Husqvarna Automower 430X NERA
Mähroboter mit EPOS-Satellitennavigation, Radar und bis zu 50 Prozent Steigung
- Kommt das Steilstück mit 41 Prozent auch nach einer Regennacht hoch
- Nur 2 Eingriffe in 13 Testtagen
- Vorgarten als eigene Zone, Schnitthöhe per App
- Radar bremst vor Ball und Gießkanne früh ab
- Mit Referenzstation schnell rund 4.000 €
- Unter dem Apfelbaum langsamer, die Bahnen werden krumm
- An Beetkanten bleiben 5 bis 7 cm stehen
- Referenzstation braucht freien Himmel und eine Steckdose
Sonntag, 9. August, 7:40 Uhr. Das Telefon klingelt, und am Apparat ist Frau Lotz, der die Streuobstwiese unterhalb unseres Gartens gehört. „Herr Pietzsch, unter meinem Birnbaum steht ein Rasenmäher. Ist das Ihrer?“
Er war meiner. Genauer gesagt war es der Worx Landroid Vision, am ersten Tag seiner Testwoche. Am Samstagnachmittag war er unseren Hang hinuntergefahren, hatte unten nichts gesehen, was nicht nach Gras aussah, und einfach weitergemäht. 14 Meter tief in der Wiese ging ihm der Akku aus. Ich habe ihn in Gummistiefeln und Schlafanzughose zurückgetragen, und Frau Lotz hat vom Küchenfenster aus gewunken.
Ich bin Holger, Vermessungsingenieur in Gießen, und bei uns teste ich alles für Garten und Outdoor. Vom 1. August bis zum 6. Oktober 2026, also 67 Tage lang, haben in unserem Garten fünf Mähroboter ohne Begrenzungsdraht gearbeitet. Gewertet habe ich nach einer einzigen Frage: Welcher mäht einen verwinkelten Garten mit Hang am saubersten, ohne stecken zu bleiben? Kurz vorweg: Gewonnen hat der teuerste. Warum er sein Geld trotzdem nicht für jeden wert ist und welcher Roboter auf flachen Flächen für ein Viertel des Preises fast genauso sauber mäht, steht weiter unten.
Mein Testgarten: drei Rasenstücke, ein Hang und ein Apfelbaum
Wer meinen Test des Gardena SILENO sense gelesen hat, kennt den Hauptrasen schon: 430 Quadratmeter hinter unserer Doppelhaushälfte, drei Beete mit Steinkante, Bens Sandkasten und eine leichte Steigung zur Terrasse. Was ich damals gar nicht erst eingezeichnet habe, ist der Rest. Und genau der war diesmal der eigentliche Test.
- Der Hang: 165 Quadratmeter Böschung hinter dem hinteren Gartentor. Oben 20 bis 25 Prozent, im mittleren Drittel bis 41 Prozent, dazu ein Absatz an einer alten Trockenmauer. Unten geht die Böschung ohne Zaun in die Streuobstwiese über, nur ein paar Haselsträucher markieren die Grenze.
- Die Engstelle: 85 Zentimeter zwischen Garagenwand und Nachbarzaun, dahinter ein Rasenstreifen von 22 Quadratmetern.
- Der Vorgarten: 40 Quadratmeter, vom Rest getrennt durch die gepflasterte Einfahrt.
- Der Apfelbaum: eine Krone von gut neun Metern Durchmesser, und darunter ein Satellitenempfang, über den sich jeder Roboter beschwert.
Zusammen sind das rund 660 Quadratmeter. Den Hang habe ich bisher alle zwei Wochen mit dem Freischneider gemäht, an heißen Tagen mit Sicherheitsschuhen und schlechter Laune. Genau diese Arbeit sollte ein Roboter mir abnehmen. Also musste ich zuerst dafür sorgen, dass alle fünf dieselbe Chance bekommen.
So lief der Test: zwei Runden und eine Regennacht
Fünf Roboter gleichzeitig auf einem Rasen geht nicht, sie würden sich gegenseitig die Arbeit zerfahren. Also hat jeder den Garten für sich allein bekommen:
- Runde 1, Spätsommer (1. August bis 4. September): jeder Roboter sieben Tage am Stück, auf trockenem, hartem Boden.
- Runde 2, Frühherbst (5. September bis 4. Oktober): jeder noch einmal sechs Tage, in umgekehrter Reihenfolge. Jetzt mit Tau bis in den Vormittag, Fallobst im Gras und deutlich mehr Regen.
- Hangprobe (5. und 6. Oktober): Nach einer Regennacht musste jeder Roboter das steilste Stück dreimal hinauf, neun Meter Schräge mit Stoppuhr.
Vor jeder Testwoche habe ich den ganzen Garten mit dem alten Benzinmäher auf 6 Zentimeter gebracht. So hat jeder Roboter beim selben Rasen angefangen. Eingestellt waren alle auf 4 bis 4,5 Zentimeter, je nachdem, was die Stufen hergeben. Gemäht wurde montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags war Ruhe.
Am Ende jeder Woche bin ich mit Maßband, Kreidespray und meinem Feldbuch durch den Garten gelaufen. Flächen aufnehmen ist mein Beruf, und ich habe es hier nicht anders gemacht als auf der Baustelle. Jede Stelle, die nach einer Woche noch nie geschnitten war, habe ich eingemessen. An zwölf festen Punkten habe ich gemessen, wie breit der Streifen an Beetkanten, Mauer und Baumstamm stehen geblieben ist. Dazu kam eine Strichliste: Jedes Mal, wenn ich einen Roboter befreien, umdrehen oder zurücktragen musste, gab es einen Strich. Wie wir grundsätzlich vorgehen, steht auf der Seite So testen wir.
Die fünf Ladestationen blieben die ganzen 67 Tage stehen, verteilt zwischen Schuppen, Garage und Terrasse, dazu drei RTK-Antennen. Meine Frau Kerstin hat unseren Garten in diesen Wochen nur noch „den Busbahnhof“ genannt.

Das Ergebnis auf einen Blick
Hier die Zahlen, bevor ich zu jedem Modell komme. „Ungemäht“ heißt: Fläche, die nach einer kompletten Testwoche noch nie geschnitten war, als Mittelwert aus beiden Runden. Die Eingriffe zählen über alle 13 Testtage pro Roboter.
| Modell | Preis beim Schreiben | Steilstück 41 %, trocken / nach Regen | Engstelle 85 cm | Eingriffe | Ungemäht pro Woche | Streifen an Beetkanten | Note |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Husqvarna Automower 430X NERA | ca. 2.700 bis 3.300 €, EPOS-Kit ca. 750 bis 1.500 € | ja / 3 von 3 | ja | 2 | 3,1 m² | 5 bis 7 cm | 8,7 |
| Mammotion Luba 2 AWD 1000 | ca. 1.700 bis 2.200 € | ja / 3 von 3 | ja, knapp | 4 | 4,8 m² | 9 bis 12 cm | 8,1 |
| Segway Navimow i105E | ca. 650 bis 850 € | bis ca. 32 % / 0 von 3 | ja | 9 | 17,5 m² | 6 bis 8 cm | 7,2 |
| Gardena smart SILENO free 800 | ca. 900 bis 1.200 € | bis ca. 28 % / 0 von 3 | ja, mit Anstoßen | 11 | 21,4 m² | 3 bis 5 cm | 6,3 |
| Worx Landroid Vision M800 | ca. 900 bis 1.200 € | bis ca. 30 % / 0 von 3 | ja | 14 | 19,2 m² | 5 bis 8 cm | 5,8 |
Die Tabelle zeigt schon die Trennlinie. Zwei Roboter kommen den Hang hoch, drei nicht. Und fast alles, was bei den hinteren drei ungemäht geblieben ist, liegt genau dort, im steilen Drittel unter der Trockenmauer. Ganz oben steht der Roboter, den ich am wenigsten anfassen musste.
Testsieger Husqvarna Automower 430X NERA: der, um den ich mir keine Sorgen gemacht habe
Der 430X NERA kommt erst mit dem EPOS-Kit ohne Draht aus. Das ist Husqvarnas Version von RTK: Eine Referenzstation steht fest im Garten, kennt ihre Position und schickt dem Roboter laufend Korrekturen. So weiß er auf zwei bis drei Zentimeter genau, wo er ist. Ich arbeite beruflich jeden Tag mit genau diesem Prinzip, wenn ich Grundstücksgrenzen einmesse. Die Station habe ich an die Ecke des Garagendachs geschraubt, dorthin, wo ich auch einen eigenen Referenzpunkt setzen würde: freier Himmel nach Süden, weit weg vom Apfelbaum, kein Blech in der Nähe.
Die Einrichtung hat mit Montage 2 Stunden und 50 Minuten gedauert. Du fährst die Grenzen mit dem Handy ab, legst Sperrzonen um Beete und Sandkasten und zeichnest einen Weg über die Einfahrt in den Vorgarten. Der Vorgarten lief als eigene Zone mit eigenem Zeitplan. Die Schnitthöhe stellst du in der App zwischen 2 und 6 Zentimetern ein, und das sogar pro Zone.
Am Hang war er eine Klasse für sich, zusammen mit dem Luba. Husqvarna gibt 50 Prozent an, mein Steilstück hat 41. Trocken hat er es nie auch nur zögernd genommen. Bei der Hangprobe nach der Regennacht kam er dreimal von dreimal hoch, im Schnitt in 48 Sekunden für die neun Meter. Die großen Hinterräder haben dabei leicht durchgedreht, aber keine einzige Grasnarbe aufgerissen.
„Der Schwede fährt da hoch wie eine Gämse. Nur leiser.“ Herr Albers, über den Zaun, 2. September
Unter dem Apfelbaum hat auch der Husqvarna gemerkt, dass ihm der Himmel fehlt. Er wurde langsamer, und die Bahnen sahen dort aus, als hätte ein Fahrschüler gemäht. Gemäht war trotzdem alles. Das Radar vorn hat Ball und Gießkanne jedes Mal erkannt, den flach liegenden Gartenschlauch nicht, passiert ist dabei nichts.
Die beiden Striche auf meiner Liste: Einmal hat ihn ein frischer Maulwurfshügel an der Trockenmauer angehoben, und der Hebesensor hat ihn gestoppt. Beim zweiten Mal war über Nacht die Sicherung der Garagensteckdose herausgeflogen, an der die Referenzstation hängt. Das war unsere Elektrik, nicht der Roboter. An den Beetkanten blieben 5 bis 7 Zentimeter stehen, weil die Klingenscheibe mittig sitzt. Mein Schallpegelmesser zeigte in drei Metern Abstand 53 dB.
Der Haken ist der Preis. Der Roboter liegt bei rund 2.700 bis 3.300 €, dazu kommt das EPOS-Kit mit Referenzstation für rund 750 bis 1.500 €, je nach Händler. Und für 660 Quadratmeter ist er überdimensioniert, denn er ist für bis zu 3.200 gebaut. Am Hang ebenbürtig war ihm ein Roboter, der deutlich weniger kostet.
Mammotion Luba 2 AWD: kommt jeden Hang hoch, hinterlässt aber Spuren
Der Luba 2 AWD ist das Gegenteil eines zierlichen Gartenhelfers. 17 Kilo, Allradantrieb, 40 Zentimeter Schnittbreite, und laut Hersteller schafft er 80 Prozent Steigung. Das sind knapp 39 Grad. Ben hat ihn am ersten Tag „den Panzer“ getauft, und der Name ist geblieben.
Am Hang hat er nicht einmal angestrengt geklungen. Dreimal von dreimal bei der Hangprobe, im Schnitt in 31 Sekunden, also schneller als der Husqvarna. Mit seiner breiten Schnittbreite war er nach anderthalb Tagen mit dem ganzen Garten durch. Die Schnitthöhe stellst du per App zwischen 2,5 und 7 Zentimetern ein, und die Karte mit Zonen und Wegen ist die übersichtlichste im Test.
Das Problem kommt beim Wenden. Der Luba dreht auf der Stelle, wie ein Bagger auf Ketten. Auf trockenem Rasen sieht man davon nichts. In der zweiten Runde im September hat er auf taunassem Gras am Hang zwei handgroße Stellen aufgeschürft. Danach bekam der Hang eine eigene Zone, die erst ab 13 Uhr gemäht wird. Bei der Hangprobe musste er trotzdem auf nasses Gras, und prompt kamen drei Stellen dazu.
Die Engstelle hat er geschafft, aber knapp. Gleich am ersten Montag hat er an der Garagenwand eine helle Schramme im Putz hinterlassen. Kerstin hat sie mir am Abend gezeigt, ohne ein Wort zu sagen. Seitdem liegt der Weg in der App zehn Zentimeter weiter vom Haus weg. An den Beetkanten blieben 9 bis 12 Zentimeter stehen, so viel wie bei keinem anderen, und mit 58 dB in drei Metern war er auch der lauteste.
Seine vier Striche: einmal verlorenes Satellitensignal unter dem Apfelbaum mit sechs Minuten Wartezeit, einmal ein Vorderrad über dem Absatz der Trockenmauer, einmal hängen an der Kante des Sandkastens und einmal ein Update, das sich aufgehängt hat. Für rund 1.700 bis 2.200 € ist der Luba der Roboter für richtig steile und große Grundstücke. In einem verwinkelten Garten mit vielen Beeten bleibt mehr Handarbeit als beim Testsieger. Ganz anders sieht es beim kleinsten Roboter im Feld aus.
Segway Navimow i105E: der Beste unter 1.000 Euro, solange es nicht steil wird
Der Navimow i105E ist der Kleinste und Günstigste im Test, und er hat mich am meisten überrascht. Er kombiniert RTK mit einer eigenen Antenne und eine Kamera. Die Einrichtung hat 1 Stunde und 40 Minuten gedauert, eine Stunde weniger als beim Husqvarna, und die App ist die angenehmste im Test: Live-Karte, Fortschritt in Prozent, klare Meldungen.
Unter dem Apfelbaum hat ihm die Kamera geholfen. Wenn das Satellitensignal schwächer wurde, fuhr er einfach weiter, ohne die Denkpausen, die ich vom SILENO sense kenne. Durch die Engstelle neben der Garage ist er gefahren, als wäre sie eine Autobahn. Die Schnittbreite liegt bei 18 Zentimetern, die Höhe stellst du am Drehrad zwischen 2 und 6 Zentimetern ein, und an den Beetkanten blieben 6 bis 8 Zentimeter stehen.
Dann kam der Hang. Segway gibt 30 Prozent an, und das ist ehrlich. Trocken kam er bis etwa 32 Prozent, dann drehten die Räder durch, er stoppte, drehte vernünftig um und mähte woanders weiter. Nach Regen ist er zweimal seitlich ein Stück abgerutscht und stehen geblieben. Sieben seiner neun Striche gehen auf das Konto des Hangs. Im steilen Drittel blieben jede Woche gut 14 Quadratmeter ungemäht.
Eine Sache muss ich fairerweise dazusagen: Der i105E ist für 500 Quadratmeter gedacht, und mein Garten hat 660. Mit einem längeren Zeitplan hat er das geschafft, war aber praktisch den ganzen Tag unterwegs. Ohne den Hang hätte er in 13 Tagen zwei Striche bekommen. Für einen flachen, verwinkelten Garten bis 500 Quadratmeter ist er für rund 650 bis 850 € die beste Wahl in diesem Test.

Gardena smart SILENO free: die schönsten Kanten, aber kein Kletterer
Zuerst eine Korrektur in eigener Sache. In meinem Test des SILENO sense hatte ich geschrieben, der SILENO free arbeite mit einer eigenen Referenzstation. Das stimmt so nicht. Er holt seine RTK-Korrekturdaten über Mobilfunk aus dem Netz, eine Antenne im Garten gibt es nicht. Das spart Aufbau, macht ihn aber abhängig davon, wie gut er den Himmel sieht.
Und das hat man gemerkt. Auf der offenen Rasenfläche hat er ordentlich gearbeitet. Unter dem Apfelbaum und nah an der Hauswand wurde seine Position ungenau, und zweimal ist er gut 30 Zentimeter über die gezeichnete Grenze ins Lavendelbeet gefahren. Eine Kamera hat er nicht, Hindernisse merkt er erst, wenn er sie berührt. Gießkanne, Gartenstuhl und Bens Bobbycar hat er alle angestoßen, und nach 13 Tagen hatte das Gehäuse vorn feine Kratzer.
Dafür gab es die schönsten Kanten im ganzen Test. Mit der Trim-to-Edge-Funktion fährt er an festen Kanten entlang und wendet dort so, dass die Messer nah herankommen. An den Steinkanten der Beete blieben nur 3 bis 5 Zentimeter stehen. Er ist leise, und er fährt ohne festes Muster, was auf Dauer gleichmäßig aussieht, aber länger dauert.
Am Hang war bei etwa 28 Prozent Schluss, nach Regen ging gar nichts. Durch die Engstelle kam er, hat aber jedes Mal die Garagenwand berührt. Mit elf Strichen und rund 900 bis 1.200 € für die 800er-Version ist er für meinen Garten die falsche Wahl. Für einen offenen, flachen Rasen ohne große Bäume kann er gut passen. Der letzte Roboter im Feld hatte genau das gegenteilige Problem: Bäume waren ihm egal.
Worx Landroid Vision: sieht alles, nur keine Grenze im Gras
Der Landroid Vision arbeitet ganz anders als die anderen vier. Er braucht keine Satelliten, keine Antenne und keine Karte. Eine Kamera vorn erkennt, wo Rasen ist und wo nicht, und dort dreht er um. Einrichten heißt: Ladestation hinstellen, App verbinden, losfahren. Nach 25 Minuten war er unterwegs.
Unter dem Apfelbaum war er deshalb der Beste im Test. Kein Signal, das wegbrechen kann, keine Pausen, keine krummen Bahnen. Mit Cut to Edge kam er an den Beeten auf 5 bis 8 Zentimeter heran.
Das Problem ist der Übergang zwischen meinem Rasen und der Wiese von Frau Lotz. Für die Kamera ist das beides Gras. Nach dem Ausflug unter den Birnbaum habe ich unten am Hang zwölf Meter alte Gerüstbretter ausgelegt, damit er eine Kante sieht. Danach blieb er im Garten. Wenn dein Rasen in den des Nachbarn übergeht, brauchst du so eine sichtbare Grenze auch.
In den Vorgarten kommt er nur über Magnetstreifen, die du quer über das Pflaster der Einfahrt klebst. Das hat funktioniert, sah aber aus wie eine Baustellenmarkierung. Am Hang war bei etwa 30 Prozent Schluss. Im September gab es zwei Fehlermeldungen „Kamera verdeckt“, beide morgens, beide wegen Spinnweben und Tau auf der Linse. Am Ende standen 14 Striche auf der Liste, mehr als bei jedem anderen. Für rund 900 bis 1.200 € ist er ein guter Roboter für flache Gärten mit vielen Bäumen und klaren Kanten. Für meinen ist er es nicht.

Was am Hang wirklich zählt: Antrieb, Ortung und ein bisschen Mathe
Nach 67 Tagen sehe ich zwei Dinge, die über einen Hanggarten entscheiden. Das erste ist der Antrieb. Die Herstellerangaben zur Steigung gelten für trockenes Gras. Nach Regen haben die drei Roboter mit 30-Prozent-Angabe am Steilstück gar nichts mehr geschafft. Mein Rat deshalb: Kauf einen Roboter, dessen Angabe mindestens zehn Prozentpunkte über deiner steilsten Stelle liegt.
Das zweite ist die Ortung. Am Rand einer Böschung kann ein Roboter nicht „ungefähr“ wenden. RTK mit eigener Station war in meinem Garten am genauesten. RTK über das Netz war auf freier Fläche gut und unter Bäumen schwach. Die reine Kamera war unter Bäumen stark, kennt aber keine Grenze im Gras.
Und dann ein Fehler, über den ich als Vermesser jedes Mal zusammenzucke: Prozent und Grad werden ständig verwechselt. 100 Prozent Steigung sind 45 Grad, nicht 90. Meine 41 Prozent sind gut 22 Grad, die 80 Prozent vom Luba knapp 39. Lies im Datenblatt also genau, was gemeint ist.
Mit diesem Wert in der Hand ist die Auswahl schon deutlich kleiner. Den Rest entscheidet die Form deines Gartens.
Für wen welcher Mähroboter passt
Egal, für welchen du dich entscheidest: Ab jetzt geht die Mähsaison zu Ende, und das ist ein guter Moment, über den Winter nachzudenken.
Saisonende: was du jetzt mit Rasen und Roboter machst
Bei uns mäht der Husqvarna noch bis Ende Oktober. Diese Schritte gelten für alle fünf Modelle:
- Letzte Schnitte: Lass den Rasen mit etwa 4 bis 4,5 Zentimetern in den Winter gehen. Zu langes Gras fördert Schneeschimmel, zu kurzes leidet unter Frost.
- Laub weg: Nasses Laub verklebt Räder und Messer und lässt den Rasen darunter gelb werden. Räum es vor dem Mähen weg.
- Igel schützen: Im Herbst fressen sich Igel ihre Reserven an und sind auch in der Dämmerung unterwegs. Lass den Roboter nur tagsüber fahren, bei mir von 10 bis 16 Uhr, und schau unter Hecken nach.
- Reinigen: Unterseite mit Bürste und Holzstab säubern, Messer prüfen, Räder freimachen. Nie mit dem Hochdruckreiniger. Ob der Gartenschlauch erlaubt ist, steht in der Anleitung.
- Lagern: Den Roboter trocken und frostfrei einlagern, mit dem Akkustand, den der Hersteller empfiehlt. Bei der Ladestation das Netzteil abstecken. Was mit Station und Antenne draußen bleiben darf, regelt jeder Hersteller etwas anders.
- Im März: Updates installieren und die Karte prüfen, bevor er losfährt. Neue Beete gehören vorher in die App.
Und das Laub aus Punkt 2 ist bei mir gleich das nächste Thema.
Mein Fazit nach 67 Tagen
Mein Hang ist das, was die Prospekte nicht zeigen, und er hat das Feld schnell sortiert. Der Husqvarna Automower 430X NERA hat ihn trocken und nass geschafft, die Engstelle, den Vorgarten und den Apfelbaum dazu, mit zwei Eingriffen in 13 Tagen. Er ist teuer und für meinen Garten zu groß, aber er hat die Testfrage am klarsten beantwortet. Der Luba 2 AWD klettert noch besser, verlangt aber mehr Nacharbeit an den Kanten und Rücksicht auf nasses Gras. Und wer keinen steilen Hang hat, bekommt mit dem Navimow i105E für einen Bruchteil des Geldes einen erstaunlich sauberen Roboter.
Den Freischneider habe ich übrigens noch nicht verkauft. Für die Ecke an der Trockenmauer brauche ich ihn weiter, aber zehn Minuten statt einer Stunde. Ab dem 19. Oktober teste ich Akku-Laubbläser auf genau diesem Hang, mit nassem Laub vom Apfelbaum. Den Stand siehst du auf der Seite Laufende Tests.
Häufige Fragen zu Mährobotern am Hang
Welcher Mähroboter ohne Begrenzungskabel schafft den steilsten Hang?
In unserem Test der Mammotion Luba 2 AWD, der laut Hersteller bis 80 Prozent schafft und unser Steilstück mit 41 Prozent auch nach Regen jedes Mal hochkam. Der Husqvarna Automower 430X NERA ist für 50 Prozent angegeben und hat dasselbe geschafft. Die drei Modelle mit 30 Prozent Herstellerangabe kamen trocken knapp an diese Grenze und nach Regen gar nicht mehr hoch.
Funktionieren Mähroboter ohne Kabel unter Bäumen?
Ja, aber unterschiedlich gut. Roboter mit Satellitenortung werden unter dichten Kronen ungenauer oder langsamer. Am besten kamen in unserem Test Modelle zurecht, die zusätzlich eine Kamera nutzen, wie der Navimow, oder nur mit Kamera fahren, wie der Worx Landroid Vision. Stell die RTK-Station immer dort auf, wo sie möglichst viel freien Himmel sieht.
Wie finde ich heraus, wie steil mein Garten ist?
Mit einer Latte von einem Meter, einer Wasserwaage und einem Zollstock. Halte die Latte am Hang waagerecht und miss am unteren Ende den Abstand zum Boden: 30 Zentimeter heißen 30 Prozent. Achte darauf, ob ein Datenblatt Prozent oder Grad meint. 100 Prozent sind 45 Grad.
Darf der Mähroboter im Winter draußen bleiben?
Der Roboter selbst gehört gereinigt an einen trockenen, frostfreien Ort, etwa in Keller oder Garage. Die Ladestation darf bei vielen Herstellern draußen bleiben, wenn du das Netzteil absteckst. Für Antennen und Referenzstationen gelten je nach Hersteller eigene Regeln, schau dafür in die Anleitung deines Modells.
