Philips OneBlade Pro 360 Face + Body (QP6652/30)
Trimmt, rasiert und zieht Konturen: schwenkbare Klinge, Kamm mit Drehrad, Zubehör für den Körper
- Keine Schnitte, auch nicht am Hinterkopf
- Saubere Konturen, weil du die Klinge immer siehst
- 20 Längen per Drehrad, rastet fest ein
- 116 Minuten Akku im Test, darf unter die Dusche
- Glatt wie mit Folie oder Klinge wird es nie
- Für eine ganze Glatze langsam
- Wer auch den Kopf rasiert, braucht öfter neue Klingen
- Im Drehrad sammeln sich Haare
«Josiane, tu peux venir? Je vois rien derrière.» Didier stand mit halb rasiertem Kopf vor dem Badezimmerspiegel, den OneBlade in der einen Hand, einen kleinen Spiegel in der anderen, und drehte sich wie ein Hund, der seinen Schwanz sucht. Es war der dritte Testtag. Ich habe mir das eine Weile angeschaut, bevor ich geholfen habe. Das gebe ich zu.
Didier arbeitet im Industriewerk der SBB hier in Yverdon, wo Züge revidiert werden. Er hat seit 15 Jahren eine Glatze, die er alle paar Tage selber rasiert, und einen kurzen grauen Bart, den er gerne sauber hätte, ohne dafür zum Barbier zu müssen. Er testet bei uns die Rasierer, seit ich im Team bin. Er behauptet gern, sein Kinn sei inzwischen gründlicher geprüft als jedes Auto beim TCS.
Ich bin Josiane, 20 Jahre Coiffeuse, und für das Paket Face + Body des Philips OneBlade Pro 360 hatten wir diesmal drei Köpfe: Didiers Bart, Didiers Glatze und den ersten Flaum unseres Sohnes Loïc. Ich selbst habe beurteilt, was ich mein ganzes Berufsleben lang gemacht habe: Nackenlinien und Konturen.
Das Prinzip und was im Pro-Paket steckt
Der OneBlade ist weder ein klassischer Rasierer noch ein reiner Trimmer. Vorne sitzt eine schmale Klinge, die sich sehr schnell hin und her bewegt. Die Spitzen sind abgerundet, und ein Schutzsystem hält die Schneide knapp über der Haut. Das Haar wird sehr kurz geschnitten, aber nicht bis unter die Hautoberfläche. Genau das ist der Grund, warum er so wenig reizt, und genau deshalb wird es nie ganz glatt.
Weil die Klinge in alle Richtungen kippen kann, heisst sie 360. Sie schmiegt sich an Kinn und Kieferkante an und, das wollten wir wissen, vielleicht auch an einen Hinterkopf. Beim Pro-Modell steckt ein Präzisionskamm auf der Klinge. Am Griff drehst du ein Rad und wählst so eine von 20 Längen, von 0,4 bis 10 Millimeter. Eine Anzeige für den Akku, eine Ladeschale und ein Etui gehören dazu. Das Paket Face + Body legt einen Körperkamm, einen Aufsatz zum Schutz der Haut und eine Ersatzklinge obendrauf.
Gekauft haben wir ihn online bei einem Schweizer Händler für 78 Franken. Im Laden sahen wir ihn für bis zu 120 Franken, und Philips verkauft mehrere Varianten mit Endungen wie /30, /35 oder /61, die sich vor allem beim Zubehör unterscheiden. Achte beim Kauf auf die Ladestation und den Body-Kamm, wenn du beides willst. Angefangen haben wir mit der leichtesten Aufgabe: dem Bart.
Bart und Konturen: hier ist er am stärksten
Didier trägt einen kurzen grauen Bart von etwa 3 Millimetern. Mit dem Präzisionskamm auf Stufe 3 brauchte er im Schnitt 3:10 Minuten. Mit seinem alten Bartschneider brauchte er 4 Minuten 30, weil er immer zweimal über die Wangen musste. Das Drehrad rastet spürbar ein, die Länge verstellt sich nicht aus Versehen.
Seine eigentliche Stärke zeigt er an den Rändern des Barts, bei den Konturen. Die Klinge ist so schmal, dass du jederzeit siehst, wo sie gerade schneidet. So zieht Didier die Linie an Wange und Hals inzwischen ohne mich. Ich habe als Coiffeuse eine gewisse Berufskrankheit: Ich sehe jede schiefe Linie. In den sieben Wochen musste ich nur zweimal nachkorrigieren, beide Male auf der linken Seite, die er im Spiegel verkehrt herum sieht.
«Zum ersten Mal hat meine Frau an meinem Bart nichts auszusetzen. Das ist mehr wert als der ganze Rasierer.» Didier, nach Woche drei
Ab Woche zwei hat er das Trimmen nach der Schicht in die Dusche verlegt, wasserdicht ist das Gerät ja. Die Stoppeln landen im Abfluss statt auf dem Lavabo, und das allein hat bei uns den Hausfrieden verbessert. Dann kam meine eigene Prüfung.

Die Nackenlinie aus Sicht einer Coiffeuse
Didier hat keinen Nacken mehr, der eine Linie bräuchte. Also habe ich diesen Teil an Loïc getestet, der seine Haare kurz trägt und zwischen zwei Schnitten bei mir gerne einen sauberen Nacken hätte. Im Salon ziehe ich Nackenlinien mit einem Konturenschneider mit gerader, breiter Klinge. Er schneidet eine messerscharfe Kante in einem Zug. Der OneBlade ist dafür nicht gemacht, und das merkst du: Die bewegliche Klinge folgt jeder Rundung, auch dort, wo du eigentlich eine gerade Linie willst. Für eine sehr exakte, gerade Kante brauchte ich zwei, drei kurze Züge mehr.
Für den Hausgebrauch ist er trotzdem erstaunlich gut. Wer zwischen zwei Coiffeurbesuchen den Nacken sauber halten will, kommt damit weit. Mein Tipp aus dem Salon: Neig den Kopf nach vorne, damit die Haut straff ist, und zieh die Klinge immer von unten nach oben bis zur gewünschten Linie, nie von oben herunter. So vermeidest du, dass die Linie jede Woche einen Millimeter höher rutscht. Das ist der häufigste Fehler, den ich bei Männern sehe, die sich selber ausrasieren. Irgendwann sitzt der Haaransatz fast am Hinterkopf.
Die Nackenlinie war einfach. Der ganze Hinterkopf war eine andere Geschichte.
Die Glatze: der härteste Test
Didier rasiert seinen Kopf seit Jahren mit einem Kopfrasierer mit drei runden Scherköpfen. Das Ergebnis ist glatt, aber am Hinterkopf, wo der Schädel eine kleine Wölbung hat, schneidet er sich regelmässig. Vor dem Test hat er zwei Wochen lang Strich geführt: fünf kleine Schnitte bei sechs Rasuren.
Mit dem OneBlade ohne Kamm kam er in sieben Wochen auf 16 Kopfrasuren und null Schnitte. Das ist das Beste, was sich über das Gerät sagen lässt. Dafür dauerte eine Rasur 11 Minuten statt 7, weil die Klinge schmal ist und du viele Bahnen ziehen musst. Und glatt wird es nicht. Direkt danach sah der Kopf ordentlich aus, mit der Hand spürst du aber eine feine Stoppel, und am nächsten Abend war ein grauer Schatten zu sehen.
Didier hat sich am Ende für eine Arbeitsteilung entschieden: Den Kopf rasiert er jetzt einmal pro Woche mit dem OneBlade und an den Tagen dazwischen gar nicht. Zu Festen oder Familienanlässen, wo er glänzen will, und das meint er wörtlich, greift er wieder zum alten Kopfrasierer. Ganz andere Fragen stellte uns die jüngste Haut im Haus.

Empfindliche Haut und der erste Flaum
Loïc ist 17 und macht eine Lehre als Polymechaniker. Er hat seit einem Jahr einen weichen Flaum an Kinn und Oberlippe und dazu die Haut, die man mit 17 eben hat: ein paar Pickel am Kiefer, die bei jeder Klingenrasur aufgingen und bluteten. Er hat sich deshalb lange gar nicht rasiert, was seine Grossmutter bei jedem Sonntagsessen kommentiert hat.
Mit dem OneBlade hat er in sieben Wochen zwölfmal rasiert, trocken, mit wenig Druck. Die Pickel blieben zu, nichts hat geblutet, und an zwei Tagen hatte er danach eine leichte Rötung am Hals, die nach einer Stunde weg war. Für einen jungen Bart, der nur ab und zu weg soll, ist das ein sehr angenehmes Werkzeug. Und die Grossmutter ist auch zufrieden.
Den Kamm für den Körper hat übrigens Didier ausprobiert, vor unseren Ferien am See. Er behauptet, das sei keine Eitelkeit, sondern Aerodynamik beim Schwimmen. Mit dem Hautschutz-Aufsatz ging es langsam, aber ohne einen einzigen Kratzer. Wie lange der Akku für all das hält, haben wir genau gemessen.
Akku, Ersatzklingen und die Kosten übers Jahr
Laut Philips hält eine Ladung bis zu 120 Minuten. Bei uns lief er, über alle Einsätze zusammengezählt, 116 Minuten, bis er ausging. Mit einer Ladung kam Didier mit Bart und Kopf zusammen rund zwei Wochen weit, nur mit dem Bart wären es gut fünf. Das Laden auf der Station dauerte 61 Minuten. Im Sommer war er zehn Tage mit uns auf einem Camping im Val d'Anniviers, ohne Ladestation. Am Ende zeigte die Anzeige noch 40 Prozent.
Geld kostet der OneBlade nach dem Kauf nur noch über die Klingen. Philips rät, sie ungefähr alle vier Monate zu ersetzen. Für einen Bart allein kommt das hin. Wer auch den Kopf rasiert, braucht mehr. Didiers erste Klinge begann nach sechs Wochen zu ziehen, bei einer Fläche wie seinem Kopf kein Wunder. Ein Zweierpack Original-360-Klingen kostete beim Schreiben ab rund 21 Franken, also gut 10 Franken pro Klinge.
| Nutzung | Klingen pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Nur Bart und Konturen | 3 | ca. 32 Franken |
| Bart und Glatze | 6 bis 8 | ca. 64 bis 86 Franken |
| Junger Bart, ab und zu | 1 bis 2 | ca. 11 bis 21 Franken |
Die Lautstärke ist in Ordnung. Unser Schallpegelmesser zeigte auf einen Meter 58 dB, etwa so laut wie ein leises Gespräch. Den Sohn im Nebenzimmer weckt er nicht, das haben wir an einem Samstagmorgen um halb sieben ungewollt bewiesen.
Eine kleine Macke: Im Drehrad des Präzisionskamms sammeln sich feine Haare. Nach zwei Wochen lief es etwas zäher. Mit der alten Zahnbürste, die Didier jetzt dafür neben dem Lavabo aufbewahrt, war das in einer Minute behoben.
| Was | OneBlade Pro 360 Face + Body, QP6652/30 |
|---|---|
| Laufzeit | Herstellerangabe 120 Min., bei uns 116 Min. |
| Laden | etwa eine Stunde, gemessen 61 Min. |
| Klinge | 360, schwenkbar |
| Kammlängen | 0,4 bis 10 mm, 20 Raststufen am Drehrad |
| Im Paket | Präzisionskamm, Körperkamm, Hautschutz, Ersatzklinge, Ladeschale, Etui |
| Nass oder trocken | beides, auch unter der Dusche |
| Lautstärke (unsere Messung, 1 m) | 58 dB |
| Preis beim Schreiben | rund 78 bis 120 Franken |

Welches Modell, welche Alternative?
Die Zahl der OneBlade-Varianten ist verwirrend, selbst ich stand im Laden eine Weile ratlos vor dem Regal. Unsere Einordnung:
- OneBlade Pro 360 Face + Body: Für Bärte, die du auf verschiedenen Längen trägst, für Konturen und für den Körper. Unsere Empfehlung.
- OneBlade 360 Face + Body: Kämme zum Aufstecken statt Drehrad, weniger Akku. Für einen Dreitagebart oder Flaum wie bei Loïc genügt das, und der Preis ist oft deutlich tiefer.
- Kopfrasierer mit runden Scherköpfen: Wenn du deine Glatze wirklich glatt willst, ist er schneller und gründlicher. Dafür musst du am Hinterkopf vorsichtig sein.
- Braun Series X: Funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Ob dir Braun oder Philips besser in der Hand liegt, merkst du am schnellsten im Laden.
Mehr Tests rund um Pflege und Rasur stehen im Ratgeber. Warum ein Rasierer bei uns mehrere Wochen im echten Badezimmer liegt und nicht nur einen Nachmittag, liest du unter So testen wir.
Wer mit ihm glücklich wird
Nach sieben Wochen: was im Badezimmer bleibt
Der OneBlade hat bei uns einen festen Platz bekommen: auf Didiers Hälfte des Lavabos. Er hat den alten Bartschneider ersetzt, für den Kopf teilt er sich den Platz mit dem Kopfrasierer, und Loïc leiht ihn sich jeden zweiten Sonntag aus. Für ein Gerät um 80 Franken ist das eine ganze Menge.
Glatt rasiert er nicht, und die Klingen gehen dauerhaft ins Geld, auf einer Glatze erst recht. Wer das akzeptiert, bekommt für Bart, Konturen und empfindliche Haut das schonendste Gerät, das bisher bei uns im Bad lag. Und wer sich bei euch eher um die Haare auf dem Kopf kümmert: Wie sich der Dyson Airwrap Co-anda2x an vier sehr verschiedenen Haartypen geschlagen hat, steht in meinem Salon-Test.
Häufige Fragen zum Philips OneBlade Pro 360
Kann ich mit dem OneBlade meine Glatze rasieren?
Ja, und zwar ohne Schnitte, auch am Hinterkopf. Das Ergebnis ist aber nicht spiegelglatt, sondern hinterlässt eine feine Stoppel. Eine Kopfrasur dauerte in unserem Test 11 Minuten, mit einem Kopfrasierer waren es 7. Rechne dazu mit häufigerem Klingenwechsel.
Wie oft muss ich die Klinge wechseln und was kostet das?
Nach Philips ungefähr alle vier Monate. Wer auch den Kopf rasiert, wechselt eher alle sechs bis acht Wochen. Ein Zweierpack Original-360-Klingen kostete beim Schreiben ab rund 21 Franken.
Ist der OneBlade für Jugendliche mit unreiner Haut geeignet?
In unserem Test mit einem 17-Jährigen ja. Weil die Klinge knapp über der Haut schneidet, gehen Pickel nicht auf. Wichtig sind wenig Druck und eine saubere Klinge. Bei starker Akne gehört die Frage aber zur Hautärztin.
OneBlade 360 oder Pro 360: Was unterscheidet die beiden?
Beim Pro stellst du die Länge per Drehrad ein, 20 Stufen bis 10 Millimeter. Er läuft länger mit einer Ladung und zeigt dir den Akkustand an. Das einfache Modell kommt mit Aufsteckkämmen und kostet weniger. Wer nur einen Dreitagebart trägt, braucht den Pro nicht, wer die Bartlänge oft wechselt, schon.
