ersten Reinigung darunter und kam mit einem vollen Staubbehälter und einem pinken Haargummi an der Seitenbürste zurück. Mila hat ihn daraufhin „Flunder“ getauft. Der Name ist geblieben.
Die Karte stand nach dem ersten Durchgang. Sie war sauber in Räume aufgeteilt, nur Flur und Küche hatte er zu einem Raum zusammengelegt. Zwei Klicks in der App, dann stimmte es. Das Kartieren ging schnell, doch der wirklich spannende Moment kam an der Kinderzimmertür.
Die Altbau-Schwelle: der Test, an dem alle anderen scheiterten
Unsere Türschwellen sind aus Eichenholz, über hundert Jahre alt und unterschiedlich hoch. Die höchste, zum Kinderzimmer, misst 3,1 Zentimeter. Die meisten Saugroboter schaffen offiziell 2 Zentimeter, einige 2,5. Mit einem kleinen Keil hatten wir unserem alten Roboter geholfen. Er ist trotzdem jede dritte Fahrt hängen geblieben.
Der Saros 20 hat ein Fahrwerk, das Roborock AdaptiLift nennt. Er kann sich vorn und hinten anheben und klettert so über Stufen. Laut Hersteller schafft er Doppelschwellen bis 8,8 Zentimeter. Bei uns kam er in 27 Fahrten 27-mal über die 3,1 Zentimeter, ohne Keil. Das sieht ein bisschen aus wie ein Käfer, der sich über einen Ast arbeitet, und es ist jedes Mal wieder unterhaltsam.
„Mama, die Flunder macht wieder Liegestütze.“ Mila, als der Roboter über die Schwelle kletterte
Das allein war für mich schon ein Grund, ihn ernst zu nehmen. Die nächste Frage war, ob er hinter der Schwelle auch sauber macht.

Saugen: hier ist er ganz vorn
Roborock gibt 36.000 Pascal Saugkraft an. Die Zahl sagt im Alltag wenig, also habe ich unseren Standardtest gemacht: je 50 Gramm einer Mischung aus Haferflocken, Reis und feinem Sand auf Dielen, auf einem Kurzflorteppich und auf dem Hochflorteppich im Kinderzimmer. Dann eine Fahrt im Standardmodus, danach den Behälter gewogen.
| Boden | Aufgenommen (von 50 g) | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| Holzdielen mit Fugen | 49,1 g | fast perfekt |
| Kurzflorteppich | 45,6 g | sehr gut |
| Hochflorteppich | 41,3 g | stark für einen Roboter |
| Ecke im Flur | sichtbare Reste in 2 von 5 Durchgängen | ordentlich |
Auf dem Hochflorteppich war er besser als jeder Roboter, den wir bisher hatten. In den Ecken bleibt manchmal ein kleiner Rest liegen. Die Seitenbürste fährt dafür zwar aus, aber sie erreicht nicht jeden Winkel.
Die eigentliche Prüfung waren die Haare. Wir haben zwei Katzen, und vor allem Kurt, unser Britisch-Kurzhaar-Kater, verliert im Sommer Unmengen. Und in Woche zwei zog für zwölf Tage Bruno ein, der Goldendoodle meiner Schwester, weil sie im Urlaub war. Bruno hat lockiges, langes Fell und die Angewohnheit, dem Roboter mit schiefem Kopf hinterherzuschauen.
Der Saros 20 hat eine zweigeteilte Hauptbürste, die Roborock DuoDivide nennt. Haare werden zur Mitte geführt und dort eingesaugt, statt sich um die Walze zu wickeln. Nach vier Wochen mit drei haarenden Tieren hatte die Hauptbürste genau null Haarwicklungen. An der Seitenbürste musste ich einmal ein paar lange Bruno-Haare abziehen. Das ist ein richtig gutes Ergebnis. Beim Wischen sah es leider anders aus.
Wischen: solide, aber nicht mehr Spitze
Der Saros 20 wischt mit zwei runden, rotierenden Mopps, die mit Druck auf den Boden gepresst werden. Einer davon fährt an Kanten nach außen aus. Das ist das Prinzip, mit dem Roborock seit Jahren arbeitet. Viele Konkurrenten wie Dreame oder Mova sind inzwischen auf Wischwalzen umgestiegen, die sich während der Fahrt ständig selbst mit Frischwasser reinigen.
Im Alltag, also bei leichtem Staubfilm und Fußspuren auf Fliesen, war das Ergebnis gut. Der Boden war streifenfrei und nach etwa zehn Minuten trocken. Bei meinem Härtetest, einem eingetrockneten Fleck Apfelsaft vor dem Kühlschrank, brauchte er drei Durchgänge im Tiefenwischmodus. Ein Walzen-Roboter, den wir parallel hatten, schaffte es in einem. An den Fußleisten blieb ein etwa ein Zentimeter breiter Streifen ungewischt.
Eine Schwäche hat mich richtig geärgert. Der Roboter soll Flüssigkeiten erkennen und umfahren oder gezielt aufwischen. Als Mila eine Pfütze Milch verschüttet hatte, fuhr er beim Saugen mitten hindurch und zog eine weiße Spur durch den halben Flur. Seitdem heißt es bei uns: Erst Pfützen wegmachen, dann Flunder starten.
Die Station: hier kannst du dich zurücklehnen
Die Absaugstation ist groß, aber sie nimmt dir fast alles ab. Sie saugt den Staubbehälter des Roboters leer, wäscht die Mopps mit Wasser bis 100 °C und trocknet sie danach mit 55 °C warmer Luft. In vier Wochen hat nichts gemuffelt, auch nicht bei 31 Grad im Juli. Das ist bei rotierenden Mopps sonst oft ein Problem.
Bei unserer Set-Version gibt es einen Frischwassertank mit 4 Litern und einen Schmutzwassertank. Den Frischwassertank habe ich bei täglichem Wischen etwa alle fünf Tage nachgefüllt. Der Staubbeutel in der Station hält laut Roborock rund zwei Monate. Bei uns, mit zwei Katzen und Gasthund, war er nach 34 Tagen voll.
Lautstärke: Im Standardmodus maß ich 62 dB in einem Meter Abstand, auf höchster Stufe 71 dB. Das Absaugen in der Station dauert etwa zehn Sekunden und erreicht 78 dB. Kurt verlässt dann demonstrativ den Raum. Bruno hat es jedes Mal angebellt, und zwar zwölf Tage lang, ohne erkennbaren Lerneffekt.

App, Akku und der Sprachassistent Rocky
Die Roborock-App ist eine der aufgeräumtesten, die ich kenne. Du legst Räume, Sperrzonen und Reinigungsreihenfolgen fest und kannst für jeden Raum eigene Einstellungen speichern. Das Kinderzimmer bekommt bei uns zweimal Saugen und kein Wischen, die Küche einmal Saugen und Tiefenwischen. Eingestellt ist das in fünf Minuten.
Mit dem Akku gab es nie Stress. Die komplette Wohnung, 78 Quadratmeter freie Bodenfläche, gesaugt und gewischt, dauerte im Schnitt 96 Minuten, danach waren noch 38 Prozent übrig. Nur Saugen ging in 52 Minuten. Reicht der Akku bei großen Wohnungen nicht, fährt er zur Station, lädt nach und macht dort weiter, wo er aufgehört hat.
Neu ist ein eingebauter Sprachassistent namens Rocky. Du sagst „Hallo Rocky, sauge die Küche“, und er fährt los. Das funktionierte zuverlässig. Henrik hat ihn in der ersten Woche gefragt, ob er einen Witz kennt. Rocky hat gesagt, dass er das nicht versteht, und die Küche gesaugt. Wir fanden das beide eine sehr ehrliche Antwort.
Hindernisse: gut bei Socken, schwach bei Papier
Ich habe einen Parcours gebaut: eine Socke, ein Ladekabel, eine Playmobilfigur, eine flache Lego-Bauplatte, ein Blatt Papier und einen Hundehaufen aus Kunststoff, den Henrik für diesen Zweck im Scherzartikelladen gekauft hat. Er war sehr stolz darauf.
- Umfahren: Socke, Kabel, Playmobilfigur, Kunststoffhaufen. Den Haufen hat er in fünf von fünf Fahrten erkannt.
- Überfahren: die Lego-Platte und das Papier. Das Papier hat er einmal angesaugt und dann mit einem Fehlerton gestoppt.
Für Haushalte mit Hund, Kabeln und herumliegender Wäsche ist das ein gutes Ergebnis. Wer kleine Kinder mit flachem Spielzeug hat, sollte vor dem Start kurz über den Boden schauen. Die Kamera in der Front braucht er dafür. Wer das nicht möchte: Die Videofunktionen lassen sich in der App abschalten, die Hinderniserkennung arbeitet trotzdem weiter.

Technische Daten
| Merkmal | Roborock Saros 20 |
|---|---|
| Marktstart | Anfang 2026, UVP 1.499 € |
| Saugkraft | 36.000 Pa laut Hersteller |
| Bauhöhe | 7,95 cm, ohne Laserturm |
| Kletterfähigkeit | Doppelschwellen bis 8,8 cm (AdaptiLift) |
| Hauptbürste | DuoDivide, zweigeteilt gegen Haarwicklung |
| Wischsystem | 2 rotierende Mopps, einer ausfahrbar |
| Station | Absaugung, Moppwäsche bis 100 °C, Trocknung mit 55 °C |
| Navigation | StarSight 2.0 mit Frontkamera, über 200 Objekttypen |
| Smart Home | App, Matter, Alexa, Google, Siri |
Wie wir Saugleistung, Hindernisse und Lautstärke bei allen Robotern gleich prüfen, erklären wir auf So testen wir. Wichtiger als die Tabelle ist aber die Frage, ob er zu dir passt.
Für wen er passt und für wen nicht
Ein Tipp aus unserer Tabelle: Lass ihn drei Mal pro Woche nur saugen und ein Mal pro Woche saugen und wischen. So hast du trotz Katzen und Kindern einen sauberen Boden, und die Station bleibt länger frisch.
Die Alternativen
- Roborock Saros 20 Sonic: Der Schwesterroboter seit März 2026. Statt rotierender Mopps ein vibrierendes Wischpad mit mehr Druck, dazu klassische Lasernavigation mit versenkbarem Turm. Kostet etwa 300 bis 350 Euro mehr.
- Dreame X60 Pro Ultra oder Mova V70 Ultra: Wischwalze statt Mopps, sichtbar besser beim Wischen, beim Saugen auf Hochflor etwas schwächer. Preislich eine Stufe höher.
- Ein guter Akkusauger dazu: Auch der beste Roboter kommt nicht auf Sofa, Treppe oder Autositz. Für diese Stellen haben wir den Dyson V16 Piston Animal und den Kobold VK7 ausführlich getestet.
Welche Roboter und Sauger es bei uns insgesamt nach vorn geschafft haben, findest du in unseren Testberichten.
Mein Fazit nach 27 Reinigungen
Der Saros 20 hat zwei meiner drei Fragen so klar beantwortet wie kein Roboter vor ihm. Er kommt über unsere Schwellen, er kommt unter unsere Möbel, und er saugt dabei so gründlich, dass ich meinen Akkusauger nur noch für Sofa und Treppe hole. Die Hauptbürste blieb trotz drei haarender Tiere frei. Das ist im Alltag mehr wert als jede Pascal-Zahl.
Beim Wischen ist er gut genug für den täglichen Staubfilm, aber nicht mehr vorn. Wenn dir das wichtig ist, schau dir die Sonic-Version oder die Walzen-Modelle an. Wenn du vor allem einen Boden ohne Krümel, Sand und Haare willst, ist er für rund 1.000 Euro eine sehr gute Wahl.
Bruno ist inzwischen wieder zu Hause. Meine Schwester erzählt, dass er vor ihrem Staubsauger jetzt deutlich weniger Respekt hat. Er hat offenbar gelernt, dass man so ein Ding auch zwölf Tage lang anbellen kann, ohne dass etwas passiert.
Häufige Fragen zum Roborock Saros 20
Was ist der Unterschied zwischen Saros 20 und Saros 20 Sonic?
Der Saros 20 wischt mit zwei rotierenden Mopps und navigiert ohne Laserturm mit StarSight 2.0. Der Saros 20 Sonic nutzt ein vibrierendes Wischpad mit mehr Anpressdruck und klassische Lasernavigation mit versenkbarem Turm. Beim Saugen sind beide ähnlich stark, beim Wischen ist der Sonic im Vorteil.
Wie hohe Schwellen schafft der Saros 20?
Roborock gibt Doppelschwellen bis 8,8 Zentimeter an. In unserem Altbau hat er eine einzelne Holzschwelle mit 3,1 Zentimetern in 27 von 27 Fahrten ohne Hilfe überwunden.
Kommt der Saros 20 mit Tierhaaren klar?
Sehr gut. Nach vier Wochen mit zwei Katzen und einem langhaarigen Hund hatte die Hauptbürste keine einzige Haarwicklung. An der Seitenbürste mussten wir einmal ein paar lange Haare entfernen.
Wie oft muss man den Staubbeutel der Station wechseln?
Roborock nennt etwa zwei Monate. Mit zwei Katzen und Hund war er bei uns nach 34 Tagen voll. Ohne Haustiere kannst du mit der Herstellerangabe rechnen.
