Samsung Galaxy Watch9, 44 mm, Bluetooth (Graphite)
Smartwatch mit Wear OS, Snapdragon Wear Elite, Saphirglas, Zweifrequenz-GPS, EKG und Blutdruckmessung mit Galaxy-Handy
- GPS auf offenen Strecken auf 0,3 Prozent genau
- Puls bei Dauerläufen fast wie am Brustgurt
- Sehr helles Display, in der Mittagssonne gut lesbar
- Saphirglas ohne Kratzer nach Heckenschnitt und Apfelbaum
- Akku hält im Alltag rund anderthalb Tage
- EKG und Blutdruck nur mit Samsung-Handy
- Kein iPhone-Support
- Kaum Fortschritt gegenüber der Watch8
Kilometer 14, Sonntagmorgen, der Lahnradweg hinter Wißmar. Das Handgelenk vibriert, und auf dem Display steht eine freundliche Bitte: Akku niedrig, Energiesparmodus aktivieren? Ich hatte noch sechs Kilometer vor mir und eine Uhr, die sich gerade verabschieden wollte.
Das war am neunten Tag mit der Samsung Galaxy Watch9, und es war mein Fehler, weil ich sie am Vorabend nicht geladen hatte. Aber genau darum dreht sich dieser Test. Die Watch9 ist eine hervorragende Uhr, schnell, genau, hell und gut verarbeitet. Sie verlangt nur, dass du dich jeden Tag um sie kümmerst.
Seit 14 Jahren laufe ich an der Lahn, drei- bis viermal pro Woche. Beruflich vermesse ich Grundstücke auf den Zentimeter, deshalb traue ich keiner Kilometerangabe, die ich nicht selbst geprüft habe. Die Watch9 hatte ich ab dem Verkaufsstart am 7. August am Arm, 22 Tage lang, an 11 Läufen mit zusammen 118 Kilometern, dazu im Garten, im Büro und nachts.
Was die Galaxy Watch9 neu macht
Von außen sieht die Watch9 aus wie ihre Vorgängerin: rundes Aluminiumgehäuse, zwei Tasten rechts, Saphirglas, die flache Rückseite mit den Sensoren. Es gibt sie mit 40 und 44 Millimetern, jeweils mit Bluetooth oder LTE. Ich habe die 44-Millimeter-Version in Graphite mit Bluetooth getestet, sie wiegt ohne Armband 34 Gramm.
Die großen Änderungen stecken innen. Statt eines Samsung-Chips arbeitet jetzt ein Snapdragon Wear Elite von Qualcomm, der KI-Aufgaben direkt auf der Uhr erledigen soll. Der Akku ist gewachsen, bei der großen Version von 435 auf 445 mAh, bei der kleinen deutlich stärker von 325 auf 390 mAh. Das Display soll bis zu 3.000 Nits hell werden.
Neu sind auch ein paar Gesundheitsfunktionen: eine Übersicht der nächtlichen Vitalwerte, ein Wert für die Herzgesundheit, der Schlaf, Bewegung und Körperdaten zusammenrechnet, und ein neuer Fitnessindex. Software ist One UI 9 Watch auf Basis von Wear OS 7. Wie gut die Grundlagen sind, habe ich zuerst geprüft.
So haben wir getestet
Die Uhr stammt aus einem großen Elektronikmarkt, gekauft am Starttag zum vollen Preis von 439 €, ohne Vorbestellerbonus. Gekoppelt war sie mit meinem Galaxy S24, das ich seit zwei Jahren nutze. Das ist wichtig, weil einige Funktionen nur mit einem Samsung-Handy laufen.
Für die Messungen habe ich dieselben drei Strecken genutzt wie beim Test der Garmin Forerunner 170: die 400-Meter-Bahn am Sportplatz, eine offene Lahnrunde von exakt 8,40 Kilometern, nachgemessen mit dem Messrad, und eine Waldrunde unter dichten Buchen. Den Puls habe ich gegen einen Brustgurt verglichen. Wie wir generell vorgehen, steht auf So testen wir.
Den Akku habe ich an 22 Tagen morgens und abends notiert, mit und ohne Always-on-Display. Katrin hat die Tabelle am Kühlschrank irgendwann „das Uhrenprotokoll“ getauft. Die ersten Zeilen darin waren sehr erfreulich.

GPS und Puls: Hier ist die Watch9 richtig gut
Die Watch9 nutzt Zweifrequenz-GPS, das Signale besser auseinanderhält, wenn sie an Häusern oder Bäumen zurückgeworfen werden. Den Satellitenfix hatte sie bei mir im Schnitt nach sieben Sekunden, auch morgens um halb sechs. Dann habe ich die Strecken abgelaufen, jede mehrfach.
| Strecke | Echte Länge | Galaxy Watch9, Schnitt | Abweichung | Forerunner 170 zum Vergleich |
|---|---|---|---|---|
| Sportplatz, 10 Runden (3 Läufe) | 4,00 km | 4,02 km | 0,5 % | 0,8 % |
| Lahnrunde, offen (4 Läufe) | 8,40 km | 8,42 km | 0,2 % | 0,4 % |
| Waldrunde, dichtes Laub (4 Läufe) | 6,15 km | 6,08 km | 1,1 % | 2,3 % |
Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Auf der Lahnrunde lag die Uhr im Schnitt 20 Meter daneben, im Wald 70 Meter, halb so viel wie die Forerunner 170. Die Live-Pace unter den Buchen sprang weniger als bei der Garmin, maximal um acht Sekunden pro Kilometer. Wer Tempoläufe nach Uhr läuft, merkt den Unterschied.
Beim Puls war die Watch9 bei ruhigen Dauerläufen im Schnitt einen Schlag vom Brustgurt entfernt. Bei Intervallen auf dem Anstieg zum Schiffenberg hinkte sie nach jedem Tempowechsel drei bis fünf Sekunden hinterher. Für einen optischen Sensor am Handgelenk ist das sehr ordentlich. Genauer wird es nur mit Gurt, und den kannst du an die Uhr koppeln.
„Du hast jetzt zwei Uhren, einen Gurt und ein Messrad. Und du läufst trotzdem dieselbe Runde wie seit 2012.“ Katrin, beim Frühstück in Woche zwei
Katrin hat recht, und genau deshalb weiß ich, dass die Zahlen stimmen. Die Frage war eher, wie lange die Uhr sie liefert.
Der Akku: anderthalb Tage und keine Stunde mehr
Samsung verspricht bis zu 40 Stunden ohne Always-on-Display und bis zu 30 mit. In meinem Alltag sah das so aus: Benachrichtigungen an, Schlafaufzeichnung jede Nacht, Pulsmessung dauerhaft, dazu an Lauftagen eine Stunde GPS.
| Nutzung | Ergebnis im Test |
|---|---|
| Alltag ohne Sport, Always-on aus | im Schnitt 36 Stunden |
| Alltag ohne Sport, Always-on an | im Schnitt 27 Stunden |
| Lauftag, 1 Std. GPS, Schlaf, Always-on aus | 68 % Verbrauch in 24 Stunden |
| Langer Lauf, 2 Std. 10 Min. mit GPS | 26 % Verbrauch |
| Laden 0 auf 100 % | 1 Std. 26 Min. |
| 20 Minuten laden (unter der Dusche) | rund 30 % |
In der Praxis heißt das: Du lädst jeden Tag. Zwei Nächte ohne Ladegerät gehen nur, wenn du keinen Sport machst und das Always-on-Display ausschaltest. Beim Kurzurlaub an der Nordsee hätte ich das Ladegerät am ersten Abend fast im Auto gelassen, und am zweiten Morgen war die Uhr tatsächlich leer.
Mein Rhythmus nach zwei Wochen: Die Uhr kommt morgens beim Duschen und Frühstück für 20 bis 30 Minuten auf den Ladepuck. Das reicht, und nachts kann sie den Schlaf aufzeichnen. Seitdem ist sie mir nie mehr ausgegangen. Das Problem ist nur: Wer von einer Garmin kommt, die eine Woche hält, muss sich umgewöhnen.
Wenn die Uhr nachts am Arm bleibt, bekommst du dafür eine Menge Gesundheitsdaten. Damit war ich skeptischer als mit dem GPS.
Gesundheit und Schlaf: viel Information, und einiges nur mit Samsung
Neu ist die Übersicht der nächtlichen Vitalwerte: Ruhepuls, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Hauttemperatur und Blutsauerstoff auf einen Blick, jeweils mit deinem persönlichen Normalbereich. Nach einem Grillabend mit zwei Bier war die Variabilität am nächsten Morgen deutlich unten, der Ruhepuls sieben Schläge höher. Die Uhr hat das freundlich als „außerhalb deines Bereichs“ markiert. Ich habe es als Hinweis verstanden.
Die Schlafaufzeichnung erkannte die Nacht, in der unsere Vierjährige Lotte um 3:10 Uhr mit einem schlechten Traum an meinem Bett stand, auf die Minute genau als Wachphase. Der neue Fitnessindex und der Herzgesundheitswert brauchen einige Wochen Daten und eingegebene Körperwerte, bevor sie etwas sagen. Nach 22 Tagen war mein Fitnessindex noch „in Berechnung“.
Wichtig für alle ohne Samsung-Handy: EKG und Blutdruckmessung laufen nur über die Samsung-Health-Monitor-App auf einem Galaxy-Smartphone. Für den Blutdruck musst du die Uhr zusätzlich regelmäßig mit einem klassischen Messgerät kalibrieren. Mit einem Pixel oder einem anderen Android-Handy funktioniert die Uhr, aber ohne diese beiden Funktionen. Mit einem iPhone funktioniert sie gar nicht.
Alle Werte ersetzen keinen Arzt, das sagt auch Samsung. Als Tagebuch für den eigenen Körper finde ich sie aber gut gemacht. Im Alltag zwischen Büro und Garten zeigte die Uhr noch eine andere Seite.

Alltag, Gemini und der Hanggarten
Das Display ist das beste, das ich bisher an einer Uhr hatte. Beim Mittagslauf in der prallen Augustsonne konnte ich Pace und Puls ohne Schattenhand ablesen. Die Bedienung ist schnell, Apps öffnen ohne Wartezeit, Wischen läuft flüssig. Spätestens da wird klar, dass eine Smartwatch mehr ist als eine Laufuhr.
Neu ist Gemini am Handgelenk. Du hebst den Arm, sprichst, und die Uhr stellt einen Timer, diktiert eine Nachricht oder legt eine Erinnerung an, bei mir neun von zehn Mal auf Anhieb. Einmal wurde aus „erinnere mich in 40 Minuten an die Grillkohle“ ein Eintrag zu Grünkohl. Im August war das ein Missverständnis, im Januar wäre es vielleicht ein Vorschlag gewesen.
Im Garten musste die Uhr einiges aushalten: Heckenschnitt, der Apfelbaum, zwei Nachmittage mit Ben auf dem Trampolin. Das Saphirglas hat nach drei Wochen keinen Kratzer, das Gehäuse eine winzige Macke, die ich nur mit Lupe finde. Herr Albers von nebenan hat beim Heckenschneiden gefragt, ob die Uhr „auch schneiden kann“. Kann sie nicht, aber sie hat mitgezählt, wie lange ich gebraucht habe.
Ben, sieben Jahre alt, hat die Stoppuhr für sich entdeckt und veranstaltet seitdem jeden Abend Sprintrennen im Garten. Sein Rekord über die Rasenlänge liegt bei 6,8 Sekunden. Meiner ist geheim. Wer eine Watch8 besitzt, fragt sich an dieser Stelle aber wahrscheinlich etwas anderes.
Watch9 oder Watch8: Lohnt sich das Upgrade?
Kurz gesagt: nein, jedenfalls nicht von einer funktionierenden Watch8. Die Unterschiede sind real, aber klein, der neue Chip macht die Uhr etwas schneller und die KI-Funktionen flüssiger. Der Akku der großen Version ist nur um 10 mAh gewachsen, davon habe ich im Alltag wenig gemerkt. Die 40-Millimeter-Version profitiert mehr, ihr Akku ist um ein Fünftel größer geworden.
Spannender ist die Frage für Neukäufer. Die Watch8 kostet ein Jahr nach ihrem Start rund 195 € für die kleine Bluetooth-Version, die Watch9 hat eine UVP von 409 €. Für den doppelten Preis bekommst du ein helleres Display, etwas mehr Tempo, neue Gesundheitsübersichten und längere Updates. Ist das Geld knapp, ist die Watch8 die klügere Wahl, willst du die Uhr fünf Jahre tragen, spricht mehr für die Watch9, vor allem, wenn ihr Preis erst einmal fällt.
Black Friday und Weihnachten: Wann die Watch9 günstig wird
Samsung-Uhren verlieren nach dem Start erfahrungsgemäß schnell an Preis. Schon drei Wochen nach dem Verkaufsstart liegen die Straßenpreise der Watch9 im Handel spürbar unter der UVP von 409 € für 40 Millimeter und 439 € für 44 Millimeter. Beim Vorgänger lagen die besten Black-Friday-Angebote im ersten Herbst deutlich unter der UVP.
Als Geschenk passt die Watch9 für Menschen mit einem Samsung-Handy, die viel unterwegs sind oder mit dem Laufen anfangen wollen. Für jemanden mit iPhone ist sie das falsche Geschenk, und das solltest du vorher klären, nicht an Heiligabend. Bei der Größe hilft ein Blick aufs Handgelenk: Die 44 Millimeter trugen sich bei Katrin mit schmalem Handgelenk zu wuchtig, bei mir passen sie gut.
Was du zusammen kaufen solltest:
- Einen zweiten Ladepuck für Büro oder Reisetasche. Weil die Uhr täglich an den Strom muss, ist das die sinnvollste Ergänzung.
- Ein zweites Armband: Das mitgelieferte Sportarmband ist gut zum Laufen. Für den Alltag mag ich ein Stoffarmband, das trocknet schneller.
- Einen Brustgurt, wenn du Intervalle läufst und auf die Sekunde genau trainieren willst.
Zu Rückgabe und Garantie: Online bestellt, kannst du 14 Tage lang widerrufen, und manche Shops strecken die Frist für Geschenke bis in den Januar. Zwei Jahre Gewährleistung hast du ohnehin. Probier Größe und Armband in den ersten Tagen aus, bevor du Schutzfolien aufklebst, sonst wird die Rückgabe unnötig kompliziert.

Alternativen zur Galaxy Watch9
- Samsung Galaxy Watch8 (rund 195 €): Fast dieselbe Uhr zum halben Preis. Für Einsteiger und alle mit knappem Budget die beste Wahl.
- Garmin Forerunner 170 (rund 300 €): Hält eine Woche statt anderthalb Tage, funktioniert mit iPhone und Android. Weniger smart, mehr Laufuhr. Meine Erfahrungen stehen im Test der Forerunner 170.
- Samsung Galaxy Watch Ultra 2 (rund 480 €): Titangehäuse, deutlich größerer Akku, für Trail und Berg. Schwer und groß, aber wer mehrere Tage ohne Ladegerät will, findet bei Samsung nichts Besseres.
Weitere Tests rund um Sport und Garten findest du in unseren Testberichten.
Wer die Watch9 tragen sollte
Nach 22 Tagen: Was am Handgelenk bleibt
Die Watch9 bleibt, zumindest bis zum Herbstmarathon in Frankfurt, für den ich wieder auf die Garmin wechsle. Warum? Weil vier Stunden Rennen plus Anreise plus Nervosität zu viel für anderthalb Tage Akku sind, wenn ich am Vorabend nicht an einer Steckdose war.
Im Alltag ist sie die beste Smartwatch, die ich bisher getragen habe. Genau beim Laufen, schön am Handgelenk, schnell in allem. Wer den täglichen Ladeplatz einplant und ein Samsung-Handy hat, wird mit ihr sehr glücklich. Und wer sie zu einem guten Preis bekommt, erst recht.
Häufige Fragen zur Galaxy Watch9
Funktioniert die Galaxy Watch9 mit dem iPhone?
Nein. Die Galaxy Watch9 braucht ein Android-Smartphone. Mit einem Samsung Galaxy bekommst du alle Funktionen, mit anderen Android-Handys fehlen unter anderem EKG und Blutdruckmessung.
Wie lange hält der Akku der Galaxy Watch9 wirklich?
In unserem Test hielt die 44-Millimeter-Version ohne Sport und ohne Always-on-Display im Schnitt 36 Stunden, mit Always-on 27 Stunden. An Lauftagen mit einer Stunde GPS waren nach 24 Stunden 68 Prozent verbraucht. Rechne also mit täglichem Laden.
Was ist der Unterschied zwischen Galaxy Watch8 und Watch9?
Die Watch9 hat einen neuen Snapdragon-Chip, ein helleres Display, bei der 40-Millimeter-Version einen deutlich größeren Akku und neue Gesundheitsübersichten. Design, Sensoren und die meisten Funktionen sind fast gleich. Von einer Watch8 lohnt sich der Wechsel kaum.
Welche Größe soll ich nehmen, 40 oder 44 Millimeter?
Die 40 Millimeter passen zu schmalen Handgelenken und haben inzwischen fast so viel Akku wie die große. Die 44 Millimeter bieten ein größeres Display und etwas mehr Laufzeit. Probier beide im Laden an, wenn du kannst, am besten mit dem Armband auf dem Loch, das du tragen würdest.
Wann wird die Galaxy Watch9 günstiger?
Samsung-Uhren fallen nach dem Start erfahrungsgemäß schnell. Zum Black Friday rechnen wir mit deutlichen Rabatten. Unter 280 € für die 44-Millimeter-Version und unter 250 € für die 40-Millimeter-Version mit Bluetooth ist aus unserer Sicht ein sehr guter Preis.
