Roborock Saros 20 im Test: schafft er Altbau, Türschwellen und Hundehaare?
Fischgrätparkett, eine Stufe zur Speis, ein Australian Shepherd zu Besuch und Wasser mit 14 Grad deutscher Härte. Ein ehemaliger Kundendiensttechniker schraubt den Saros 20 auf.
Zwanzig Jahre lang war ich Kundendiensttechniker für Haushaltsgeräte in Oberösterreich. In der Zeit habe ich ungefähr 300 Saugroboter aufgeschraubt, und bei mindestens der Hälfte war dasselbe Problem schuld: ein Altbau. Hohe Schwellen, alte Kästen mit Füßen, Teppiche mit Fransen und Parkett, das jeder Roboter für eine Hindernisbahn hält.
Meine Frau und ich wohnen in so einem Altbau in Linz, Baujahr 1908, 92 Quadratmeter, Fischgrätparkett im Wohnbereich, Fliesen in Küche und Bad. Unter der Woche ist tagsüber Kira bei uns, der Australian Shepherd unserer Tochter. Kira verliert Haare, als würde sie dafür bezahlt.
Der Roborock Saros 20 verspricht, über fast jede Schwelle zu klettern, unter fast jedes Möbel zu kommen und keine Haare um die Bürste zu wickeln. Vier Wochen und 31 Reinigungen lang habe ich ihn beim Wort genommen. Und weil ich nicht anders kann, habe ich ihn am Ende auch umgedreht und nachgeschaut.
- Klettert über unsere 4,1-cm-Stufe zur Speis
- Nur 7,95 cm hoch, kommt unter die alte Kredenz
- Null Haarwicklungen trotz Australian Shepherd
- Station wäscht und trocknet die Mopps mit Heißwasser
- Rotierende Mopps wischen nur mittelmäßig
- Teppichfransen bringen ihn ins Stolpern
- Kalkrand im Tank bei hartem Wasser
- Station braucht viel Platz im Vorzimmer
Kurz gesagt: Wenn deine Wohnung Schwellen, niedrige Möbel und Tierhaare hat, ist der Saros 20 einer der besten Sauger, die ich kenne. Wer vor allem Fliesen wischen will, schaut sich besser ein Modell mit Wischwalze an.
Warum der Saros 20 so flach ist
Die meisten Saugroboter haben oben einen kleinen runden Turm. Darin sitzt ein Laser, der die Wohnung vermisst, und dieser Turm macht die Geräte rund zehn Zentimeter hoch. Der Saros 20 hat keinen. Er orientiert sich mit Sensoren und einer Kamera vorne, Roborock nennt das StarSight 2.0. Ergebnis: 7,95 Zentimeter Bauhöhe.
Das klingt nach Datenblatt, hat bei uns aber eine sehr konkrete Folge. Unsere Kredenz im Vorzimmer, ein Erbstück aus den Fünfzigern, hat 8,4 Zentimeter Luft unter dem Boden. Darunter lag seit Jahren eine Staubschicht, an die nur ein flacher Mopp herankam, wenn ich mich hingelegt habe. Der Saros ist bei der ersten Reinigung darunter verschwunden und mit vollem Behälter und einer verlorenen Bügelperle meiner Enkelin wieder herausgekommen.
Die Karte stand nach 14 Minuten. Er hat alle sechs Räume erkannt, nur Vorzimmer und Gang zu einem Raum zusammengelegt. In der App war das mit zwei Fingertipps korrigiert. Dann kam der Teil, auf den ich mich am meisten gefreut habe.
Die Schwellen: drei Prüfungen, eine davon gemein
In unserer Wohnung gibt es drei Arten von Hindernissen, und ich habe jede mit dem Zollstock nachgemessen. Die Holzschwellen zwischen den Zimmern sind 2,2 Zentimeter hoch, die zum Bad 2,9 Zentimeter. Und dann ist da die Stufe zur Speis, eine alte Steinkante mit 4,1 Zentimetern. Die hat bisher jeder Roboter, den ich gehabt habe, als Ende der Welt betrachtet.
Der Saros 20 hat ein Fahrwerk, das sich vorne und hinten anheben kann. Roborock nennt es AdaptiLift und gibt Doppelschwellen bis 8,8 Zentimeter an. Gesehen habe ich das so: Er fährt an die Kante, hebt sich vorne an, schiebt sich hoch, zieht das Heck nach. Es sieht ein bisschen aus wie ein alter Mann, der aus der Badewanne steigt, und ich darf das sagen, weil ich bald einer bin.
| Hindernis | Höhe | Geschafft |
|---|---|---|
| Holzschwellen zwischen den Zimmern | 2,2 cm | 31 von 31 Reinigungen, ohne Zögern |
| Schwelle zum Bad | 2,9 cm | 31 von 31 |
| Steinstufe zur Speis | 4,1 cm | 27 von 31, viermal nach zwei Anläufen umgedreht |
| Kredenz, Luft unter dem Boden | 8,4 cm | jedes Mal darunter |
| Altes Sofa, Luft unter dem Rahmen | 8,1 cm | darunter, zweimal kurz hängen geblieben |
27 von 31 an der Speis ist für mich ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die vier Mal, wo er umgedreht hat, war die Kante feucht, weil meine Frau gerade gewischt hatte. Ein Roboter mit Hirn, könnte man sagen. Viel wichtiger war mir aber, was er hinter den Schwellen aufsammelt.
Saugen auf Fischgrät: hier ist er stark
Auf dem Datenblatt stehen 36.000 Pascal Saugkraft. Was das bedeutet, habe ich so gemessen, wie ich es früher im Kundendienst gemacht habe: 50 Gramm einer Mischung aus Haferflocken, Reis und Vogelsand, auf drei Flächen verteilt. Dann ließ ich ihn einmal im Standardmodus drüberfahren und wog den Inhalt des Behälters auf der Küchenwaage.
- Fischgrätparkett mit offenen Fugen: 48,6 von 50 Gramm. Der Sand in den Fugen ist das Schwierigste, und er hat fast alles erwischt.
- Flacher Läufer im Gang: 46,2 Gramm.
- Wohnzimmerteppich mit mittlerem Flor: 43,9 Gramm, für einen Roboter sehr gut.
In den Ecken bleibt manchmal ein kleiner Rest, die Seitenbürste schafft nicht jeden Winkel. Bei einem Altbau mit Sesselleisten aus Holz ist das normal. Die eigentliche Prüfung war aber nicht Haferflocken, sondern Kira.

Ein Australian Shepherd im Fellwechsel produziert pro Tag einen kleinen zweiten Hund aus Haaren. Der Saros hat eine zweigeteilte Hauptbürste, die Haare zur Mitte schiebt, wo sie eingesaugt werden, statt sich um die Walze zu wickeln. Nach vier Wochen war an der Hauptbürste kein einziges Haar aufgewickelt. An der Seitenbürste musste ich zweimal ein paar lange Haare abzupfen.
Kira selbst hat den Roboter am ersten Tag angebellt, am zweiten ignoriert und ab dem dritten versucht, ihn zu hüten. Sie legt sich flach hin, wartet, bis er näherkommt, und läuft dann seitlich mit, um ihn in eine Ecke zu lenken. Der Saros hat das jedes Mal als Hindernis erkannt und ist ausgewichen. Wer von den beiden gewonnen hat, ist bei uns in der Familie noch umstritten.
Wischen: solide, aber nicht seine Stärke
Der Saros 20 wischt mit zwei runden, rotierenden Mopps, einer davon fährt an Kanten nach außen. Bei leichtem Staub und Pfotenabdrücken auf den Küchenfliesen ist das Ergebnis gut, streifenfrei und nach zehn Minuten trocken. Bei einem eingetrockneten Fleck Marillenmarmelade vor dem Herd brauchte er drei Durchgänge im Tiefenmodus.
Auf geöltem Fischgrätparkett war ich vorsichtig. Holz und viel Wasser vertragen sich nicht. Ich habe die Wassermenge in der App auf die kleinste Stufe gestellt und im Wohnzimmer nur einmal pro Woche wischen lassen. Das Parkett war danach sauber, kein Wasser stand in den Fugen. Wer lackiertes Parkett hat, ist auf der sicheren Seite, bei frisch geöltem würde ich die ersten Wochen aufs Wischen verzichten.
Und genau bei der Station kommt das Thema, über das ich als Linzer am meisten wissen wollte.
Hartes Wasser: was die Station über Linz verrät
Die Station saugt den Behälter des Roboters leer, wäscht die Mopps mit heißem Wasser bis 100 Grad und trocknet sie danach mit warmer Luft. Das Wasser kommt aus einem Frischwassertank, das Schmutzwasser landet in einem zweiten. Mit einem Teststreifen habe ich unser Leitungswasser gemessen: 14 Grad deutscher Härte. Das ist hart, und Heißwasser plus Kalk ist eine Kombination, die ich aus dem Kundendienst gut kenne.

Nach vier Wochen hatte der Frischwassertank einen weißen Kalkrand, und in der Wanne, in der die Mopps gewaschen werden, lag ein feiner Belag. Beides ließ sich mit einem Tuch und etwas verdünntem Essig abwischen. Essig oder Entkalker kommen bei mir aber nur aufs Tuch, nie in den Tank. Was durch Pumpen und Heizung läuft, sollte Wasser sein, solange der Hersteller nichts anderes vorschreibt.
Mein Tipp für alle mit hartem Wasser, also halb Oberösterreich, Niederösterreich und Wien: Spül den Frischwassertank einmal pro Woche aus und lass ihn offen trocknen. Wer einen Wasserfilterkrug hat, kann das Wasser für die Station damit vorfiltern. Ich habe das in der letzten Woche gemacht, und der Belag in der Wanne war deutlich dünner.
Den Frischwassertank musste ich bei täglichem Saugen und zweimal Wischen pro Woche etwa alle sechs Tage nachfüllen. Der Staubbeutel in der Station war nach 26 Tagen voll, mit Kira im Haus kein Wunder. Lautstärke: 61 dB im Standardmodus in einem Meter Abstand, 70 dB auf höchster Stufe, und das Absaugen in der Station knapp zehn Sekunden mit 77 dB. Kira geht dann jedes Mal demonstrativ in die Küche. Bevor ich ihn aufgeschraubt habe, noch ein Blick auf den Alltag mit der App.
App, Akku und ein Roboter, der zuhört
Die Roborock-App ist aufgeräumt. Du legst Räume, Sperrzonen und eine Reihenfolge fest und speicherst für jeden Raum eigene Einstellungen. Bei uns bekommt das Vorzimmer wegen Kira zweimal Saugen, die Küche Saugen und Wischen, das Schlafzimmer nur Saugen. Eingerichtet war das in einer Viertelstunde, und meine Frau hat es danach ohne mich geschafft, was ich als Lob für die App verbuche.
Die ganze Wohnung saugen dauerte im Schnitt 58 Minuten, saugen und wischen 104 Minuten. Danach waren noch rund 35 Prozent im Akku. Eingebaut ist auch ein Sprachassistent: „Hallo Rocky, saug das Vorzimmer“ hat zuverlässig funktioniert, auch mit meinem Linzer Dialekt. Nur „Rocky, geh mit dem Hund“ hat er nicht verstanden. Kira auch nicht. Am Ende der vier Wochen war es dann Zeit für das, was ich am liebsten mache.
Umgedreht und aufgeschraubt
Ein Saugroboter lebt oder stirbt mit seinen Verschleißteilen. Ich habe nach dem Test die Hauptbürste, die Seitenbürste, die Räder und den Filter ausgebaut. Alles geht ohne Werkzeug, nur für die Seitenbürste brauchst du einen kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher.

Der Befund: Hauptbürste ohne Wicklungen, Räder ohne Haare in den Achsen, was bei Hundehaushalten sonst das häufigste Problem ist. Der Filter war grau, aber nicht verstopft. Ersatzteile wie Seitenbürsten, Filter, Mopps und Staubbeutel gibt es bei den üblichen Händlern und auf Geizhals ab rund elf Euro pro Set. Ich rechne mit 60 bis 80 Euro im Jahr für Verbrauchsmaterial, je nachdem, wie viel Hund im Haus ist.
Was mich weniger freut: Teppichfransen. Unser alter Perser im Wohnzimmer hat lange Fransen, und zweimal hat der Saros sie eingezogen und mit einer Fehlermeldung gestoppt. Seit ich in der App eine schmale Sperrzone entlang der Fransenkante gezogen habe, ist Ruhe. Und damit zur Frage, wann man ihn kaufen sollte.
Black Friday und Weihnachten: unsere Preisschwelle
Der Saros 20 kam Anfang 2026 mit einer UVP von 1.499 Euro auf den Markt. Zum Zeitpunkt des Schreibens gibt es ihn bei MediaMarkt, Expert und auf Amazon.de ab rund 950 Euro. Achte auf den genauen Namen: Es gibt auch den Saros 20 Sonic mit vibrierendem Wischpad und Laserturm, eine Neo-Version und Sets mit unterschiedlichem Zubehör. Die Preise liegen nahe beieinander, die Geräte sind es nicht.
Saugroboter gehören am Black Friday zu den Kategorien, bei denen es oft wirklich deutliche Nachlässe gibt. Der Black Friday ist heuer am 27. November, Cyber Monday am 30.
Wie du das mit dem Preisverlauf genau machst, hat mein Kollege Christoph in unserem Black-Friday-Ratgeber für Österreich erklärt. Als Geschenk für Eltern oder Großeltern im Altbau ist so ein Roboter übrigens oft sinnvoller als ein neuer Pullover. Richte die App vorher ein und markier die Fransenteppiche, dann gibt es zu Weihnachten keine Fehlermeldungen.
Für wen er passt
Die Alternativen
- Roborock Saros 20 Sonic: Statt rotierender Mopps ein vibrierendes Wischpad mit mehr Druck und klassische Lasernavigation mit versenkbarem Turm. Wischt besser, ist aber nicht ganz so flach.
- Roboter mit Wischwalze: Modelle von Dreame oder Mova mit Walze statt Mopps wischen sichtbar gründlicher, klettern aber meist nicht so gut über hohe Schwellen.
- Zusätzlich ein Akkusauger: Sofa, Stiege und Autositz bleiben für jeden Roboter tabu. Dafür brauchst du weiter ein Handgerät.
Wie wir Saugroboter prüfen, mit Streumischung, Waage und Zollstock, erklären wir auf der Seite So testen wir. Was gerade bei uns im Test ist, findest du bei den laufenden Tests.
Mein Fazit nach 31 Reinigungen
Der Saros 20 ist der erste Saugroboter, der in unserem Altbau nicht wie ein Gast wirkt, sondern wie ein Bewohner. Er klettert über unsere Schwellen und sogar zur Speis hinauf, kommt unter die Kredenz und lässt sich von Kiras Haaren nicht beeindrucken. Beim Wischen ist er nur Mittelmaß, und wer hartes Wasser hat, muss die Station regelmäßig abwischen.
Für rund 950 Euro ist er nicht billig. Aber er hat mir in vier Wochen gut sieben Stunden Staubsaugen abgenommen, und das ist eine Rechnung, die meine Bandscheiben gern mitmachen.
Meine Tochter hat Kira gestern abgeholt und gefragt, warum der Hund daheim jetzt den Staubsauger umkreist. Ich habe gesagt, das sei Training. Sie hat mir nicht geglaubt.
Häufige Fragen zum Roborock Saros 20
Wie hohe Schwellen schafft der Roborock Saros 20?
Laut Hersteller sind Doppelschwellen bis 8,8 Zentimeter möglich. In unserem Linzer Altbau schaffte er Holzschwellen mit 2,2 und 2,9 Zentimetern immer und eine Steinstufe mit 4,1 Zentimetern in 27 von 31 Fahrten.
Ist der Saros 20 für Hundehaare geeignet?
Ja. Mit einem Australian Shepherd im Fellwechsel hatte die Hauptbürste nach vier Wochen keine einzige Haarwicklung. Die Seitenbürste mussten wir zweimal von langen Haaren befreien, und der Staubbeutel war nach 26 Tagen voll.
Was tun bei hartem Wasser in der Station?
Den Frischwassertank einmal pro Woche ausspülen und offen trocknen lassen, Kalkränder mit einem Tuch und verdünntem Essig abwischen. Keine Entkalker in den Tank geben, solange der Hersteller das nicht vorsieht. Vorgefiltertes Wasser aus einem Filterkrug reduziert den Belag.
Darf der Saros 20 auf Parkett wischen?
Ja, mit wenig Wasser. Stell die Wassermenge in der App auf die kleinste Stufe und wisch Parkett nicht täglich. Auf geöltem Parkett war das Ergebnis bei uns sauber, ohne dass Wasser in den Fugen stand.
