Dyson Airwrap Co-anda2x (Straight+Wavy)
Multi-Haarstyler und Trockner mit neuem Motor und Aufsätzen, die das Gerät selber erkennt
- Dicke, lange Haare trocknen spürbar schneller als mit einem Salonföhn
- Wellen halten auch bei Bise am See bis zum Abend
- Aufsätze merken sich ihre Einstellungen
- Schonend: an der Haaroberfläche nie über 100 °C gemessen
- Für sehr feines Haar selbst auf kleinster Stufe zu kräftig
- Laut, besonders in einem kleinen Badezimmer
- Bei Kinnlänge bringt das Lockenset wenig
- Aufsätze der älteren Airwrap-Modelle passen nicht
«Ça fait du vent comme sur la jetée!» Madame Addor hielt sich mit beiden Händen am Frisierstuhl fest, als hätte ich sie auf den Bootssteg am Neuenburgersee gesetzt. Sie ist 72, hat feines weisses Haar und kommt seit 14 Jahren jeden zweiten Donnerstag zu mir. So hat sie noch nie reagiert.
Ich bin Josiane. 20 Jahre habe ich Haare geschnitten, zwölf davon in meinem eigenen Geschäft hier in Yverdon. Zwei Tage pro Woche stehe ich noch immer am Stuhl und teste an den anderen Tagen Styler, Glätteisen und Rasierer. Wenn ein Gerät 649 Franken kostet, will ich wissen, für welches Haar es sich lohnt. Und für welches nicht.
Den Dyson Airwrap Co-anda2x habe ich deshalb nicht nur an mir ausprobiert. Vier Frauen mit vier sehr verschiedenen Haartypen haben mitgemacht. Madame Addor war die erste, und ihr Satz war der Anfang von fünf sehr aufschlussreichen Wochen.
Die Neuerungen am Co-anda2x
Das Herz des Geräts ist der Motor Hyperdymium 2. Er dreht laut Dyson mit bis zu 150'000 Umdrehungen pro Minute und erzeugt doppelt so viel Luftdruck wie beim Vorgänger Airwrap i.d., bei rund 30 Prozent mehr Leistung. Das Handteil ist schlanker geworden. Nach einer Stunde Arbeit am Stuhl habe ich das im Handgelenk gemerkt, im guten Sinn.
Die Aufsätze haben jetzt einen Chip. Steckst du einen Lockenaufsatz auf, weiss das Gerät das und wählt Luft und Hitze dafür von selbst, bei der Rundbürste ebenso. Was du zuletzt pro Aufsatz eingestellt hast, bleibt gespeichert. Für mich als Coiffeuse ist das praktischer, als es klingt: Ich wechsle bei einem Kopf fünf- oder sechsmal den Aufsatz und musste früher jedes Mal nachregeln.
Wichtig für alle, die schon ein Airwrap zu Hause haben: Die alten Aufsätze passen nicht mehr. Meine Kundin Aurélie hatte ein Airwrap der ersten Generation, dessen Motor nach sechs Jahren aufgegeben hat. Sie hoffte, wenigstens die alten Aufsätze weiterzubenutzen. Das wurde nichts. Bevor du kaufst, lohnt sich ein Blick auf die zwei Versionen.
Straight+Wavy oder Curly+Coily?
In der Schweiz verkauft Dyson den Co-anda2x in zwei Sets. Straight+Wavy ist für glattes bis welliges Haar gedacht und kostete beim Schreiben 649 Franken bei Dyson, bei Interdiscount 649.95 Franken, im Preisvergleich fanden wir es ab rund 610 Franken. Curly+Coily hat andere Aufsätze für Locken und krauses Haar, darunter einen Diffusor und einen breiten Kamm, und kostet ab rund 579 Franken.
Wir haben die Version Straight+Wavy gekauft, weil drei von vier Testköpfen glattes oder welliges Haar haben. Darin lagen zwei Lockenaufsätze in verschiedenen Grössen, eine Rundbürste für Volumen, eine Glättbürste, ein Trocknungsaufsatz und der neue Glättaufsatz, der ohne heisse Platten arbeitet. Ein Detail, das mich schon beim Auspacken beschäftigt hat: Für Naïma mit ihren festen Locken war das eigentlich das falsche Set. Dazu gleich mehr.
Vier Köpfe, ein Gerät: so haben wir getestet
Gekauft haben wir den Airwrap wie jedes Testgerät ganz normal im Handel. Dann lag er fünf Wochen im Salon und bei mir zu Hause. Insgesamt kamen 34 Stylings zusammen:
- Madame Addor, 72: feines, weisses Haar, kurz geschnitten, will Volumen am Oberkopf. 7 Stylings.
- Aurélie, 27: dickes, welliges Haar bis unter die Schulterblätter. Sie arbeitet im Thermalbad und kommt oft mit feuchten Haaren direkt nach der Schicht. 12 Stylings.
- Naïma, 34: dichte, feste Locken bis zum Kinn. 6 Stylings.
- Ich, 50: dunkler Bob auf Kinnlänge mit grauer Strähne vorne. 9 Stylings.
Gestoppt habe ich ab dem Moment, in dem das Handtuch wegkam, bis auch die Haare im Nacken trocken waren. Die Temperatur an der Haaroberfläche habe ich mit einem Infrarotthermometer geprüft. Die Haltbarkeit der Wellen haben die Kundinnen selbst fotografiert, morgens, mittags und am Abend. Nach welchen Regeln wir Stylinggeräte beurteilen, erklären wir unter So testen wir.
Trocknen: hier holt er am meisten heraus
Als Vergleich diente mein eigener Salonföhn mit 2100 Watt und einer Rundbürste. Das ist das Werkzeug, mit dem ich seit Jahren arbeite, also ein strenger Massstab.
| Haartyp | Salonföhn mit Bürste | Airwrap Co-anda2x | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Aurélie: dick, wellig, lang | 17:40 Min. | 11:05 Min. | 6:35 Min. schneller |
| Naïma: feste Locken, kinnlang | 9:50 Min. | 8:30 Min. | 1:20 Min. schneller |
| Josiane: Bob, mittelstark | 5:15 Min. | 4:10 Min. | 1:05 Min. schneller |
| Madame Addor: fein, kurz | 3:40 Min. | 3:25 Min. | kaum Unterschied |
Bei Aurélie war der Unterschied enorm. Sechseinhalb Minuten weniger, und das bei Haaren, die nach einer Schicht im Thermalbad voller Feuchtigkeit sind. Sie wäscht viermal pro Woche und hat sofort ausgerechnet, dass sie so jedes Jahr fast 23 Stunden spart. «Das sind drei Samstage am Strand von Yverdon», hat sie gesagt, und dann laut gelacht, weil wir beide wissen, dass sie den Strand im Winter nie betritt.

Bei Madame Addor sah es anders aus. Ihr feines Haar flog auch auf der kleinsten Stufe in alle Richtungen. Das erklärt ihren Satz vom Bootssteg. Beim reinen Trocknen hat das Gerät bei ihr fast nichts gespart. Mit der Rundbürste auf niedriger Stufe bekam ich aber etwas hin, das mir mit dem Föhn schwerfällt: Volumen am Oberkopf, das bis zum Nachmittag hielt. Für sie war das der einzige, aber echte Vorteil. Beim Formen zeigte sich dann, was die neue Kraft wirklich kann.
Wellen, Locken und der Bise-Test am See
Hinter dem Airwrap steckt der Coanda-Effekt: Ein Luftstrom folgt einer gewölbten Fläche und nimmt die Haarsträhne mit, bis sie sich um den Aufsatz legt. Mit dem stärkeren Druck klappt das beim neuen Modell auch dann, wenn du die Strähne schlampig hinhältst. Im Salon habe ich das extra ausprobiert. Für die andere Kopfseite drehst du am Aufsatz die Richtung um, abnehmen musst du ihn nicht.
Bei Aurélie waren die Wellen nach 19 Minuten für den ganzen Kopf fertig. Dann kam unser Bise-Test: Wer in Yverdon wohnt, kennt den kalten Nordostwind, der über den Neuenburgersee pfeift und jede Frisur in zehn Minuten ruiniert. Aurélie ist an einem windigen Nachmittag 40 Minuten der Uferpromenade entlang gelaufen. Die Wellen waren danach lockerer, aber klar da. Am Abend stand noch immer eine schöne Bewegung im Haar.
«Normalement la bise me fait une tête de mouton. Là, j'avais encore des vagues au souper.» Aurélie, nach dem Spaziergang am See. Normalerweise macht ihr die Bise einen Schafskopf. Diesmal hatte sie beim Znacht noch Wellen.
Bei mir ist das Bild ehrlicher gesagt bescheiden. Mit einem Bob auf Kinnlänge bringen die Lockenaufsätze wenig. Ich habe nur die Spitzen leicht nach innen gedreht, und dafür reicht eine gute Rundbürste. Die neue Volumen-Rundbürste hat mich dagegen überzeugt. Sie gleitet sauber durch, reisst keine Haare mit und gibt am Ansatz spürbar mehr Stand als mein Föhn.
Und Naïma? Ihre festen Locken hat das Gerät schnell getrocknet, aber die Lockenaufsätze des Straight+Wavy-Sets sind für ihr Haar nicht gemacht. Ohne Diffusor wurden die Locken beim Trocknen etwas krauser. Für sie wäre das Set Curly+Coily die richtige Wahl gewesen, und es kostet sogar 70 Franken weniger. Das ist wohl der wichtigste Satz in diesem Test für alle mit Locken.

Temperatur und Lautstärke: gemessen, nicht geschätzt
Ein Grund, warum viele Kundinnen nach einem Airwrap fragen, ist die Hoffnung auf weniger Hitzeschäden. Also habe ich mit dem Infrarotthermometer an der Haaroberfläche gemessen, zwei Zentimeter hinter dem Aufsatz. Auf der höchsten Hitzestufe lag der Wert bei 96 °C, auf der mittleren bei 74 °C. Zum Vergleich: Mein Glätteisen im Salon arbeitet mit 185 °C an den Platten. Das ist ein grosser Unterschied, vor allem für Haare, die täglich gestylt werden. Hitzeschutz verwende ich trotzdem, bei jedem Gerät.
Die Lautstärke ist die Kehrseite der Kraft. Auf einen Meter zeigte unser Messgerät bei höchster Stufe 79 dB, das ist mehr als mein Salonföhn mit 76 dB. In einem kleinen, gefliesten Badezimmer wirkt das nochmals lauter. Mein Mann Didier schläft sonntags gerne länger. Nach dem ersten Styling um halb acht kam er im Pyjama unter die Badezimmertür und fragte, ob ich einen Laubbläser gekauft hätte.
Den Filter an der Unterseite solltest du regelmässig reinigen. Im Salon, wo Haarstaub und Haarspray in der Luft liegen, war er nach zwei Wochen sichtbar grau. Nach dem Ausbürsten lief das Gerät wieder mit voller Kraft.
| Was | Wert |
|---|---|
| Antrieb | Hyperdymium 2, bis 150'000 U/min, doppelter Luftdruck gegenüber Airwrap i.d. |
| Aufsätze | 6 im Set, mit Chip zur Erkennung |
| Versionen | Straight+Wavy und Curly+Coily |
| Temperatur Haaroberfläche (unsere Messung) | 74 °C mittlere Stufe, 96 °C höchste Stufe |
| Lautstärke (unsere Messung, 1 m) | 79 dB auf höchster Stufe |
| Alte Airwrap-Aufsätze | passen nicht |
| Preis beim Schreiben | CHF 649 (Straight+Wavy), ab ca. CHF 579 (Curly+Coily) |
Was ich im Salon anders mache als die Anleitung
Ein Airwrap ist kein Zauberstab. Die Ergebnisse hängen stark davon ab, wie du arbeitest. Diese vier Dinge habe ich allen Testerinnen gezeigt, und ab der zweiten Woche wurden die Resultate deutlich besser:
- Abteilen wie beim Coiffeur: Teil das Haar vorher mit Klammern in vier Partien, zwei vorne, zwei hinten. Dann arbeitest du Strähne für Strähne und vergisst keine Stelle im Nacken.
- Vortrocknen auf 80 Prozent: Auf nassem Haar halten die Wellen nicht. Erst mit dem Trocknungsaufsatz fast trocken föhnen, dann formen. Bei Aurélie war das der Unterschied zwischen Wellen bis Mittag und Wellen bis zum Znacht.
- Strähnen nicht breiter als der Aufsatz: Alles, was breiter ist als etwa drei Zentimeter, wickelt sich ungleichmässig. Innen bleibt es glatt, aussen lockt es sich.
- Kalt fixieren und zählen: Die Welle entsteht in der Wärme, fest wird sie beim Abkühlen. Ich lasse jede Strähne fünf Sekunden auf der Kaltstufe. Wer nach einer Sekunde loslässt, verschenkt die halbe Haltbarkeit.

Wer diese vier Punkte beachtet, holt aus dem Gerät viel mehr heraus. Und damit zur Frage, bei wem die 649 Franken gut angelegt sind.
Bei wem sich der Kauf rechnet
Aurélie hat sich nach dem Test ein eigenes Gerät gekauft, in einer Aktion bei einem Schweizer Onlinehändler. Madame Addor hat dankend abgelehnt. Sie kommt weiterhin jeden zweiten Donnerstag, und ehrlich gesagt ist mir das so auch lieber.
Die Alternativen
- Dyson Airwrap i.d.: Das Vorgängermodell. Weniger Druck, aber für feines bis mittleres Haar mehr als genug, und im Abverkauf spürbar günstiger.
- Shark FlexStyle: Der bekannteste Konkurrent, kostet häufig nicht einmal die Hälfte. Die Verarbeitung ist einfacher, bei mittlerem Haar kommt er aber erstaunlich nah heran.
- Guter Föhn plus Rundbürste: Klingt altmodisch. Für kurzes Haar und für alle, die mit der Bürste umgehen können, ist es aber immer noch die günstigste und schnellste Lösung.
Welche weiteren Beauty-Geräte bei uns getestet wurden, findest du im Ratgeber.
Mein Fazit nach fünf Wochen und vier Köpfen
Ein sehr gutes Gerät, das nicht zu jedem Kopf passt: So würde ich den Co-anda2x einer Kundin beschreiben. Für langes, dickes Haar spart er echte Zeit, formt Wellen, die sogar der Bise standhalten, und schont das Haar mit Temperaturen deutlich unter jedem Glätteisen. Die neue Rundbürste und die Aufsätze, die sich ihre Einstellung merken, machen den Alltag spürbar leichter.
Für feines oder kurzes Haar ist er zu viel des Guten, und bei Locken entscheidet das richtige Set über Erfolg oder Frust. Schau dir vor dem Kauf dein eigenes Haar ehrlich an, nicht das der Frau in der Werbung. Und wenn bei euch im Bad eher der Rasierer zur Debatte steht: Didier hat für uns den Philips OneBlade Pro 360 getestet, sieben Wochen lang, an Bart, Nacken und Glatze.
Häufige Fragen zum Dyson Airwrap Co-anda2x
Was kostet der Dyson Airwrap Co-anda2x in der Schweiz?
Zum Zeitpunkt unseres Tests verlangte Dyson für das Set Straight+Wavy 649 Franken, Interdiscount 649.95 Franken. Im Preisvergleich fanden wir es ab rund 610 Franken. Das Set Curly+Coily gibt es ab rund 579 Franken.
Welche Version passt zu meinem Haar?
Straight+Wavy ist für glattes und welliges Haar gedacht. Wenn du feste Locken oder krauses Haar hast, nimm Curly+Coily. Dort sind ein Diffusor und ein breiter Kamm dabei, die deine Locken beim Trocknen schonen.
Taugt der Co-anda2x für feines Haar?
Bedingt. Auch die schwächste Stufe bläst sehr feines Haar kräftig durcheinander. In unserem Test hat er bei feinem, kurzem Haar beim Trocknen kaum Zeit gespart. Die Volumen-Rundbürste bringt am Oberkopf aber einen sichtbaren Vorteil.
Kann ich meine alten Airwrap-Aufsätze weiterverwenden?
Nein. Die neuen Aufsätze haben einen Chip und eine andere Aufnahme. Ältere Aufsätze lassen sich am Co-anda2x nicht verwenden, und die neuen passen nicht auf ältere Geräte.
