PETKIT Pura Max 2 im Test: Was ein selbstreinigendes Katzenklo im Alltag taugt

Otto war nach zehn Minuten überzeugt, Luzie brauchte sechs Tage. Sieben Wochen mit dem PETKIT Pura Max 2: was das automatische Katzenklo spart und was es kostet.

Rote Katze kommt morgens im Flur aus einer großen weißen automatischen Katzentoilette

Ich habe mal nachgerechnet. Seit Otto und Luzie vor fünf Jahren aus dem Tierheim Münster bei mir eingezogen sind, habe ich ungefähr 3.600 Mal ein Katzenklo gereinigt. Morgens vor dem Kaffee, abends nach der Arbeit, und einmal im Urlaub über die Nachbarin, die mir danach sehr freundlich, aber bestimmt eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen geschickt hat.

Ein selbstreinigendes Katzenklo stand deshalb schon lange auf meiner Liste. Gezögert habe ich aus zwei Gründen: dem Preis und Luzie. Luzie ist eine rote Katze mit 3,9 Kilo und sehr klaren Ansichten über Veränderungen. Wer aus dem Tierschutz kommt, traut neuen Dingen nicht sofort, und ich kann es ihr nicht verdenken. Jetzt habe ich es trotzdem gewagt, mit der PETKIT Pura Max 2, dem aktuell meistverkauften automatischen Katzenklo im deutschen Handel. Sieben Wochen, zwei Katzen, ein sehr neugieriger Dackel, eine Küchenwaage und ein Notizbuch voller Geruchsnotizen.

Unser Urteil7 Wochen, 2 Katzen
8,2
Sehr gut, wenn deine Katzen mitspielenPETKIT Pura Max 2 mit Pura Air
Reinigung8,7
Geruch8,0
Sicherheit8,8
Preis-Leistung7,3
Was uns gefallen hat
  • Abfallbehälter bei zwei Katzen nur alle 6 Tage leeren
  • 38 Prozent weniger Streu verbraucht als vorher
  • App zeigt Gewicht und Besuche jeder Katze
  • Sensoren stoppen die Trommel sofort, wenn eine Katze hineinschaut
Was besser sein könnte
  • Groß: 62 x 54 cm Stellfläche, dazu Platz nach oben
  • Einstieg in 20 cm Höhe, für ältere Katzen eine Hürde
  • Nicht jede Streu funktioniert gleich gut
  • Nur 2,4-GHz-WLAN, Ersatzbeutel und Duftspray kosten laufend

Unser Urteil: Die Pura Max 2 hat uns die tägliche Schaufelroutine abgenommen und nebenbei einen Tierarztbesuch früher angestoßen, als wir es sonst bemerkt hätten. Sie ist nicht billig, braucht Platz und eine geduldige Eingewöhnung. Für Haushalte mit einer oder zwei Katzen ab sechs Monaten ist sie aktuell das runde Paket in ihrer Preisklasse.

Wie die Pura Max 2 funktioniert

Die Pura Max 2 ist ein Trommel-Klo. Deine Katze betritt durch eine Öffnung vorne eine große Kugel mit 76 Litern Innenraum, in der die Streu liegt. Sobald sie das Klo verlassen hat und eine einstellbare Wartezeit vorbei ist, dreht sich die Trommel langsam. Die Streu läuft durch ein Sieb, die Klumpen fallen in einen Abfallbehälter unten im Sockel, und die saubere Streu landet wieder dort, wo sie hingehört.

Der Behälter fasst 7 Liter und ist mit einem Beutel ausgekleidet. Wenn er voll ist, ziehst du die Schublade heraus, verschließt den Beutel und setzt einen neuen ein. Das ist der ganze Kontakt, den du im Alltag noch mit dem Inhalt hast. Wer schon einmal mit angehaltenem Atem über einem Katzenklo stand, weiß, was das bedeutet.

Dazu kommt eine App, die jeden Besuch registriert, inklusive Gewicht der Katze, Dauer und Uhrzeit. Klingt nach Spielerei. Bei uns war es der wichtigste Grund, warum ich die Pura Max 2 nicht mehr hergeben würde. Dazu gleich mehr.

Technische Daten im Überblick

MerkmalPETKIT Pura Max 2
Maße62 x 53,8 x 55,2 cm
Gewichtca. 10 kg
Innenraum Trommel76 Liter
Abfallbehälter7 Liter, bei 1 Katze laut Hersteller bis zu 15 Tage
Einstiegshöhe20 cm
Geeignet fürKatzen von 1,5 bis 10 kg, ab 6 Monaten
Streuklumpende Streu (Bentonit, Tofu, Mischstreu), keine Kristallstreu
Sicherheit11 Sensoren, u. a. Infrarot, Gewicht, Einklemmschutz
GeruchPura Air Duftspray und Geruchsblöcke
VerbindungWLAN 2,4 GHz, App
Preisca. 370 bis 450 Euro (Stand der Recherche)

Die Eingewöhnung: Otto in zehn Minuten, Luzie in sechs Tagen

Die Pura Max 2 kommt fast fertig montiert. Aufbau und App-Einrichtung haben 25 Minuten gedauert, wobei 15 davon auf unser WLAN gingen. Der Router funkt auf beiden Bändern unter einem Namen, und die Pura Max 2 kommt nur mit 2,4 GHz klar. Nach einer Trennung der Netze klappte es sofort.

Otto, ein grauer Britisch-Kurzhaar-Mischling mit 5,8 Kilo und dem Selbstbewusstsein eines Türstehers, stand nach zehn Minuten in der Trommel, schnupperte, scharrte und erledigte sein Geschäft, als hätte er nie etwas anderes gekannt. Luzie saß zwei Meter entfernt und starrte das Gerät an, als hätte es sie persönlich beleidigt. Hermann, mein Rauhaardackel, fand die Trommel dagegen sofort hochspannend. Ein Kindergitter vor dem Flur hat diese Frage geklärt.

Was bei ihr geholfen hat, ist eine Mischung aus Tipps vom Hersteller und aus Katzenforen:

  • Altes Klo daneben stehen lassen, in den ersten Tagen nur einmal täglich reinigen. So wird das neue Klo attraktiver.
  • Automatik aus: In den ersten drei Tagen habe ich die Reinigung nur manuell per App gestartet, wenn keine Katze in der Nähe war. Das Drehgeräusch soll nicht mit dem Klo selbst verknüpft werden.
  • Vertrauter Geruch: eine Schaufel benutzte Streu aus dem alten Klo in die neue Trommel.
  • Leckerli vor dem Eingang, nie drinnen. Das Klo ist kein Futterplatz.

An Tag sechs habe ich Luzie um 6:40 Uhr morgens aus der Trommel kommen sehen. Sie hat mich angeschaut, als wäre nichts gewesen. Ich habe im Flur leise gejubelt, im Schlafanzug. Das alte Klo kam an Tag neun in den Keller.

Sieben Wochen Alltag: Reinigung und Streu

Die Reinigung selbst funktioniert erstaunlich gründlich. Wir haben mit einer feinen Bentonitstreu getestet, die schnell und fest klumpt. In sieben Wochen blieben bei fünf Kontrollen Reste von Klumpen am Sieb hängen, alle bei Durchfall-Tagen oder nachdem die Streu unter die Mindestmarke gesunken war. Normale Klumpen landeten praktisch immer im Behälter.

Der Abfallbehälter war bei zwei Katzen im Schnitt nach sechs Tagen voll. Vorher habe ich täglich zweimal geschaufelt, jetzt einmal pro Woche einen Beutel gewechselt. Das dauert 50 Sekunden, ich habe es gestoppt.

Beim Streuverbrauch hat mich die Waage überrascht. In den sieben Wochen vor dem Test haben wir 22,4 Kilo Streu verbraucht, in den sieben Wochen mit der Pura Max 2 nur 13,8 Kilo. Das sind 38 Prozent weniger, weil die Trommel nur die Klumpen aussiebt und keine saubere Streu mit wegwirft, wie es beim Schaufeln passiert. Bei unserer Streu spart das rund 5 Euro im Monat. Das bezahlt das Gerät nicht, aber die Ersatzbeutel schon.

Tipp zur StreuNimm eine feinkörnige, schnell klumpende Bentonitstreu und füll nur bis zur Markierung. Zu viel Streu führt zu Fehlermeldungen, zu wenig lässt Klumpen am Trommelboden kleben. Tofustreu klappt auch, die grobe Sorte aber besser mit dem zweiten, gröberen Sieb aus dem Lieferumfang.
Hände schütten Katzenstreu auf eine Küchenwaage, daneben ein Notizbuch
Jedes Kilo gewogen und notiert. Am Ende waren es 38 Prozent weniger Streu.

Der Geruch: besser, aber kein Zauber

Die Pura Max 2 steht bei uns im Flur neben der Tür zum Hauswirtschaftsraum. Früher roch man dort abends deutlich, dass zwei Katzen in der Wohnung leben. Mit der Pura Max 2 ist das weitgehend verschwunden, weil Klumpen spätestens wenige Minuten nach dem Besuch in einem geschlossenen Behälter landen.

Ganz weg ist der Geruch nicht. Direkt nach einem großen Geschäft von Otto riecht es für ein paar Minuten, bis die Reinigung startet. Das Pura Air Spray sprüht danach einen Stoß Duft, der bei uns eher neutral als parfümiert wirkt. Ohne Nachfüllung merkst du nach etwa fünf Wochen einen Unterschied. Beim Wechseln des Beutels solltest du zügig sein, denn beim Öffnen der Schublade ist klar, was sich darin sammelt.

Frau knotet den Beutel aus der Abfallschublade eines automatischen Katzenklos zu, ein grauer Kater schaut zu
Einmal pro Woche Beutel wechseln, Luft anhalten, 50 Sekunden.

Die App und der Tierarztbesuch

Jetzt zu dem Moment, der alles für mich entschieden hat. In Woche vier zeigte die App für Luzie an einem Dienstag elf Besuche an, fast alle kurz. Ihr normaler Schnitt lag bei vier. Die Pura Max 2 unterscheidet die Katzen am Gewicht, das funktioniert bei Otto und Luzie mit fast zwei Kilo Unterschied zuverlässig.

Ohne App hätte ich nichts gemerkt, Luzie zeigte keine anderen Anzeichen. Am nächsten Morgen waren wir beim Tierarzt: beginnende Blasenentzündung. Nach einer Woche Behandlung war ihre Besuchszahl wieder normal. Ich sage nicht, dass ein Katzenklo einen Tierarzt ersetzt. Aber es hat mir einen Hinweis gegeben, den ich sonst Tage später bekommen hätte.

„Wenn eine Katze plötzlich viel öfter auf die Toilette geht und dabei nur wenig absetzt, sollte man das innerhalb von 24 Stunden abklären lassen, vor allem bei Katern.“ Unsere Tierärztin, beim Kontrolltermin

Die Gewichtskurve ist ein schöner Nebeneffekt. Otto hat in den sieben Wochen 200 Gramm zugenommen. Er bekommt jetzt weniger Leckerli, und er ist darüber nicht glücklich.

Lautstärke, Sicherheit und die ehrlichen Schwächen

PETKIT gibt 35 dB an. In einem Meter Abstand haben wir während der Drehung 46 dB gemessen, ein gleichmäßiges Summen, etwa wie eine Spülmaschine im Nebenraum. Nachts stört das im Schlafzimmer nicht, und für empfindliche Wohnungen gibt es eine Ruhezeit in der App.

Die Sicherheit war mir das Wichtigste, deshalb habe ich es ausprobiert. Otto steckte zweimal neugierig den Kopf in die Öffnung, während die Trommel lief. Beide Male stoppte sie sofort und drehte erst weiter, als er weg war. Die Wartezeit nach dem Besuch habe ich auf fünf Minuten gestellt. Katzen unter sechs Monaten oder unter 1,5 Kilo dürfen die Pura Max 2 laut Hersteller nicht nutzen, daran solltest du dich unbedingt halten.

Die Schwächen sind vor allem Platz und Körperbau. Mit 62 mal 54 Zentimetern und über einem halben Meter Höhe passt sie nicht in jede Ecke, und in ein Möbelstück wie einen Katzenschrank schon gar nicht. Die Einstiegskante liegt 20 Zentimeter hoch. Für eine alte Katze mit Arthrose kann das zu viel sein, eine kleine Stufe davor hilft. Und alle vier Wochen gehört eine Grundreinigung der Trommel dazu, mit Ausleeren, Auswischen und Neubefüllen. Das dauert bei uns etwa 20 Minuten.

Grauer Britisch-Kurzhaar-Kater steckt den Kopf in die Öffnung der Katzentoilette
Otto kontrolliert. Läuft die Trommel, stoppt sie sofort.

Die laufenden Kosten

Neben dem Kaufpreis fallen kleine Beträge an, die du kennen solltest. Ersatzbeutel von PETKIT kosten je nach Packung zwischen 10 und 20 Cent pro Stück, bei einem Beutel pro Woche also kaum der Rede wert. Die Duftkartuschen für Pura Air liegen bei etwa 10 bis 15 Euro für mehrere Wochen, sind aber optional. Strom braucht das Gerät nur beim Drehen, das fällt nicht ins Gewicht.

Wer mit einem normalen Klo verglichen rechnet, zahlt vor allem für den Komfort. Wer die gesparte Streu und die gewonnene Zeit mitzählt, landet über die Jahre bei einer freundlicheren Bilanz. Ich rechne sie mir jedenfalls so schön.

Für wen sich die Pura Max 2 lohnt, und die Alternativen

Lohnt sich, wenndu eine oder zwei gesunde, erwachsene Katzen hast, beruflich oft lange weg bist, das Schaufeln leid bist oder die Gesundheit deiner Katzen besser im Blick behalten willst.
Eher nicht, wenndu Kitten hast, eine sehr alte oder bewegungseingeschränkte Katze, eine sehr große Rasse über 10 Kilo oder wenig Platz. Auch bei Katzen, die Veränderungen hassen, braucht es viel Geduld.
  • Neakasa M1: offene Bauweise ohne Trommel, für Katzen bis 15 Kilo. Gut für ängstliche oder große Katzen, braucht aber mehr Stellfläche in der Breite.
  • Litter-Robot 4: der bekannte Klassiker aus den USA, sehr ausgereift, mit ab etwa 800 Euro aber fast doppelt so teuer.
  • Normales Haubenklo mit guter Streu: immer noch die günstigste Lösung. Wer gerne schaufelt oder nur eine Katze hat, braucht keine Technik.

Weitere getestete Produkte für Haustiere und Haushalt findest du in unseren Testberichten. Wie wir vorgehen, erklärt unsere Seite So testen wir. Und falls deine Katzen auch gern ihre Nase an die Scheibe drücken: Mein Kollege Detlef Kühnapfel hat den Kärcher Fenstersauger WV 6 Plus an 14 Altbaufenstern getestet.

Mein Fazit nach sieben Wochen

Die PETKIT Pura Max 2 hat mir rund 14 Stunden Schaufeln erspart, 8,6 Kilo Streu gespart und einmal früh genug gewarnt. Sie ist groß, sie kostet ordentlich, und die Eingewöhnung braucht Nerven, wenn du eine Luzie zu Hause hast. Aber sie hat ein Stück Alltag leiser gemacht, auf eine Art, die ich jeden Morgen merke.

Luzie benutzt sie inzwischen, als wäre es ihre Idee gewesen, und Hermann hat das Interesse verloren. Und wenn ich morgens in den Flur komme, riecht es nach Kaffee statt nach Katzenklo. Mehr habe ich mir nicht gewünscht.

Häufige Fragen

Ist ein selbstreinigendes Katzenklo sicher für Katzen?

Die Pura Max 2 hat mehrere Sensoren, die die Trommel stoppen, sobald eine Katze sie betritt oder hineinschaut. In unserem Test hat das jedes Mal funktioniert. Wichtig ist, die Mindestvorgaben einzuhalten: ab 6 Monaten und ab 1,5 Kilo Körpergewicht.

Welche Katzenstreu passt in die PETKIT Pura Max 2?

Jede klumpende Streu, also Bentonit, Tofu oder Mischstreu. Kristall- und Silikatstreu funktionieren nicht. Am besten lief bei uns feine, schnell klumpende Bentonitstreu.

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

Das hängt von der Katze ab. Bei uns war es ein Kater nach zehn Minuten, eine Katze nach sechs Tagen. Lass das alte Klo anfangs daneben stehen und schalte die Automatik in den ersten Tagen aus.

Kann ich die Pura Max 2 für mehrere Katzen nutzen?

Ja, für zwei Katzen hat es bei uns gut funktioniert. Den Abfallbehälter musst du dann etwa doppelt so oft leeren. Bei drei oder mehr Katzen empfehlen Tierärzte ohnehin mehr als ein Klo pro Haushalt.