Hochleistungsmixer im Test: Welcher macht Grünkohl und Tiefkühlobst in Sekunden glatt?

43 Tage, 148 grüne Smoothies, eine Stoppuhr und ein Haarsieb: Anke hat vier Mixer mit Tiefkühlobst und rohem Grünkohl gefüttert. Gewonnen hat der Mixer mit dem kleinsten Krug.

Frau mit kurzen graublonden Haaren gießt in einer Hamburger Küche einen dunkelgrünen Smoothie aus dem Krug eines schwarzen Vitamix Ascent X2 in ein Glas
Testsieger43 Tage, 4 Mixer, 148 Smoothies

Vitamix Ascent X2

Hochleistungsmixer mit 1,4-Liter-Krug, Drehregler, drei Programmen und Stopfer

8,9
Der Einzige, bei dem die Grünkohlstiele wirklich verschwinden★★★★☆ Preis beim Schreiben: rund 650 bis 750 €
Tempo bis glatt9,6
Konsistenz9,5
Reinigung8,8
Preis und Krug6,2
Das gefällt uns
  • Im Schnitt nach 32 Sekunden glatt, mit Stiel und Rippe
  • Breiter, flacher Krug zieht Tiefkühlobst sofort nach unten
  • Kocht Suppe allein durch Reibung, in gut sechs Minuten
  • Reinigungsprogramm mit Wasser und einem Tropfen Spüli reicht fast immer
Das stört
  • Teuerster Mixer im Test, mit großem Abstand
  • 1,4 Liter reichen für drei, knapp vier Gläser
  • Bei voller Drehzahl so laut wie ein Föhn neben dem Ohr
  • Smoothie-Programm läuft länger als nötig
Unser Urteil: Wer grüne Smoothies mit rohem Grünkohl und viel Tiefkühlobst trinkt, bekommt mit dem Vitamix Ascent X2 die schnellste und feinste Konsistenz im Test. Er ist teuer und sein Krug ist klein. Aber er ist der einzige Mixer, bei dem ich nie nachhelfen musste.

Am dritten Testtag stand Jürgen mit einem Glas am Küchenfenster, kaute und sagte: „Den Smoothie kann man ja beißen.“ Es war der Grünkohl-Beeren-Smoothie aus dem günstigsten Mixer, und er hatte recht. Kleine grüne Fasern hingen zwischen den Zähnen, und an der Glaswand klebten dunkle Punkte von der Blattrippe.

Ich bin Anke, ich war 14 Jahre Köchin in Hamburger Restaurantküchen und teste bei uns Kaffeemaschinen und Küchengeräte. Am Pass stand in fast jeder Küche, in der ich gearbeitet habe, ein Hochleistungsmixer. Damit haben wir Erbsenpüree, Kräuteröl und Beurre blanc gemacht. Ich weiß also ziemlich genau, wie sich ein Mixer anhört, der etwas kann, und wie einer klingt, der sich quält.

Vom 25. August bis zum 6. Oktober 2026, 43 Tage lang, standen deshalb vier Mixer in unserer Küche in Barmbek: der Vitamix Ascent X2, der WMF Kult Pro, der Ninja Detect Power Mixer Pro und der Bosch VitaPower Serie 4. Gewertet haben wir vor allem nach einer Frage: Welcher mixt gefrorenes Obst und rohen Grünkohl in den wenigsten Sekunden ganz glatt? Klingt simpel. Bis du merkst, wie unterschiedlich „glatt“ in einem Mixerprospekt und auf deiner Zunge ist.

So haben wir gemessen: ein Rezept, eine Stoppuhr, ein Haarsieb

Damit die Sekunden vergleichbar sind, kam in jeden Mixer immer derselbe Ansatz, in derselben Reihenfolge:

  • 300 ml kaltes Leitungswasser zuerst
  • 60 g roher Grünkohl, Blätter mit Stielen und Mittelrippe, grob gezupft
  • eine halbe reife Banane
  • 150 g tiefgekühlte Beerenmischung und 100 g tiefgekühlte Mangowürfel, direkt aus dem Gefrierfach, obendrauf

Die Mittelrippe ist der eigentliche Gegner. Das Blatt zerfällt fast in jedem Mixer. Die Rippe besteht aus zähen Fasern, und genau die findest du später zwischen den Zähnen. Die gefrorene Mango ist der zweite Gegner, weil harte Würfel gern über dem Messer eine Höhle bilden und sich dann nur noch Luft dreht.

„Ganz glatt“ habe ich so festgelegt: 200 ml Smoothie durch ein feines Haarsieb gießen, zwei Minuten abtropfen lassen und den Rest auf der Küchenwaage wiegen. Unter 1 Gramm Siebrest gilt als glatt. Dazu kam ein Zungentest durch Jürgen oder unsere Tochter Lea, die nicht wussten, aus welchem Mixer das Glas kam. Ein Smoothie musste beide Prüfungen bestehen.

Für jeden Mixer habe ich in der ersten Woche die Laufzeit in 10-Sekunden-Schritten gesteigert, jedes Mal mit einem frischen Ansatz, bis der Siebrest unter 1 Gramm lag. Diese Zeit musste er danach an zehn weiteren Tagen bestätigen, immer auf höchster Stufe, Stopfer erlaubt. Dazu kamen Nebenrunden: Crushed Ice, Mandelmus, Kürbissuppe, Lautstärke in einem Meter Abstand mit demselben Messgerät wie beim Kaffeevollautomaten, und die Temperatur des fertigen Smoothies. Wie wir solche Testpläne grundsätzlich aufbauen, beschreibt unsere Seite So testen wir.

Am Ende waren es 148 Standard-Smoothies, rund 37 Kilo Tiefkühlobst und knapp 9 Kilo Grünkohl. Ende August in Hamburg Grünkohl zu bekommen, war übrigens ein eigenes Projekt. Die ersten drei Wochen kam er aus dem Supermarkt, geschnitten im Beutel, ab Mitte September frisch vom Wochenmarkt. Der Gemüsehändler fragt mich inzwischen, ob ich einen Kaninchenstall habe.

Frau mit kurzen graublonden Haaren wiegt auf einer Küchenwaage Grünkohlblätter ab, auf der Arbeitsplatte dahinter stehen vier Standmixer nebeneinander
Tag 1, Ende August: vier Mixer, eine Waage und der erste Beutel Grünkohl.

Das Ergebnis auf einen Blick

Hier die Werte aus den zehn Bestätigungsrunden. Die Sekunden sind der Durchschnitt, der Siebrest gilt für genau diese Laufzeit.

ModellPreis beim SchreibenSekunden bis glattSiebrestSmoothie danachLautstärke (1 m)Note
Vitamix Ascent X2ca. 650 bis 750 €32 s0,3 g5,8 °C88 dB8,9
WMF Kult Proca. 250 bis 300 €47 s, mit Stopfer0,8 g7,1 °C94 dB8,0
Ninja Detect Power Mixer Proca. 120 bis 150 €71 s manuell0,9 g8,9 °C91 dB7,3
Bosch VitaPower Serie 4ca. 60 bis 80 €nicht erreicht3,1 g nach 90 s11,4 °C86 dB5,9

Die Temperatur sieht nach einer Nebensache aus. Sie ist es nicht, dazu gleich mehr. Zuerst zum Mixer, der in allen zehn Runden vorn lag.

Testsieger Vitamix Ascent X2: der kleine Krug mit dem großen Sog

Der Ascent X2 ist das Einstiegsmodell der Ascent-X-Reihe von Vitamix. Er hat einen Drehregler für die Geschwindigkeit, eine Pulstaste, drei Programme für Smoothies, gefrorene Desserts und Suppen, ein Reinigungsprogramm und einen digitalen Timer. Der Motorsockel erkennt den aufgesetzten Behälter und passt die Programme daran an. Im Karton liegt ein kurzer Stopfer, der durch den Deckel passt. Der Sockel wiegt gut 6 Kilo und bleibt beim Mixen stehen, als wäre er festgeschraubt.

Mein erster Gedanke beim Auspacken war: Der Krug ist zu klein. 1,4 Liter, breit und flach, neben dem hohen 2,1-Liter-Krug von Ninja sieht er fast niedlich aus. Nach dem ersten Smoothie habe ich verstanden, warum Vitamix ihn so baut. Das Messer sitzt in einem breiten Boden, und die Mango hat gar keinen Platz, sich darüber zu verkeilen. Auf höchster Stufe zieht ein Strudel in der Mitte alles nach unten, schon nach drei, vier Sekunden ist von den Würfeln oben nichts mehr zu sehen.

Ich höre beim Mixen auf den Ton. In der Restaurantküche habe ich gelernt: Solange es nach Kies klingt, sind noch feste Stücke drin. Wenn es nach gleichmäßigem Rauschen klingt, ist es fertig. Beim Vitamix kam dieser Wechsel nach etwa 20 Sekunden. Nach im Schnitt 32 Sekunden lagen im Sieb 0,3 Gramm, ein grüner Hauch, den du mit dem Finger kaum zusammenschieben kannst. Den Stopfer habe ich nur zweimal gebraucht, beide Male bei Mango, die über Nacht im Gefrierfach zu einem Block zusammengefroren war.

„Der ist wie Eiscreme, nur grün. Ich schmecke keinen Kohl, ich schmecke nur, dass er gesund sein will.“ Lea, Blindverkostung am 14. September

Das Smoothie-Programm ist das Einzige, was ich ihm vorwerfe. Es lief bei uns 57 Sekunden, also fast doppelt so lang wie nötig, und der Smoothie kam mit 8,2 statt 5,8 Grad heraus. Ich habe deshalb fast immer von Hand gemixt: Regler auf 10, bis 30 zählen, fertig. Für alle, die nicht zählen wollen, gibt es den Timer.

In den Nebenrunden war er ebenfalls vorn. 300 Gramm geröstete Mandeln wurden mit Stopfer nach 2 Minuten und 40 Sekunden zu flüssigem Mus. Eine kalte Kürbissuppe aus gegartem Kürbis, Brühe und Ingwer hatte nach 6 Minuten und 10 Sekunden auf voller Stufe 71 Grad, nur durch die Reibung des Messers. Das kann im Test sonst keiner, die anderen Krüge sind dafür auch nicht gedacht. Nach jedem grünen Smoothie lief das Reinigungsprogramm mit warmem Wasser und einem Tropfen Spüli. Nach 60 Sekunden war der Krug sauber, nur nach dem Mandelmus musste ich mit der Bürste ran.

Die Schwächen sind klar. Rund 650 bis 750 € sind sehr viel Geld für einen Mixer, und 1,4 Liter reichen für drei Gläser, mit gutem Willen vier. Für eine Familie, die morgens fünf Smoothies auf einmal will, ist das zu wenig. Und mit 88 dB ist er laut. Nicht so laut allerdings wie der Mixer auf Platz zwei.

WMF Kult Pro: fast so gut, aber nur mit Stopfer und Ohrstöpseln

Der WMF Kult Pro ist der Hochleistungsmixer von WMF mit 1600 Watt, laut Hersteller bis zu 36.000 Umdrehungen pro Minute und einem 1,8-Liter-Krug aus Tritan, einem bruchfesten Kunststoff. Er hat ein LED-Display, sechs Automatikprogramme, eine Reinigungsfunktion und einen Stopfer. Das Gehäuse aus mattem Cromargan sieht auf der Arbeitsplatte von allen vier am wertigsten aus, und mit 6,8 Kilo steht er genauso stabil wie der Vitamix.

Ohne Stopfer hat er mir in der ersten Woche ein typisches Problem gezeigt. Die gefrorene Mango hat sich über dem Messer verkeilt, darunter entstand ein Luftloch, und das Messer drehte im Leeren. Das hörst du sofort, der Motor heult plötzlich hoch. Mit dem Stopfer, ein paarmal kräftig durch den Deckel gedrückt, war die Sache erledigt. Mit dieser Hilfe lag er im Schnitt bei 47 Sekunden und 0,8 Gramm Siebrest. Das ist glatt, aber knapp. Jürgen hat in der Blindverkostung zweimal eine einzelne Faser gefunden, beim Vitamix nie.

Das Problem ist die Lautstärke. 94 dB in einem Meter Abstand, das ist der höchste Wert im Test. An einem Sonntag um halb neun klingelte Frau Ehlers von unten und fragte, ob wir die Küche neu fliesen. Ab dem Tag habe ich den WMF erst nach neun eingeschaltet und ihr am Ende der Woche einen Smoothie runtergebracht. Sie fand ihn sehr gut, den Lärm weiterhin nicht.

Für rund 250 bis 300 € bekommst du trotzdem den zweitschnellsten Mixer im Test und einen Krug, in den fünf Gläser passen. Wer hauptsächlich große Mengen mixt, den Stopfer nicht scheut und keine hellhörige Altbauwohnung hat, liegt mit dem WMF richtig. Ganz anders geht der Ninja an dieselbe Aufgabe heran: Er will dir das Denken abnehmen.

Frau mit kurzen graublonden Haaren drückt einen schwarzen Stopfer durch den Deckel eines Standmixers mit Edelstahlgehäuse, im Hintergrund hält sich eine junge Frau die Ohren zu
Dritte Testwoche, abends: Ohne Stopfer dreht der WMF über der gefrorenen Mango ins Leere. Lea hält sich die Ohren zu.

Ninja Detect Power Mixer Pro: bequem, groß, aber zu früh zufrieden

Der Ninja Detect Power Mixer Pro (TB301EU) hat 1200 Watt, einen 2,1-Liter-Krug und zwei kleine Becher mit Trinkdeckel für einzelne Portionen. Sein Trick heißt BlendSense: Du drückst eine Taste, der Mixer misst über den Widerstand am Messer, was im Krug ist, und passt Tempo und Laufzeit selbst an. Im Handel kostet er beim Schreiben rund 120 bis 150 €, die Preisempfehlung liegt bei 219,99 €.

Die Automatik ist wirklich bequem. Sie erkennt gefrorenes Obst gut, fängt langsam an und wird dann schneller, ohne dass sich etwas verkeilt. Nach im Schnitt 58 Sekunden schaltete sie ab, und der Smoothie sah perfekt aus. Im Sieb lagen aber 1,6 Gramm, fast alles feine Fasern aus der Grünkohlrippe. Die Automatik spürt offenbar das Eis, nicht die Fasern. Von Hand auf höchster Stufe brauchte der Ninja 71 Sekunden bis unter 1 Gramm.

Einen Satz hat Lea in diesen Wochen öfter gesagt als „Guten Morgen“: „Kann ich den Becher mitnehmen?“ Die kleinen Becher passen direkt auf den Sockel, du mixt darin, schraubst den Trinkdeckel drauf und gehst. Für Grünkohl mit Stiel ist das kleine Messer zu schwach, für Banane, Haferflocken und weiche Beeren reicht es völlig. Bis Mitte September waren beide Becher dauerhaft an der Uni, einer kam mit einem Rest Erdnussbutter zurück, den ich als Kompliment nehme.

Eine Schwäche ist der große Krug bei kleinen Mengen. Ein halber Ansatz für eine Person spritzt im hohen Krug an die Wände, und das Messer erwischt ihn schlechter. Dann besser gleich den Becher nehmen. Schwer tat sich mit genau diesen Fasern auch der günstigste Mixer im Test, nur auf einem ganz anderen Niveau.

Bosch VitaPower Serie 4: ehrlich, günstig, aber nicht für Grünkohl gebaut

Der Bosch VitaPower Serie 4 (MMB6141B) hat laut Bosch 1200 Watt, bis zu 30.000 Umdrehungen, einen 1,5-Liter-Krug aus Tritan, zwei Stufen und eine Impulstaste. Auf den Motor gibt Bosch zehn Jahre Garantie. Mit rund 60 bis 80 € kostet er etwa ein Zehntel des Vitamix, und das darf man nicht vergessen, wenn man die Zahlen liest. Einen Stopfer hatte unser Modell nicht im Karton.

Mit Tiefkühlobst allein ist er gut klargekommen. Banane, Beeren und 300 ml Hafermilch waren nach 40 Sekunden ein ordentlicher Smoothie. Der Grünkohl war eine andere Geschichte. Nach 60 Sekunden lagen im Sieb 4,7 Gramm, nach 90 Sekunden immer noch 3,1 Gramm. Ich habe zweimal angehalten, mit dem Teigschaber umgerührt und weitergemixt. Länger als 90 Sekunden habe ich ihn nicht laufen lassen, weil der Smoothie da schon über 11 Grad hatte und der Sockel spürbar warm wurde. Unter 1 Gramm kam er an keinem einzigen Tag.

Das war der Smoothie, den Jürgen „zum Beißen“ fand. Und trotzdem hat der Bosch in unserer Küche eine Aufgabe behalten: Warme, gegarte Suppen, Pfannkuchenteig und Bananenmilch für den Besuch der Nachbarskinder macht er ohne Murren. Er ist mit 86 dB auch der leiseste im Test. Er ist ein guter Standmixer, nur eben kein Hochleistungsmixer im Sinne unserer Frage. Warum ein paar Sekunden mehr so viel ausmachen, habe ich erst mit dem Thermometer richtig verstanden.

Warum jede Sekunde zählt: Wärme, Wasser und Fasern

Ein Messer, das mit 30.000 Umdrehungen durch Obst schneidet, erzeugt Reibung, und Reibung erzeugt Wärme. In unseren Messungen kam pro 10 Sekunden Laufzeit im Schnitt etwa ein halbes bis ein Grad dazu. Ein Smoothie mit 5,8 Grad schmeckt frisch und fast cremig wie Softeis. Mit 11 Grad ist er lauwarm, die Banane wird süßlich und das Grün schmeckt plötzlich nach Kohl.

Der zweite Punkt ist das Wasser. Wer einen schwächeren Mixer hat, gibt instinktiv mehr Flüssigkeit dazu, damit er besser läuft. Dann ist er schneller fertig, aber aus dem Smoothie wird Saft mit Stückchen. Unsere 300 ml waren bewusst knapp, und genau daran hat sich das Feld getrennt. Mit diesen Handgriffen hilfst du jedem Mixer, auch einem günstigen:

Was ich aus der Profiküche mitgenommen habeFlüssigkeit immer zuerst, dann Blätter, dann Weiches, Gefrorenes ganz oben. Bei Mixern unter etwa 1500 Watt die Mittelrippe vom Grünkohl abziehen, das kostet zehn Sekunden und spart dir die Fasern. Tiefkühlobst fünf Minuten antauen lassen, dann verkeilt es sich nicht. Und lieber 15 Sekunden langsam starten und dann auf volle Stufe, als sofort Vollgas.

Für den Geschmack noch ein Küchentrick: Roher Grünkohl ist leicht bitter. Ein Spritzer Zitrone und ein kleines Stück Ingwer nehmen dem Kohl die Kante, ohne dass du mehr Banane brauchst. Jürgen bleibt trotzdem dabei, dass Grünkohl mit Kassler und Kohlwurst in den Topf gehört, nicht ins Glas. Im November darf er das wieder beweisen.

Hände gießen einen grünen Smoothie durch ein feines Haarsieb in eine Schüssel auf einer Küchenwaage, im Hintergrund steht ein schwarzer Vitamix-Mixer mit leerem Krug
Letzte Bestätigungsrunde Anfang Oktober: Das Sieb entscheidet, nicht das Auge.

Für wen welcher Mixer passt

Vitamix Ascent X2, wenndu fast jeden Tag grüne Smoothies mit rohem Kohl, Stielen und viel Tiefkühlobst trinkst, auch Nussmus und Suppen machst und für ein Gerät bezahlen willst, das für viele Jahre gebaut ist. Nicht für dich, wenn du regelmäßig für vier oder mehr Leute auf einmal mixt.
WMF Kult Pro, wenndu große Mengen brauchst, gern selbst mit dem Stopfer nachhilfst und etwa ein Drittel des Vitamix-Preises ausgeben willst. Nicht für dich, wenn du früh morgens mixt und Nachbarn mit leichtem Schlaf hast.
Ninja Detect Power Mixer Pro, wenndu eine Taste drücken und nicht nachdenken willst, gern mit Becher aus dem Haus gehst und meistens weiches Obst, Spinat oder Haferflocken mixt. Bei Grünkohl lieber die manuelle Stufe nehmen und die Rippe entfernen.
Bosch VitaPower Serie 4, wenndu ab und zu einen Obstsmoothie, Suppe oder Teig machst und wenig ausgeben willst. Für Grünkohl mit Stiel und große Mengen Gefrorenes ist er zu schwach.

Ein Hinweis zu den Preisen: Mixer sind im Herbst oft im Angebot, gerade Ninja und WMF schwanken bei Online-Händlern und den großen Elektronikmärkten um 30 bis 50 €. Beim Vitamix lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die Garantiebedingungen des Händlers, denn bei diesem Preis soll er lange halten.

Mein Fazit nach 43 Tagen

Wenn ich die Frage von Anfang an in einem Satz beantworten soll: Der Vitamix Ascent X2 macht gefrorenes Obst und rohen Grünkohl am schnellsten ganz glatt, im Schnitt nach 32 Sekunden, und er war der einzige Mixer, der dabei nie unsere Hilfe brauchte. Der WMF Kult Pro kommt mit Stopfer nahe heran und kostet deutlich weniger, ist aber der lauteste. Der Ninja ist der bequemste für den Alltag, der Bosch der ehrlichste Einstieg, solange Kohl kein Thema ist.

Ein Mixer allein macht übrigens noch keinen Morgen. Wer grüne Smoothies trinkt, fragt mich oft auch nach dem Thermomix, und dazu steht alles in meinem Langzeittest des Thermomix TM7. Und wer aus Tiefkühlobst lieber Eis für die Kinder macht: Heike testet gerade Eismaschinen, unter anderem den Ninja CREAMi. Den aktuellen Stand findest du unter Laufende Tests.

Häufige Fragen zu Hochleistungsmixern

Wie viel Watt braucht ein Mixer für grüne Smoothies?

Die Wattzahl allein sagt wenig. Der Bosch hat 1200 Watt und kam mit Grünkohl nicht unter 1 Gramm Siebrest, der Ninja hat ebenfalls 1200 Watt und schaffte es nach 71 Sekunden. Entscheidend sind Krugform, Messer und wie gut der Mixer gefrorene Stücke nach unten zieht. Ab etwa 1500 Watt und mit Stopfer wird rohe Grünkohlrippe in unserem Test zuverlässig glatt.

Kann man Grünkohl roh in den Smoothie geben?

Ja, junge Blätter schmecken roh mild, ältere eher kräftig und leicht bitter. Ein Spritzer Zitrone, etwas Ingwer oder eine halbe Banane gleichen das aus. Wenn dein Mixer schwächer ist, zieh die harte Mittelrippe ab, dann wird der Smoothie auch dort glatt.

Warum wird mein Smoothie im Mixer warm?

Das Messer erzeugt Reibung, und die wird zu Wärme. In unserem Test kam pro 10 Sekunden etwa ein halbes bis ein Grad dazu. Je schneller ein Mixer glatt wird, desto kälter bleibt der Smoothie. Ein Hochleistungsmixer kann auf diese Weise sogar Suppe heiß machen, der Vitamix hat das bei uns in gut sechs Minuten geschafft.

Lohnt sich ein Vitamix gegenüber einem günstigen Mixer?

Wenn du fast täglich grüne Smoothies mit Stielen, Nüssen und viel Gefrorenem machst, ja. Dann merkst du den Unterschied jeden Morgen auf der Zunge. Wenn du einmal pro Woche Banane mit Beeren mixt, reicht ein Gerät wie der Bosch VitaPower oder der Ninja völlig, und du sparst mehrere hundert Euro.