Um 3.12 Uhr bin ich wach. Nicht jede Nacht, aber oft genug, dass ich die Ziffern auf dem Wecker ohne Brille erkenne. Dreissig Jahre Nachtdienst im Spital San Giovanni haben meinem Körper beigebracht, dass um diese Zeit die zweite Runde durch die Zimmer beginnt. Ich bin seit vier Jahren pensioniert. Mein Körper hat die Mitteilung offenbar nie erhalten.
Diesen Sommer kam etwas dazu. Wenn ich um 3.12 Uhr aufwachte, tat mir die rechte Hüfte weh, genau dort, wo ich die ganze Nacht draufliege. Und das Leintuch klebte. Unsere Wohnung liegt über der Altstadt von Bellinzona, dicke Steinmauern, Balkon mit Granitgeländer. Im Winter ist das herrlich. Im Juli speichern die Mauern die Hitze wie ein Pizzaofen und geben sie nachts gemütlich wieder ab.
Unsere alte Latexmatratze haben Franco und ich vor zwölf Jahren in einem Möbelhaus in der Magadinoebene gekauft. In ihrer Mitte hatte sich über die Jahre eine Mulde gebildet, die wir beide kannten und keiner erwähnte. Also habe ich gemacht, was ich hier im Team für alle Schlafprodukte mache: ein Tagebuch auf den Nachttisch gelegt und die Emma Performance 26 für 52 Nächte ins Schlafzimmer geholt.
Emma Performance 26
Oben AirGrid, unten Federkern, 26 cm hoch
- Hüfte sinkt ein, Taille bleibt gestützt
- In Tropennächten gemessen 2,2 Grad kühler an der Oberfläche
- Wenn sich der Partner dreht, kommt fast nichts an
- 100 Nächte Probeschlafen mit Abholung, auch im Tessin
- Kein offizieller Härtegrad, keine Gewichtsangabe
- Die Kante gibt beim Sitzen merklich nach
- Nicht wendbar, der Unterbezug ist nicht waschbar
- Schweizer Listenpreis deutlich über dem deutschen
Lieferung ins Tessin und die ersten 72 Stunden
Bestellt habe ich an einem Montag, am Freitag stand der Kurier unten an der Gasse. Die Emma kommt gerollt und vakuumiert in einem Paket, das aussieht, als hätte jemand einen sehr dicken Teppich eingepackt. Für eine 160 x 200 wiegt es trotzdem um die 45 Kilo. Unsere Treppe ist aus Stein, eng und hat eine Kurve, die schon zwei Waschmaschinen besiegt hat. Der Sohn der Nachbarin, Luca, 17 und Handballer, hat uns gerettet. Bezahlt wurde er mit Tiramisù.
Das Auspacken geht schnell. Folie aufschneiden, aber bitte mit einer Schere mit runder Spitze, sonst schneidest du den Bezug gleich mit an. Die Matratze entrollt sich in einer Minute und ist nach ein paar Stunden fast in Form. Nach zwei Tagen haben wir mit dem Doppelmeter nachgemessen: 25,8 cm in der Mitte, 25,5 cm an den Ecken. Das passt.

Dann kommt der Geruch. Nichts Beissendes, eher so, wie ein neuer Rucksack riecht. Laut Emma soll die Matratze drei Tage auslüften, und daran habe ich mich gehalten. Die erste Nacht haben wir auf dem Sofa und dem Gästebett verbracht, die Balkontür offen. Am dritten Abend war der Geruch nur noch zu ahnen, wenn man die Nase ganz nah an den Bezug hielt, und das macht ja niemand freiwillig.
Zwei Dinge würde ich gleich mitbestellen. Ein Fixleintuch mit mindestens 30 cm Steghöhe, weil ältere Leintücher bei 26 cm gerne an einer Ecke hochspringen. Und einen dünnen, atmungsaktiven Matratzenschoner. Wer die 100 Nächte ernst nimmt, will die Matratze im Zweifel ohne Kaffeefleck zurückgeben können.
Was unter dem Bezug steckt
Die Performance ist Emmas oberste Linie und kommt in 26, 28 und 30 cm Höhe. Wir haben die niedrigste genommen, weil unser Bettgestell aus Nussbaum hohe Matratzen wie einen Turm aussehen lässt. Unter dem Strickbezug liegt zuerst die AirGrid-Schicht, ein weiches Gitter mit offenen Luftkammern. Jede Kammer gibt unter Druck einzeln nach und lässt Luft durch, statt die Wärme festzuhalten wie ein klassischer Schaumblock.
Weiter unten liegen zwei Schäume, der obere weicher, der untere fester, dann eine stützende Lage und ganz unten die Federn. Jede Feder steckt einzeln in einer Stofftasche, man spricht von einem Taschenfederkern, und am Rand hat Emma ihn mit Schaum eingefasst. Insgesamt sind es acht Lagen. Für die Druckentlastung heisst das: Die Hüfte darf weich einsinken, die Federn darunter hören aber rechtzeitig auf nachzugeben.
Einen Härtegrad nennt Emma nicht. Das finde ich schade, weil viele Leute nach H2 oder H3 suchen. Wenn 1 ganz weich ist und 10 ein Brett, gebe ich ihr eine 5, Franco eine 4. Und genau dieser Unterschied zwischen uns beiden ist der spannende Teil.
Meine Hüfte, Nacht für Nacht
Ich schlafe rechts, fast immer. In den 14 Nächten vor dem Test habe ich jeden Morgen die Hüfte auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet. Der Schnitt lag bei 4,6, also nicht dramatisch, aber genug, dass ich morgens zuerst die Beine aus dem Bett schwenke und erst dann den Rest.
Die ersten drei Nächte auf der Emma waren seltsam. Die alte Mulde fehlte, und mein Körper suchte sie. Nach gut einer Woche hatte mein Körper die Suche aufgegeben. In den letzten 21 Nächten des Tests lag der Schnitt bei 2,1. An neun Morgen stand im Tagebuch eine glatte Null. Die Hüfte sinkt gemessen 6,5 cm ein, gerade tief genug, dass sie nicht mehr den ganzen Druck abbekommt, und die Taille hängt nicht durch.
«Ich merke meine Hüfte erst beim Treppensteigen zum Markt. Früher war es beim Aufstehen.» Rosanna, Tagebuch, Nacht 34
Und die 3.12 Uhr? Die sind geblieben, das kann keine Matratze wegzaubern. Aber ich schlafe danach schneller wieder ein. Vor dem Test lag ich in 11 von 14 Nächten länger als eine Viertelstunde wach, in den letzten zwei Testwochen noch in 5. Meine Erfahrung aus dem Spital sagt: Wer nachts nicht wegen Schmerz oder Hitze wach liegt, schläft auch wieder ein. Der Unterschied liegt also eher bei der Hüfte und der Wärme als bei der Uhr.
Franco, 1,91 Meter, und das Wort «morbido»
Franco ist Rückenschläfer, wiegt 88 Kilo und schläft überall ein, auch im Wartezimmer beim Zahnarzt. Sein erstes Urteil am ersten Morgen: «Morbido. Troppo morbido.» Zu weich. Wer Jahrzehnte auf einer festen Latexmatratze gelegen hat, erlebt den weichen Einstieg der Emma erst einmal als Nachgeben.
Wir haben es gemessen. Beim Liegen auf dem Rücken sinkt sein Becken 5 cm ein, die Schultern etwas weniger. Das ist für sein Gewicht noch im vernünftigen Bereich. Nach etwa zwölf Nächten hat er aufgehört zu klagen, und nach drei Wochen fand er, die alte Matratze sei «wie ein Brett» gewesen. Das ist bei Franco das höchste Lob, weil er Veränderungen grundsätzlich misstraut.
Bist du als Rücken- oder Bauchschläfer spürbar schwerer als Franco, dann plan die Probezeit wie einen Test ein. Emma veröffentlicht keine Gewichtsgrenze. Das ist keine Warnung, sondern einfach eine Lücke, die du mit ehrlichen Notizen in den ersten drei Wochen selbst füllen musst. Für uns hat es gepasst, und dann kam der Juli.
Tropennächte in Bellinzona: der eigentliche Test
Ende Juni bis Anfang August hatten wir 17 Nächte, in denen es draussen nicht unter 20 Grad fiel. Im Schlafzimmer zeigte das Thermometer um 23 Uhr zwischen 26 und 27,5 Grad. Klimaanlage haben wir keine, nur einen Ventilator und die Fensterläden, die tagsüber zu bleiben. Wer mit Kühle wirbt, muss es in diesem Zimmer beweisen.
Gemessen haben wir so, wie wir es im Team immer machen und auf der Seite So testen wir beschreiben: eine Stunde auf der Seite liegen, aufstehen, sofort mit dem Infrarotthermometer die Stelle messen, wo die Hüfte lag. Jeweils an fünf Abenden, auf der alten Matratze im Gästezimmer und auf der Emma.
| Messung (Schnitt aus 5 Abenden) | Alte Latexmatratze | Emma |
|---|---|---|
| Zimmertemperatur | 26,8 °C | 26,9 °C |
| Oberfläche an der Hüfte nach 1 Stunde | 34,1 °C | 31,9 °C |
| Oberfläche 10 Minuten später | 32,8 °C | 29,4 °C |
| Nächte mit verschwitztem Leintuch (je 14 Nächte) | 9 | 3 |
Die zweite Zeile ist die interessante. 2,2 Grad weniger nach einer Stunde sind spürbar, aber noch spannender ist, wie schnell die Emma die Wärme wieder loswird. Zehn Minuten nach dem Aufstehen war sie fast auf Zimmertemperatur. Die alte Matratze hielt die Wärme wie ein Kachelofen. Im Bett heisst das: Wenn du dich umdrehst, liegst du wieder auf einer kühleren Stelle.
Geschwitzt habe ich in den heissesten Nächten trotzdem, das wäre auf jeder Matratze so gewesen. Aber die Wärme staute sich nicht mehr unter mir. Franco, der sonst im Sommer auf dem Balkon auf der Liege schläft, ist in diesem Juli nur zweimal ausgezogen. Beide Male nach einem Grillabend bei seinem Bruder, und das zählt nicht.
Das Wasserglas und die Bettkante
Wie sehr die Matratze Bewegungen weitergibt, prüfen wir bei uns mit einem vollen Wasserglas am Fussende auf meiner Seite. Franco dreht sich auf seiner Seite einmal vom Rücken auf die Seite und zurück. Auf der alten Latexmatratze schwappte das Wasser bei jedem der zehn Versuche sichtbar, zweimal lief es über. Auf der Emma zitterte nur die Oberfläche, übergelaufen ist nichts.

Das ist für mich der wichtigste Punkt nach der Hüfte. Franco steht um 6.30 Uhr auf, weil er als Pensionierter den Hund der Nachbarn ausführt, freiwillig. Früher bin ich davon aufgewacht. In 52 Nächten habe ich es laut Tagebuch viermal gemerkt.
Schwach ist die Kante. Abends sitze ich zum Eincremen der Hände auf dem Bettrand und sinke dort 7,5 cm ein, in der Matratzenmitte nur 4,5 cm. Schlafen kannst du am Rand schon, nur hast du dort das Gefühl, jeden Moment ein Stück abzurutschen. Auf einer 160er zu zweit stört uns das kaum. Wer zu zweit auf 140 cm liegt und oft am Rand landet, sollte das in der Probezeit gezielt ausprobieren.

Was die Emma in der Schweiz kostet
Jetzt kommt der Teil, bei dem Franco jeweils seufzt. Die Emma ist in der Schweiz spürbar teurer als in Deutschland, und der Listenpreis bewegt sich. Beim Schreiben dieses Tests haben wir die 90 x 200 im Schweizer Shop in einer Aktion für CHF 1'039 gesehen, ein paar Wochen später stand sie wieder bei CHF 1'499. Die 160 x 200 steht ohne Aktion bei CHF 2'399.
| Was | Performance 26 |
|---|---|
| Höhe | 26 cm (die Linie gibt es zusätzlich mit 28 und mit 30 cm) |
| Schichten | acht, von oben: Bezug, AirGrid, zwei Schäume, Stützlagen, Federkern in Zonen, Unterseite |
| Härte | keine offizielle Angabe, nach unserem Empfinden mittel |
| Grössen | von 80 bis 200 cm Breite, immer 200 cm lang |
| Bezug | oberer Teil mit Reissverschluss, in die Waschmaschine bei 40 Grad |
| Wendbar | nein |
| Probeschlafen | 100 Nächte, Abholung kostenlos |
| Garantie | zehn Jahre laut Schweizer Shop |
| Gesehene Preise | 90 x 200: CHF 1'039 in einer Aktion, sonst bis CHF 1'499 · 160 x 200: CHF 2'399 ohne Aktion |
Den vollen Preis würde ich darum nie bezahlen. Aktionen gibt es bei Emma immer wieder, mal als Rabatt, mal mit einem Gratiskissen. Setz dir einen Preis, den du zahlen willst, und warte zwei, drei Wochen. Bei einer Matratze, die zehn Jahre halten soll, ist das keine lange Zeit.
Weder der Kassensturz noch K-Tipp haben, soweit wir sehen, die Performance 26 geprüft. Wenn du irgendwo ein Testurteil zu «Emma» liest, schau genau hin, welches Modell gemeint ist. Die Marke hat viele Matratzen, und nicht alle schlafen sich gleich.
Performance 26, 28, 30 oder eine andere Emma?
Emmas Auswahl ist gross, und die Namen helfen wenig. So würden wir nach unseren Nächten sortieren:
- Performance 26: für Seitenschläfer, Paare mit unterschiedlichen Körpern und alle, die nachts warm haben. Unsere Wahl.
- Performance 28 und 30: mehr Komfortschicht, also noch weicher im Einstieg. Gut für breite Schultern, für Rückenschläfer wie Franco eher zu viel des Guten.
- Emma One: reiner Schaum, deutlich günstiger. Passt ins Gästezimmer oder ins erste eigene Bett, schläft sich aber wärmer.
- Emma Original Flip: zwei Seiten mit verschiedener Härte. Die sichere Wette, wenn du nicht weisst, ob du weich oder fest magst.
Was wir bei Kissen, Decken und anderen Schlafhelfern gerade prüfen, steht bei den laufenden Tests. Alle abgeschlossenen Berichte findest du im Ratgeber.
Mein Rat nach 52 Nächten
Nach 52 Nächten: Sie bleibt
Die Emma bleibt bei uns. Meine Hüftwerte im Tagebuch sind auf weniger als die Hälfte gefallen, Franco musste im Juli nicht auf den Balkon flüchten, und wenn er um halb sieben aufsteht, schlafe ich weiter. Dagegen stehen ein weicher Rand und ein Hersteller, der weder Härtegrad noch Gewichtsgrenze nennt. Und zum vollen Schweizer Preis würde ich sie nicht kaufen.
In einer Aktion ist sie für warme Seitenschläfer eine sehr gute Wahl. Wer seinen Schlaf lieber in Zahlen verfolgt als in einem Heft, findet bei Beat eine Uhr, die das nebenbei auch kann: seinen Test der Garmin Forerunner 170. Ich bleibe beim Heft. Und um 3.12 Uhr drehe ich mich jetzt einfach um.
Was Leserinnen und Leser uns zur Emma fragen
Welchen Härtegrad hat die Performance 26?
Emma gibt keinen Härtegrad an. In unserem Test fühlte sie sich mittel an, mit weichem Einstieg und festem Federkern darunter. Für Seitenschläfer passt das gut, Rückenschläfer brauchen oft ein, zwei Wochen Gewöhnung.
Liefert Emma auch ins Tessin und holt die Matratze wieder ab?
Ja. Unsere Matratze kam innert fünf Tagen nach Bellinzona. Die 100 Nächte Probeschlafen gelten in der ganzen Schweiz, die Abholung bei einer Rückgabe ist laut Emma kostenlos. Lies vor dem Kauf trotzdem die aktuellen Bedingungen im Schweizer Shop.
Ist die Emma Performance 26 gut, wenn man nachts schwitzt?
Für uns ja. In einem Schlafzimmer mit 27 Grad mass ich nach einer Stunde Liegen 2,2 Grad weniger an der Oberfläche als auf der alten Latexmatratze, und nach dem Aufstehen war die Wärme viel schneller weg. Ein Leinen- oder Baumwollleintuch hilft zusätzlich.
Warum ist die Emma in der Schweiz teurer als in Deutschland?
Emma setzt für die Schweiz eigene Preise in Franken fest. Die Unterschiede zum Euro-Preis sind gross, und die Aktionen wechseln oft. Vergleiche deshalb nur Schweizer Preise miteinander und kauf in einer Aktion.
