ghd Chronos im Test: hält das Glätteisen, was der Preis verspricht?
Eine Friseurin mit sehr dicken Haaren, eine Stammkundin mit krausem Haar und ein Lehrmädchen mit blondierten Spitzen: sechs Wochen mit dem Glätteisen, das nur eine Temperatur kennt.
Der Geruch ist das Erste, was du in einem Friseursalon lernst. Nicht der Duft von Shampoo, sondern dieser leicht süßliche, verbrannte Geruch, wenn ein Glätteisen zu heiß über eine Strähne geht. Meine Ausbilderin in Simmering hat uns Lehrmädchen damals gesagt: Wenn du es riechst, ist es schon zu spät. Ich habe diesen Satz siebzehn Jahre lang im Kopf gehabt, jedes Mal, wenn eine Kundin mit ihrem eigenen Glätteisen auf 230 Grad zu mir gekommen ist.
Der ghd Chronos verspricht, dass das nicht mehr passiert. Er kennt nur eine Temperatur, 185 Grad, und soll trotzdem schneller glätten als Geräte mit mehr Hitze. Für jemanden mit Haaren wie meinen, sehr dick, schwer und mit einer Neigung zum Krausen, klang das zu schön. Ich habe ihn deshalb sechs Wochen lang in meinem Salon in Favoriten verwendet, an mir selbst und an Kundinnen mit ganz unterschiedlichem Haar.
Ob er seinen Preis wert ist, und wem ich ihn nicht verkaufen würde, steht hier.
- Temperatur gemessen zwischen 183 und 187 Grad, sehr stabil
- Kein verbrannter Geruch, auch bei blondiertem Haar
- Sehr glatte, glänzende Längen in einer Passage bei normalem Haar
- In gut 20 Sekunden heiß, schaltet sich selbst ab
- Bei sehr dicken, krausen Haaren zwei bis drei Passagen nötig
- Keine Temperaturwahl für widerspenstige Haare
- Platten mit 26 mm für sehr lange Haare schmal
- Teuer, wenn du nicht im Angebot kaufst
Kurz gesagt: Für feines, mittleres, gefärbtes oder blondiertes Haar ist der Chronos das schonendste und schnellste Glätteisen, das ich bisher in der Hand hatte. Bei sehr dicken, krausen Haaren funktioniert er auch, braucht aber mehr Zeit als ein Gerät mit höherer Temperatur.
Was am Chronos anders ist als an anderen Glätteisen
Die meisten Glätteisen haben ein Rad oder Tasten, mit denen du die Temperatur einstellst, oft bis 230 Grad. ghd geht seit Jahren einen anderen Weg und hält alle Glätteisen bei 185 Grad. Das ist laut ghd die Temperatur, bei der Haar gut formbar ist, ohne dass das Keratin darin Schaden nimmt.
Beim Chronos kommt etwas dazu, das ghd HD-Motion-Responsive-Technologie nennt. Übersetzt heißt das: Sensoren merken, wann eine Strähne zwischen die Platten kommt, und schicken sofort mehr Leistung nach. Die Platten kühlen also nicht ab, wenn eine dicke, noch leicht feuchte Strähne durchläuft. Die beiden Keramikplatten sind schwimmend gelagert, sie geben also ein wenig nach, und 26 Millimeter breit. Das Kabel ist 2,7 Meter lang und drehbar.
Auf dem Papier klingt das vernünftig. Ich wollte aber wissen, ob die 185 Grad auch dann stimmen, wenn es darauf ankommt.
185 Grad, nachgemessen
Ich habe mir für den Test ein Infrarot-Thermometer gekauft, wie man es für die Heizung verwendet. Gemessen habe ich jeweils in der Mitte der Platte, nach dem Aufheizen und direkt nach einer dicken Strähne. Zum Vergleich lief mein bisheriges Profi-Glätteisen mit, das ich seit vier Jahren im Salon verwende, eingestellt auf 210 Grad.
| Messung | ghd Chronos | Mein altes Glätteisen (210 °C eingestellt) |
|---|---|---|
| Zeit bis zur Betriebstemperatur | 22 Sekunden | 58 Sekunden |
| Temperatur nach dem Aufheizen | 186 °C | 219 °C |
| Direkt nach einer dicken Strähne | 183 °C | 196 °C |
| Schwankung über 30 Messungen | 183 bis 187 °C | 192 bis 224 °C |
| Abschaltung ohne Benutzung | nach 10 Minuten | nach 60 Minuten |
Der Chronos hält seine Temperatur erstaunlich genau. In 30 Messungen lag er nie unter 183 und nie über 187 Grad. Mein altes Eisen schwankt um mehr als 30 Grad und liegt nach dem Aufheizen deutlich über dem, was am Rad steht. Das erklärt, warum es an manchen Tagen nach verbranntem Haar gerochen hat und an anderen nicht.
Die stabilen 185 Grad sind also echt. Bleibt die Frage, ob sie für Haare wie meine reichen.
An meinen sehr dicken Haaren: zwei Passagen statt einer
Meine Haare gehen mir fast bis zu den Schulterblättern hinunter, sind sehr dicht und haben eine leichte Welle, die bei Feuchtigkeit zu Kraus wird. Zum Glätten brauche ich mit meinem alten Eisen auf 210 Grad im Schnitt 26 Minuten. Mit dem Chronos waren es in sechs Wochen im Schnitt 33 Minuten.

Der Grund: Bei meinen Haaren reicht eine Passage nicht. Ich brauche pro Strähne zwei, an der Kopfhaut manchmal drei. Das Ergebnis ist dafür besser. Die Längen glänzen, die Spitzen sind nicht trocken, und am nächsten Morgen fühlen sich die Haare weicher an als nach dem alten Eisen. Ob das an der Temperatur liegt oder an den Platten, kann ich nicht sagen. Gefühlt ist es ein Unterschied wie zwischen einer schnellen und einer ordentlichen Föhnfrisur.
Zwei Tricks haben bei mir die Zeit verkürzt:
- Gut vorföhnen: Die Haare müssen völlig trocken sein. Restfeuchtigkeit ist bei dicken Haaren der häufigste Grund für Kraus nach dem Glätten.
- Schmale Strähnen mit Kamm: Nicht breiter als die Platte und nicht dicker als zwei Zentimeter. Den Kamm direkt vor dem Eisen durchziehen, so wie wir es im Salon machen.
„Wenn du Strähnen nimmst, die so breit sind wie deine Hand, hilft dir kein Glätteisen der Welt.“ Das sage ich meinen Kundinnen ungefähr dreimal pro Woche
Mit diesen Tricks waren es am Ende 29 Minuten. Das ist für mich in Ordnung, weil das Ergebnis besser ist. Spannender war für mich aber, was der Chronos bei Haaren macht, die anders sind als meine.
Krauses Haar und blondierte Spitzen: zwei Kundinnen, zwei Ergebnisse
Snežana ist seit neun Jahren Stammkundin bei mir. Sie ist 47, hat kräftiges, krauses, schulterlanges Haar und glättet es jeden Morgen selbst, mit einem billigen Eisen auf höchster Stufe. Ihre Spitzen waren entsprechend. Sie hat den Chronos drei Wochen lang zu Hause verwendet, ich habe ihr gezeigt, wie sie die Strähnen teilt.
Ihr Urteil: Es dauert morgens fünf Minuten länger, und der erste Durchgang ist ungewohnt, weil das Eisen sich nicht so heiß anfühlt. Nach drei Wochen waren ihre Spitzen sichtbar weniger strohig, und sie hat gesagt, sie rieche zum ersten Mal seit Jahren kein Haar mehr im Badezimmer. Zurückgeben wollte sie ihn nicht. Gekauft hat sie ihn trotzdem noch nicht, sie wartet auf den Black Friday.

Lea ist unser Lehrmädchen im zweiten Jahr, 17, und hat sich im Sommer die Spitzen fast weiß blondieren lassen. Blondiertes Haar ist empfindlich wie Seidenpapier, und genau da habe ich mit dem Chronos den größten Unterschied gesehen. Eine einzige Passage reichte, die Spitzen waren glatt und glänzend, und sie haben sich danach nicht wie Stroh angefühlt. Bei Lea würde ich nie ein Eisen auf 210 Grad ansetzen.
Bei dünnen, feinen Haaren, wie sie viele meiner älteren Kundinnen haben, ist der Chronos fast zu schnell. Eine Passage, und die Strähne ist glatt. Hier ist der Unterschied zu einem guten anderen Glätteisen klein. Wer feine Haare hat, braucht nicht unbedingt das teuerste Modell. Interessanter für alle war die Frage, wie lange das Ergebnis hält.
Wie lange das Styling hält, auch bei Wiener Novemberwetter
ghd verspricht, dass das Styling 24 Stunden hält. Ich habe das an mir selbst an zwölf Arbeitstagen beobachtet. Ein Arbeitstag im Salon heißt Föhnluft, Dampf vom Waschbecken und an zwei Tagen auch Regen auf dem Weg von der U1 am Reumannplatz.
- Trockene Tage: Am Abend noch glatt, am nächsten Morgen leichte Welle in den Längen, Ansatz etwas platt. Das kenne ich von jedem Glätteisen.
- Regentage: Nach zehn Minuten im Nieselregen an den Spitzen erstes Kraus, am Nachmittag deutlich. Mit einem Hitzeschutzspray mit leichtem Halt wurde es besser, verhindern ließ es sich nicht.
- Mit dem alten Eisen: Bei Regen war das Ergebnis gleich schlecht, bei trockenem Wetter hielt es etwas kürzer.
Ehrlich gesagt: Gegen Wiener Nieselregen hilft kein Glätteisen. Was der Chronos besser macht, ist der Glanz und die Weichheit der Längen. Dafür hält es ungefähr so lange wie bei einem guten Konkurrenten. Und damit zum Vergleich, den viele Kundinnen bei mir im Salon anfragen.
Gegen Dyson Corrale und Cloud Nine: was du für dein Geld bekommst
Der Chronos ist Teil unseres laufenden Tests der Glätteisen, gemeinsam mit dem Dyson Corrale, dem Cloud Nine The Original Iron, dem Philips 7000 Series und dem Remington Pro Sleek and Curl. Ein paar Unterschiede kann ich schon jetzt nennen.
| Modell | Temperatur | Besonderheit | Mein Eindruck nach den ersten Wochen |
|---|---|---|---|
| ghd Chronos | fix 185 °C | Sensoren halten die Temperatur, sehr schnell heiß | bester Glanz, ideal für empfindliches Haar |
| Dyson Corrale | 165, 185 oder 210 °C | biegsame Platten, auch ohne Kabel | bei sehr dicken Haaren schneller, deutlich teurer und schwerer |
| Cloud Nine The Original Iron | stufenlos einstellbar | breite Platten, eigener Hitzeschutz-Modus | gut bei dicken Haaren, weniger Glanz |
Für meine sehr dicken Haare ist der Dyson Corrale etwas schneller, weil seine biegsamen Platten die Strähne gleichmäßiger umschließen und ich bei Bedarf auf 210 Grad gehen kann. Er kostet aber deutlich mehr und ist schwerer in der Hand. Wenn du Haare hast wie ich und das Budget keine Rolle spielt, schau ihn dir an. Für alle anderen ist der Chronos die vernünftigere Wahl.
Den aktuellen Stand des Vergleichs findest du bei den laufenden Tests. Wer statt glatter Haare lieber Volumen und Wellen will, findet meinen ausführlichen Test des Dyson Airwrap Co-anda 2x im Blog. Mit welchen Messungen wir Stylinggeräte bewerten, beschreibt die Seite So testen wir.
Handhabung im Alltag: die kleinen Dinge
Der Chronos liegt gut in der Hand, die Kanten sind abgerundet, damit lassen sich auch Wellen formen. Ich habe es probiert, es geht, aber dafür gibt es bessere Werkzeuge. Der Einschaltknopf sitzt innen am Griff, sodass du ihn nicht versehentlich drückst. Nach zehn Minuten ohne Bewegung schaltet er sich ab, das habe ich dreimal mit der Stoppuhr überprüft, weil ich einmal mit dem Gedanken an ein eingeschaltetes Eisen in die U-Bahn gestiegen bin.

Was mir fehlt, ist eine Hitzeschutzhülle im Lieferumfang der einfachen Ausführung. Im Salon habe ich eine Matte, daheim legen viele das Eisen auf das Waschbecken. Das ist bei 185 Grad keine gute Idee, vor allem nicht auf Kunststoff. Der Chronos funktioniert mit jeder Netzspannung, also auch auf Reisen außerhalb Europas, mit dem passenden Steckeradapter.
Ein Tipp für die Pflege: Wisch die Platten einmal pro Woche im kalten Zustand mit einem leicht feuchten Tuch ab. Rückstände von Hitzeschutzspray und Haarspray brennen sich sonst ein, und die Platten gleiten schlechter. Bleibt die Frage nach dem Preis, und die ist beim Chronos keine Kleinigkeit.
Preise in Österreich
Der ghd Chronos in Schwarz oder Weiß kostet im österreichischen Onlinehandel beim Schreiben ab rund 240 Euro. In Parfümerien wie Douglas oder Marionnaud und direkt bei ghd zahlst du meist um 290 Euro. Limitierte Farben und Geschenksets mit Tasche liegen deutlich darüber. Der Chronos Max mit breiteren Platten für sehr lange Haare kostet im Handel ähnlich viel wie der normale Chronos, ab rund 230 Euro.
Kauf bei autorisierten Händlern. Auf Online-Marktplätzen tauchen immer wieder gefälschte ghd-Glätteisen auf, die gleich aussehen, aber eine ungeregelte Temperatur haben. Ein Preis deutlich unter allen anderen Anbietern ist ein Warnsignal. Und heb die Rechnung auf, du brauchst sie für die Garantie.
Black Friday und Christkind: wann sich der Kauf lohnt
ghd-Geräte sind rund um den Black Friday, heuer am 27. November, regelmäßig reduziert, bei Parfümerien oft über Rabattaktionen auf das ganze Sortiment. Vor Weihnachten kommen Geschenksets dazu, die nicht immer günstiger sind, als sie aussehen.
Als Weihnachtsgeschenk ist der Chronos eine sichere Wahl für alle, die sich ohnehin die Haare glätten und bisher ein billiges Gerät verwenden. Für Menschen mit sehr dicken, krausen Haaren würde ich vorher fragen. Wie du echte Rabatte von aufgeblasenen Streichpreisen unterscheidest, zeigt mein Kollege Christoph in seinem Ratgeber.
Für wen sich der ghd Chronos lohnt
Mein Fazit nach sechs Wochen
Der ghd Chronos hält, was er verspricht, mit einer Einschränkung. Die Temperatur ist so stabil, wie ich es bei keinem anderen Glätteisen gemessen habe. Das Ergebnis glänzt, die Haare fühlen sich gesünder an, und der verbrannte Geruch, den ich seit meiner Lehrzeit kenne, ist weg.
Die Einschränkung betrifft Haare wie meine. Bei sehr dicken, krausen Haaren brauchst du mehr Zeit, als die Werbung verspricht. Mir ist das die Zeit wert. Ob sie dir das wert ist, hängt davon ab, wie viel du morgens im Bad stehen willst.
Lea hat übrigens in der dritten Woche gefragt, ob sie den Chronos für ihre Lehrabschlussprüfung im Frühjahr ausborgen darf. Ich habe Ja gesagt. Unter der Bedingung, dass sie dann ihre Strähnen so schmal nimmt, wie ich es ihr seit einem Jahr erkläre.
Häufige Fragen zum ghd Chronos
Kann man beim ghd Chronos die Temperatur einstellen?
Nein. Der Chronos arbeitet immer mit 185 Grad. In unserem Test lag die gemessene Temperatur in 30 Messungen zwischen 183 und 187 Grad, auch direkt nach einer dicken Strähne.
Ist der ghd Chronos für dicke Haare geeignet?
Ja, aber bei sehr dicken und krausen Haaren brauchst du zwei bis drei Passagen pro Strähne. In unserem Test dauerte das Glätten rund 30 Minuten statt 26 mit einem Eisen auf 210 Grad. Dafür waren Glanz und Spitzen deutlich besser.
Was kostet der ghd Chronos in Österreich?
Im Onlinehandel beim Schreiben ab rund 240 Euro, in Parfümerien und bei ghd meist um 290 Euro. Am Black Friday ist ein Preis unter 219 Euro ein sehr gutes Angebot.
Schaltet sich der ghd Chronos automatisch ab?
Ja. Nach zehn Minuten ohne Bewegung schaltet er in den Ruhemodus. Wir haben das im Test mehrfach mit der Stoppuhr überprüft.
