Thermomix TM7 nach 7 Wochen: Was eine ehemalige Köchin wirklich über ihn denkt

Sieben Wochen, 61 Gerichte und eine Köchin, die eigentlich dagegen war. Was der TM7 kann, was er kostet und für wen sich 1.549 Euro nicht lohnen.

Frau mit Schürze gießt Kürbissuppe aus dem Mixtopf des Thermomix TM7 in zwei Schüsseln

„Für 1.549 Euro muss das Ding aber auch abwaschen.“ Das war der erste Satz von meinem Mann Jürgen, als der Karton im Flur stand. Der zweite kam eine Woche später, mit vollem Mund: „Ist das Risotto von dir oder von dem Ding?“

Ich habe 14 Jahre in Restaurantküchen in Hamburg gearbeitet. Ich war lange die Frau, die bei Thermomix-Partys höflich lächelt und sich denkt: Ein Topf und ein Holzlöffel reichen. Genau deshalb habe ich den Thermomix TM7 sieben Wochen lang in unserer ganz normalen Küche benutzt, jeden Tag, ohne Vorführerin und ohne Schonung.

Hier kommt, was dabei herauskam. Mit Zahlen, mit Macken und mit der Frage, die du dir wahrscheinlich gerade stellst: Lohnt sich das für mich?

Unser Urteil7 Wochen im Alltag getestet

Vorwerk Thermomix TM7

Der Küchenhelfer, der wirklich kocht. Leiser und klüger als der TM6, aber nicht billiger.

8,6
Sehr gutPreis beim Schreiben: 1.549 € im Vorwerk-Direktvertrieb
Ergebnis9,2
Bedienung9,4
Reinigung8,0
Preis/Leistung7,0
Das hat uns gefallen
  • 10-Zoll-Display, auch mit nassen Fingern bedienbar
  • Auf niedrigen Stufen spürbar leiser als der TM6
  • Anbraten bis 160 °C ohne Rezeptzwang
  • Geführte Rezepte, die wirklich gelingen
Das könnte besser sein
  • Ohne Cookidoo-Abo nur rund 200 Rezepte am Gerät
  • Mixtopf schwerer als beim Vorgänger
  • Wandert beim Kneten von schwerem Teig
  • Viel Zubehör vom TM6 passt nicht mehr

Unser Fazit: Wenn du täglich für zwei oder mehr Personen kochst und keine Lust mehr auf Rezeptsuche und Topfberge hast, ist der TM7 das beste Gerät seiner Art. Wer schon einen TM6 hat, kann sich das Upgrade sparen.

Was der TM7 anders macht als der TM6

Vorwerk verkauft den TM7 seit Frühjahr 2025. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein Thermomix mit Fitnessprogramm: schmaler, kantiger, mit einem großen Bildschirm, der den Drehknopf komplett ersetzt. Das Display misst 10 Zoll und ist so hell, dass ich es auch mittags bei Sonne auf der Arbeitsplatte gut lesen konnte.

Die wichtigste Änderung hörst du, bevor du sie siehst. Auf den unteren Stufen, also beim Rühren von Soßen oder Risotto, ist der TM7 deutlich ruhiger. Ich habe mit einer Dezibel-App auf dem Handy in einem Meter Abstand gemessen: 49 dB auf Stufe 1, beim TM6 meiner Nachbarin waren es 55 dB. Das klingt nach wenig, ist aber der Unterschied zwischen „läuft nebenher“ und „nervt beim Telefonieren“.

Neu ist auch das freie Anbraten bis 160 °C. Beim TM6 ging das nur innerhalb von Rezepten. Jetzt stellst du es selbst ein, wie an einem Herd. Und es gibt einen Modus für offenes Kochen ohne Deckel, gedacht für Nudeln oder Reduktionen. Der Varoma-Dampfgaraufsatz ist gewachsen, laut Vorwerk auf 6,8 Liter. Da passen bei uns zwei Lachsfilets und Brokkoli für vier Personen gleichzeitig hinein.

Was sich nicht geändert hat: Der Mixtopf fasst weiterhin 2,2 Liter. Und genau das habe ich in der ersten Woche gemerkt.

Woche 1: die Köchin gegen die Maschine

Ich habe mit einem Klassiker angefangen, den ich selbst im Schlaf kann: Kürbissuppe mit Ingwer. Ich habe sie einmal von Hand gekocht und einmal nach Rezept im TM7. Dann haben Jürgen und unsere Tochter Lea blind probiert.

Ergebnis: Lea mochte meine lieber, Jürgen die aus dem Gerät. Die TM7-Suppe war feiner püriert, fast samtig. Meine hatte mehr Röstaromen, weil ich die Zwiebeln länger angebraten hatte. Unentschieden also, und ehrlich gesagt hat mich das mehr geärgert, als ich zugeben wollte.

„Ich habe mir geschworen, nie ein Gerät mein Risotto machen zu lassen. In Woche drei habe ich es trotzdem getan, und am Tisch hat es niemand gemerkt.“ Anke, Tag 19

Das Risotto war dann tatsächlich der Moment, an dem ich weich wurde. 24 Minuten, einmal Parmesan und Butter am Ende, fertig. Ich stand nicht am Topf, habe nicht gerührt und hatte trotzdem ein cremiges Ergebnis mit Biss. Bei vier Personen wird es im 2,2-Liter-Topf aber eng. Für sechs Leute würde ich wieder den großen Topf nehmen.

Mann mit grauem Schnurrbart probiert mit geschlossenen Augen Kürbissuppe, neben ihm isst eine Jugendliche mit Handy
Der Blindtest: Jürgen stimmte für das Gerät, Lea für mich.

Die geführten Rezepte: Stärke und Abofalle zugleich

Das Herz vom Thermomix ist das Guided Cooking. Du wählst ein Rezept, das Gerät sagt dir Schritt für Schritt, was rein soll, wiegt mit und stellt Zeit, Temperatur und Stufe selbst ein. Beim TM7 läuft das flüssiger als beim TM6, weil der größere Bildschirm mehr Schritte auf einmal zeigt.

Das Problem ist der Preis dahinter. Ohne Abo hast du am Gerät nur rund 200 Rezepte. Die große Plattform Cookidoo mit weit über 80.000 Rezepten kostet 60 Euro im Jahr. Bei zehn Jahren Nutzung sind das 600 Euro zusätzlich. Ohne Abo ist der TM7 immer noch ein sehr guter Mixer mit Waage und Heizung, aber eben nicht mehr der „Koch für dich“.

Unser RechentippDas erste Jahr Cookidoo ist meist im Kaufpreis dabei. Leg dir am ersten Tag eine Erinnerung für Monat 11 an und prüf dann ehrlich, wie oft du Rezepte aus dem Abo gekocht hast. Bei uns waren es in sieben Wochen 44 von 61 Gerichten. Da lohnt es sich. Wenn du bei 10 von 60 landest, kündige.

Was mir als Köchin gefällt: Du kannst jetzt eigene Rezepte anlegen und Schritte selbst speichern. Meine Bratkartoffel-Variante mit Speck liegt inzwischen als Rezept im Gerät. Das ging beim Vorgänger nur umständlich über den Browser.

Die Rezepte laufen reibungslos, solange nichts Unerwartetes passiert. Und in einer echten Küche passiert immer etwas Unerwartetes.

Woche 3 bis 5: die Macken im Alltag

Drei Dinge sind mir im Alltag unangenehm aufgefallen. Erstens: Der Mixtopf ist schwerer geworden. Vorwerk hat ihn besser isoliert und den Verschluss geändert. Beim Ausgießen einer vollen Suppe hatte ich mit einer Hand nicht genug Kontrolle. Ich gieße jetzt immer mit zwei Händen, und Lea, die mit einer Hand am Handy ist, hat es einmal auf die Arbeitsplatte geschafft.

Zweitens: Beim Kneten von einem schweren Hefeteig für zwei Brote ist das Gerät auf unserer Arbeitsplatte aus Laminat rund 2 Zentimeter nach vorn gewandert. Nicht gefährlich, aber du solltest danebenstehen. Mit einer dünnen Gummimatte darunter blieb es beim nächsten Mal stehen.

Drittens: Auf den hohen Stufen ist er nach wie vor laut. Beim Mahlen von Mandeln auf Stufe 10 zeigte die App 83 dB. Das ist ungefähr ein vorbeifahrender Lkw. Die gute Nachricht: Diese Stufen laufen selten länger als 20 Sekunden.

Ein kleiner Punkt für alle mit TM6 im Schrank: Viel vom alten Zubehör passt nicht mehr. Unser Zweit-Mixtopf aus dem TM6-Set ist jetzt ein sehr teurer Blumentopf-Übertopf. Und damit sind wir beim Thema, das die meisten am meisten nervt: dem Abwasch.

Thermomix knetet schweren Hefeteig auf einer Gummimatte, eine Hand hält das Gerät fest
Schwerer Hefeteig: ohne Gummimatte wandert er über die Platte.

Reinigung: besser als ein Topf, schlechter als versprochen

Nach Suppen und Soßen reicht oft die Vorspülfunktion: Wasser rein, Taste, 30 Sekunden, ausgießen. Das spart tatsächlich Arbeit. Der Mixtopf darf in die Spülmaschine, auch der Varoma.

Nach Käse, Teig oder angebratenen Zwiebeln sieht es anders aus. Am Messer und in den Rillen vom Topfboden bleibt einiges hängen. Ich habe das Messer für den gründlichen Abwasch jedes Mal ausgebaut. Das dauert eine Minute, aber wer denkt, der TM7 wäscht sich selbst, wird enttäuscht. Jürgens Satz vom ersten Tag hat sich also nicht erfüllt.

Trotzdem habe ich gezählt: An einem normalen Abend mit Gemüsecurry und Reis hatte ich früher zwei Töpfe, ein Brett, ein Sieb und einen Kochlöffel im Spülbecken. Mit dem TM7 waren es der Mixtopf, der Gareinsatz und der Spatel. Das ist ungefähr die Hälfte. Wie viel Zeit das wirklich spart, siehst du in der Tabelle.

Frau baut über der Spüle das Messer aus dem Mixtopf aus, Teigreste an den Klingen
Nach Teig muss das Messer raus. Selbst wäscht er sich nicht.

Die Zahlen aus sieben Wochen

MesspunktErgebnis in unserem Test
Gekochte Gerichte61, davon 44 aus Cookidoo
Lautstärke Stufe 1 (1 m)49 dB
Lautstärke Stufe 10 (1 m)83 dB
Risotto für 424 Minuten, ohne Rühren
Hefeteig für 2 BroteGerät wanderte ca. 2 cm ohne Matte
Aktive Küchenzeit pro Abendessenim Schnitt 17 statt 38 Minuten
Totalausfälle1 (zu flüssiger Käsekuchen, mein Fehler beim Quark)

Die aktive Küchenzeit ist der Wert, der mich am meisten überrascht hat. Ich habe mit der Stoppuhr gemessen, wie lange ich wirklich schnippeln, rühren oder danebenstehen musste. 21 Minuten weniger pro Abend sind in einer Woche fast zweieinhalb Stunden. Das ist der eigentliche Gegenwert für den Preis, nicht die Technik.

Wie wir bei solchen Messungen vorgehen, erklären wir ausführlich auf unserer Seite So testen wir. Jetzt aber zu den harten Daten des Geräts.

Technische Daten im Überblick

MerkmalThermomix TM7
Preis (UVP)1.549 €, nur im Vorwerk-Direktvertrieb
Display10 Zoll Touchscreen, kein Drehknopf
Mixtopf2,2 Liter
Varomagrößer als beim TM6, laut Hersteller 6,8 Liter
Temperaturbis 160 °C beim Anbraten
LeistungMotor 500 W, Heizung 1.000 W
Gewichtca. 8,6 kg mit Mixtopf
Rezepteca. 200 ohne Abo, Cookidoo für 60 € im Jahr

Mit 8,6 Kilo ist der TM7 übrigens kein Gerät, das du nach jedem Kochen in den Schrank räumst. Plan einen festen Platz auf der Arbeitsplatte ein, etwa 35 mal 35 Zentimeter mit etwas Luft nach oben. Und damit sind wir bei der Frage, für wen sich dieser Platz lohnt.

Für wen der TM7 sich lohnt und für wen nicht

Für dich, wenndu an mindestens vier Abenden pro Woche kochst, eine Familie satt bekommen musst, gern nach Rezept arbeitest oder nach einem langen Tag einfach nicht mehr am Herd stehen willst. Auch für Menschen mit wenig Kocherfahrung ist er ein sicherer Einstieg.
Eher nicht, wenndu schon einen TM6 hast, oft für sechs oder mehr Personen kochst, kaum Platz auf der Arbeitsplatte hast oder dich schon jetzt über jedes Abo ärgerst.

Ein Punkt, der in vielen Tests untergeht: Menschen, die gern kochen, profitieren weniger, als man denkt. Ich brate weiterhin Fleisch in der Pfanne, weil das Anbraten im Mixtopf nie so kräftige Röstaromen gibt wie Gusseisen. Der TM7 ist bei mir ein zweiter Koch für Suppen, Soßen, Teige und Dampfgaren. Das kann er sehr gut.

Für TM31- oder TM5-Besitzer ist der Sprung dagegen groß: besseres Display, leiser, freies Anbraten. Wer vom TM6 kommt, bekommt einen hübscheren Bildschirm und ein ruhigeres Rührwerk. Für 1.549 Euro ist das zu wenig.

Alternativen, die wir uns angeschaut haben

  • Thermomix TM6 gebraucht: Seit dem Start vom TM7 sind viele gut erhaltene TM6 auf dem Gebrauchtmarkt. Du bekommst 90 Prozent der Funktionen für deutlich weniger Geld. Achte auf Rechnung und einen intakten Dichtungsring.
  • Monsieur Cuisine Smart von Lidl: Kostet nur einen Bruchteil, hat ebenfalls geführte Rezepte ohne Pflichtabo. Die Verarbeitung ist einfacher, das Display träger, und er ist nicht immer lieferbar, weil Lidl ihn meist als Aktionsware verkauft.
  • Bosch Cookit: Der interessanteste Konkurrent für ambitionierte Köche. Er brät kräftiger an, hat aber eine andere Rezeptwelt mit weniger Auswahl.

Welche Küchenhelfer es bei uns sonst in die engere Wahl geschafft haben, siehst du in unseren Testberichten. Und wenn du nach dem Kochen einen ordentlichen Cappuccino willst: Ich habe parallel den De'Longhi Magnifica Evo sechs Wochen lang getestet.

Mein ehrliches Fazit nach 61 Gerichten

Ich bin nicht bekehrt, aber ich bin ehrlicher geworden. Der TM7 kocht nicht besser als eine gute Köchin. Er kocht aber an einem Dienstagabend um 19 Uhr besser als eine müde Köchin. Und das ist die Situation, in der die meisten von uns jeden Abend stehen.

Er ist leiser, schneller zu bedienen und freier als sein Vorgänger. Er ist teuer, der Mixtopf ist schwer, und ohne Abo verliert er viel von seinem Zauber. Wenn du die 1.549 Euro auf fünf Jahre umrechnest, landest du bei rund 26 Euro im Monat plus Abo. Für eine Familie, die dadurch dreimal weniger Lieferdienst bestellt, rechnet sich das. Für einen Single, der zweimal die Woche Nudeln kocht, eher nicht.

Jürgen hat übrigens seine Meinung geändert. Er fragt inzwischen nicht mehr, ob das Risotto von mir ist. Er fragt, ob er es selbst machen darf.

Häufige Fragen zum Thermomix TM7

Lohnt sich der Umstieg vom TM6 auf den TM7?

Für die meisten nicht. Der TM7 ist leiser, hat ein größeres Display und freies Anbraten bis 160 °C. Beim Kochergebnis selbst haben wir kaum Unterschiede gemerkt. Wer einen funktionierenden TM6 hat, spart das Geld besser.

Kann ich den TM7 ohne Cookidoo-Abo nutzen?

Ja. Alle Grundfunktionen wie Wiegen, Mixen, Kochen, Dampfgaren und Anbraten laufen ohne Abo. Du hast dann rund 200 Rezepte am Gerät und kannst eigene anlegen. Die große Rezeptauswahl gibt es aber nur mit Cookidoo für 60 Euro im Jahr.

Wo kann ich den Thermomix TM7 kaufen?

In Deutschland verkauft Vorwerk ihn direkt: im Online-Shop, in den Vorwerk-Stores oder über Repräsentantinnen bei einer Vorführung. Bei anderen Händlern tauchen meist nur Graumarkt- oder Gebrauchtgeräte auf. Achte dort auf Rechnung und Garantie.

Passt das Zubehör vom TM6 auf den TM7?

Größtenteils nein. Mixtopf, Deckel und Varoma sind neu konstruiert. Der Spatel und einige kleine Helfer lassen sich weiter nutzen. Plan also nicht damit, einen alten Zweit-Mixtopf einzusetzen.